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Hy Maya

The Mysticism Of Sound & Cosmic Language

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (Aufnahmen von 1972-73)
Besonderheiten/Stil: improvisiert; Elektronische Musik; Krautrock; Psychedelic; sonstiges
Label: Smog Veil Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Robert Bensick Guitars, Flute, Voice, Percussion, Tapes, Sax, Synthesizers
Albert Dennis Bass, Voice
Scott Krauss Drums, Percussion
Allen Ravenstine Synthesizers, Electronics, Tapes

Gastmusiker

Bob Friedhofer Piano
Cynthia Black Piano
Richard Schneider Congas, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Awareness now   (live at The Cellar, July 1972) 2:48
2. Neurons fire   (live at The Cellar, July 1972) 5:36
3. Dance of illusion [camel song]   (rehearsal, summer 1972) 16:19
4. Albert's lullaby   (Motion Picture Sound Studios, summer/fall 1972) 1:16
5. Consumption of the core self   (Motion Picture Sound Studios, summer/fall 1972) 4:21
6. The fabric of time & space   (Allen Ravenstines house, winter 1972) 5:11
7. Is this the moment? [antimatter does matter]   (live Cleveland State University, June 1992) 3:29
8. Left brain reflections [quantum entanglement]   (Motion Picture Sound Studios, summer/fall 1972) 7:58
9. The reflection of mirror neurons   (Allen Ravenstines house, winter 1972) 1:30
10. Phenomena phase   (Motion Picture Sound Studios, summer/fall 1972) 0:46
11. I am Athena   (live Cleveland State University, June 1992) 0:38
12. Dissolving the contradiction   (live Cleveland State University, June 1992) 10:42
13. Amplified for clarity   (Motion Picture Sound Studios, summer/fall 1972) 4:52
14. Orb overview   (Motion Picture Sound Studios, summer/fall 1972) 3:04
Gesamtlaufzeit68:30
Disc 2
1. Reverse rationalization   (Motion Picture Sound Studios, summer/fall 1972) 1:53
2. A Quantum mechanic Mambo   (Motion Picture Sound Studios, summer/fall 1972) 8:21
3. Waves of the particle past   (Motion Picture Sound Studios, summer/fall 1972) 4:11
4. Hold the holograph [I think I now see]   (Allen Ravenstines house, winter 1972) 10:27
5. Dance of the electromagnetic ZZZ [a space event in time]   (Motion Picture Sound Studios, summer/fall 1972) 9:03
6. Ship of fools [dissolving the contradiction]   (live at The Cellar, July 1972) 10:42
7. Your truth… or mine   (live at The Cellar, July 1972) 0:12
8. Just one day [the illusion of time]   (demo recording, 1973) 2:57
9. General relativity is relative   (live at The Cellar, July 1972) 6:39
10. Hydrogen hover [the side effects of falsehood]   (live at The Cellar, July 1972) 8:46
Gesamtlaufzeit63:11


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Im September 1975 stellten David Thomas und Peter Laughner, nach dem Ende ihrer vorherigen Band Rocket From The Tombs, in Cleveland eine neue Gruppe zusammen, die den Namen Pere Ubu bekam. Mit zur Gründungsbesetzung gehörten der Keyboarder und Elektronikbastler Allen Ravenstine und der Schlagzeuger Scott Krauss. Beide kamen von einer heutzutage reichlich vergessenen Band, Hy Maya, die in der ersten Hälfte der 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts tätig war.

Hy Maya war im Grunde ein Projekt des multiinstrumental veranlagten Gitarristen Robert Bensick, welches dieser im Frühjahr 1972 ins Leben rief. Zum Kern der Band gehörten neben Bensick der Bassist Albert Dennis, und eben Krauss und Ravenstine. Mitunter unterstützt von weiteren Musikern (manchmal auch nur als Trio) war man im Raum Cleveland live recht aktiv, ehe man Ende 1973 wieder getrennter Wege ging. 2017 wurde von Smog Veil Records unter dem Titel "The Mysticism Of Sound & Cosmic Language" ein Doppelalbum mit allerlei damals entstandener Aufnahmen von Hy Maya veröffentlicht, um der Formation einen Platz zumindest in der US-amerikanischen Proghistorie zurück zu geben.

Hy Maya machten recht schwer kategorisierbare Musik, die sich irgendwo im Grenzgebiet von spacig-rockigem Jammen, Neo-Psychedelischem, Proto-Punk, Folkig-Hippieartigem, Elektronik und freierem Experimentieren aufhielt. Hört man "The Mysticism Of Sound & Cosmic Language", kann man aber nicht leugnen, dass die Erfahrungen von Ravenstein und Krauss bei Hy Maya wohl einen nicht geringen Einfluss auf die spätere Musik von Pere Ubu hatten, insbesondere die progressive bzw. experimentelle Komponente in den Stücken um die Band von David Thomas.

Entstanden sind die auf "The Mysticism Of Sound & Cosmic Language" zu hörenden Aufnahmen in den Jahren 1972 und 1973, bei Konzerten, Proben, beim Improvisieren in Ravensteins Haus, und auch in einem Tonstudio (dem Motion Picture Sound Studios), wo man im Sommer/Herbst 1972 offenbar einige Zeit an einem Album bastelte (welches aber nie vollendet wurde). Die Klangqualität ist eigentlich sehr in Ordnung, reicht von exzellent (die Studioaufname und die Heimsession) bis sehr gut hörbar (die Konzertaufnahmen), und ist für über 40-Jahre altes Archivmaterial sehr erfreulich und durchweg im grünen Bereich.

In musikalischer Hinsicht wird hier zweierlei Geboten. Einmal freies Konzertgejamme, jazzig-psychedelisch, ein wenig à la Sweet Smoke, aber spaciger und kantiger, bisweilen formlos-krautig, und versehen mit ein paar progressiv-komplexen Momenten (letzteres vor allem im langen "Dance of Illusion"). Andererseits - vorwiegend im Studiomaterial und den Heimaufnahmen - wird freier experimentiert, meist mit Elektronischem (man höre z.B. "Hold the holograph" oder "Dance oft he eletromagnetic ZZZ"), und man ergeht sich in formloserem Tonbasteln und Klangkollagen. Inspirationsquellen waren hier vor allem – wie Bensick im langen Beihefttext erläutert – die deutschen Krautelektroniker, insbesondere Tangerine Dream vor ihrer Sequenzurzeit.

"The Mysticism Of Sound & Cosmic Language" ist daher wohl vor allem für Krautrock-Adepten von Interesse, ist hier doch im Grunde eine originelle, frühe US-Variante desselben zu finden. Ähnlich wie bei den deutschen Kollegen wird hier viel experimentiert, und wie dort machen die Ergebnisse nicht immer Sinn (d.h. wirken bisweilen etwas ziellos und wirr), verströmen aber eine unterhaltsame, dilettantisch-kreative Frische. Das Album kommt übrigens als mehrteiliges Pappfaltteil und dickem Beiheft, versehen mit (fast zu viel) Text zu Band und der damaligen Szene in Cleveland, und auch mit vielen Informationen zu den späteren Bands der Beteiligen, insbesondere natürlich zu Pere Ubu. Kurzum: Ein schönes Teil – vor allem für Proghistoriker.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.10.2018
Letzte Änderung: 9.10.2018
Wertung: 10/15

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