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Procol Harum

Grand Hotel

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; ArtPop; Klassikrock / Adaptionen
Label: Chrysalis
Durchschnittswertung: 8.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Gary Brooker Gesang, Klavier
Alan Cartwright Bass
B.J. Wilson Schlagzeug, Mandoline
Mick Grabham Gitarre
Chris Copping Orgel

Tracklist

Disc 1
1. Grand Hotel 6:10
2. Toujours l'Amour 3:32
3. A Rum Tale 3:20
4. T.V. Ceasar 5:52
5. A Souvenir of London 3:23
6. Bringing Home The Bacon 4:21
7. For Liquorice John 4:27
8. Fires (Which Burnt Brightly) 5:10
9. Robert's Box 4:45
Gesamtlaufzeit41:00


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Der Titelsong gehört zu den Klassikern im Repertoire von Procol Harum. Hier wandelt die Band mal wieder stark auf Klassik-Rock-Pfaden. Der eher symphonischen Melodie in der Strophe steht ein walzerartiger Refrain gegenüber, dazu kommt ein an Kirmesmusik erinnerndes instrumentales Zwischenspiel, das sich in ein ArtRock-typisches Gitarrensolo steigert. Chor und Orchester werden sehr dezent und geschmackvoll eingesetzt. Das Stück ist überwiegend in schleppendem Tempo gehalten und erzeugt eine gewisse "dekadente" Atmosphäre, ebenso wie die nobel gekleideten Musiker auf dem Cover.

Leider war das auch schon der Höhepunkt des Albums. Die restlichen Songs fallen allerdings nicht so stark ab, wie dies noch auf "A Salty Dog" der Fall war. Geboten wird netter ArtPop mit leichtem Klassik-Touch, bei dem vor allem das feine Zusammenspiel von Klavier und Orgel gefällt. Hervorzuheben sind noch das in mächtigen Orgelklängen schwelgende "For Liquorice John" und das melancholische Klavierstück "Fires (Which Burnt Brightly)", in dem die Stimme einer Backgroundsängerin einen netten Kontrast zu Gary Brookers soul-gefärbtem Organ bildet.

Der Schrammelsong "A Souvenir of London" nervt allerdings schon etwas, vor allem, wenn der von mir sonst als Sänger sehr geschätzte Gary Brooker gegen Ende des Stücks so eine Art Kneipengegröhle anstimmt.

Anspieltipp(s): Grand Hotel, For Liquorice John
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.1.2004
Letzte Änderung: 23.1.2004
Wertung: 8/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 3)


Der scheidende Gitarrist Robin Trower wurde durch Micky Grabham ersetzt, der sich den Kompositionen Brookers unterordnet und sehr songdienlich spielt. Desweiteren kam mit Alan Cartwright wieder ein echter Bassist in die Band, so daß sich Chris Copping voll auf seine Orgel konzentrieren kann, was ihm hörbar gut tut, da sie im Vergleich zu den beiden Vorgängeralben wieder etwas prominenter vertreten ist.

Nach dem Weggang Trowers ist Gary Brooker wieder die alleinige Leitfigur bei Procol Harum. Und das lebt er in seinen überbordenden Kompositionen aus. Genauso pompös und klassizistisch wie das Cover sind auch die Songs, beginnend mit dem Titelsong "Grand Hotel", dessen romantischer Beginn in einen Walzer übergeht, der wiederum von einem melancholischen Balalaika-Teil mit Orchester abgelöst wird. Ein phantastischer Song! Die weiteren Lieder sind zwar nicht mehr ganz so pompös, halten aber ein gutes Niveau mit vielen netten Ideen an Gitarre, Orgel und Klavier. Kurz vor Schluß gibt es mit "Fires (which burnt brightly)" noch ein zweites Highlight in Form eines wortlosen Scatgesangs von Christianne LeGrand von den renommierten Swingle Singers. Das ist an ähnliche Stücke von Burt Bacharach angelehnt, beispielsweise aus dem Soundtrack von "Butch Cassidy and The Sundance Kid".

Diese Platte gefällt mir wieder deutlich besser als die beiden gitarrenlastigeren Vorgänger. Zwar ist nicht alles Champagner, was perlt, dennoch ist dies eine dicke Empfehlung an Freunde pompösen Artpops.

Anspieltipp(s): Grand Hotel, Fires
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.11.2005
Letzte Änderung: 7.11.2005
Wertung: 10/15
für mich persönlich eine 11

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Von: Roland Heil @ (Rezension 3 von 3)


"A whiter shade of pale","Homburg","A salty dog" - wer kennt diese Evergreens nicht. 1967 und ff. erschienen eroberten sie die diversen Radiohitparaden und manche Party erlebte damals ihren emotionalen Höhepunkt, wenn das Licht...

Man hatte bis dahin Ähnliches noch nicht gehört - bachähnliche Melodien, klassisches Piano und Orgel. Kaum E-Gitarre, kein damals typisches Beatgestampfe. - Und mit "Grand Hotel"(1973) knüpfen PH daran wieder an, nachdem die 2 Vorgänger-LPs eher gitarrenlastiger ausgefallen waren.

Pompös orchestral eröffnet der Titelsong das GrandHotel-Menue. Atmosphärisch werden wir in ein Hotel - 4/5-Sterne wohl - geführt und musikalisch darin in den dekadenten Luxus (Orchester + Chor, 3/4-Takt-was sonst) eingetaucht. Ein kurzes Gitarrensolo bringt uns die Erde wieder ein wenig näher.

Rockiger wird's mit "Toujours l'amour". Erinnert eher an Spät60er (Aaaah-Aaaahs!!) als an die 70er. Klingt heute etwas altbacken. Man bemerke - keine Ausblende!

"A rum tale" spricht für sich. Im 3/4-Takt erzählt der Pianist seine Geschichte. Kein Orchester und kein Chor ist zu hören Welche Geschichte? Sorry,mein Englisch...

In "T.V.Ceasar" singt Gary Brooker von "Mighty Mouse". Ich gehe davon aus, dass er damit nicht dem ballkickenden Kevin Keegan ein Denkmal setzen wollte. Nein, der Text passt irgendwie nicht zu Fußball. Jedenfalls wird wieder pompös aufgefahren und man kann im vollen Klangozean schwelgen und dabei einen Ohrwurm mitpfeifen oder -gröhlen, besser singen. Man kann's auch lassen.

Es wird klar, dass das Kreieren von eingängigen Melodien eine Stärke des Komponisten Brooker war. Ohne Peinlichkeiten oder Kitschfallen - meistens jedenfalls. Und immer wieder mit harmonischen Wendungen in barocke Klangwelten.

Relativ ungewöhnlich für Procol Harum was die Instrumentierung betrifft, zeichnet "A souvenir of London" aus. Rhythmisch sind sie in ihrem Gefilde (shuffle), aber soviel akustische Gitarre(n) überraschen mich schon. Ein Song, der mit Augenzwinkern rüberkommt und damit punkten kann. Ein kleines Highlight. Wobei die gesamte LP/CD Leichtigkeit mit ironischen Zügen durchzieht. Trotz Pomp und großen Gesten.

Rhythmisch stark akzentuert beginnt "Bringing home the bacon" um in ein - ja wie soll man's nennen - scharfes Orgelmotiv zu münden, das sich ins Gehör förmlich fräst. Und nicht mehr loslässt.

Mit "For liquorice John" wird's depressiv und moll-ig. Leicht verfremdetes E-Piano und Orgel begleiten die etwas eintönige Gesangsmelodie mit krummtaktigem Unterbau. Insgesamt muss man dem Song einen starken Charakter zugestehen. Eigenwillig.

Ein barockes Thema mit weiblichem, scatähnlichem Lalala leitet "Fire (which burnt brightly)" ein und verlässt den Hörer auch nicht mehr. Und darum herum entwickelt die Band wieder ihre Version von ArtPop mit barockklassischer Attitüde. Typischer geht's nicht.

Dann wird's wieder ironisch. Mit Latinorhythmik schwüler Natur geht's in "Robert's box". Was darin wohl passiert? Es ruft jemand nach dem Arzt, es bläst sich weiter auf und endet unspektakulär.

Nach dem spektakulären Beginn hätte man sich einen ebensolchen Abschluss gewünscht. Was lehrt uns das? - Das Leben ist kein Wunschkonzert. (5 Knödel für das Phrasenschwein)

Wie sieht das Fazit aus? Es liegt ein Werk vor, das von melodieselig großem Pomp und schwulstig-schwülem Flair lebt. Zu seiner Zeit sicher eine singuläre Veröffentlichung, die heutzutage niemanden mehr aus der Fassung bringt und deshalb mehr den nostalgisch gestimmten Hörer erfreuen kann als den jung-dynamischen, neugierigen Rockhörer. Aber wer weiß das schon...

Anspieltipp(s): Grand Hotel,T.V.Ceasar,Fire
Vergleichbar mit: Procol Harum
Veröffentlicht am: 7.5.2014
Letzte Änderung: 8.5.2014
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Procol Harum

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1967 Procol Harum 10.00 2
1968 Shine On Brightly 10.33 3
1969 A Salty Dog 6.00 1
1970 Home 8.00 2
1971 Broken Barricades 8.00 2
1972 Live In Concert With The Edmonton Symphony Orchestra 11.00 2
1974 Exotic Birds and Fruit 8.00 2
1975 Procol's Ninth 7.00 1
1977 Something Magic 9.50 2
1991 The Prodigal Stranger 4.50 2
1997 30th Anniversary Anthology 9.00 1
2004 Live At The Union Chapel (DVD) 8.00 1
2017 Novum 6.00 1

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