SUCHE
Erweiterte Suche
Leitfaden: Konzeptalben
01. The Moody Blues
02. Emerson, Lake & Palmer
03. Banco del Mutuo Soccorso
04. Bo Hansson
05. Jethro Tull
06. Rick Wakeman
07. Yes
08. Genesis
09. Jon Anderson
10. Stern-Combo Meissen
11. Dave Greenslade
12. Pink Floyd
13. Anyone's Daughter
14. Marillion
15. David Thomas & The Pale Orchestra
16. Judge Smith
17. Magma
18. Dream Theater
19. Pere Ubu
20. Motorpsycho and Ståle Storløkken
STATISTIK
24841 Rezensionen zu 17016 Alben von 6633 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Dave Greenslade

The Pentateuch Of The Cosmogony

(Siehe auch: Leitfaden "Konzeptalben")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Elektronische Musik; Klassischer Prog
Label: EMI / BGO Records
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Dave Greenslade ARP Explorer, ARP Omni, CAT Synth, Organ, Crumar Stringman, Clavinet, Kitten Synth., Korg Vocoder, Mellotron, Minimoog, Polymoog, Prophet 5, Roland R5202, SDS Drum Synth., Sennheiser Vocoder, Tubular Bells, Vibraphone, Yamaha Synth., Piano
Patrick Woodroffe producer, words, artwork

Gastmusiker

Kate Greenslade child vocals (7)
Phil Collins drums, perc. (5,12,17,18)
John Lingwood drums, perc. (6,8)

Tracklist

Disc 1
1. Introit 04:05
2. Moondance 03:09
3. Beltempest 02:41
4. Glass 03:02
5. Three Brides 05:56
6. Birds & Bats & Dragonflies 03:48
7. Nursery Hymn 03:32
8. The Minstrel 02:42
9. Fresco / Kashrinn 02:24
10. Barcarole 03:51
11. Dry Land 03:54
12. Forest Kingdom 03:53
13. Vivat Regina 03:44
14. Scream But Not Heard 02:57
15. Mischief 05:36
16. War 03:06
17. Lament For The Sea 03:08
18. Miasma Generator 05:32
19. Exile 02:33
20. Jubilate 03:00
21. The Tiger And The Dove 05:35
Gesamtlaufzeit78:08


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Offiziell firmiert das Album unter Patrick Woodroffe & Dave Greenslade, dies zeigt die Bedeutung von Patrick Woodroffe, aber da unter dieser Bezeichnung wohl niemand suchen würde, habe ich das Album mal unter Dave Greenslade solo einsortiert. Hier geht's ja um die Musik und die stammt komplett von Dave Greenslade, der hier zudem eine imposante Anzahl an Tasteninstrumenten und Effektgeräten zum Einsatz bringt.

Musikalisch wird hier eine Soundorgie zwischen schönen Melodien, extrem einfachen Melodien und einfach Geräuschen geboten. Das ist durchwegs unterhaltsam und nur selten nervig. Bei den besseren Stücken sitzt Phil Collins am echten Drumset, was dem Ganzen etwas Leben einhaucht. Sonst klingt es doch oftmals etwas steril. John Lingwoods Drum-Einsätze sind leider nicht so erfolgreich, hier gewinnt der Drum-Computer ;-). Rein instrumental ist die CD nicht: Einmal gibt die Tochter von Dave Greenslade (zum Zeitpunkt der Aufnahmen 2 1/2 Jahre alt) ein paar Töne zum Besten und dann gibt's noch ab und an ein paar Vocoder-Gesangssequenzen. Insgesamt ist das alles ganz nett, aber irgendwie auch nicht mehr, für Keyboarder vielleicht hin und wieder von technischem Interesse.

Sehr schön ist die Aufmachung der CD: Sie kommt in einer Plastik-Schachtel mit einem ca. 50seitigen Booklet, in dem viele Fantasy- und Science Fiction-Bilder von Patrick Woodroffe abgebildet sind. Darüberhinaus wird die zugrundeliegende Geschichte um eine fremde Rasse, die in biomechanischen Raumschiffen durch's All reist, mit allerlei Texten, Dokumenten etc. erläutert. Diese sehr gelungene Aufmachung gibt einen Sonderpunkt!

Anspieltipp(s): sollte in einem gehört werden, vielleicht: Forest Kingdom
Vergleichbar mit: Rick Wakeman, Alan Parsons Project
Veröffentlicht am: 6.7.2003
Letzte Änderung: 6.7.2003
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Ein seltsames Album, das hier zu besprechen ist. Ebenso seltsam, daß es erst jetzt und auch noch zufällig zur gleichen Zeit von zwei Leuten besprochen wird. Vom Anspruch her haben wir hier nämlich ein ganz bedeutendes und zentrales Werk des Progressive Rock vor uns, den Versuch einer Verschmelzung von Text, Bild und Musik, drei Bestandteile, deren Qualität - um es gleich vorwegzunehmen - allerdings recht uneinheitlich ist.

Doch zunächst ein bißchen Geschichte: 1977 zerfällt zum zweiten Mal die Band "Greenslade", so benannt nach ihrem Kopf, David Greenslade. "Greenslade" war neben ELP sicher die konsequenteste gitarrenlose Band der 70er, umso mehr als die Keyboards sogar von zwei Mitgliedern bedient wurden. Einer der beiden, Dave Greenslade, wandelte danach auf - wenig erfolgreichen - Solopfaden. Sicher das herausragendste seiner Soloalben ist "The Pentateuch of the Cosmogony", der ultimative und nie wieder erreichte Versuch eines Gesamtkunstwerks im Rahmen der populären Musik.

Das Doppelalbum ist in enger Zusammenarbeit mit dem Fantasy-Maler Patrick Woodroffe entstanden und wurde damals in Form eines 50-seitigen höchst aufwendig gestalteten Buches ausgeliefert. Die CD-Version, die heute - ganz im Gegensatz zu dem Original - problemlos zu bekommen ist, kann allenfalls einen vagen Eindruck dessen vermitteln, was der glückliche Käufer damals in Händen hielt: erzählt wurde in Text, Bild und Musik, eng miteinander verwoben, nichts weniger als "The Birth and Death of a World". Dieser Anspruch wird auch vollständig eingelöst. Eine Rahmenhandlung ("Derelictus in caelo") berichtet von der Entdeckung eines biomechanischen Raumschiffes, das offensichtlich vor langer Zeit seit heimatliches Sonnensystem verlassen hatte und nun in einer Saturnumlaufbahn gestrandet war. Erste Auswertungen, so der Bericht, hätten ergeben, daß in den Datenspeichern des Schiffes das gesamte Wissen einer außerirdischen Rasse enthalten sei, das man nun, durch die Entdeckung des Schriftsystems, zu entschlüsseln in der Lage sei. Dieses Alphabet, von Greenslade und Woodroffe entworfen, wird denn auch, zusammen mit einigen Bauplänen des Schiffes, am Beginn des Booklets vorgelegt. Die eigentliche Entdeckung, die mit dem Album und den darin enthaltenen Bildern dokumentiert werde, sei jedoch der Schöpfungmythos der erwähnten außerirdischen Rasse. Dieser wird nun in ideogrammatischer Schrift, in englischer "Übersetzung", in Bildern und in Musik vorgelegt. Interessant ist dabei vor allem, daß die Ideogramme tatsächlich die Bedeutung tragen, die sie laut Übersetzung haben sollen. Dies kann der geneigte Fan anhand der Tabelle mit den Schriftzeichen leicht überprüfen. Ich will die Geschichte hier nicht nacherzählen, aber in bester 70er Jahre-Manier erleben wir Aufstieg und Fall einer Zivilisation, die zunächst in Harmonie mit der Schöpfung lebt, sich dann an ihr versündigt und letztlich nach Krieg und Zerstörung dazu gezwungen ist, ihren Heimatplaneten zu verlassen.

Nun zur Musik: Diese entstammt, so das Book (man kann hier wirklich nicht von "bookLET" reden) ebenso wie die Bilder und der Text den Datenbanken des Schiffes, tatsächlich kommt sie natürlich aus den Keyboards von David Greenslade. Und hier liegt auch schon das Problem: Zu wenig "außerirdisch" klingt das, was wir zu hören bekommen. Zwar ist einiges wirklich seltsam zu hören ("Dry Land", "Fresco/Kashrinn") und läßt die Illusion, die Bild und Text heraufbeschwören, perfekt werden, anderes ist jedoch gar zu banal. So scheinen die Außerirdischen ihren eigenen Soul entwickelt zu haben ("Three Brides"), ja sogar Reggae findet sich auf der Platte ("Birds & Bats & Dragonflies"). Diese nur allzu bekannten Stilrichtungen bleiben jedoch in der Minderzahl und wer darüber hinweghören kann, wird sich hier gut aufgehoben fühlen, für mich bekommt der Edelstein dadurch leider einen großen Kratzer. Wäre das Album 1974 erschienen, würden sich diese Anbiederungen an den Zeitgeschmack auf dem Album sicher nicht finden, 1979 durfte Tanzbares jedoch nicht fehlen.

So scheitert dieses Album letztlich an dem, was eigentlich der Kern hätte werden sollen, nämlich an der Musik, die nur teilweise - dann aber wirklich! - überzeugen kann. Alles andere ist jedoch so großartig konzipiert und umgesetzt, daß man nur heulen kann - zum einen, weil die Platte auf geradezu tragische Weise fünf Jahre zu spät kam, zum anderen angesichts der Tatsache, daß heute keine Plattenfirma mehr ein solches Risiko eingehen würde, selbst wenn die Musik von Robbie Williams und die Bilder von Salvador Dalí wären! Daher ein absolutes Muß für jeden Fan, der sich auch für die Geschichte dieser Musikrichtung interessiert.

Anspieltipp(s): "Dry Land", "Fresco/Kashrinn", "War"
Vergleichbar mit: Greenslade, Patrick Moraz
Veröffentlicht am: 8.7.2003
Letzte Änderung: 17.1.2012
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Dave Greenslade

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 Cactus Choir 5.00 1
1994 From The Discworld 7.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum