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Camel

Nude

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1981
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Klassischer Prog
Label: Decca
Durchschnittswertung: 8.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Andy Latimer Gesang, Gitarre, Flöte, Koto, Keyboards
Andy Ward Schlagzeug
Colin Bass Bass, Gesang
Mel Collins Flöte, Saxophon
Duncan Mackay Keyboards

Gastmusiker

Jan Schelhaas Klavier
Chris Green Cello
Gasper Lawal Percussion
Herbie Flowers Tuba

Tracklist

Disc 1
1. City Life 4:41
2. Nude 0:23
3. Drafted 4:21
4. Docks 3:50
5. Beached 3:35
6. Landscapes 2:40
7. Changing Places 4:11
8. Pomp & Circumstance 2:05
9. Please Come Home 1:13
10. Reflections 2:39
11. Captured 3:12
12. The Homecoming 2:50
13. Lies 5:00
14. The Last Farewell

1. The Birthday Cake 0:30
2. Nude's Return 3:42

4:12
Gesamtlaufzeit44:52


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Nach dem schwachen "I Can See Your House From Here" besannen sich Camel wieder auf ihre alten Stärken und legten dabei gleich ein Konzeptalbum vor. "Nude" erzählt die Geschichte eines Soldaten, der im 2. Weltkrieg auf einer Pazifikinsel von seiner Einheit getrennt wird und erst nach fast dreißig Jahren wieder gefunden wird. Nachdem er in seiner Heimat als Held empfangen wird, gelingt es ihm nicht mehr, sich im Alltagsleben zurechtzufinden, worauf er per Schiff wieder in Richtung seiner Insel entschwindet.

"Nude" ist weitgehend instrumental, nur vier Stücke sind mit Gesang versehen. Mit "City Life" fängt das Album zunächst ziemlich poppig an, danach wird es aber wesentlich besser. Ein kurzes Cellostück leitet in das zweite Gesangsstück, das schwermütige "Drafted", über, der Rest der ersten Plattenseite ist instrumental. Sehr gelungen sind dabei "Docks", ein Keyboardstück mit schön floydiger Gitarre, sowie "Landscapes", ein lyrisches Stimmungsbild, das nur mit E-Piano und Flöte instrumentiert ist.

Der zweite Teil wird von "Changing Places" eröffnet, das mit asiatisch angehauchten Klängen überrascht. Nach.dem kurzen Gesangsstück "Please Come Home" folgen wieder drei Instrumentalstücke. Höhepunkt ist dabei das dramatische "Captured" mit schönem Saxophoneinsatz von Mel Collins. "Lies" ist dann das letzte Gesangsstück, hier lässt Andy Latimer auch mal sein typisches Gitarrenspiel zur Geltung kommen, ansonsten hält er sich auf diesem Album leider sehr zurück. Mit dem zweiteligen "The Last Farewell" klingt das Album dann sehr stimmungsvoll aus.

"Nude" ist zweifellos Camels bestes Studioalbum der 80er Jahre. Das sagt vielleicht nicht all zu viel aus, schließlich haben Camel in den 80ern nur zwei weitere Studioalben rausgebracht, darunter das grottenschlechte "The Single Factor". "Nude" braucht sich aber auch vor den Meisterwerken wie "Mirage" nicht zu verstecken. Darüberhinaus ist es um Klassen besser als vieles, was uns andere Prog-Größen in jener Zeit servierten. Man denke nur an "Abacab" von Genesis, das im gleichen Jahr erschienen ist.

Anspieltipp(s): Docks, Captured, Lies
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.1.2003
Letzte Änderung: 4.5.2003
Wertung: 10/15

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Von: Henning Mangold @ (Rezension 2 von 2)


Das Thema "Konzeptalben" hatten wir ja schon öfter, hier nachzulesen unter "The wall", "The lamb" und natürlich "The snow goose". Nach diesem (zu Recht) hoch bewerteten Camel-Konzept (und lange vor dem ebenfalls zu Recht ähnlich hoch bewerteten "Dust & dreams") lieferte nach Pete Bardens' Ausscheiden die Gruppe erneut ein Konzeptalbum ab, das den vielleicht etwas missverständlichen Titel "Nude" trägt. Es geht nicht etwa um etwas Peinlich-Exhibitionistisches, sondern um die Geschichte eines Soldaten im Zweiten Weltkrieg mit dem Namen "Nude", der auf einer einsamen Insel strandet, seine Einheit nicht wiederfindet, irgendwann entdeckt und nach Hause transportiert wird und dann den Anschluss an die moderne Gesellschaft nicht mehr findet.

So weit, so gut, aus jeder Geschichte könnte man ein progressives Konzeptalbum machen. Aber hier funktioniert das leider nicht. Konzeptalben dienen ja oft dazu, Songs und Überleitungen durch eine Geschichte zusammen zu halten, die normalerweise nie auf ein und demselben Album verknüpft würden. Wenn die Story überzeugt, ist das auch kein Problem, aber auf "Nude" wird vorgeführt, wie man daraus ein Problem machen kann: wenige richtig gute Songs ("City life", Drafted", "Lies"), ein paar leise instrumentale Zwischenstücke, die viel zu sehr in die Länge gezogen werden ("Landscapes", "Changing places", "Pomp & circumstance", "Reflections"), knabenchorartiger Singsang ("Please come home"), dann zwei echte Prog-Blockbuster ("Docks/Beached", "Captured") und ein paar Klangfetzen schwer erträglicher Programmmusik ("The homecoming" - soll das etwa an "Procession" von "Mirage" erinnern? - "The last farewell") ergeben zusammen ein Gemisch, das man sich nur ungern im Zusammenhang antut - und somit wird der eigentliche Zweck eines Konzeptalbums vollkommen verfehlt.

Umso ärgerlicher ist das deshalb, weil Camel ausgerechnet 1981 mit diesem Album ein Argument für alle Prog-Hasser geliefert haben. Auch der Sound ist trotz vielfältiger Besetzung erschreckend dünn: die Keyboards bieten fast schon Hammond-Wohlklang, den Gitarren fehlt auch der geringste Biss und die häufig eingesetzten Flöten klingen verdächtig nach Hausmusik höherer Töchter... Ohne das überflüssige Konzept hätte dieses Album gerettet werden können: als E.P. für zwischendurch, die nur aus den drei guten Songs und dem wirklich gigantischen "Docks/Beached" hätte bestehen dürfen. Es war einfach nicht die Zeit für große Sprünge, aber im kleineren Songformat bekam Camel durchaus brauchbares Material zusammen (z.B. finde ich das Nachfolgealbum "Single factor" gar nicht schlecht; es enthält zwar wirklich nur poppige Liedchen, aber jedes für sich ist immerhin ganz sorgfältig gemacht).

Wer die guten Stücke von "Nude" haben will, ohne das Album zu kaufen, sollte sich mal auf den späteren Live-Veröffentlichungen der Gruppe umsehen (z.B. "Coming of age"): bezeichnenderweise versteht es Andy Latimer nämlich ganz gut, die Rosinen aus diesem stark überzuckerten Kuchen herauszupicken und den teigigen Rest auf Konzerten zu übergehen.

Anspieltipp(s): City life; Docks
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.7.2003
Letzte Änderung: 12.7.2003
Wertung: 7/15
10 für die 4 guten Tracks, Rest: 4

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Camel

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Camel 8.50 2
1974 Mirage 11.67 3
1975 The Snow Goose 11.67 3
1976 Moonmadness 10.75 4
1977 Rain Dances 8.50 3
1978 A Live Record 11.00 2
1978 Breathless 6.00 1
1979 I Can See Your House From Here 7.00 3
1982 The Single Factor 5.50 2
1984 Stationary Traveller 8.00 1
1984 Pressure Points - Live in Concert 10.00 3
1991 Dust And Dreams 11.00 2
1992 On The Road 1972 12.00 1
1993 Never Let Go 11.00 1
1994 On The Road 1982 5.00 1
1996 Harbour of Tears 12.00 1
1997 On The Road 1981 9.00 1
1998 Coming Of Age 11.00 1
1999 Rajaz 9.67 3
2000 Gods of light 10.00 1
2001 The Paris Collection 12.00 1
2002 A Nod And A Wink 10.00 3
2003 Curriculum Vitae (DVD) - 1

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