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Queen

A Night at the Opera

(Siehe auch: Leitfaden "Progverwandter Rock und Pop der 70er")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975
Besonderheiten/Stil: HardRock; Melodic Rock / AOR; sonstiges
Label: EMI
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Freddie Mercury Vocals, Piano
Brian May Guitars, Vocals
John Deacon Bass
Roger Taylor Drums,Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Death On Two Legs (Dedicated To...) 3:44
2. Lazing On A Sunday Afternoon 1:08
3. I'm In Love With My Car 3:05
4. You're My Best Friend 2:52
5. '39 3:32
6. Sweet Lady 4:04
7. Seaside Rendezvous 2:17
8. The Prophet's Song 8:22
9. Love Of My Life 3:39
10. Good Company 3:25
11. Bohemian Rhapsody 5:55
12. God Save The Queen 1:16
Gesamtlaufzeit43:19


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 2)


Queen entdeckte ich erst mit "Innuendo". Es kamen dann zwei, drei LPs/CDs hinzu (darunter auch diese hier), aber das war es dann auch. Als ich die Tage beim Secondhand-Händler die DVD-Audio-Version sah, habe ich zugeschlagen, sollte sie doch laut Kritikermeinung eine der besten 5.1-Mixe einer alten LP sein.

Nun stehe ich eigentlich dem nachträglichen Verändern einer originalen Stereomischung skeptisch gegenüber, andererseits war mir gerade bei dieser Platte der Mix an manchen Stellen zu pompös undurchsichtig - also war ich gespannt, wie es denn nun aus allen vier Ecken klingt.

Faxit: es ist eine der besten 5.1-DVDs, die ich bisher habe! Was auch erfreulich ist: neben einer optimierten Spur für Audio-DVD-Player gibt es auch eine 5.1-DTS-Spur für normale DVD-Player. Dazu kommen noch jeweils Stereospuren für beide Playerarten. Zusätzlich wird im Fernseher der Text des jeweilig gespielten Titels eingeblendet, von "Bohemian Rhapsody" kann man sich parallel zum Ton das Video ansehen und eine kleine Bildergalerie ist auch noch dabei. Ein benutzerfreundliches Menü hilft bei der Wahl der Möglichkeiten - perfekt.

Mir gefällt dieser Mix aller Stile zwischen dem kindlich verpielten "Good company" (das mich an die KINKS erinnert), dem Hardrock (da fallen mir spontan die ganzen Entwhistle-Songs der 70er-Jahr-WHO ein) und dem fantastischen Harmoniegesängen. Gerade hier wirkt sich der 5.1-Mix sehr drastisch aus. Bei der kleinen Gitarrennummer "39" kann der Hörer jede Gitarrenlinie wunderbar verfolgen, kommen sie doch alle aus verschiedenen Ecken. Der Accapllapart in "The prophet's song" ist transparent wie nie zuvor, gleiches gilt für "Bohemian rhapsody". Wenn Mercury "Bring it back - hurry back" in der letzten Strophe von "Love of my live" - ich liebe diesen Song - singt, scheint er quasi aus dem Frontlautsprecher zu schreiten. Dermaßen dreidimensional habe ich bisher wenige CD/DVDs gehört. Nur "Medulla" von Björk kann da mithalten.

Daher kann ich jedem nur raten, wer die technischen Möglichkeiten hat, kauft diese Version! Und Freddy gehört für mich zu den ausdrucksstärksten Sängern überhaupt (obwohl ich Queen optisch einfach nicht ertrage ;-)) Ein Klassiker in der Rockgeschichte!

Anspieltipp(s): ich mag es komplett als Gesamtkunstwerk
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.4.2005
Letzte Änderung: 6.8.2011
Wertung: 14/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Queen sind unter Proggern immer so ein Reizthema. Klar, jeder kennt's und mag's irgendwo auch. Aber die Diskussion, ob die Band dann zum Prog dazugehört, hat schon mal das Potenzial, Freundschaften zerbrechen zu lassen. Natürlich gibt es Lieder wie "Bohemian Rhapsody" oder "The March Of The Black Queen", die alle Longtrack-Fanatiker mehr als zufrieden stellen dürften, oder kürzere Nummern wie "Killer Queen" oder "Death On Two Legs", die in ihrer Theatralik längst eigene Maßstäbe sind. Nicht nur wegen sowas haben Queen einen immensen und bis heute wirkenden Einfluss und werden berechtigterweise als Referenz herangezogen, wann immer eine Band Rocksongs mit gestelztem, mehrstimmigem Gesang, Klavierbegleitung und im positiven Sinne dudelig, weil jubilierend klingenden Gitarreneinsätzen darbietet, wie in den letzten Jahren beispielsweise bei Muse ("United States Of Eurasia") oder Heart Of Cygnus ("In The Days Of The Galactic Alliance") geschehen. Andererseits gehört immer schon ein gewisser Pop-Appeal dazu, dessen jeweilige Songs weit auf der anderen Seite der kritischen Grenze zwischen Prog und Normalrock stehen.

Gerade an Queens hochberühmten "A Night At The Opera" bestätigt sich dieser Eindruck geradezu bilderbuchartig: Natürlich gibt es hier die verrückte Pop-Prog-Operette "Bohemian Rhapsody", das erst düstere, dann vokalakrobatische "The Prophet's Song" (auch wenn's in letztgenannter Hinsicht nicht an Gentle Giant & Co. heranreicht) und besagtes "Death On Two Legs", das nicht zuletzt für seine äußerst eloquent dargebotene Verachtung ("You're a sewer rat decaying in a cesspool of pride") bekannt ist. So weit, so gut, so klassisch und proggig.

Aber wie steht es um die übrigen 3/4 des Albums? Tja, da sind wohl erst mal die Vergangenheitshuldigungen herausstechend: "Lazing On A Sunday Afternoon", das mit seiner blasierten Gentleman-Stimmung überzeugt und famos in das folgende "I'm In Love With My Car" überleitet. Und "Seaside Rendezvous", das alle populären Tanzstile der 20er und 30er (Cancan, Charleston, Foxtrot) zitiert und natürlich für das berüchtigte Vokal-Bläser-Solo bekannt ist. Schließlich noch "Good Company", eine Nummer mit Dixieland-Referenzen und Begleitung auf der Ukulele. Jeweils ganz nette Nummern, die aber mehr vom Effekt ihres jeweiligen Arrangements leben und deren Interessantheit offenbar umgekehrt proportional zur Laufzeit ist - "Good Company" finde ich melodisch sogar beinahe langweilig, während "Lazing..." eine wunderbare Miniatur ist.

Dann gibt es die eher rockigen Nummern des Albums: "I'm In Love With My Car", stilgerecht mit Kraftmeier-Gitarre unterlegt und recht stimmungsvoll. "Sweet Lady" dagegen zieht sich tendenziell eher in die Länge, bleibt insgesamt abseits von seinem nach "21st Century Schizoid Man"-Manier beschleunigten Schlusspart unauffällig und dürfte vermutlich die Nummer des Albums sein, die bei Aus-dem-Gedächtnis-Aufzählungen der Songs auf "A Night At The Opera" am ehesten vergessen wird. Am Rande dieses Stils steht noch das etwas angefolkte "'39", das es gut versteht, seinen (wie der ganze Song überhaupt) bemerkenswert zweigeteilten (vor dem Krieg - nach dem Krieg) Text auf erzählerische Weise zu präsentieren. Fehlen in der Aufzählung sämtlicher Stücke des Albums bloß noch die abseits des Refrains überraschend schlichte Ballade "Love Of My Life" (damit steht sie klar im Schatten von "Nevermore" auf "Queen II") und noch die abschließende Königinnenhymnen-Adaption, die sich ungefähr mit der vom Gentle-Giant-Debüt messen kann, hier aber einem weitaus weniger wahnwitzigen Album die sprichwörtliche wie buchstäbliche Krone aufsetzt.

Tja, was sagt man also aus Progger-Sicht nun zu "A Night At The Opera"? Ganz extrem formuliert ist der größte Teil des Albums wohl eher uninteressant. Die im zweiten Absatz dieses Textes erwähnten Stücke sind essenziell und die im dritten finde ich zumindest soundmäßig ganz witzig. Abseits davon ist aber eigentlich nur "'39" einigermaßen spannend, alles andere ist gefällig, hat im Abstand von 37 Jahren aber, selbst in Rock-Maßstäben gemessen, doch ziemlich an Schlagkraft eingebüßt. Möglicherweise liegt das auch daran, dass zum Reiz an Queen stets noch diese visuelle Komponente (prall gefüllte Fußballarenen, ein gockelhaft posierender Freddie Mercury, oder aber der Science-Fiction-Trash von "Flash Gordon") gehörte, den die Musik alleine wohl kaum transportieren kann. Nicht zuletzt dank der Legendenbildung gut zwanzig Jahre nach Mercurys Tod ist sowas zwar längst in die augmented reality rund um Queen eingegangen, was das Hörerlebnis mittlerweile doch noch befruchtet. Die Musik dahinter ist allerdings ein Stück weit uninteressanter als das Gesamtkunstwerk "Queen".

Anspieltipp(s): The Prophet's Song (da "Bohemian Rhapsody" ja jeder kennt), Lazing On A Sunday Afternoon (wenn's schnell gehen soll)
Vergleichbar mit: dem Gentle-Giant-Debüt, so als Kontrastprogramm
Veröffentlicht am: 15.10.2012
Letzte Änderung: 15.10.2012
Wertung: 9/15
...mit einer songbedingten Streuung von 5 bis 14 Punkten. Tja, Queen waren eben vielseitig.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Queen

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Queen II 10.00 2
1974 Sheer Heart Attack 9.00 1
1980 Flash Gordon 9.00 1
2014 Live at the Rainbow '74 9.00 1

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