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Reinhard Lakomy & Rainer Oleak

Zeiten

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1985
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: AMIGA
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Reinhard Lakomy Elektronische Instrumente
Rainer Oleak Elektronische Instrumente

Tracklist

Disc 1
1. Gleichzeit 10:05
2. Raumzeit 6:18
3. Ruhezeit 5:14
4. Klangzeit 9:34
5. Hochzeit 8:52
Gesamtlaufzeit40:03


Rezensionen


Von: Michael Weinel @ (Rezension 1 von 2)


Reinhard Lakomy auf den BBS? Ja, lieber Leser, dies ist kein Scherz. Lakomy, von Fans "Lacky" genannt, hat nicht nur Kinderlieder und Ost-Schlager fabriziert, sondern auch eine Reihe herausragender Elektronik-Scheiben.

Diese hier ist seine einzige Zusammenarbeit mit Rainer Oleak, über den ich leider sonst nicht viel weiß. Gleichzeitig ist es meiner Meinung nach eindeutig die beste.

"Zeiten" bietet abwechslungsreiche, klanglich beeindruckende Elektronische Musik vom Feinsten. Anders als bei diversen Kollegen wird sich hier nicht 25 Minuten auf einer Sequenz ausgeruht, sondern es entstanden "richtige" Songs. So gibt es atonale Klangemälde ("Klangzeit") ebenso wie leicht poppig angehauchte Passagen ("Ruhezeit"), die aber nie wirklich nerven.

Welche Instrumente hier zum Einsatz kamen, ist leider nirgends vermerkt. Viele Sounds finde ich aber wirklich beeindruckend und hab vergleichbares noch nicht gehört. Womöglich wurden auch Synthesizer aus der ehemaligen UdSSR benutzt? Denkbar wäre es!

Unter'm Strich eines meiner absoluten Lieblinge in der Elektronik-Abteilung, die meines Wissens nach immer noch nicht auf CD erschienen ist (!!!). Aargh! (Wem anderes bekannt ist, darf mich gerne belehren!)

Geheimtipp!

P.S.: Kleine historische Randbemerkung: Mein Exemplar der LP stammt aus dem Bestand der "Stadtbibliothek Karl-Marx-Stadt" und war laut aufgeklebtem Zettel am 18.01.1988 und 01.12.1989 fällig zur Rückgabe. Darüber wurde fett "ungültig" gestempelt. Spannend!

Anspieltipp(s): alle
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.6.2003
Letzte Änderung: 18.11.2017
Wertung: 14/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Sein drittes und letztes DDR-Elektronikalbum spielte Reinhard Lakomy zusammen mit dem Keyboarder Rainer Oleak ein, der davor in den Bands Neue Generation, Neumis Rock Circus, und, damals aktuell, in der Formation Datzu eher unprogressiven Klängen gefrönt hatte, bzw. frönte. Oleak, ausgebildet an der Musikhochschule "Hanns Eisler" (Berlin), war allerdings schon als Produzent an den Aufnahmen von "Das Geheime Leben" beteiligt. Seit der Wende betätigt er sich wohl vornehmlich als Komponist von Film- und TV-Musiken.

"Zeiten" wurde, wie die beiden anderen Lakomy-LPs, in der AMIGA-Reihe "Electronics" veröffentlicht. Rein elektronisch wurden die hier zu hörenden Klänge auch erzeugt, ob mit russischem Equipment, Westware, oder auch dem in der DDR gebauten Vermona Synthesizer. Dazu kamen, wie auch bei den damals tätigen Kollegen von Servi und Pond, verstärkt diverse gerade moderne perkussive Elektronikimitationen, wobei das Plastikschlagzeug auf "Zeiten" noch relativ gehaltvoll (und selten) eigesetzt wird.

Um die Zeit geht es also (ohne Anspielung an ein bekanntes Krautelektronikalbum – siehe "Zeit"), um unterschiedliche Zeitempfindungen, oder, wie es im Hüllentext formuliert ist, haben sich Lakomy und Oleak gemeinsam aufgemacht in "verschiedene Zeitgefühle einzudringen". Das Ergebnis sind sehr farbige, vielschichtige und abwechslungsreiche, eher luftige Klanggemälde (ganz im Gegensatz zu den monolithisch-zähen Klängen auf dem eben erwähnten Album von Tangerine Dream), die mal freiformatiger durcheinander wabern (im einleitenden, geheimnisvoll-schwebenden "Gleichzeit" z.B., oder in "Klangzeit"), oder sich rhythmisch gefügt voran arbeiten, im abschließenden "Hochzeit" sogar versehen mit einem gewissen jazzig-funkigen Groove. Bisweilen gerät das Ganze gefährlich nahe an seicht-poplastige Gefilde (man höre "Ruhezeit"), oder gleiten etwas zu gutgelaunt-eingänglich voran. Doch alles in allem überwiegen die klassisch-elektronischen Tongeflechte.

Natürlich hat "Zeiten" einen "modernen" Sound der Mit-80er, der aus heutiger Sicht schon wieder angestaubt klingt, gleichzeitig aber auch nicht den Vintagecharme der E-Musik-Produktionen aus den 70ern hat. Trotzdem ist diese Musik um einiges gehaltvoller und progressiver (oder Prog-lastiger) ausgefallen, als das Meiste, was die in eben jenen 70er-Jahren tätigen Vorbilder (z.B. Tangerine Dream) Mitte der 80er auf Tonträger haben bannen lassen.

Im Gegensatz zu meinem Vorschreiber finde ich aber nicht, dass "Zeiten" das beste Elektronikalbum Lakomys ist. Aufgrund der zeitgenössischen Verunreinigungen und der gelegentlichen Seichtigkeit, würde ich die Scheibe hinter "Das Geheime Leben" und "Der Traum von Asgard" einsortieren. Interessant ist "Zeiten" aber sicher, und Elektronikadepten sollten das Album antesten. Wie "Rückkehr aus Ithaka" von Servi wurde das Album unlängst auf CD wiederveröffentlicht, allerdings nur als Teil der 5er-CD-Edition "AMIGA Electronics".

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.11.2017
Letzte Änderung: 20.11.2017
Wertung: 9/15

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