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Klaus Schulze

En=Trance

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1988 (Remaster-Ausgabe 2005 bei Revisited Records)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Brain
Durchschnittswertung: 9.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Klaus Schulze keyboards

Tracklist

Disc 1
1. En=Trance 18.53
2. a-numerique 16.38
3. Fm Delight 17.28
4. Velvet System 17.47
5. Elvish Sequencer   (Bonustitel der 2005er Remaster-Ausgabe, aufgenommen 1975) 6.02
Gesamtlaufzeit76:48


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 4)


Der Titeltrack hält ein interessantes Intro bereit, das abwechselnd aus dunklem Flirren, klassischen Akkordfolgen und avantgardistischen Collagen besteht. Das darauffolgende Klangbild dürfte allen Schulze-Freunden sehr vertraut sein : über einem obsessiven Grundmotiv erfolgen lyrisch-verträumte Improvisationen, die sich diesmal der Panflötenklänge bzw. synthetischer Zwischensounds bedienen, wie z.B. einer virtuellen Verbindung von akustischer Gitarre und Cemballo. Auf ähnliche Weise fusionieren hier auch Streicher- und Panflötenklänge, so dass einem bewußt wird, welche Soundmöglichkeiten noch auf ihre Verwirklichung warten.

"a-numerique" bietet u.a. schnelle E-Pianoläufe zum variabel angelegten Grundmotiv. Dieses wird regelmäßig von den Momenten des Innehaltens unterbrochen, so dass das Stück eine gewisse Spannung aufbauen kann. Zum imposanten Abschluß erklingen einige temperamentvoll - orchestrale Töne.

Auf "Fm Delight" läßt Schulze die romantischen Elektroniklandschaften der 70er wieder auferstehen, bleibt er doch der Meister der lyrischen, anspruchsvollen Traumwelten. Diesmal wird das Stück zusätzlich von einem bestimmenden, einprägsamen Hintergrundthema mitgestaltet. "Velvet System" wirkt wie eine stolze, bombastische Fortsetzung des Vorgängertracks, beinhaltet es doch die gleichen Elemente, die um kurze Choreinsätze erweitert wurden. Hier kommt auf eindrucksvolle Weise eine kraftvolle trancige Komponente zur Geltung.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.10.2002
Letzte Änderung: 4.10.2002
Wertung: 10/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 4)


Nach ein einer Reihe von Alben, die auch kürzere Stücke enthielten, enthielt "En=Trance" wieder ausschließlich längere Kompositionen, in der Vinylausgabe (Doppelalbum) ein Stück pro Plattenseite, ganz wie in alten Zeiten. Auch musikalisch zeigt "En=Trance" einige Rückgriffe auf frühere Zeiten, vor allem in der zweiten Albumhälfte.

Das Titelstück beginnt mit wuchtigen Klängen, danach besteht es aus einem rhythmischen Grundmuster, über dem allerlei verschiedene Klangflächen liegen, die, wie Siggy bereits schrieb, hier oft an Panflöten, teils auch an Gitarre oder Cembalo erinnern. Das ganze Stück ist sehr kraftvoll und dynamisch gehalten.

Bei "a-numerique" (das "a" ist eigentlich ein "alpha") werden Tempo und Dynamik etwas zurückgenommen. Klavier- bzw. E-Piano-artige Klänge und klassisch beeinflusste Melodieführung sind hier angesagt. Immer wieder baut sich im Verlauf des Stücks eine Spannung auf, die sich in einem ruhigeren Part wieder abbaut, bis das Stück schließlich in einer mächtigen, wie ein Orchester klingenden Sequenz kulminiert.

In der zweiten Hälfte geht es dann also musikalisch zurück in die 70er. Gerade "Fm Delight" erinnert mit seinen melancholischen, schwebenden Klangflächen an das 77er Album "Mirage". Zunächst ohne rhythmische Komponente, setzt nach einiger Zeit ein typisches Sequenzermuster ein. Ein perfektes Stück "Retro-Elektronik"!

"Velvet System" ist aus ganz ähnlichen Ingredienzen aufgebaut, klingt aber wesentlich kräftiger, bisweilen richtig bombastisch. Trance-artige Klänge wechseln sich ab mit kräftigen Choreinsätzen, bis das Stück in einem furiosen Finale mit einer Art Orchestertusch endet.

Die im Frühjahr 2005 erschienene Remaster-Ausgabe enthält noch den knapp 8 Minuten langen Bonustitel "Elvish Sequencer", eine Aufnahme aus dem Jahr 1975. Wie der Titel schon andeutet, besteht dieses Stück fast nur aus diversen Sequenzerrhythmen, von tiefem Brummen bis zu hellem Flirren.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.4.2005
Letzte Änderung: 30.4.2005
Wertung: 11/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 3 von 4)


Gleich vorneweg - ich habe Probleme mit dem digitalen Klaus Schulze. Nicht, dass diese CD schlecht wäre, der Anfang des ersten Titels gefällt mir z.B. sehr gut. Ich finde es auch prinzpiell gut, wenn ein Musiker seine ausgetretenen Pfade verläßt, um etwas Neues zu beginnen. Aber wenn mir ein Bonustrack, der klingt, als ob ein verstimmter Sequencer ausprobiert wird, noch am Besten gefällt, wird es bedenklich ;-)

Den Beschreibungen meiner beiden Kollegen kann ich zustimmen, was mich allerdings erheblich am Geniessen hindert, sind die sehr starken rhythmischen Strukturen aus dem Drumcomputer, dir mir einfach zu straight und schematisch klingen. Gerade beim an "MIRAGE" erinnernden 3. Titel empfinde ich das "Schlagzeug" hinter dem Sequencer arg störend.

Das dieses Konzept in meinen Ohren gelingen kann, zeigt "Velvet System", das sehr "einfach" strukturiert ist, aber gerade aus den trance-ähnlichen Mustern einen enormen Reiz zieht.

So aber klingen die verbleibenden drei Stücke für mich in ihrem Versuch, aus Alt und Neu eine gelungene Symbiose zu erzeugen einfach zu statisch und kalt (was auch an dem Aufgebot an digitalen Geräten liegt). Auch die Sounds bleiben für mich "leblos" und hart. Fazit, ich höre lieber den älteren analogen "Schulze" beziehungsweise CDs aus späteren Zeiten.

Anspieltipp(s): Velvet system
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.5.2005
Letzte Änderung: 5.5.2005
Wertung: 8/15
"Velvet system" 10

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 4 von 4)


Aktuell wurde "En=Trance" wiederveröffentlicht, und zwar mit dem Verweis "2017 digitally remastered by Tom Dams". Der genauere Anlass hierfür ist nicht bekannt, wenn auch man ein Jubiläum vermuten könnte - "En=Trance" wurde zwar erst im April 1988 veröffentlicht, die Aufnahmen erfolgten jedoch bereits im Herbst 1987 und gingen, wenn man den Linernotes glauben darf, recht schnell vonstatten. Klaus Schulze hatte sich demnach, während er eigentlich gerade für Alphaville ein Album produzierte, an seine vertraglichen Pflichten gegenüber dem Brain-Label erinnert gefühlt und innerhalb von drei Wochen Material für eine Doppel-LP zusammengetragen. "FM Delight" soll dabei gar in einer einzigen Nacht entstanden sein. Andererseits betont Schulze, es hier mit einem "puren" Album seiner selbst zu tun zu haben - es gab anders als auf den meisten Platten seit "Timewind" keine Gastmusiker.

Nun ja, dieser Hintergrund liest sich dann doch etwas zwiespältig. Einerseits scheint Schulze erfrischt und konzentriert ans Werk gegangen zu sein, andererseits steht die Vermutung eines Schnellschusses im Raum. Das angesprochene "FM Delight" jedenfalls balanciert ebenfalls auf diesem Grat. Auf der einen Seite gibt es einen stringenten Aufbau aus einem "Wahnfried 1883"-artigen Intro - kein dedizierter Rhythmus, aber dafür lange, gehaltene Akkorde in feierlichen Chor-Sounds und hohe Motive auf schwebenden Streicher-artigen Sounds - und einem nach fünf Minuten einsetzenden Schlagwerk zu einer verschrobenen Melodie, die wenig später vom Bass aufgenommen und vom Schlagzeug begleitet wird und schließlich in eine Sequenz mündet... über der nachwievor die Harmonien aus dem Intro thronen. Das ist eine nette Wendung für die ersten acht Minuten, nach hinten raus fehlt dann aber wiederum die Variation.

Auch "Velvet System" ist zwischendrin immer wieder von nervigen Wiederholungen und einer gewissen Statik geprägt, aber auch hier gibt es abseits davon interessante Ideen. Nach dem feierlichen Intro erfolgt eine Steigerung über einprägsame Harmoniefolgen und zunehmenden Rhythmus, in der groovig betonte Stakkato-Streichersounds für eine gewisse Dramatik sorgen (zumal einige Motive auch an Mike Oldfields "Tubular Bells"-Melodie erinnern). Diesem wird nach gut sechs Minuten eine klanglich dezentere, kompositorisch dagegen noch ausladendere Sequenz gegenübergestellt, zu der später noch - ähnlich wie in Kraftwerks "Abzug" - echoende Akkorde hinzukommen. Das war's allerdings an Abwechslung in diesem Abschnitt, erst nach 13 Minuten gibt es ein Wiedersehen mit den Motiven aus dem ersten Hauptteil... und bis zum bombastischen Ende wiederum nur noch Schleifen.

Somit sind diese beiden Stücke (auf der orignalen 2. LP) trotz guter Ansätze ein wenig durchwachsen. Immerhin sind dagegen die ersten beiden Nummern auf "En=Trance" ausgefeilter. Der Titeltrack lässt sich mit seinem voluminösen Ambient-Intro Zeit, deutet dabei im Hintergrund die Hauptsequenz (Latin-artig und in Panflöten-Sounds) aber immer wieder an. Zwar ist der "Ausbruch" bei 4:10 dann eher unvermittelt und der Übergang vom Intro Crossfade-artig, ergo nur wenig raffiniert, aber danach wird die Sequenz originellerweise erst auf verschiedene Stimmen aufgeteilt und anschließend auch noch klanglich variiert, bis kurz darauf drängende Fanfaren zu hören sind. Nach guten 10 Minuten folgt eine Solopassage für das elektronische Imitat eines Saiteninstruments, nach 15 Minuten erzeugen Chor-Stimmen nette Harmonien und heben die Spannung, und später kommt noch mehr Percussion ins Spiel. Klar, auch dieses Stück hat seine Längen (und blendet am Ende einfach aus), aber im Großen und Ganzen ist Bewegung darin.

Auch "α-Numerique" ist in dieser Hinsicht abwechslungsreich gestaltet. Erst imitieren düstere Synthie-Akkorde quasi das Wendy-Carlos-"Dies Irae" aus "Shining", aber nach dem Intro erinnert eine simplere, leicht melancholische Sequenz an "Mirage". Auf diesem Dampfer bleibt Schulze hier aber mitnichten, stattdessen wird mit perkussiven Echoeffekten und den zugehörigen Basstönen Bewegung geschaffen, zu der die Musik lebhaft und verspielt wird. Nach gut neun Minuten bleibt dagegen nur der Bass übrig, und über (zeittpyisch leider eher schwächlich klingende) Keyboard-Streicher wird die Begleitung wieder geradliniger, wozu sich dann mal kreiselnde, mal voranmarschierende Motive und ein bisschen 80er-typischer Schlagzeug-Sample-Donner gesellen. Dazu gibt es noch das überbordende, fast psychedelische Keyboard-Chor-Outro, das allerdings eher unvermittelt hereinbricht.

Fazit also: "En=Trance" ist zur Hälfte ganz gut gelungen, wobei für einzelne Längen und den auch nach dem Remix immer noch etwas dünnen Digitalsound Abstriche zu machen wären, "FM Delight" und "Velvet System" können dagegen nur noch mit einzelnen herausragenden Elementen punkten und langweilen ansonsten eher. Vermutlich wäre Klaus Schulze hier mit einer Einzel-LP (samt gekürzter Fassungen der letztgenannten Stücke) doch besser gefahren. Immerhin macht "En=Trance" damit rückblickend deutlich, dass auch Ende der 80er noch relativ klassische Schulze-Longtracks möglich waren - was dann rückblickend wohl den Weg für die ähnlich zusammengesetzten Studioalben "Miditerranean Pads" und "Beyond Recall" geebnet haben dürfte. Aber das ist offensichtlich eine andere Geschichte... und damit der Stoff für die nächsten Re-Releases, gell?

Anspieltipp(s): En=Trance
Vergleichbar mit: das ist genau das falsche Feld für Klaus Schulze ;)
Veröffentlicht am: 5.7.2017
Letzte Änderung: 5.7.2017
Wertung: 9/15
Erste Hälfte 10-11, zweite Hälfte 7-8

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Klaus Schulze

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Irrlicht 10.00 5
1973 Cyborg 11.00 3
1974 Blackdance 8.00 3
1975 Picture Music 10.00 2
1975 Timewind 12.33 3
1976 Moondawn 11.00 3
1977 Body Love Vol. 2 12.00 3
1977 Body Love 10.67 3
1977 Mirage 12.20 5
1978 X 13.00 5
1979 Dune 11.67 3
1980 ...Live... 10.67 3
1980 Dig It 10.00 4
1981 Trancefer 12.33 3
1983 Dziekuje Poland 11.50 2
1983 Audentity 11.33 3
1984 Angst 9.33 3
1985 Inter*face 9.50 3
1986 Dreams 10.00 3
1990 Miditerranean Pads 8.50 2
1990 The Dresden Performance 12.00 1
1991 Beyond Recall 11.00 2
1991 2001 - 1
1992 Royal Festival Hall Volume 2 11.00 1
1992 Royal Festival Hall Volume 1 11.00 1
1993 The Dome Event 12.00 1
1994 Le Moulin De Daudet 11.00 2
1994 Totentag 13.00 1
1994 Das Wagner Desaster - Live 9.67 3
1994 Goes Classic - 1
1995 In Blue 8.50 2
1996 Are you sequenced? 7.33 3
1997 Dosburg Online 9.50 2
2000 The Ultimate Edition - 1
2000 Jubilee Edition Third Part 9.00 1
2000 Silver Edition 13.00 1
2000 Jubilee Edition First Part 10.00 1
2000 Historic Edition 12.00 1
2000 Contemporary Works 1 13.00 1
2000 Jubilee Edition Second Part 10.00 1
2001 Live @ Klangart 1 + 2 11.00 2
2002 Virtual Outback 10.00 1
2002 Contemporary Works 2 12.00 1
2005 Vanity of Sounds 11.50 2
2005 Moonlake 9.50 2
2006 The Crime of Suspense 10.50 2
2006 Ballett 1 10.00 1
2006 Ballett 2 10.00 1
2007 Ballett 3 8.00 1
2007 Ballett 4 9.00 1
2007 Kontinuum 7.67 3
2009 La Vie Electronique 1 11.00 1
2009 La Vie Electronique 4 11.00 1
2009 La Vie Electronique 2 11.00 1
2009 La Vie Electronique 3 11.00 1
2010 La Vie Electronique 6 11.00 1
2010 La Vie Electronique 7 11.00 1
2010 Big in Japan (Live in Tokyo 2010) 10.00 2
2010 La Vie Electronique 5 11.00 1
2010 La Vie Electronique 8 11.00 1
2011 La Vie Electronique 9 10.00 1
2013 Shadowlands 10.00 1
2016 Another Green Mile 7.00 2
2017 Ballett 3&4 6.00 1
2017 Androgyn 9.00 1

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