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Bitchin Bajas

Rebajas

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018 (Aufnahmen von 2010-2017)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Drag City
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Cooper Crain Electronics, Synthesizers, Keyboards, Guitars, Sounds
Daniel Quinlivan Keyboards, Synthesizers (CD1 Track 1, CD2-7)
Rob Frye Sax, Flute, Electronics (CD2 Track 9, CD3 Tracks 3-6, CD4-7)

Gastmusiker

Rex McMurry Percussion (CD2 Track 2)
Dylan Ryan Bongos (CD2 Track 3)
Jim Becker Guitar (CD4 Track 1, CD5 Track 8), Organ (CD7 Track 3)
Whitney Johnson, Max Beckman, Marta Sofia Honer Strings (CD5 Track 1)
Olivia Wyatt Field Recordings (CD5 Track 4)
Scott McGaughey Keyboards (CD5 Track 8)
Maskat Batoh Guitar (CD6 Track 4)
Nick Broste Trombone (CD7 Track 1)
Ben LaMar Gay Cornet (CD7 Track 1)
Nori Tanaka Percussion (CD6 Track 4, CD7 Track 2)

Tracklist

Disc 1
1. Zone 1   (solo works: Tone/Zones and splits) 8:58
2. Zone 2 2:21
3. Zone 3 5:02
4. Zone 4 4:59
5. In T 2:14
6. Zone 6 13:03
7. Fresh hair 4:35
8. Consciousness 1 9:34
9. Consciousness 2 5:51
Gesamtlaufzeit56:37
Disc 2
1. Water 1   (duo works: Water Wrackets & Vibraquation) 4:12
2. Water 2 5:35
3. Water 4 5:48
4. Water 3 7:26
5. Water 2 (reprise) 0:59
6. Water 1 (reprise) 5:18
7. Prismatic reflections 17:03
8. Bajas ragas 9:55
9. Jelly 10:21
Gesamtlaufzeit66:37
Disc 3
1. Krausened   (two EPs: Krausened & Transporteur) 17:27
2. Intervals 17:02
3. Rias Baixas 10:13
4. Planete T 6:42
5. Marimba 9:13
6. No tabac 7:39
Gesamtlaufzeit68:16
Disc 4
1. Transcendence   (Bitchtronics and split 7'') 10:22
2. Inclusion 11:50
3. Sun City 5:11
4. Turiya 16:43
5. Loop 3:59
6. Transcendence (Michigan demo) 6:54
Gesamtlaufzeit54:59
Disc 5
1. Tilang   (Bitchin Bajas 2xLP) 18:38
2. Asian carp 5:25
3. Ruby 6:51
4. Field study 8:24
5. Brush 6:29
6. Bueu 12:13
7. Orgone 8:33
8. Pieces of tape 9:27
Gesamtlaufzeit76:00
Disc 6
1. Jammu   (Bajas Fresh I) 11:03
2. Circles on circles 8:34
3. Angels and demons at play 6:17
4. Yonaguni 9:41
Gesamtlaufzeit35:35
Disc 7
1. 2303   (Bajas Fresh II) 23:03
2. Chokayo 12:21
3. Be going 9:21
Gesamtlaufzeit44:45


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Die Bitchin Bajas kommen aus Chicago, und sind derzeit das Trio aus Cooper Crain, Dan Quinlivan und Rob Frye. Ursprünglich war das Ganze aber offenbar ein Soloprojekt des aus Columbia (Missouri) stammenden Crain, der zudem hauptamtlich bei der Psych-Stoner-Band Cave tätig ist. 2010 erschien jedenfalls das von ihm weitestgehend im Alleingang eingespielte Bitchin-Bajas-Debüt "Tones/Zones" bei Important Records. Auf einem Track war da aber schon Quinlivan zu hören, der dann ab dem zweiten Album (das 2011 erschienene "Water Wrackets") fest zum Projekt gehörte. Der Saxophonist Rob Frye war erstmals am dritten Album "Vibraquatic" als Gast beteiligt, und schloss sich dann der Gruppe an.

Die Bitchin Bajas haben bis ins Jahr 2017, bisweilen unterstützt von anderen Musikern, eine ganze Reihe von Tonträgern veröffentlicht, allerdings nur in Vinyl gepresst, oder als Tonbandkassette (auf letzterem Medium auch einige Liveaufnahmen). Nun gibt es das LP-Studiowerk der Formation aus den Jahren 2010-17 (die "Obama Years", wie das Label - Drag City - schreibt) erstmals auf CD, und dann auch noch gleich gebündelt als Sammelbox (7 CDs), ergänzt um ein paar Raritäten (Bajas-Nummern, die auf inzwischen seltenen Split-EPs oder -Singles zu finden waren). So ganz gepasst hat das der Band, alle wohl erklärte Vinyl-Freaks, nicht, so dass man "Rebajas" als LP-großes Klappteil gestaltet hat, in dessen Innenseite die sieben Silberlinge und das dicke Beiheft eingesteckt wurden. Schick, wenn auch nicht wirklich platzsparend.

Elektronische Klänge gibt es auf diesen sieben Tonträgern zu hören, die sich in stilistischer Hinsicht teilweise weit in das letzte Jahrhundert zurück begeben, vor allem in die späten 60er- und 70er-Jahre. Im Weltweiten Netz habe ich die Musik der Bajas als "Cluster + Terry Riley + 1975-era Tangerine Dream" beschrieben gefunden, und das passt ziemlich gut. Wobei man besser prä-1974 Tangerine Dream sagen sollte, denn Sequenzermuster gibt es auf "Rebajas" kaum zu hören.

Das eindeutigste Vorbild war sicher Terry Riley, insbesondere sein Album "A Rainbow in Curved Air", gibt es hier doch immer wieder diese typischen, repetitiv-minimalistischen orgelartigen Muster zu hören (als Beispiel sei "Prismatic Reflections" auf CD2 genannt), oder die repetitiv-hupenden Saxtöne (erstmals in "Jelly" auf CD3), die Rileys Musik in den späten 60er- und den 70er-Jahren geprägt haben. Auch sonst ist das alles oft ausgesprochen minimalistisch gehalten, besteht aus ausgedehnten Repetitionen, die aber sehr farbig und vielschichtig gestaltet sind. D.h. die sich wiederholenden Muster wechseln häufig Klangfarbe und Instrument, verändern sich unmerklich, angelehnt auch an Steve Reichs Phasing-Technik. Ansonsten wabert es hier ausgiebig kosmisch-spacig, bisweilen luftig-impressionistisch-verspielt à la Cluster (wie z.B. gleich in "Zone 3" auf CD1), großstädtisch-hektisch à la frühe Kraftwerk (man höre z.B. "Marimba" auf CD 3, in dem auch eine Querflöte klangprägend auftaucht), oder weltmusikalisch-mantraartig à la Between (in "Tilang").

Perkussive Muster sind eher selten zu finden, obwohl die Musik oft rhythmisch pulsiert. Etwas ausgiebiger wird (wohl programmierte) Perkussion vor allem auf der EP "Krausened" (die ersten beiden Tracks auf CD 3) eingesetzt, die bisweilen fast Tanzbares beinhaltet (man höre z.B. "Intervals"), damit aber auch für Neu!-artige Reminiszenzen sorgt. Verschiedene Gastmusiker kommen bisweilen noch zum Einsatz, die z.B. für tabla-perkussive Linien sorgen, oder für raga-artige, indisch klingende Streichersounds und Sitarartiges (in schon erwähnten "Tilang"), bzw. langezogen auf- und abwallende Blechbläserklänge (im langen "2303"). Sonst bestimmen die drei Hauptprotagonisten das Klanggeschehen, mit allerlei Elektronik, Synthesizern und Tasteninstrumenten, E-Gitarre, Sax und Flöte. Zudem wurde das alles sehr authentisch (im Sound der 70er), warm, dynamisch und voluminös produziert.

Im umfangreichen Beiheft sind schließlich nicht nur detaillierte Angaben zu den einzelnen Tracks und Mitspielern zu finden, sondern ist auch das Artwork der jeweiligen LP-Versionen ausgiebig abgebildet. Wer krautige Elektronik, Minimalmusic à la Riley, kosmisches Wabern und Schweben mit Gehalt, elektrifizierte Raga-Exkurse und impressionistisch-elektronisches Klangmalen schätzt, dem sollte die Musik der Bitchin Bajas runter gehen wie Öl. Man kann natürlich nicht behaupten, dass hier irgendetwas zu hören gäbe, was man in den letzten 40 Jahren Musikgeschichte im Bereich Elektronik nicht schon anderweitig auf die Ohren bekommen hätte. Allerdings sind die Bajas stellenweise fast besser als die Vorbilder. Ich bin jedenfalls begeistert, ist dies doch (im Moment) genau meine Musik. Kurzum: Die eben umrissene Zielgruppe sollte unbedingt zugreifen. Allzu teuer ist das Set übrigens auch nicht, und es gibt viel Klang für’s Geld.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.10.2018
Letzte Änderung: 7.10.2018
Wertung: 13/15

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