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Fireballet

Night On Bald Mountain

(Archiv-Tipp 6/2016)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Passport Records
Durchschnittswertung: 12/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Jim Cuomo Drums, Percussion, Lead and Backing Vocals
Brian Hough Hammond, Pipe Organ, Celeste, Backing Vocals
Ryche Chlanda Electric and Acoustic Guitars, Electronic Devices, Vocals
Frank Petto Piano, E-Piano, ARP 2600, Mellotron, Electronic Strings, Oberheim DS-2, Vocals
Martyn Biglin Bass, 12-String Guitar, Bass Pedals

Gastmusiker

Ian McDonald Sax, Flute

Tracklist

Disc 1
1. Les Cathèdrales 11:00
2. Centurion 4:46
3. The Fireballet 5:15
4. Atmospheres 3:40
5. Night On Bald Mountain 18:55
Gesamtlaufzeit43:36


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 4)


Mit dem Album "Night On Bald Mountain" der amerikanischen Band Fireballet liegt ein kleines Juwel des 70er Jahre Progressive Rocks vor. Das im Jahr 1975 veröffentlichte Debüt wurde von Ian McDonald produziert, der ja als Mitglied der Anfangsformation von King Crimson bekannt sein dürfte. Stellenweise steuerte er auch noch gekonntes Saxophon- und Flötenspiel bei. Stilistisch ist die musikalische Ausrichtung der Amerikaner aber nicht mit der Band des Produzenten vergleichbar. Stattdessen hatten sich Fireballet der dramatischen Variante der progressiven Rockmusik verschrieben.

Schon der Opener "Les Cathèdrales" überzeugt durch ausgefeilte Arrangements und tendiert im weiteren Verlauf nach eher bedächtigem Beginn in Richtung des von Pathos und Dramatik geprägten Bombastsounds, wobei ausdrucksstarker Gesang und temporeiche Tastenläufe diese kraftvolle Ausrichtung noch untermauern. Sobald aber tempomäßig ein Gang zurückgeschaltet wird, sind Genesis als großes Vorbild erkennbar, was besonders im Fall der Ballade "Atmospheres" erkennbar ist, wo sich eine filigrane Eleganz bemerkbar macht. Ganz dezent ist im Hintergrund ein Mellotron hörbar, das in Verbindung mit dezentem Gitarren- und Klavierspiel für eine wahrhaft zauberhafte Atmosphäre sorgt. Somit wird hier insbesondere der Anhänger des symphonischen Progsounds angesprochen und auch vollkommen überzeugt.

Trotz der Seelenverwandtschaft mit Genesis sind Fireballet keinesfalls ein Klon, sondern zelebrieren auf ihrem Erstlingswerk einen ausschweifenden Symphonic Rock, der mit effektvoll ausgearbeiteten musikalischen Details aufwartet und auf diesem Wege eine fast schon ergreifenden Dynamik erzeugt. Dennoch wird an keiner Stelle hohler oder selbstgefälliger Bombast geboten. Vielmehr glänzen sämtliche Kompositionen mit einer selten anzutreffenden Wärme. Hierzu passt auch der ausdrucksstarke Lead-Gesang des Schlagzeugers Jim Cuomo und wie viele amerikanische Bands boten Fireballet stellenweise auch einen ausgefeilten Chorgesang.

Nachdem in Form von solch dramatischen Miniepen wie "Centurion" und "The Fireballet" auch im eher kompakten Songformat der ganze Zauber des klassischen Progs entfaltet wird, holen die Amerikaner mit dem abschließenden Titelsong "Night On Bald Mountain" zum dramatischen Finale aus und ziehen wahrlich alle Register ihres Könnens. Auf der schon hinlänglich bekannten Musorgsky-Komposition basierend steigert sich dieser Titel zu einer aktionsreichen und spannungsgeladenen musikalischen Achterbahnfahrt. Gerade der dynamische instrumentale Mittelteil ist das absolute Highlight des gesamten Albums.

Auf jeden Fall ist "Night On Bald Mountain" ein Highlight des amerikanischen 70er Jahre Progressive Rocks, das mitreißenden Bombast bietet. Ein klitzekleiner Wermutstropfen ist aber die Tatsache, das die bislang vorliegende CD-Version von einer Vinyl-Platte überspielt wurde. Auch die Aufmachung der Veröffentlichung des italienischen Labels Setticlavio Records ist recht dubios. Es ist schwer zu erklären, warum aus "Night On Bald Mountain" plötzlich "Night In Bald Mountain" wird. Auch die Namen der Bandmitglieder wimmeln nur so vor Schreibfehlern. Dies untermauert den Verdacht, dass hier wohl eher eine Art Bootleg vorliegt. Als Bonus wird noch das gesamte zweite und letzte Album "Two, Too..." geboten, das aber qualitativ reichlich abfällt.

Anspieltipp(s): Les Cathèdrales, Night On Bald Mountain
Vergleichbar mit: ein wenig Genesis
Veröffentlicht am: 7.6.2003
Letzte Änderung: 9.6.2003
Wertung: 12/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 4)


Die Wiederveröffentlichung der zwei Alben von Fireballet stand schon länger im Raum, gehörte besonders "Night in bald mountain" zu einer der besten sinfonischen Progressive Rock Alben aus den U.S.A. aus den End-70ern. Selbst im Billboard Magazin wurde die 1975 erschiene CD damals gelobt, wobei das Album sicherlich auch dadurch Aufmerksamkeit erlangte, dass niemand geringeres als Ian McDonald (King Crimson, Foreigner) am Produzentenpult stand und bei je zwei Titeln auch noch Saxophon bzw. Flöte beisteuerte. Zudem wurde "Night in bald mountain" mit Stereo Quadrophonie aufgenommen, einem System, welches damals unheimlich angesagt war, sich aber letztendlich nicht durchsetzen konnte.

Der Opener "Les cathédrales" kündigt sich dann auch gleich in den ersten 30 Sekunden mit einem unheimlich furiosen Beginn an, so dass es einem Angst und Bange wird, ob nun dieses Niveau gehalten werden könne. Fetter Bass, sinfonischer Breitwandsound in bester Progressive Rock Tradition, das ist genau das Holz aus dem guten Alben geschnitzt sind. Die Musik von Fireballet verbindet klassische Elemente - der Titelsong stammt im Original von Modest Mussorsky, der Herr, von dem auch "Pictures at an exhibition" stammen - mit Inspirationen von britischen Vorbildern (Genesis, Yes) in ausgeklügelter Brillanz - das knapp vierminütige "Artmospheres" klingt fast wie verlorener Teil von "Supper's ready" - aber dennoch klingen sie irgendwie amerikanisch. An mehreren Stellen drängen sich geradezu vehement Vergleiche zu ebenfalls amerikanischen Bands, wie Happy The Man und Starcastle auf.

Neben den verschachtelten Arrangements, die sehr von Dynamiksprüngen leben, ist auch ganz leichter Jazz Rock Einschlag vorhanden, der der Musik den rechten Schwung verleiht. Trotz, dass die Musik typisch nach 70er klingt, wirkt sie weder angestaubt, noch angetagt, sondern immer noch fesselnd, zeitlos schön. Gitarre und Keyboards stehen gleichberechtigt nebeneinander, vertrackte Rhythmik sorgt für Abwechslung und überrasche Stimmungswechsel, daneben kommt noch in einigen wenigen Passagen Harmoniegesang zur Geltung. Und trotz aller Komplexität und fordernder Dynamik spielen sich Fireballet direkt ins Herz.

Zwar erreicht das ebenfalls enthaltene, zweite Album "2, too" nicht das Niveau des ersten Albums, sie sind jedoch mehr als nur bloßes Füllmaterial. Insgesamt also ein wunderbares Stück Musik, bei dem es sich mal wieder zweifellos gelohnt hat, etwas länger auf die CD Wiederverwertung zu warten.

Anspieltipp(s): Les cathédrales
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.7.2004
Letzte Änderung: 8.7.2004
Wertung: 12/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 4)


Night On Bald Mountain ist in der Tat ein faszinierendes Album und das nicht nur musikalisch. Auch klanglich überzeugt es mit seiner Dynamik und dem sauberen und druckvollen Sound. Es wäre sicher beeindruckend, dies im Quad-Sound geniessen zu können. Aber auch so macht das Debutalbum des Feuerballetts mächtig Laune und Spass.

Schon im ersten Stück erinnert der immer wieder eingeschobene Sprechgesang an Peter Gabriel und das Tastenspiel an den frühen Tony Banks. Genesis war bei meinen Vorrednern bereits das Stichwort. Ja Genesis waren Inspiration. Ich höre vor allem Trespass heraus. In der Folge wird man aber auch an andere Grössen des klassischen Prog erinnert, sei dies durch einige Emerson-typische Tastenfiguren, Squire`schen Bass oder angedeutete Howe`sche Gitarrenlinien. Als kleines Schmankerl hört man ab 1:30 das Thema des Bond-Titels "You only live twice". Köstlich.

In der Folge jagt eine Idee die nächste und ein Höhepunkt den anderen. Ätherischer Frauengesang wird von rollenden Pauken abgelöst, hektisch treibendes Schlagzeug übernimmt, der Bass grummelt mal tief und singt mal hoch, zwirbelige Gitarrensoli wechseln sich mit flirrenden Keyboards ab und das Wichtigste: die Komposition kommt nicht zu kurz. Die Stücke sind voller Ideen, überraschender Wendungen und recht eigenständig.

Was auffällt, ist ein immer wieder eingestreuter, beinahe klassischer, oft orchestraler Einschlag. Mal hört man hier rollende Pauken, mal dort Streicher. Die Inspiration durch Mussorgsky ist augenfällig.

Auf der 2014er Wiederveröffentlichung des Inner Knot Labels finden sich noch zwei Bonustracks. Einmal das Stück "Robot Salesman", eine Mischung aus Ballsaal-Tanzorchester, James Bond-Filmmusik und Robotersounds. Sehr schnulzig, pathetisch und kitschig. Eigentlich jenseits jedes guten Geschmacks, aber mit jedem Hördurchgang kultiger. Sehr seltsam. Der zweite Bonustrack ist eine Live-Version eines Titel mit Namen "Pictures of a City". Es beginnt mit industriellen Geräuschen und Klängen, dann setzt die Band ein, ein swingender Groove, ein Saxophon. Leider ist der Sound absolut grottig, so dass kein richtiger Spass aufkommen will. Lohnt nicht. Insgesamt aber ein tolles Album, ohne Zweifel.

Guter klassischer Prog? Hier kriegt man ihn geboten. Lohnenswert.

Anspieltipp(s): Night On Bald Mountain, Les Cathédrales
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.6.2016
Letzte Änderung: 18.6.2016
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 4 von 4)


...aber das erste Album von Fireballet! Das ist richtig klasse, und sollte mindestens so bekannt sein, wie "Garden Shed" von England.

Wie? Das kennt keiner? Sollte aber. Ist ein klasse Album.

Wer sich durch den Prog wühlt, kommt bald von den klassischen Bands der ersten Reihe zu denen aus der zweiten: Greenslade, Renaissance, Refugee und so weiter. Auf die stößt man leicht, zum Beispiel weil die sich Musiker mit den Erstreihenbands teilten. John Wetton ist so seiner gewesen. Patrick Moraz. Aber es gab noch die dritte Reihe, und zu der gibt es eine Art Firewall: Es bestehen nämlich meist keine Verbindungen zu den Erst- und Zweitreihenbands. Oder sie bestehen, sind aber nicht reißfest. Beispiel: Auf diesem Album ist Ryche Chlanda zu hören, der ist seit einigen Jahren bei Renaissance - aber wer weiß das schon? Oder: Der Name der auf meinem Cover am größten geschrieben ist, ist der des Produzenten. Er lautet: Ian McDonald. Yep, der von King Crimson - aber wer interessiert sich schon dafür, welche Scheiben der Mann produziert hat?

Tja, aber es wäre schade, dieses Album zu verpassen. "Night On Bald Mountain" ist ein echtes Kleinod, durchaus auf Augenhöhe mit Englands "Garden Shed". Warum diese Bands nicht bekannter wurden? Wer kann das heute schon noch so genau sagen. Vielleicht hat die Plattenfirma (Passport, die waren damals neu und hatten damals so Sachen wie Synergy, FM, Camel oder Nektar im Angebot) es nicht genügend gebackt (soweit ich sehen kann, ist das Album im Mutterland des Prog damals gar nicht erschienen), vielleicht fehlte es der Band an Charisma (obwohl, der eine trägt ein Kreuzritterkostüm, ein anderer ein flashy Glänzejäckchen. Ist doch eigentlich geil).

Heute zählt all das nicht mehr, heute geht es nur noch um die Musik. Und die ist klasse: Songs von mittlerer Komplexität, mal akustischer, mal rockiger, wunderbare Gitarren- und Keyboardarbeit. Spuren von King Crimson? Wegen Ian McDonald? Joa, geht so. Nicht wirklich. Das geht eher (wie England) in die Genesis-Richtung (ganz stark "Atmospheres"), mit besserem Keyboarder. Wir hören klassischen Prog, wie er einst erfunden wurde: Als Integrat von Rock, Kirchenmusik und Klassik ("The Fireballet"), mal härter, mal funkiger. Zitate gibt es auch, mal aus der Klassik, aus der auch The Nice zitiert haben ("Night-Tale"), mal aus ELP (ebenfalls "Night-Tale"), damit wirz dann etwas aufgewürzt. "You only live twice". Obwohl sie das eigentlich nicht nötig gehabt hätten, das eigene Material ist stark genug.

Und King Crimson gibt's dann am Ende doch noch: Nach dem seltsamen Bond/Schnulzer "Robot Salesman" covern Fireballet den KC-Klassiker "Pictures of a City", der prompt mit dem Instrumentalteil von "21st Century schizoid Man" kombiniert wird (live und von dubioser Qualität). Na, wer sagt's denn.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: England, Starcastle, Genesis - aber ohne Klon zu sein
Veröffentlicht am: 9.2.2017
Letzte Änderung: 10.2.2017
Wertung: 12/15
Tolles Album, das viel englischer klingt als es ist.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Fireballet

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1976 Two, Too ... 8.33 3

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