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Ayreon

Universal migrator Part I: The dream sequencer

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2000
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Melodic Rock / AOR; Neoprog; Spacerock
Label: Transmission Records
Durchschnittswertung: 5.4/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Arjen Anthony Lucassen guitars, bass, keyboards, vocals on track 8
Rob Snijders drums
Erik Norlander keyboards, electronics

Gastmusiker

Clive Nolan synth solo on track 3
Johan Edlund vocals on track 2
Floor Jansen vocals on track 2
Lana Lane vocals on tracks 1, 3, 4, 5, 6
Edward Reekers vocals on track 4
Mouse vocals on track 5
Jacqueline Govaert vocals on track 7
Damian Wilson vocals on track 9
Neal Morse vocals on track 10
Mark McCrite vocals on 10
Peter Siedlach strings

Tracklist

Disc 1
1. The dream sequencer 5:08
2. My house on Mars 7:49
3. 2084 7:42
4. One small step 8:46
5. The shooting company of Captain Frans B. Cocq 7:57
6. Dragon on the sea 7:09
7. Temple of the cat 4:11
8. Carried by the wind 3:59
9. And the Druids turn to stone 6:36
10. The first man on Earth 7:19
11. The dream sequencer reprise 3:36
Gesamtlaufzeit70:12


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 5)


Dies war mal mein Lieblingsalbum von Lucassen – ich benutze die Vergangenheitsform, weil ich mir nicht mehr sicher bin, was ich mittlerweile darüber denken soll. Das Schicksal ist schon sehr ironisch: Da haben sich Pink Floyd jahrelang bemüht, ihr Science-Fiction-Image loszuwerden, aber bis heute orientiert sich jeder musikalische Science-Fiction-Erzähler vor allem an Pink Floyd – auch Lucassen, und besonders auf diesem Album.

Die Story: Planet Mars im 22.Jahrhundert, die Erdbewohner sind tot, die Menschen auf dem Mars ebenfalls, und dem letzten Überlebenden dort ist auch schon ganz schlecht. An multimediale Erlebnisse gewöhnt wie er nun mal ist, legt er sich in den Dream Sequencer und lässt sich seine verschiedenen Inkarnationen über die Jahrhunderte hinweg vorführen:

Während die Maschine erst mal warmläuft, hört er einer ganz anderen als der eigenen Inkarnation beim Gitarrespielen zu, nämlich einem gewissen David Gilmour (jetzt nennt er sich Lucassen), der – inspiriert von Eloy-Klängen, die einst von ihm inspiriert waren – eine neue Version der Einleitung von "Shine on..." intoniert (soo deutlich sagt Lucassen das zwar nicht, aber genau darauf läuft es hinaus).

Dann wird er in seine Kindheit zurückversetzt und erzählt sich selbst was vom "House on Mars": seltsam, dass er als Kind eine so tiefe Stimme hat – "Daddy where are you now, did you have to fight that war, what was it all for?" (der Text könnte fast von Roger Waters sein), aber der Song entwickelt sehr viel Spannung und ist – wie auch vieles Andere auf dem Album – auf eine ruhige Art ziemlich bombastisch.

Jetzt ist er im Jahr "2084": der große Krieg, den einst der blinde Seher Ayreon (!) vorausgesagt hatte, hat alles Leben auf der Erde zerstört, und er sieht sich selbst als tote Frau "upon the kitchen floor" liegen.

Dann ist er ein kleiner Junge, der in den seligen 60ern die erste Mondlandung am TV mitverfolgt – der Song hat gute Instrumentalteile, aber den Refrain ("One small step for man...") habe ich mir ganz schnell für immer übergehört. Und dann diese Einleitung samt weiterer Begleitung: 99% "Welcome to the machine"...

Als nächstes ist er im 17.Jahrhundert ein Standartenträger, der für einen gewissen Rembrandt Modell steht.

Dann ist er Queen Elizabeth I herself und schickt gerade Sir Francis Drake (als "Dragon on the sea") auf große Fahrt – eine der besten Balladen von Lana Lane, im Ernst!

Schließlich ist er mal ein Maya-Mädchen gewesen, das im 8.Jahrhundert den "Temple of the cat" und zugleich die Mutter aller banalen Popsongs entdeckt...

Noch zwei Jahrhunderte, und er ist "Ayreon" (wer sonst?), "von den Winden getragen". Für weitere Informationen frage man Erich von Däniken...

Aber nicht mal Ayreon kann hier die letzte Instanz sein: unser Held (alias Damian Wilson) erlebt noch die Entstehung von Stonehenge mit, und als Neal Morse ist er der erste Mensch überhaupt. Das war's eigentlich – aber ein zweiter Teil sollte noch den Teil der Geschichte vor dem Urknall erzählen, und die sollte (auch musikalisch) ganz anders werden...

Was an dem Album wirklich vollkommen funktioniert, sind die sauguten Songs: fast immer ist Suspense vorhanden, man kann heimlich im Auto mitsingen, man genießt die perfekten Instrumentals und die durchweg guten Sänger: ursprünglich hatte Lucassen das komplette Album nur mit Sängerinnen besetzen wollen, aber das verwarf er, weil er nicht genügend weibliche Stimmen fand – ein Glück: sonst wären uns sowohl Damian als auch Neal entgangen! Toll ist irgendwie auch die Geschichte an sich (obwohl eine ähnliche Idee in Ken Russels Film "Different states" vorkommt – da liegt auch einer in einem Tank und erlebt prähistorische Zeiten), aber wenn es schon eine solche virtuelle Reise sein sollte, dann hätten inhaltliche Plattitüden wie Mondlandung mit dem unvermeidlichen Zitat zugunsten originellerer Ideen ersetzt werden dürfen.

Interessant ist auch immerhin Lucassens Versuch, den Rückschritt in der Zeit zumindest ein wenig instrumental umzusetzen: nach der "Shooting Company" hält sich die Elektronik zwar nicht aus der Sache raus (das hätte Lucassen nicht über sich gebracht), aber es wird immerhin schon dann und wann mal die edle 12-string-Gitarre ausgepackt, und "Carried by the wind" verströmt ja schon fast eine Runrig-Laune. Ich gebe aber zu: für eine ganz konsequente prähistorische Instrumentalumsetzung hätte man wirklich viel Mut gebraucht...

Der langen Rezi kurzer Sinn: wer bisher nur Lucassens metallische Seite kannte und auf andere Seiten auch keinen Wert legt, dem wird dieses Teil wahrscheinlich wenig sagen. Wer dagegen findet, dass im Progmetal oft das Songwriting zu kurz kommt, muss dieses Album einfach haben! Und wer seit Jahrzehnten Eloy's "Planets" bzw. "Time to turn" zu seinen Lieblingsscheiben zählt – nun ja, dem ist sogar NUR noch hiermit zu helfen...

Anspieltipp(s): egal: gutes Songwriting findet sich hier überall...
Vergleichbar mit: man stelle sich vor: Richard Wagners Wiedergeburt gerät direkt in die "Matrix" und findet zwischen all den Maschinen...ausgerechnet...Gilmours Gitarre!
Veröffentlicht am: 1.10.2003
Letzte Änderung: 29.11.2013
Wertung: 10/15
Vorsicht, sehr subjektiv: ich persönlich stehe auf solche Songs, aber wer sich Pink Floyd-Epigonen übergehört hat, sollte vorsichtig sein!

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Von: Holger Grützner @ (Rezension 2 von 5)


Eingeschworene Ayreonfans mögen mir bitte verzeihen, wenn ich anlässlich der "special edition" hier nun MEINE Rezi platziere. Sie unterscheidet sich in tragenden Teilen von der Rezension meines Vorredners, wird aber mit Sicherheit keine Musikerkarrieren ruinieren. Falls aber der eine oder andere alte Zausel (gleich mir) zufällig auf diese Seiten stößt und Lust verspürt, der Liste seiner alten Proggötter neue Namen hinzufügen zu wollen, so sei er gewarnt. Ayreon-, Matrix-, Man in Black- Fans werden mich eh' nicht erhören.

Es war einmal ein Film. Der hieß "Soylent Green" (in Deutschland: "2054(?) - die überleben wollen"). Es war ein Zukunftsschocker mit Charlton Heston in der Hauptrolle.

In diesem Film gibt es eine Sterbehilfeepisode, in der ein alter Mann in einer Art Todesinstitut gefragt wird, wie er entschlafen möchte. Er wünscht sich Naturbilder und klassische Musik. Er bekommt einen Dokfilm ohne Ton eingespielt und sieht Wälder und einen röhrenden Hirsch, während irgendwas Symphonisches gefiedelt wird. Den tödlichen Cocktail hat er intus; er genießt den Rückblick in Wälder seiner Jugend, die längst bebaut wurden - und schläft?

Ich wette, dass der Film auch Futuristen in Holland beeindruckt und hier Inspirator war.

Die Erinnerung ist sofort da, wenn Lara Lane die Introsätze spricht, vertieft sich durch "my House on Mars", ist noch präsent, wenn in "2084" auf den Kult der Zukunftskatastrophen Bezug genommen wird und platzt wie eine Seifenblase in Track 4.

Enttäuschung.

Neuorientierung tut not: Ergriffenheit will sich einfach nicht mehr einstellen.

Ist das überhaupt Prog?

Ayreon sind so proggig wie Asia.

"They decorated all the generals, who thought the war behind the lines.They have forgotten all the soldiers ...", schmetterten damals Altprogger für die Hitparaden, liefen quasi über ins Mainstreamlager von Toto, Journey usw.

Im Falle von Ayreon versuchen sich umgekehrt "Rocksoldaten" (Norlander/Lucassen) als "Proggeneräle". Ohne Strategieausbildung geht so was in die Hosen. Man schickt Gastsolisten (Verstärkungen) ins Musikgefecht, ohne Gespür für effektiven Einsatz. Man weiß gerademal, dass die halt schießen sollen. Und die verschießen ihr Pulver tatsächlich gehorsamst ins Blaue.

Da singen wirklich gute Leute, aber erstens "wie"(?!) und zweitens "was"(?!).

Alle im selben Tempo in ähnlichen Kompositionen.

Um mal die Analogie zu wechseln: Die Trainer haben sportliche Talente der verschiedensten Art unter sich, verlangen aber von allen lediglich Liegestütze mit abschließendem Hockstrecksprung (als Pathosgleichnis). Niemand darf ans Reck oder in den Kraftraum.

Um das Einerlei zu kaschieren, werden ein paar Nebelkerzen gezündet.

Piep, Piep, Blubb, Klick. Die sogenannten "Progeffekte".

Ab und an lässt schon mal eine Idee aufhorchen: Der Refrain von Track 5 in Tonlage der späten Beatles, der Runrig/Big Country-Rural-Tupfer in Track 8, aber derartige Ausreißer werden umgehend von Synthesizern gemeuchelt.

Damian Wilson Song ist übrigens noch das beste Stück hier. Dessen Stimme erinnert mich an Fred Mühlböck von Novalis. Allerdings wartet der Song mit einer zweiten Novalisähnlichkeit auf: Ein inhaltlich nichtiger Text ohne Versmaß. Allerdings stört der Inhalt hier in Titel 9 längst nicht mehr. Seit dieser Mondlandungs-Fake-Arie (Track 4) wurden nur noch Plattitüden gesungen.

Track 5: "Ich stehe hier und heute in dieser noblen Meute/ der Rembrandt soll uns malen, wir können's auch bezahlen..."

Track 6: "Ich bete hier zum Jaguar, wie's bei den Mayas immer war..."

Track 9: "Gesprochen ward das Zauberwort, wir schleichen uns nun leise fort, der Kreis steht allein, die Druiden wurden zu Stein. Der Berg gibt nicht sein Rätsel preis, was es soll nun keiner weiß..."

Hab mit den Lyriks mich geschunden und sie hier deutschlings nachempfunden.

Ich finde sie sind für den ars's ist schade um das house on mars.

Im letzten Liede kommt der Hammer, ganz hochpoetisch Abschiedsjammer:

"Oje, war'n diese Träume schön! Ich hätte gern noch mehr geseh'n."

Da droht also ein 2. Teil! Ich suche in der Flucht mein Heil...

Sag' tschüß mit diesem Leckerbissen:

Zwischen Krokus und Narzissen hat hier halt E.T. geschissen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Asia ohne Hits aber mit Gilmourgitarre
Veröffentlicht am: 2.8.2004
Letzte Änderung: 30.3.2012
Wertung: 4/15

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Von: Jochen Lohr @ (Rezension 3 von 5)


Ich sag's ganz unpoetisch: dieses Album ist eine Ansammlung ideenloser, langweiliger, banaler, langsam vor sich in plätschernder Balladen, die durch Unmengen von Effekten auf Spacerock getrimmt werden. Mit Pink Floyd hat das Ganze zum Glück garnicht so viel zu tun, dazu ist die Musik hier viel zu trivial. Der Vergleich mit Eloy passt - auch wegen des Konzeptalbum-Ansatzes - viel eher. Meines Erachtens nach sollte man um dieses Album lieber einen Bogen machen. Im Grunde kann man von Glück sagen, dass Herr Lucassen auf die Idee kam, die beiden Universal Migrator-Hälften auf zwei Alben zu packen. Dadurch kann man sich das schwache erste einfach sparen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Eloy, Pink Floyd
Veröffentlicht am: 1.11.2005
Letzte Änderung: 1.11.2005
Wertung: 5/15

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Von: Christoph Scholtes @ (Rezension 4 von 5)


Vor 5 Jahren war ich noch begeistert von dem Kram. Mit etwas Abstand bleibt auch mir nur die Einsicht, dass dieser extrem floydig-spacig, rockig und analog ausgefallene erste Teil der Rockoper vor allem eins ist: extrem langweilig. Keiner der Gastsänger vermag Lucassens Kompositionen wirklich aufzupeppen, und das meiste geht im Einheitsbrei sang und klanglos unter. Einzig "My house on Mars" finde ich mehr als nett.

Fazit: ein vernachlässigbares Werk aus der Zeit, als man mit der Mucke noch Leute vom Hocker reissen konnte. Gabs da nicht noch einen zweiten Teil?

Anspieltipp(s): My House on Mars
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.11.2005
Letzte Änderung: 3.11.2005
Wertung: 5/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 5 von 5)


Beinahe bis zum Platzen aufgeblasenes Nichts. Gähnende Leereweile. Triviale Kompositionen, mit allerlei Effekten garniert, uniform, überkandiddelt, floydig, ein Tempo, Vielfalt an Sängern verschenkt... "Soylent Green" (siehe Holgers Rezension) ist das Nahrungsmittel, welches in einer Zukunft mit Überbevölkerung nahrhaft ist und alle satt kriegt. Wer den Film kennt, der weiss, woraus es besteht. "Dream Sequencer" ist mit zuvielen unwichtigen Nebensächlichkeiten angereicherte recyclierte Musik. Nach dieser Scheibe kann ich nicht behaupten, satt geworden zu sein. Aufstossen muss ich dennoch.

Anspieltipp(s): wie der Herr belieben..., klingt alles gleich!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.2.2008
Letzte Änderung: 13.2.2008
Wertung: 3/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ayreon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 The final experiment 8.25 5
1996 Actual fantasy 10.00 2
1998 Into The Electric Castle 9.00 5
2000 Universal Migrator Part II: Flight of the Migrator 8.40 5
2000 Ayreonauts only 9.00 1
2004 Loser (Single) 7.50 2
2004 Day eleven: Love (Single) 7.00 1
2004 The Human Equation 10.20 6
2008 01011001 7.50 2
2008 Ayreon vs. Avantasia (Elected EP) 6.00 2
2008 Timeline 8.00 1
2013 The Theory Of Everything 10.00 2
2017 The Source 11.00 1

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