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Wolfgang Riechmann

Wunderbar

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978 (CD-Ausgabe 2009 bei Bureau B, Link siehe Rezitext)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Sky
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Wolfgang Riechmann Stimme, elektrische Geige, Gitarre, E-Piano, Bass, Synthesizer, Sequencer, elektronisches Schlagzeug

Gastmusiker

Hans Schweiß Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Wunderbar 5:40
2. Abendlicht 4:21
3. Weltweit 7:00
4. Silberland 7:41
5. Himmelblau 8:38
6. Traumzeit 1:11
Gesamtlaufzeit34:31


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Wolfgang Riechmann ist eine der tragischsten Gestalten der deutschen Rockszene. Nur wenige Tage vor der Veröffentlichung seines Solodebuts "Wunderbar" wurde der damalige Keyboarder der Gruppe Streetmark in der Düsseldorfer Altstadt niedergestochen und erlag kurz darauf seinen schweren Verletzungen.

"Wunderbar" erschien wenige Monate nach Kraftwerks "Die Mensch-Maschine", und Riechmanns Outfit auf dem Cover ist eindeutig von diesem wegweisenden Album beinflusst. Auch in der Musik finden sich Einflüsse von Kraftwerk, aber auch von anderen Bands der Düsseldorfer Elektronik-Szene, vor allem La Düsseldorf.

Schon Titelstück zeigt mit seinem einfach gehaltenen Rhythmus und den warmen elektronischen Klangbögen deutliche Anklänge an die erwähnten Bands. Unwillkürlich kommen dem Hörer hier Titel wie "Neonlicht" von Kraftwerk oder "Silver Cloud" von La Düsseldorf in den Sinn. Im weiteren Verlauf des Stücks tritt noch ein wenig textloser Gesang dazu, dezent im Hintergrund gehalten. Das Ganze ist sehr melodiös und eingängig und wirkt bei aller Schlichtheit dennoch nicht banal.

"Abendlicht", "Silberland" und das kurze "Traumzeit" sind dagegen wogende Klanggebilde, vergleichbar den frühen Werken von Klaus Schulze, aber nicht so monumental und "teutonisch". "Abendlicht" besteht aus melancholischen bis düsteren Klangwogen über einem langsam pulsierenden Rhythmus. Interessanterweise hat "Silberland" frappierende Ähnlichkeit mit Kraftwerks "Metropolis" aus dem erwähnten "Mensch-Maschine"-Album, wenn man sich dieses im Zeitlupentempo gespielt vorstellt. Nun ist "Wunderbar" zwar, wie eingangs erwähnt, später erschienen als das Album der Düsseldorfer Kollegen, aber laut Hüllentext wurden die Aufnahmen bereits im Januar 1978 abgeschlossen, was noch vor dem Erscheinen von "Mensch-Maschine" (April 1978) wäre. Wer hier nun wen beeinflusst hat, dürfte also nicht mehr eindeutig zu klären sein, vielleicht liegt es auch einfach nur an den zahlreichen Verbindungen der Musiker dieser Szene, die zu wechselseitigen Beeinflussungen geführt hat.

"Weltweit" erinnert durch das dem Stück zu Grunde liegende Sequencermuster etwas an die Werke der klassischen Phase von Tangerine Dream, "Himmelblau" dagegen klingt in Rhythmik und Melodieführung ganz stark nach den frühen Werken von Michael Rother. Auch Rothers Debut erschien erst nach Fertigstellung der Aufnahmen zu "Wunderbar". Da Riechmann und Rother in den frühen Siebzigern in der gleichen Band spielten (übrigens zusammen mit dem späteren Kraftwerker Wolfgang Flür) sind auch hier gegenseitige musikalische Befruchtungen denkbar. Ähnlich wie das Titelstück hat auch "Himmelblau" einige Lalalala-Gesangspassagen, die hier leider etwas albern und nervig wirken.

Insgesamt ist "Wunderbar" ein wahres Kleinod elektronischer Musik aus deutschen Landen, eine schlichte Schönheit, die ohne technische Mätzchen auskommt und dafür umso mehr musikalische Atmosphäre bietet.

Mitte 2009 wurde "Wunderbar" beim Hamburger Label Bureau B wiederveröffentlicht.

Anspieltipp(s): Wunderbar, Abendlicht
Vergleichbar mit: Kraftwerk, La Düsseldorf, Michael Rother
Veröffentlicht am: 12.6.2003
Letzte Änderung: 12.8.2009
Wertung: 12/15

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