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Kansas

Leftoverture

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: HardRock; Klassischer Prog
Label: Epic
Durchschnittswertung: 13/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Phil Ehart drums
Steve Walsh keyboards,vocals
Kerry Livgren guitar,keyboards
Rick Williams guitars
Robby Steinhard violin,violas,vocals
Dave Hope bass guitar

Tracklist

Disc 1
1. Carry On Wayward Son 5.22
2. The Wall 4.47
3. What´s On My Mind 3.27
4. Miracles Out Of Nowhere 6.25
5. Opus Insert 4.25
6. Questions Of My Childhood 6.36
7. Cheyenne Anthem 6.52
8. Magnum Opus 8.24
Gesamtlaufzeit46:18


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 3)


Mit "Leftoverture" haben Kansas 1976 ihr absolutes Meisterwerk vorgelegt, das die ganze stilistische Bandbreite der amerikanischen Formation bietet. Mit "Carry On Wayward Son" enthält die Platte einen der bekanntesten Songs der Band überhaupt, der ein wahrhaft energiegeladener Opener ist. Dieser Evergreen lebt von perfekten Gesangsharmonien und rockigem Gitarrenspiel. Trotz seiner mainstreamigen Ausrichtung offenbart auch das eingängige Repertoire von Kansas ausgefeilte Arrangements mit Tiefgang. Steve Walsh präsentiert sich hier gesanglich absolut auf dem Höhepunkt und variiert hervorragend zwischen kraftvollen sowie gefühlvollen Gesangseinlagen. Außerdem zeichnete er sich neben dem unbestrittenen Kansas-Mastermind Kerry Livgren für das variantenreiche Keyboardspiel verantwortlich. Gerade seine einzigartige Bedienung der Hammondorgel ist eine der ganz großen Stärken von "Leftoverture".

"The Wall" präsentiert nach dem rockigen Beginn eine verträumte und besinnliche Seite der Band. Robby Steinhardts romantisches Gegenspiel verleiht diesem Titel eine eigene Note und Steve Walsh veredelt das Ganze mit seinem schmachtenden Gesang. Mit diesem ganzen Pathos und Bombast ist "The Wall" einer der wirklich ganz großen Songs der Band aus dem mittleren Westen der USA. Einfach traumhaft schön!

"What´s On My Mind" ist dann wieder ein energiegeladener Song, der sehr eindrucksvoll die Stärke der Band unterstreicht, traumwandlerisch zwischen hardrockigen Ausflügen und tiefsinnigem Bombast zu variieren. Mit Progressive Rock im herkömmlichen Sinne hat dies natürlich in diesen Fällen kaum etwas zu tun. Oftmals wird aber auch der Fehler gemacht, Kansas nach den Kriterien des klassischen 70er Jahre Progs zu bewerten. Zwangsweise kommen hier die rockigen und mainstreamigen Songs der Band nicht immer so gut davon. Es steht aber außer Frage, dass es kaum eine andere Band gab, die in ihren pompösen Sound solch eine perfekte Mixtur aus herkömmlichen Rockelementen und progressiven Anleihen verarbeitet hat.

"Miracles Out Of Nowhere" bewegt sich dann in eine symphonischere Richtung und glänzt erstmals mit weit ausufernden Arrangements. Hier wird der Bombastfaktor nach oben geschraubt. Gleiches gilt auch für den Titel "Cheyenne Anthem", wobei hier das Auftreten eines Kinderchores je nach persönlicher Auffassung auch als leicht kitschig empfunden werden kann. Auch kompakter gehaltene Stücke wie "Opus Insert" und "Questions Of My Childhood" sind wahre Perlen, welche die Ausnahmestellung von Kansas im Rockzirkus unterstreichen.

Als absoluter Höhepunkt schließt dann "Magnum Opus" das Album ab und hier wird nochmals gewaltig an der "Bombast-Schraube" gedreht. Selten agierten Kansas derart komplex und energiegeladen. Nach einer gefühlvollen, kurzen Gesangseinlage bietet dieser Song geniale Instrumentalpassagen, in denen sich Gitarren, Geige und Keyboards ungemein effektvoll duellieren.

Auch wenn man mit der Bezeichnung "Meisterwerk" sparsam umgehen sollte, so trifft dies auf "Leftoverture" ohne jegliche Einschränkungen zu. Keine andere US-Band hat es im Lauf ihrer Karriere verstanden, die britische Tradition des Progressive Rocks derart perfekt in den typisch amerikanischen Rocksound einfließen zu lassen. So stehen komplexe und symphonischen Strukturen im perfekten Einklang mit dem erdigen Rockfundament.

Anspieltipp(s): The Wall, Magnum Opus
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.5.2003
Letzte Änderung: 24.5.2003
Wertung: 14/15

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Von: Franco Cappelletti (Rezension 2 von 3)


Schon ein Weilchen juckt es mir in den Fingern, eine Rezi zu diesem Meilenstein zu schreiben, jetzt ist es soweit...

Horsts Worten habe ich zwar kaum noch etwas hinzuzufügen, so treffend hat er dieses Album rezensiert; ich kann jedoch nicht umhin, für dieses Meisterwerk der Fusion aus Rock und Prog nichts anderes als die Höchstnote zu vergeben.

Wie von Horst bereits erwähnt, besticht auf diesem Album die Bandbreite des Dargebotenen: vom AOR-Knaller "Carry on Wayward Son" über die vielleicht beste Power-Ballade aller Zeiten ("The Wall") (Jungs, hört euch das mal live an!) zu Rock-Krachern, traumhaften Balladen ("Cheyenne Anthem") (okay, der Kinderchor ist kitschig, aber nur kurz zu hören) zum Prog-/Bombast-Überhammer "Magnum Opus"; auch die restlichen Songs sprühen nur so vor Ideen, das Zusammenspiel der Instrumentalisten ist einfach perfekt, Walsh ist ohnehin der beste Sänger unter der Sonne, und Livgren als Komponist ein Genie.

Wer immer noch nix von Kansas kennt (oder schändlicherweise nur andere, schwächere Alben sein eigen nennt und bekehrt werden möchte), besorge sich diese Götterscheibe. Nie waren Kansas besser.

Anspieltipp(s): The Wall, Magnum Opus
Vergleichbar mit: dem besten, was aus einer Rock/Progfusion werden kann...
Veröffentlicht am: 21.7.2004
Letzte Änderung: 21.7.2004
Wertung: 15/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


Mit "Klassikern" ist das immer so eine Sache: Diesen Status bekommen Alben üblicherweise entweder durch Plattenverkäufe oder durch nostalgische Rückschauen der jeweiligen Szene. "Leftoverture" scheint so ein Fall zu sein, bei dem sich beides überschneidet. "Carry On My Wayward Son" hat die Band berühmt gemacht, und die Altprogger schwärmen noch heute vom "Magnum Opus" oder von "Cheyenne Anthem". Alles super also?

Na ja. "Carry On My Wayward Son" springt den Hörer mit seinem Refrain geradezu an, was mir eher missfällt. Auf der anderen Seite ist das Lied wohl ein Paradebeispiel dafür, wie man filigrane instrumentale Schlenker in die Hitparade bringt. "What's On My Mind", das als zweite Single ausgekoppelt wurde, verfügt über eine beängstigend simple Strophe, was die Nummer für meinen Geschmack ungefähr auf das Niveau der schwächeren Stücke von "Masque" fallen lässt. Um den Eröffnungsdreier des Albums vollzumachen: "The Wall" ist eine jener schwelgerisch-melancholischen Hymnen, die später ein Album wie "Monolith" ausmachen sollten. Auch etwas simpel also, aber zumindest sympathisch.

Mit "Miracles Out Of Nowhere" ist man dagegen wohl endlich auf der Prog-Seite von "Leftoverture" angekommen. Insbesondere rhythmisch macht diese Nummer auf sich aufmerksam. Hervorheben muss man auch noch das polyphone Solo nach ca. zweieinhalb Minuten, das geradezu Gentle-Giant-Qualitäten hat. Da verzeiht man auch die etwas brave Melodie. "Opus Insert" ist nochmals eine schöne romantische Nummer mit flirrenden Keyboards. Das Marschmusik-Solo ist dann dem Titel gemäß eine kleine Vorwegnahme des Wahnwitzes vom "Magnum Opus". "Questions Of My Childhood" fällt anschließend noch mal etwas kommerzieller aus und ist leider etwas unauffällig geraten.

Dann folgen aber wohl die Hauptgründe, "Leftoverture" aufzulegen: "Cheyenne Anthem" und "Magnum Opus". Dabei ist ersteres Stück sogar der "konventionellere" der beiden Longtracks und folgt einem gewissen programmatischen Aufbau, der aus einen mächtigen Block aus hymnischen Passagen und einem interessanten Instrumentalteil in der Mitte balladesk umrahmt. Konventionell ist hierbei vor allem die Melodik, die doch eher den romantisch beeinflussten Hardrock-Schemata folgt. "Magnum Opus" dagegen ist, um's mal so auszudrücken, die Wucht in Tüten: Die wahnwitzigen Jagden der Instrumente machen gehörig Spaß und haben schon fast konzertanten Charakter. Die dazwischen eingeschobenen ruhigeren Passagen sind dabei auch schon ziemlich schräg und abgedreht gestaltet. Wohl nicht nur für mich neben "Incomudro" (von "Song For America") und "Closet Chronicles" (von "Point Of Know Return") eine der drei größten Kansas-Nummern. Um den Sack noch formal geschlossen zuzumachen, wird am Ende noch das Eingangsthema wieder aufgenommen. So geht Prog eben.

Fazit: "Leftoverture" trägt seinen Klassikerstatus eigentlich genau aus den eingangs genannten Gründen. Dem Mainstream-Publikum wird freilich "Carry On My Wayward Son" eher im Gedächtnis geblieben sein als die verhältnismäßig blassen sonstigen Versuche wie "It Takes A Woman's Love (To Make A Man)" vom Vorgängeralbum oder "What's On My Mind". Ergo muss "Leftoverture" wohl das berüchtigte "Album mit dem Hit" (siehe auch: "90125", "Misplaced Childhood") und darum ein "Klassiker" sein. Für die Progger dagegen sollte das Abschlussdoppel den Rest des Albums überstrahlen, und die Kombination von Eingängigkeit und Komplexität in der genannten Hitsingle ist wohl auch bekannt. Objektiv betrachtet muss ich allerdings feststellen, dass Kansas abseits davon auch nur mit Wasser kochen und die Mainstream-Schielerei hier oft genug in gefälligen, aber gewöhnlichen Songs resultiert. Ungefähr die Hälfte der Stücke dieses Albums ist somit zwar besser als das schwächere Material von "Masque", aber auch längst nicht so gut wie der Großteil von "Song For America" oder "Point Of Know Return". "Leftoverture" mag so gesehen ein "Klassiker" der Rockgeschichte sein, das beste Kansas-Album ist es aber längst nicht.

Anspieltipp(s): Magnum Opus, Miracles Out Of Nowhere
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.9.2011
Letzte Änderung: 27.9.2011
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kansas

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Kansas 10.67 3
1975 Masque 10.33 3
1975 Song For America 12.33 3
1977 Point Of Know Return 13.00 3
1978 Two For The Show 13.00 2
1979 Monolith 10.00 3
1980 Audio Visions 6.00 2
1982 Vinyl confessions 7.50 2
1983 Drastic Measures 2.00 2
1986 Power 8.00 1
1988 In The Spirit Of Things 7.00 1
1993 Live at the Whisky 11.00 1
1994 Box Set 12.00 1
1995 Freaks Of Nature 10.00 1
1998 Always Never The Same (featuring The London Symphony Orchestra) 7.00 1
1998 King Biscuit Flower Hour Presents 10.00 1
2000 Somewhere To Elsewhere 10.00 1
2003 Device - Voice - Drum 10.33 3
2004 Sail On - The 30th Anniversary Collection - 1
2009 Original Album Classics - 1
2009 There's Know Place Like Home 11.00 1
2015 Miracles Out Of Nowhere (CD/DVD) 12.50 2
2016 The Prelude Implicit 9.00 2

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