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Art Against Agony

Shiva Appreciation Society

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazz; Mathrock; Progmetal
Label: Cmm/saol
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

The Sorcerer lead guitar
The Machinist rhythm guitar
The Surgeon piano, synthesizer
The Heretic bass
The Malkavian drums, percussion

Gastmusiker

Richard Henshall guitar solo on (3)

Tracklist

Disc 1
1. Introduction 0:52
2. Nothing To Declare! 4:19
3. Nandi 7:25
4. Katz 8:20
5. Pumpkin Thief 4:36
6. Emissary 4:00
7. Feste 4:32
8. Voerman Interlude 1:25
9. Write a Word: THC 0:19
10. Write a Sentence: The Headbanger's Confusion 3:49
11. Lemon Tree 4:52
12. Hulullúlulu Pt. II 4:31
13. House Built on Sand 8:08
14. Queen's Lullaby 4:05
15. Coffee for the Queen Extended Edition (Bonus) 5:32
16. Above the Clouds (Nikolay Nikonorov feat. The Sorcerer) (Bonus) 3:20
Gesamtlaufzeit70:05


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Die Kreation ist entscheidend, nicht der Mensch dahinter! Alles incognito.

Incognito - da gab es mal eine Band (oder gibt es sie noch?), die sich so nannte. Incognito sind hier die Partizipanten des Projekts Art Against Agony, und zwar auf mysteriöse Weise. Niemand weiß, wer sich hinter den Masken und Pseudonymen verbirgt. Der Zauberer hext mit der Leadgitarre, der Maschinist bedient das Rhythmusbrett wie einen gefährlichen mechanischen Apparat, der Operateur spielt die Keyboards mit scharfkantiger Präzision, ein Ketzer am Bass, und der Schlagzeuger ist ein Vampir. Die Musik selbst - illusionistisches „Spiel“zeug?

Die vier Männer und die wohlproportionierte Frau (wenn man den Informationen des düsteren Videos zu Nandi Glauben schenken darf) definieren sich als Künstlerkollektiv, und dessen Musik ist nur einer von vielen Kommunikationskanälen. Kunst gegen Agonie, Performance gegen Stillstand, Dynamik gegen Verfall. Und die drei haben es in sich, gleichermaßen brachial, gewaltig, kompliziert und, ja, feinsinnig.

Die verträumte Introduction im Stil von Claude Debussy bereitet den Hörer nicht auf das Kommende vor - jenes Spektakel nimmt mit einem skizzenhaften Intro nur kurz Anlauf, dann wirken schroffe Gitarrenwände und zudringliche Snare-Übergriffe beinahe körperlich, die Aussage Nothing To Declare! kommt geradezu nihilistisch rüber. Da ist wirklich nichts mehr zu verzollen! Bereits hier zeigen sich kompositorische Kompetenz und technische Brillanz der No-Namer.

Nandi zieht das Tempo noch mehr an, vertritt die metallischen Interessen innerhalb dieses Jazz-Metal Joint Venture, der Jazz wird dann später folgen. Momentan trifft Djent auf orientalische Tonleitern. Als Gastmusiker für diesen Part hat sich der charismatische Richard Henshall vom britschen Sextett Haken eingefunden.

Katz demonstriert eleganten polyrhythmischen Jazz, bevor das dominante Piano von einer apokalyptischen Gitarre gestellt wird. Es wird unübersichtlich, das Saiteninstrument erinnert vorübergehend an Metheny und dann wieder doch nicht. Das ist bei allem abwegigem Chaos (jedes System strebt den Zustand größtmöglicher Unordnung an) hochvirtuos und passt letzlich doch irgendwie zusammen. Die entspannt groovende Rhythmusgitarre in Pumpkin Thief und Emissary´s gekonnt perlende Pianoläufe kühlen den Reaktor etwas runter, ohne in irgendeiner Weise weniger belangvoll zu sein. Der Zeiger pendelt mittlerweile zwischen filigranem Jazz und grobschlächtigem Metal ständig hin und her, beide die ganze Zeit von dem irrwitzig durch diverse Metren zimmernden Vampir an den Drums bevormundet. Feste gewährt Einblick in weitere stilistische Variationen - bei diesem flamencohaften Duell am Operationstisch werden feste die akustischen Saiten gezupft.

Write a Sentence: The Headbanger's Confusion veranlasst den rechtschaffenden Headbanger zu ruckartigen Kopfbewegungen, verursacht durch turbulente Bassläufe, die zusammen mit Keyboardtupfern das Wesen dieses Tracks ausmachen. Lemon Tree ist glücklicherweise keine Cover-Version des furchtbaren Songs von Fool´s Garden. Elektronik, Drums und Percussion eröffnen, dann übernehmen die Gitarren die Führung und schicken den Hörer auf eine weitere bizarre Klangreise, mit einer stärker dramatischen als poetischen Note. Hulullúlulu Pt. II und House Built on Sand konservieren den hitzigen Schmelztiegel aus Piano, Gitarren und Drums auf hohem Niveau. Das Letztere bietet auf acht Minuten Länge noch einmal ein paar Höhepunkte - der vom Fender Rhodes zu Beginn etablierte 11/8-Takt ist nicht von Dauer; es wird trotz eines balladenhaften und melodischen Piano-Mittelteils (zwischen 2:40 und 3:34) rhythmisch und tonal noch einmal einigermaßen unübersichtlich. Queen´s Lullaby, ein superbes Pianosolo des „Chirurgen“, beschließt die vorliegende Streamingversion im erneut impressionistischen Ambiente und bildet mit der Introduction eine musikalische Klammer.

Die beiden Bonustracks standen für eine Begutachtung leider nicht zur Verfügung.

„Shiva Appreciation Society“ ist eine durch und durch farbenfrohe Angelegenheit, ein Fest für jeden, dem Gleichförmigkeit und musikalische Berechenbarkeit suspekt sind.

Anspieltipp(s): sollte man durchhören, falls nicht: House Built on Sand, Katz, Nothing To Declare!
Vergleichbar mit: Tree of Life, Liquid Tension Experiment, Arch Echo
Veröffentlicht am: 10.10.2018
Letzte Änderung: 10.10.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Art Against Agony

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 Three Short Stories 12.00 1
2016 The Difference Between A Duck and A Lobster 11.00 1
2017 The Forgotten Story 11.00 1
2017 Russian Tales 10.00 1

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