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Zen Rock and Roll

End of the Age

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: Neoprog; RetroProg
Label: Direct from the Artist
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jonathan Saunders alle Instrumente

Tracklist

Disc 1
1. Copernican Principle 18:23
2. From Melting Made 10:30
3. End of the Age 16:20
Gesamtlaufzeit45:13


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 1 von 3)


Erstaunlich, wie sehr eine Sprache den Charakter von Melodien formen kann. "End of the Age" beginnt mit ein paar lateinischen Worten, und man fühlt sich gleich an die sperrige Melodik der italienischen Fusion-Progger "Deus ex Machina" erinnert. Die Assoziation hält aber nur für wenige Momente. Denn Jonathan Saunders gelüstet es nicht nach Fusion, sondern nach "Symphonik". Und dorthin steuert er ohne große Umwege.

Genesis bilden (wie für so viele Musiker seit Marillion) das wichtigste Vorbild von Saunders. Ächz. Also bloß wieder eine Neo-Prog-Veröffentlichung? Nur zum Teil, und außerdem eine seltsame: "Zen Rock and Roll" ist ein Ein-Mann-Projekt, jedoch nicht im Stile von Mike Oldfield, sondern nach dem Vorbild von Yes oder Genesis. D.h., es gibt hier typische "Band"-Musik, und dennoch stammt alles aus einer Hand und aus einer Kehle.

Die Zahl der Instrumente, die Saunders bedient, ist beträchtlich: Keyboards, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Flöte gehören dazu. Nicht in allen Fällen kann er voll überzeugen. Insbesondere als Drummer hat er nicht übermäßig viel zu bieten, wodurch dem Album einiges an Drive verloren geht. Die Keyboardsounds sind manchmal etwas spieldosenmäßig. Ein wenig Verstärkung hätte dem Ganzen auch bei verschiedenen "schwierigen" Vokalparts gut getan, die über den Tonumfang hinausgehen, den der Maestro souverän abzudecken versteht.

Andererseits: Wäre eine komplette Gruppe an der Arbeit gewesen, die Musik würde zwar wohl opulenter, vollmundiger, vermutlich aber auch bombastischer, schwülstiger und letztlich gewöhnlicher wirken. Dieser Falle des Neoprogs entgeht Saunders (vielleicht sogar unbewusst) mit seinen streckenweise fast intim und privat klingenden Longtracks. Sein Album erhält dadurch einen Retro-Touch, der es authentischer oder zumindest weniger stromlinienförmig wirken lässt als Pendragon und Co.

Das längste der drei Stücke ist auch das beste, das ganze Album verdient das Prädikat beachtlich.

Anspieltipp(s): Copernican Principle
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.7.2003
Letzte Änderung: 25.7.2004
Wertung: 10/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 3)


Ein unverhohlener Griff in den Baukasten des 70er Progressive Rocks. Drei lange Suiten (18:23, 10:30, 16:20), jede Menge Instrumentalpassagen mit adäquatem Instrumentarium (jede Menge Mellotron, Synthies, pulsierende Bassfiguren, dazu noch Flöte) und entsprechenden Takt- und Stimmungswechseln. Hinzu das künstlerische Selbstverständnis von Jonathan Saunders, der hinter Zen Rock And Roll steckt und früher u.a. bei der Coverband No Drag Revelation spielte, die sich ausschließlich auf klassischen Progressive Rock vom Schlage "Close to the edge" oder "Supper's ready" spezialisiert hatten. Alles also da, was der Retro-Proggie braucht und liebt.

Doch kommt "End of the age" nicht ohne einige Längen aus, hätten bisweilen langgedehnten Parts eine Straffung gut zu Gesicht gestanden (vor allem beim zweiten Titel "From melting made") oder mehr Abwechslung nötig gehabt. Nicht richtig störend, aber bisweilen leicht nervig auffallend, trommelt's synthetisch aus den Boxen. Dafür setzt der angenehme Gesang von Jon Saunders die Vokalpassagen bestens in Szene, wurde sehr viel Arbeit in die Ausarbeitung der Details gesteckt. "End of the age" funktioniert ausschließlich als reiner Nostalgietrip. In weiten Teilen geht das erdachte Konzept richtig gut auf, gelingt eine qualitativ ansprechende Rückkehr in die Vergangenheit.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.8.2006
Letzte Änderung: 13.8.2006
Wertung: 9/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Als gäbe es nicht schon genug Bands, die Genesis kopieren oder sich zumindest von den Pionieren des klassischen Progrock haben inspirieren lassen, hat sich Jonathan Saunders Anfang des Jahrtausends gesagt: "das kann ich auch. Und ich kann es erst noch ganz alleine".

Und er kann es wirklich gut. Die Musik kann ihre Inspiration nicht verleugnen und wirkt dennoch nicht wie ein tumbes copy-paste. Nicht zuletzt die (ich denke es sind Konserven-) Drums und auch viele Synthesizer-Sounds sind moderner, aber auch steriler als bei Genesis. Hier werde ich sofort an einen anderen Einzelkämpfer erinnert. Wo Saunders Genesis zum Verwechseln nah kommt, ist bei Mellotronflächen und raren Flöteneinsätzen, mitunter bei der Gitarrenarbeit und auch in einigen Gesangspassagen, in denen er sehr an Gabriel erinnert. Die schlanken Drums lassen die Musik aber irgendwie leichtfüssiger wirken, als man das von den 70er Genesis kennt. Zen Rock And Roll wirkt dadurch irgendwie auch weniger retro.

Auch kompositorisch schafft Saunders den Spagat zwischen typischer Genesis-Attitüde und eigenem Ausdruck. Besonders gelungen ist Copernican Principle, in dem ein einfaches Leitmotiv beinahe das ganze Stück über mantra-artig beibehalten und entwickelt wird, ohne dass es langweilig wird. Ziemlich gut.

Auch From Melting Made überzeugt. Es beginnt mit schönem Mellotron, beinahe an den Beginn von Watcher Of The Skies erinnernd, und ist in der Folge ein abwechslungsreiches Oeuvre, das zuerst mit scharfen Gitarrenriffs über perlenden Keyboardsounds, dann mit walkendem Bass über Mellotron glänzt; dazu gesellt sich alsbald samtweicher Chorgesang, ein Gitarrensolo, wieder Mellotron, schliesslich eine Flöte. Der Gesang überzeugt hier weniger, wirkt mitunter etwas dünn und an der einen und anderen Stelle auch mal eine Spur neben der Spur.

Im Titelstück wirft Saunders dann nochmals alle Ingredienzien zusammen, was erneut kurzweilig und schmackhaft ist. Insgesamt zeigt Zen Rock And Roll, dass man auch Genesis-inspirierte Musik machen und trotzdem durch einen eigenen Sound und musikalischen Stil unterscheidbar bleiben kann. Moderner Retroprog.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.2.2018
Letzte Änderung: 1.2.2018
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Zen Rock and Roll

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 The Birthright Circle 7.00 2
2011 Undone 4.00 1

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