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Everon

Fantasma

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2000
Besonderheiten/Stil: Melodic Rock / AOR; Progmetal
Label:
Durchschnittswertung: 8.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Oliver Philips vocals,keyboards and lead guitar
Christian Moos drums
Schymy bass
Ralf Janssen guitar

Tracklist

Disc 1
1. Men Of Rust 6:20
2. Perfect Remedy 5:19
3. Fine With Me 3:33
4. A Day By The Sea 5:47
5. Fantasma

1. Right Now ... 2:04
2. ... Til The End Of Time 5:16
3. Fantasma-Theme 0:38
4. The Real Escape 4:24
5. Whatever It Takes 2:10

6. Battle Of Words 3:42
7. May You 4:33
8. Ghosts-Intro 1:52
9. Ghosts 5:52
Gesamtlaufzeit51:30


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 4)


Auf Everon aufmerksam geworden bin ich erstmals, als 1995 "Flood" erschien. Damals heimste man Kritiken ein, die überschwenglicher nicht sein konnten und das auch sehr berechtigt. Der Nachfolger "Venus" zeigte mir dann sehr wenig Weiterentwicklung und wirkte drucklos und lustlos. Doch nun kommt "Fantasma". Und hier spürt man die Energie, den Willen einer Band, die es fast schon gar nicht mehr gab.

Aufgenommen im heimischen "Space Lab Studio" hat dieses Album einen Mordssound bekommen. So klingt man rauher als je zuvor, gleichzeitig aber druckvoller und wesentlich frischer. Und das tut den teilweise sehr komplexen Arrangements auf "Fantasma" sehr gut. Das Album ist ein sehr persönliches Werk von Gitarrist, Sänger und Keyboarder Oliver Philipps, der zu den Inhalten der Musik ja schon im Interview Stellung nahm. Und dieses Wechselbad der Gefühle schildert "Fantasma".

Los geht es mit "Men Of Rust". Ein Opener, wie er nicht mehr Lust auf das restliche Album vermitteln könnte. Atmosphärische Keyboards und dazu eine sehr schöne Piano-Melodie lassen bereits nach einigen Sekunden die erste Gänsehaut über den Rücken wandern und was danach kommt ist einfach nur perfekt. Für mich einer der stärksten Everon-Songs den ich je gehört habe. Mit "Perfect Remedy" wird erstmal etwas Tempo weggenommen. Mit viel Gefühl startet der Gesang. Sehr auffällig sind auch hier wieder die sehr schönen Keyboard/Piano Melodien, die eine eher traurige Atmosphäre vermitteln. Orchestrale Arrangements beim Refrain fügen sich sehr harmonisch in diesen Song ein. "Fine With Me" ist das härteste Stück auf dem Album. Geradezu psychedelisch sind die Gitarrenparts. Dazu gibt es Keyboardfanfaren im Hintergrund und schnellen Gesang. Mir persönlich ist das Stück etwas zu hektisch geraten, weshalb ich mich auch nicht so damit anfreunden kann. "A Day By The Sea" beginnt wieder mit sehr melancholischem Gesang und einer tollen Piano-Unterstützung. Da ist Gänsehaut garantiert. Eine wunderschöne balladeske Nummer. Daran fügt sich das Highlight des Albums nahtlos an: "Fantasma" ist in fünf Parts unterteilt und insgesamt 14.37 min lang. Bei "Right Now ... Til The End Of Time" dominiert eine sehr harte Gitarre. Ein toller Refrain und zum Abschluß sogar der Einsatz einer Geige zeigen die Klasse der Band auf. Weiter geht es mit dem "Fantasma-Theme", einem kurzen aber sehr prägnanten Piano Stück. Es dient als wunderschöner Übergang zu "The Real Escape", welches mit klassischer Gitarre und Cello beginnt. Darauf setzt wunderbar melancholischer Gesang ein. Sowas von gefühlvoll. Die letzten 1.30 min setzt dann die Band ein. Das Thema des Songs wird weitergeführt und plötzlich kommt da wieder das "Fantasma-Theme" auf, mit dem man sich dann auch schon im Abschlußpart "Whatever It Takes" wiederfindet. Das Thema wird bis zum Ende getragen und eine herrliche Atmosphäre gezaubert. Ein Highlight.

Eigentlich könnte nach diesem Stück Musik eine große Leere kommen, die jeder für sich füllen sollte. Mit "Battle Of Words" kommt aber ein Instrumentalstück, welches mal nicht dazu dient nur selbstgefällig Soloparts zu produzieren, sondern eine tolle Struktur aufweisn kann. Mit "May You" gibt es dann wieder eine sehr gefühlvolle Ballade. Wieder sind es die Piano und Gesangsparts, die mich begeistern können. Den Abschluß macht "Ghosts" (so sollte eigentlich das Album heißen). Ich glaube, dieses Werk spricht für sich. Bereits das Intro mit melancholischen, traurigen Instrumentalparts zeigt, dass hier sehr viele persönliche Erfahrungen verarbeitet wurden. Der Song ist diesmal von der Gitarre getragen und wieder lösen die tollen Melodien eine Gänsehaut aus. Ich laß das jetzt so stehen. Kein Wort dieser Welt könnte dieses Gefühl beschreiben. Fazit: Everon haben mit "Fantasma" ein Werk geschaffen, welches in keiner Sammlung anspruchsvoller Rockmusik fehlen sollte. Die Musik, die Texte, das Cover. Alles in allem bildet dieses Album ein rundum gelungenes Werk. Lediglich "Fine With Me" fällt etwas aus dem Rahmen. Ein tolles Werk!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.4.2000
Letzte Änderung: 8.1.2004
Wertung: 11/15

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Von: Dennis Egbers @ (Rezension 2 von 4)


Mag sein, daß Everon einfach überhaupt nicht mit meinem Musikgeschmack kompatibel sind, aber ich muß hier doch meinem geschätzten Vorrezensenten energisch widersprechen. Selten habe ich von einer Band, die sich ja anscheinend zumindest zum Teil für eine Progband hält, einen dermaßen ins Groteske übersteigerten Melodic Rock mit progmetallischen Elementen gehört. Wie sagte Kollege Mangold doch zum Nachfolger "Bridge": "Die Musikrichtung von Everon würde ich als "Schlagermetal mit Progelementen" bezeichnen, und es gibt genügend Gründe, um das ziemlich finster zu finden." Das paßt eigentlich wie die Faust aufs Auge und in der Tat finde ich auch "Fantasma" ziemlich daneben.

Sicherlich ist die Produktion ganz ordentlich gelungen und auch die Fähigkeiten an den Instrumenten sind nicht wirklich zu kritisieren, aber der Rest, der Rest! Everon folgen musikalisch tatsächlich dem Pfad des aufgeblasenen Stadion-AOR, der in den 80ern von Bands wie Asia groß gemacht wurde. Nun finde ich von Asia bei weitem nicht alles schlecht, aber Everon übersteigern das meiste wirklich bis ins Obskure. Eine aufgeblasene Produktion, ein alles niederwalzender "Wall of Sound", Balladen, bei denen der Kitsch literweise aus den Boxen trieft (es sei nur "May you" genannt, ürgsel!), pathetischer Gesang - dazu gesellen sich dann noch aus dem Metal entlehnte bratzelnde Gitarren, die das ganze nur noch ungenießbarer machen. Wo die vielbeschworenen Progelemente liegen sollen, frage ich mich ernsthaft - nicht jede Band, in deren Musik es mal ab und an einen Break gibt, macht Prog. Obwohl, wenn ich mir so einige Soloergüsse von Rick Wakeman und manch fehlgeleites NeoProg- und BombastProg-Erzeugnis ins Gedächtnis rufe, dann könnte der Einfluß daher stammen.

Fazit: Ich mag wirklich oft Bombast, ich mag ab und zu eine Ballade, ich mag krachende Gitarren. Aber nicht so ekelhaft aufgeblasen und verkitscht! Die Platte ist nichts für mich, meiner Meinung nach ungenießbar schleimiger Bombast-AOR. Da aber recht sauber eingespielt, verkneife ich mir hier mal eine vollkommen auf Bodenkontakt gehende Wertung.

Anspieltipp(s): May You oder Fine with me (zur Abschreckung)
Vergleichbar mit: Asia mit härteren Gitarren, aber noch kitschiger
Veröffentlicht am: 9.4.2004
Letzte Änderung: 9.4.2004
Wertung: 3/15

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Von: Michael Hirle @ (Rezension 3 von 4)


Meine Güte, schon wieder 12 Jahre vorbei. 2000 war ja auch schon mal Weltuntergang, ich erinnere mich. Darum haben nicht wenige Bands noch schnell ein Scheibchen auf die Welt losgelassen, wenn schon Weltuntergang, dann wenigstens mit tollem Soundtrack. Arena's Immortal?, Ayreon's Universal Migrator I+II, Enchant's Joggling 9 or dropping 10, Fates Warning's Disconnected, Flower Kings Space Revolver, Peter Gabriel's Ovo, The Gatherings If-then-Else, GYBE's Lift your skinny..., IQ's Seventh House, King Crimsons The ConstruKction of Light, King's X Please Come Home...Mr. Bulbous, Nightwish's Wishmaster, Pain of Salvation's Perfect Element I, Porcupine Tree's Lightbulb Sun, Radiohead's Kid A, RPWL's God has failed, Spock's Beard's V, Spiral Architect's A Sceptic's Universe, Sylvan's Encounters, Symphonie X V, Devin Townsend's The Physicist, Transatlantic's SMPTe...da kann schon die ein- oder andere Veröffentlichung untergehen.

Auch Everon's "Fantasma" erblickte 2000 das Licht der Welt. "Fantasma", ein Gespenst, ein Schatten trieb sich noch unsichtbar durch die Weltgeschichte. Die herausragende Fähigkeit eines Künstlers ist es, etwas zu erspüren, und diese Schwingung festzuhalten. Sensibilität ist der Schlüssel, entweder man hat ihn oder nicht. Egal ob Malerei, Musik oder Literatur, große Kunst hat immer etwas prophetisches und sei es nur der Augenblick, in dem sich der Betrachter mit dem Kunstwerk tief verbunden fühlt.

Everon's viertes Album war anders als seine Vorgänger. Erdiger, ja irgendwie, menschlicher. Der Eindruck schlägt sich nicht nur auf dem Cover nieder. Wo vorher der Blick auf Meer ("Paradoxes", "Flood") und Weltraum ("Venus") ruhte, erreicht das kleine Schiff vom "Paradoxes" Cover endlich Festland. Auf "Bridge" hat man den Hafen dann erreicht und blickt auf eine Stadt. Auf "Flesh" folgt ihre Zerstörung. Auf "North" geht die Reise nach einer neuen Insel weiter, diesmal nicht mit großem Segelschiff, sondern im kleinen Ruderboot.

Auf "Fantasma" folgt der Rückzug vom Extraterrestrischen ins Terrestrische, vom Außen ins Innen. Der Bombast von früher ist jetzt reduzierter, das Orchester wich sozusagem einem Streichquartett. Jetzt treffen die Melodien unmittelbarer, noch direkter, ins Herz. "A Day by the Sea", "The Real Escape", "Battle of Words", "May You", "Ghosts", das ist Songwritingkunst auf höchstem Niveau. Billy Joel oder Elton John wären mit den Nummern ohne Umwege in die Charts gesprintet. Warum ich gerade diese beiden Künstler erwähne und keine Progkapelle? Es sind die Melodien. Sie sind dem anspruchsvollem Pop (mit dem Ausgangspunkt Klassik) näher, als der Technikwundertüte Prog. Emotionen werden in leiden-schaftliche Melodien gegossen, die den Hörer unmittelbar mitreissen und dies ganz ohne Kitsch und hohlem Bombast. Der Hörer tritt in die Fusstapfen des Künstlers und lotet mit ihm seine eigenen Tiefen aus. Kunst, was willst du mehr? Eine Fortsetzung. Und die gabs schon 2 Jahre später mit dem wunderbaren "Bridge".

Anspieltipp(s): A Day by the Sea, May You, Ghosts
Vergleichbar mit: Everon
Veröffentlicht am: 9.2.2012
Letzte Änderung: 8.2.2012
Wertung: 12/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 4 von 4)


Eingängiger ProgMetal ist es, welchen die vier Musiker von Everon hier auf „Fantasma“, dem bereits vierten Studio-Album der Krefelder abliefern. Melodischer ProgMetal, der auch beim ersten Hören sehr schnell ins Ohr geht. Die Musik benötigt keine Anlaufzeit, alles klingt sofort und weiß auch durchgängig zu gefallen, wenn man mit einer Mischung aus sanfteren und etwas „härteren“ Tönen etwas anzufangen weiß – was einem ProgMetal-Freund allerdings keine Schwierigkeiten bereiten dürfte. Insgesamt überwiegen auf „Fantasma“ die harmonischen Töne. Der Großteil der Musik ist ruhig und sanft gehalten und umspielt das Ohr eher, als dass sie dort explodieren würde.

Oftmals klingt das Ganze sogar richtiggehend symphonisch, dichte Keyboardteppiche sorgen für die nötige Fülle. Schönen Pianoabschnitten gilt es auf „Fantasma“ zu lauschen, genauso wie Liedern, die durch den Einsatz von Cello oder Violine zusätzlich mit einem weichen Anstrich überzogen werden, sodass dem Hörgenuss eigentlich nichts im Wege steht, wenn man auch die Melodiösität und viel harmonische Klänge in der Musik sucht. Somit benötigt das Album zudem keine Eingewöhnungszeit, alles klingt und wirkt bereits beim ersten Mal des Hörens.

Besonders gelungen ist Everon auf „Fantasma“ das letzte Lied „Ghosts“. Die Musik geht auch dieses Mal unverzüglich ins Ohr und der Text trägt ebenfalls dazu bei, dieses Lied zu einem guten Titel werden zu lassen. Keine Liebesbeschwörungen aus denen der Schmalz trieft und auch keine Fantasy-Szenarien. Dieses Mal gibt es eine Mischung aus Selbstreflexion und Sozialkritik zu hören – allein diese Abwechslung ist schon mal eine Erwähnung wert. Dazu die Musik, die das gesungene Wort passend unterstreicht und fertig ist der Höhepunkt des Albums, auf den man bis ganz zum Schluss des Albums warten muss.

Fazit: Eingängiger ProgMetal in seiner harmonisch-symphonischen Form wird einem auf „Fantasma“ von Everon geboten. Dabei wird weder die Musik noch das entsprechende musikalische Genre mit neuen Ideen bereichert. Muss dieses Album allerdings auch nicht, denn es unterhält, was sicherlich auch der Ansatz war. Ziel erfüllt bleibt da nur noch festzustellen.

Anspieltipp(s): The Real Escape, Ghosts
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.5.2018
Letzte Änderung: 10.5.2018
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Everon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Paradoxes 8.00 2
1995 Flood 9.50 2
1997 Venus 9.00 2
2002 Bridge 10.50 2
2002 Flesh 11.50 2
2008 North 9.67 3

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