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Tauk

Shapeshifter II: Outbreak

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: instrumental; Funk; Jazzrock / Fusion
Label: self-released
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Matt Jalbert guitar
Charlie Dolan bass
Alric “A.C.” Carter keyboards
Isaac Teel drums

Tracklist

Disc 1
1. Prelude 0:47
2. Recreational Outrage 5:16
3. CMF 9000 6:04
4. Checkmate 5:26
5. Convoy 5:42
6. Not Your Nemesis 5:03
7. Let It Ride 5:11
8. Ratchet 4:12
9. Pioneer 5:59
10. Pitter Pattern 6:26
11. Upside Down 6:10
Gesamtlaufzeit56:16


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


„Was hörst´n grad“?
„Tauk.“
„Hä??“
„Tauk, Fusionmucke aus Long Island. Amiland. So Jam-mäßig.“
„Und - taukt die was“?

Ja, das tut sie. Tauk (sprich: tɔːk) nehmen bewusst Abstand von der Bedeutung ihres Bandnamens. Indem sie gar nicht sprechen. Ihre Musik ist instrumental, nach der Devise: „No talk from Tauk“.
Wenn nämlich keine Texte vorhanden sind, muss der Hörer die Lücken mit Hilfe seiner Vorstellungskraft füllen, er muss Bilder erzeugen, um mit den Klängen in Verbindung zu bleiben. Das ist jedenfalls das, was Gitarrist Matt Albert und seine Jugendfreunde glauben, sie nennen ihre Musik „cinematic rock-fusion“.

Die Homies von Long Island sind von den Ergebnissen dieses Mantras beeindruckt. Auch die Musiker selbst: „AC loves it. Charlie digs it. Isaac is hyped. Matt is crying tears of joy“, wie ein soziales Netzwerk kürzlich verriet.
Ohne Worte!
Jetzt sind wir dran, was dazu zu sagen, also tune in!

Während sich das Quartett auf der ebenfalls 2018 erschienenen EP „Shapeshifter I: Construct“ neben einigen elektronischen Spielereien mit den Merkmalen des Reggae auseinandersetzte, sind die Vorbilder diesmal US Fusion Acts a la Jeff Lorber oder Spyro Gyra. Der Referenzen können über die Laufzeit von mittlerweile acht Alben (einige EPs bzw. Livesachen sind darunter) sicherlich viele genannt werden.

Wirbelnde Gitarre, pulsierender Bass, druckvolle Drums, vollflächige Hammondorgel und variationsreiche Synthesizer, die bei Gelegenheit oder inmitten von Pioneer und Pitter Pattern schon mal nach AY-3-8910 klingen (das ist der dreistimmige Yamaha-Soundchip, der in frühen Home Computern wie dem Atari ST verbaut wurde). Die klar strukturierte Musik mit Wiedererkennungswert durch genretypische Tonartwechsel und Arrangements ist lebhaft und optimistisch; sie ist variationsreich, so dass man nicht in Versuchung gerät, den Gesang zu vermissen. Keiner der Musiker drängt in den Vordergrund (wo etwa bei Spyro Gyra das Saxophon von Frontmann Beckenstein im Zentrum steht, bei Jeff Lorber die Keyboards). Tauks Gitarrist und Tastenmann wechseln sich mit ihren mitunter fulminanten Soli ab, bilateral, Faszination der Gleichberechtigung.

Das Prelude kommt noch etwas extra-terrestrisch daher, Recrenational Orange und CMF 9000 stehen dann stellvertretend für vieles auf „Shapeshifter II“: Komplexe Formen, griffige und temporeiche Chorusse, unerwartete harmonische Wendungen innerhalb des Songwritings, einschlägige Stilistik. Checkmate und Let It Ride nehmen etwas Spannung raus, das smart groovende Convoy viel Atmosphäre mit (knochentrockenes Hohner D6 Clavinet, leider nur kurz), ein Gefühl von luftiger Weite bleibt bestehen. Not Your Nemesis erfreut mit Santana-Touch, wahrscheinlich liegt´s aber nicht an der Gitarre, sondern an der Rhythmusgruppe. Gleichzeitig modern und rückwärtsgewandt (was kein Widerspruch sein muss) folgen Ratchet, Pioneer und Pitter Pattern (A.C. sollte in einer stillen Stunde noch mal einige Sounds überdenken, s.o.). Upside Down bildet den kraftvollen Abschluss des Albums; die Gitarrenlinien werden auf quirligen Bass-Synthesizerfiguren aufgebaut.

Die Songs sind so geschrieben, dass sie den Musikern, die nach eigenen Angaben die Bühne dem Studio und die Freiheit der Jam-Session dem strengen kompositorischen Konzept bevorzugen, live eine Menge Raum zum Improvisieren lassen. Das macht neugierig. Vielleicht wird der wortkarge Long-Island-Vierer mit dem Fusion-Outfit ja irgendwann auch die Alte Welt besuchen, und man kann dann direkt und vor Ort die Verballücken mit bunten Images füllen.

Anspieltipp(s): CMF 9000, Recrenational Orange, Convoy, Pitter Pattern
Vergleichbar mit: Amerikanischem Crossover Fusion der 80er/90er
Veröffentlicht am: 2.10.2018
Letzte Änderung: 3.10.2018
Wertung: 11/15
Auch ohne Texte recht beredsam

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