SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
22.9.2017
The Tangent - The Slow Rust Of Forgotten Machinery
21.9.2017
7C - Compartment C
The Great Discord - The Rabbit Hole
White Moth Black Butterfly - Atone
20.9.2017
Panther & C. - Il Giusto Equilibrio
19.9.2017
Mastermind - Until Eternity
Hällas - Hällas
Pere Ubu - The Pere Ubu Moon Unit
Arabs in Aspic - Victim of Your Father´s Agony
17.9.2017
VagusNerve - Lo Pan
Guerilla Toss - Gay Disco
Igorrr - Hallelujah
Zanov - Moebius 256 301
Zelinka - Zelinka
Arabs in Aspic - Syndenes Magi
16.9.2017
Papir - V
Filter-Kaffee - 100
Guerilla Toss - Gay Disco
ARCHIV
STATISTIK
23876 Rezensionen zu 16314 Alben von 6337 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Emerson, Lake & Palmer

Emerson, Lake & Palmer

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1970
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Island
Durchschnittswertung: 11.6/15 (6 Rezensionen)

Besetzung

Keith Emerson keyboards
Greg Lake bass, guitar, vocals
Carl Palmer drums

Tracklist

Disc 1
1. The Barbarian 4:27
2. Take A Pebble 12:32
3. Knife-Edge 5:04
4. The Three Fates

1. Clotho (Royal Festival Organ)
2. Lachesis (Piano Solo)
3. Atropos (Piano Trio)

7:46
5. Tank 6:49
6. Lucky Man 4:36
Gesamtlaufzeit41:14


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 6)


"Emerson, Lake & Palmer" waren wohl so etwas wie die erste Supergroup des im Entstehen begriffenen Prog: Emerson von "The Nice", Lake von "King Crimson" und Palmer von "Atomic Rooster". Und dass das Supergruppen-Konzept hier tatsächlich aufging, zeigt die Musik: gleich mit ihrem Debutalbum präsentieren sich ELP frisch, kraftvoll und originell und verarbeiten dabei die Erfahrungen ihrer vorherigen Bands und gehen gleichzeitig darüber hinaus.

Emerson zeigt sich sowohl mit kraftvoll agressivem Hammond-Spiel, wie wir es schon aus "Nice"-Zeiten kennen ("The Barbarian", "Knife-Edge"), augenzwinkernder Verwerter barocker Motive (Mittelteil von "Knife-Edge"), als auch als virtuoser Pianist mit einer Leidenschaft sowohl für moderne Klassik (allerdings diesseits der Zwölfton-Musik oder sonstiger Avantgarde-Experimente) wie für Jazz und Boogie Woogie ("Lachesis", "Atropos", Zwischenspiel in "Barbarian", "Take A Pebble"). Weiterhin leistete diese Platte einen wertvollen Beitrag für die Etablierung des Synthesizers in der Rock-Musik. OK, aus heutiger Sicht hat der Autor und Synthesizer-Programmierer Peter Gorges nicht ganz unrecht, wenn er den berühmten Solo-Sound in der Single "Lucky Man" einen der 'kreuzdämlichsten Klänge der Synthie-Geschichte' nennt, aber was auf heutige Ohren piepsig und unfreiwillig komisch wirken kann, war damals - 1970! - auf jeden Fall Speerspitze und bis dato kaum gehört. Und Emersons Synthie-Orchester in "Tank" beweist auf jeden Fall, dass man den Synthesizer auch zu gutem Effekt und vollem Sound und nicht nur für Bach-Bearbeitungen a la Walter Carlos einsetzen kann. Aber die ganze Geschichte, wie Emerson Bob Moog damit schockte, dass er den kompletten monströsen modularen Moog mit aus Tour nehmen wollte, muss anderswo erzählt werden...

Aber auch Lake macht hier mal fast nur Freude: seine Stimme wirkt frisch, unverbraucht, kraftvoll, und das akustische, intime bis hymnische "Take A Pebble" mit ausgedehnten Variationen im Mittelteil ist tatsächlich schön melancholisch und dicht. Und Palmer als Schlagzeuger ist sowieso ohne jeden Fehl und Tadel.

Ein wirklich gutes, erfreuliches Debutalbum einer grossen Band; eine Scheibe mit Anspruch aber ohne peinliche Aussetzer (auch wenn "Lucky Man" nicht unbedingt eine Offenbarung ist...), die die musikalischen und sonstigen Exzesse (Perserteppiche auf der Bühne, schwebende Flügel, mit Feuerwerk malträtierte Moogs etc.) späterer Zeiten kaum erahnen lässt, sondern eine gelungene Kombination verschiedener Einflüsse darstellt.

Anspieltipp(s): The Barbarian, Atropos
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.4.2002
Letzte Änderung: 24.4.2002
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Markus Peltner @ (Rezension 2 von 6)


41 Jahre hat dieses Album nun bereits auf dem Buckel. 41 Jahre und gleichzeitig ist es das Erstlingswerk dieser Formation. Und was für ein Debüt-Album haben die drei Musiker Keith Emerson, Greg Lake und Carl Palmer hier geschaffen: Progressive Rockmusik vom Allerfeinsten. Progressive Rockmusik, die auch elf Jahre nach der Jahrtausendwende immer noch begeistert. Zu den einzelnen Stücken: Die Platte beginnt mit dem Instrumentalstück "Barbarian", einer tollen Nummer, die zunächst von verzerrten Gitarren und dem Orgelspiel Keith Emersons lebt. Dann folgt ein treibender Pianoteil, bis schließlich wieder Orgel und E-Gitarre das Kommando übernehmen. Abgerundet wird das Ganze durch den genial gespielten Drumpart Carl Palmers. Heraus kommt ein Musikstück, welches nur so vor Kraft strotzt.

Und dann schließt es sich schon an, das Überlied auf dem Album: "Take A Pebble", aus der Feder von Greg Lake. Auf gut zwölfeinhalb Minuten wird hier so viel geboten, was andere Bands noch nicht mal in zwölf verschiedenen Liedern unterbekommen. Das Lied beinhaltet alles: Rock, Klassik, Jazz und Folk. Wunderschöne Melodien, klasse Gesangparts, genial gesetzte Breaks, ruhige wie treibende Passagen, tolle Gitarrenparts, ein klasse Pianosolo und unglaublich viel Atmosphäre. Wirklich ein absolutes Meisterwerk, das niemals langweilig wird und auch heute, nach 41 Jahren, nichts von seiner Magie verloren hat.

Dann folgt "Knife-Edge". Ein Stück, das wie ein Heavy Metal-Song beginnt, dann aber von seinem Spiel mit lauteren und leiseren Passagen lebt. Und hier hört man sie auch wieder, die Drums, wie man sie sich immer wünscht: kraftvoll, manchmal verspielt, aber immer auf den Punkt gesetzt.

Als nächstes gibt es das Stück "The Three Fates" zu hören. Im ersten Teil, "Clotho", ist es ein sehr kraftvolles Orgelstück, welches nur von einer leicht verspielten Passage durchbrochen wird. Der zweite Teil "Lachesis" ist eine wunderschöne Piano-Solo-Nummer, die zum Träumen einlädt. Schließlich folgt der dritte Teil, "Atropos", der wieder vom Orgelspiel eingeleitet wird. Hier wirkt alles verspielt, zum Teil sogar fast improvisiert. Und in diesem Part gibt es auch die etwas schrägeren Pianoläufe, die ein Stück progressiver Musik immer wieder bereichern.

"Tank" ist für mich das schwächste Stück auf dem Album. Klasse hier zwar das Schlagzeugsolo Carl Palmers in der Mitte der Nummer, aber mit dem Rest, vorne wie hinten, kann ich nicht mehr ganz so viel anfangen. Das klingt nach reiner Improvisation auf dem Synthesizer, unterstützt vom Bass - ist es aber mit Sicherheit nicht.

Zum Schluss gibt es dann noch den bekanntesten Titel auf dem Album: "Lucky Man". Das Lied ist eigentlich eine ganz nette Nummer, die aber so überhaupt nicht zum Rest der Platte passt. Trotzdem nicht schlecht, bis bei etwa 3:20 das Synthesizer-Solo einsetzt. Wie mein Vorrezensent schon schrieb: Das wirkt heutzutage unfreiwillig komisch. Ich habe mir die Platte das erste Mal 1987 gekauft - und auch damals klang das Ende des Liedes schon nicht gut!

Fazit: Das erste Emerson, Lake und Palmer Album ist ein absoluter Klassiker und sollte in keiner Rockmusik-Sammlung fehlen. Auf diesem Album wurden die Weichen für viele andere Bands gestellt, die sich davon inspirieren ließen - und es enthält mit "Take A Pebble" auch noch ein absolutes Überlied.

Anspieltipp(s): Take A Pebble, The Three Fates, Lucky Man
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.10.2011
Letzte Änderung: 3.3.2012
Wertung: 11/15
Ein klasse Debüt!

Zum Seitenanfang

Von: Horst Straske @ (Rezension 3 von 6)


ELP haben die typischen Stilmerkmale eines tastenbetonten Sounds bereits auf ihrem Debüt vereint, das sich stilistisch doch sehr von den Rockheroen der gleichen Zeit inspiriert zeigte. Obwohl sich das Songmaterial hörbar von Klassik und Jazz beeinflusst präsentierte, war das Trio letztendlich doch weit von der intellektuellen Verschlossenheit vieler Progbands entfernt. Vor allem Bescheidenheit war bei ELP niemals eine Zier. Vielmehr war ein stets präsenter Hang zur pompösen Gigantomanie allgegenwärtig. Bereits als Supergroup gegründet, schickten sich die drei Briten an, die Rockfans auf dem Globus mit ihrem spieltechnisch ohne jeden Zweifel perfekten Tastenbombast im Flug zu erobern.

Im Veröffentlichungsjahr des Debüts gehörten ELP bereits zum Line-Up des legendären Isle of Wight-Rockfestivals und setzten hiermit den Grundstein für die weitere sündhaft teuere sowie aufwändige Bühnenpräsenz der folgenden Jahre. Gerade diese visuelle Komponente mit einem Keith Emerson vor einem gigantischen modularen Moogsystem und einem Carl Palmer hinter einem riesigen Drumkit wurde zu einem charakteristischen Markenzeichen für das Trio. Auf ihrem ersten Album präsentierte sich die Band aber keinesfalls so extravagant, wie zu vermuten wäre, sondern bietet nur vordergründig pompöse Tasteneinsätze, wie im kraftvollen Opener "The Barbarian", einer gelungenen Adaption eines Werks von Bela Bartok.

Mit "Take A Pebble" tendiert die Band in Richtung einer jazzig-leichtfüßigen Erweiterung des intimen Singer-Songwriter-Stils. Die von Greg Lake in andächtiger Wehmut vorgetragene Gesangsmelodie glänzt mit einer unerwarteten emotionalen Wärme und wird von herrlich perlenden Pianoeinsätzen veredelt. Im ausgedehnten Instrumentalteil umhüllt ein zartgliedriger Akustiksound den Hörer und lässt diesen Titel zu einem unbestrittenen Klassiker im Repertoire der Briten avancieren.

Mit "Knife-Edge" tendiert der Sound aber doch in klischeehaftere Gefilde und steht für die tastendominierte Rock´n´Roll-Komponente im Sound der Band, was bisweilen so klingt, als ob hier eine Hardrockformation den Ausfall ihres angestammten Gitarristen kompensieren wolle oder als ob sich Jon Lord bei Deep Purple doch gegen Ritchie Blackmore durchgesetzt hätte.

"The Three Fates" wird von fulminantem Kirchenorgelsound eingeleitet und bietet im weiteren Verlauf aber auch viel Freiraum für sanft perlende Pianoklänge, die dann zum großen Finale aber behutsam an Dynamik gewinnen, um dann fast nahtlos zu dem breitflächigen "Synthesizerinferno" von "Tank" überzuleiten. Hier wird all der selbstverliebte Hang von Keith Emerson zur Darstellung als filigraner Tastenmagier in positiver Manier auf die Spitze getrieben.

"Lucky Man" wirkt beim konzentrierten Hören des gesamten Albums nicht als der typische Fremdkörper im Repertoire einer Band, sondern weiß im positiven Balladenschwulst einen balladesken Pomp zu entfalten, der vortrefflich zum Sound der Band passt.

Anspieltipp(s): The Barbarian, Tank
Vergleichbar mit: ELP
Veröffentlicht am: 11.11.2011
Letzte Änderung: 10.11.2011
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Nik Brückner @ (Rezension 4 von 6)


Das erste Album der jungen Supergroup Emerson, Lake & Palmer ist ein Meilenstein des Progressive Rock. Obwohl die Band eigentlich nur eine Weiterführung von The Nice mit anderen Mitteln – gemeint ist: besseren Musikern – war, heben ihre Mitglieder alles, was The Nice als die eigentlichen Pioniere dieser Musikrichtung taten, auf ein neues Niveau: Herangehensweise, Konzept, spieltechnische und kompositorische Qualität. ELP waren wie The Nice eine im Bluesrock wurzelnde Progband, die mit Elementen aus Klassik und Jazz experimentierte, aber sie taten es mit einer neuartigen Zielstrebigkeit, Konsistenz und Fertigkeit. Der technische Fortschritt, an dem zumindest Emerson und Palmer während der 70er Jahre maßgeblich beteiligt waren, trug das seine zu der rasanten Entwicklung einer Band bei, die innerhalb nur weniger Jahre von einem Orgeltrio, wie es sie zu dieser Zeit viele gab, zu einer technisch hochgerüsteten Musikerarmee wurde, der ein Arsenal an akustischen, analogen und synthetischen Instrumenten zur Verfügung stand (ganz zu schweigen von ihren zeitweiligen orchestralen Extensionen), mit dem sie souverän wie keine zweite Band der damaligen Zeit umzugehen wusste. Eine Entwicklung zudem, die sie mit technikkritischen Werken wie „Tank“, „Tarkus“ oder „Karn Evil 9“ immer selbst kritisch zu begleiten und zu hinterfragen wusste. Bei aller Neigung zur Übertreibung - das Können und die schiere Intelligenz dieser Band sind gleich von Beginn an erstaunlich.

Bereits der Beginn des ersten Albums ist eine Zusammenfassung dessen, was ELP in den nächsten drei, vier Jahren ausmachen würde und damit ein Orientierungspunkt und Wegweiser für die Band: Nicht umsonst eröffnet das Debüt mit „The Barbarian“, einer Adaption der „Allegro Barbaro“ von Béla Bartók. Dieses Stück, eine Art traditionelle ungarische Volksklänge mit moderner Harmonik vereinende bitonale Orgie aus gewalttätigen Dissonanzen, markierte im Jahr 1911 eine Revolution in der Musik und das Aufgreifen dieses Statements des Modernismus sollte die Modernität ELPs unterstreichen. Gleichzeitig stand „The Barbarian“ für die Aggression, die rohe Brutalität, aber auch für die Virtuosität und die Klassik-Affinität der Band.

Die Abwesenheit jeglichen Tasteninstrumentariums jenseits von Orgel und Klavier reduziert das Klangspektrum des Stückes, aber zu seinem Vorteil. Denn dadurch, sowie durch die Verwendung eines stark verzerrten Bass-Sounds und der Übersetzung der Bartókschen Rhythmen in die stetigen Beats der Rockmusik arbeiten ELP das rohe Skelett des Stückes nur umso deutlicher heraus. Emerson bewahrt den dreiteiligen Aufbau des Stücks, betont ihn aber dadurch, dass er in den rahmenden Teilen die Orgel, im Mittelteil das Klavier verwendet und den letzten Teil erheblich ausbaut. Dadurch ist er in der Lage, dem Stück ein umso dramatischeres Ende zu verpassen: „The Barbarian“, die allererste, ist gleich eine der gelungensten Klassikadaptionen der Band.

Es folgt „Take a Pebble“, ein Stück, das seinesgleichen auf den Alben ELPs sucht – und nicht findet. Der Ansatz ist vielversprechend und meiner Meinung nach eine durchaus praktikable Idee, wie man die Balladenvorliebe Lakes in den Prog-Kontext der ELP-Alben erfolgreich hätte integrieren können: Eine Songidee Lakes wird durch verschiedene Improvisationsteile weiterentwickelt, bis die Band am Schluss wieder zu dem ursprünglichen Song zurückkehrt. Dass man diese an sich erfolgversprechende Idee später nicht wieder aufgegriffen und weiterentwickelt hat, mag daran liegen, dass sich die musikalischen Ideen Lakes und Emersons mit den Jahren auseinanderbewegten, vielleicht aber auch daran, dass der erste Versuch nicht wirklich gelungen war.

„Take a Pebble“ besteht also aus drei Teilen, deren mittlerer, die Improvisation, ebenfalls dreiteilig angelegt ist: Ausgehend von Lakes Gesangsmelodie entspinnt zunächst Emerson ein überraschend blues- und jazzfernes Klaviersolo, wird dann von Lake mit seiner Akustikgitarre abgelöst, nur um am Ende wieder zu übernehmen, wenn er mit einer Art pastoralem Jazzpart zum abschließenden Songteil überleitet. Ich weiß, viele lieben „Take a Pebble“ und die Fachleute loben es gemeinhin als einen Höhepunkt des ELP-Debüts. Aber ich habe nie verstanden, wie das Stück eigentlich genau zusammenhängt – von den Variationen der Gesangsmelodie in Emersons erstem Solo und dem Ostinato im zweiten einmal abgesehen: Was genau soll der Bluegrass-Teil Lakes im Mittelteil? Wie schließt der an den Rest des Songs an? Dass die Band selbst von „Take a Pebble“ besonders überzeugt war, wage ich zu bezweifeln: In den Konzerten damals wurde der Song hauptsächlich als Vehikel für allerlei selbstdarstellerische Improvisationen benutzt, ein Zeichen dafür, dass man den Sinn desselben selbst nicht so richtig erkennen konnte.

Mit „Knife Edge“ ist das Album dann wieder mit ganzer Macht auf der Höhe seiner Qualität. Wie „The Barbarian“ greift auch „Knife Edge“ auf klassisches Material zurück - hier die „Sinfonietta“ des tschechischen Komponisten Leŏs Janáček -, allerdings im Gegensatz zum „Allegro Barbaro“ nur recht lose. Die Überarbeitung geht in diesem Fall viel weiter: ELP machen aus dem Instrumentalstück einen Song und übernehmen nur das Bassriff wörtlich sowie eine Trompetenmelodie, die Emerson zur Gesangsmelodie Lakes umfunktioniert. Und hier zeigen sich schon früh ELPs Stärken: Die Klassikadaptionen der Band sind umso stärker, je mehr sie die Stücke zu ihren eigenen macht - für einen unbedarften Hörer ist „Knife Edge“ gar nicht als Adaption zu erkennen. Aus dem Triumphlied Janáčeks zur Befreiung Tschechiens von der deutschen Besatzung wurde ein düsterer, aggressiver Bluesrock, der allerdings von Beginn an deshalb seltsam anmutet, weil sein Hauptriff nicht, wie im Blues üblich, vier, sondern nur drei Takte lang ist. ELP nutzen diesen Effekt und verstärken ihn, indem sie ihn mit Variationen des Riffs konterkarieren, die dann auch mal die üblichen (zwei oder) vier Takte lang sein können. Kontraste prägen auch den mittleren, instrumentalen Teil: Emerson zitiert mit größerer Wirkung, als ihm das bei The Nice je gelang, bei Johann Sebastian Bach, nämlich aus seiner ersten Französischen Suite. Der Effekt ist ebenso überraschend wie erstaunlich, umso mehr als er auf Anhieb absolut überzeugt: Was könnte an dieser Stelle sonst kommen!

Mit „The Three Fates“ schließt sich das erste in einer Reihe dreiteiliger Konzeptwerke ELPs an. Die drei griechischen Schicksalsgöttinnen werden mit Hilfe verschiedener Instrumente und Instrumentierungen musikalisch repräsentiert. „Clotho“ ist ein Solostück für Orgel, dass von Messiaen inspirierte (aber nicht adaptierte) deklamatorisch-dissonante Fortissimo-Akkorde stillen, dem Bebop abgelauschten, Passagen gegenüberstellt. In „Lachesis“ lösen Piano-Arpeggios die Orgel ab, und Emerson stellt neues Material vor, das anfangs lose auf Melodien aus „Take a Pebble“ Bezug nimmt, löst diese aber schnell in kleine und kleinste Fragmente auf und wechselt von einer folkigen Stilistik zu einer an Franz Liszt erinnernden Romantik hinüber. Die linke Hand greift das Thema zwar später noch einmal auf, das bleibt aber ohne Folgen. Erst wenn die Rechte es wieder aufnimmt, stabilisiert sich das Thema erneut, allerdings nur, um sogleich wieder in Bebop-inspirierten Arpeggios aufgelöst zu werden. Die Tonarten wechseln, dann ist plötzlich die Orgel wieder da und leitet über zu „Atropos“, einem Klaviertrio, bei dem Emerson die Overdubbingtechnik des Aufnahmestudios nutzt, um sich zusätzliche Hände zu verschaffen. Ein 7/8-Ostinato, vorangetrieben von Palmers polyrhythmischer Percussion bildet die Basis für Improvisationen Emersons, die klug dem Stil Bartóks abgehorcht sind. Ein dumpfer Knall signalisiert das Ende: Atropos hat den Faden durchtrennt. „The Three Fates“ funktioniert auf mehreren Ebenen: Zunächst einmal scheint es eine kleine Reise durch die Musikgeschichte zu sein, von der Ära der Kirchenorgeln durch die Musik des neunzehnten Jahrhunderts hin zur instabilen und dissonanten Musik der Gegenwart. Das Erscheinen und Verschwinden verschiedener musikalischer Motive, ihr erneutes Wiedererscheinen, symbolisieren auf der anderen Seite, wie man im Leben häufig den Faden verliert, ihn sucht, wieder findet und sich an ihm durch das Labyrinth des Daseins weiter vorwärtshangelt, bis er am Ende durchtrennt wird. Diese Lesart wird verstärkt durch den Wechsel der Tonarten im Stück, eine Technik, die Emerson hier erstmals auf einem ELP-Album anwendet und die er mit wachsendem Erfolg immer wieder einsetzen wird. Sie ist es, die vor allem die ausladenden Stücke der Band immer überraschend und abwechslungsreich halten wird – und sie ist es auch, die praktisch keine der so genannten Retroprogbands auch nur annähernd so beherrscht wie Keith Emerson. „Retro“ bedeutet Orientierung woran?!?

„Tank“ beginnt mit einer vage an Bossa Nova erinnernden Schlagzeugfigur in einem lässigen, aber vorwärtstreibenden 4/4-Groove, in den bald auch Lake mit einer seiner virtuosesten Basslinien einfallen wird, darüber legt Emerson mit seinem Clavinet einen 6/8-Takt, wodurch ein fiebriger polyrhythmischer Effekt erzeugt wird. Emerson soliert darüber mit erneut vom Bebop beeinflussten Melodien, erzeugt aber durch Overdubbing eine Art Jazz-Kontrapunkt, so dass all diese Elemente die zentralen Orientierungspunkte ELPs noch einmal zusammen und auf den Punkt bringen: Barock, Jazz und der Modernismus des frühen 20. Jahrhunderts. Der heimliche Star dieser Passage aber ist Greg Lake, auf dessen Bassparts man beim nächsten Hören unbedingt mal achten sollte. Das konnte der Mann, bevor er in sich selbst versank.

Im Mittelteil steht dann Palmer im Zentrum der Aufmerksamkeit: Sein Schlagzeugsolo trennt die beiden Bandparts des Stückes. Und genau so ist es gemeint: Das Problem dieses Solos, obwohl mit beeindruckender technischer Versiertheit präsentiert, ist, dass es in keinerlei Zusammenhang mit dem restlichen musikalischen Material steht. Palmer schafft es nicht, eine befriedigende Überleitung zum Schlussteil zu kreieren. Dieser wird von einer Improvisation Emersons über einer Art Shuffle-Marsch Palmers gebildet, die das Debüt des Moog-Synthesizers auf einem ELP-Album markiert. Der Synthesizer wird allerdings hier wie auf den folgenden beiden Alben lediglich als Effektgerät benutzt. Erst auf "Trilogy" wird Emerson Wege finden, das Gerät auch im engeren Sinne musikalisch zu nutzen, auf "Brain Salad Surgery" steht es dann mehr als gleichberechtigt neben der Orgel.

So genial der rhythmische Einfall im Schlussteil auch ist, durch das Schlagzeugsolo fehlt „Tank“ der notwendige Zusammenhalt. Ein einfallsloses Fadeout unterstreicht dann nur noch die Ratlosigkeit der Band. Auch diese Mängel in der Strukturierung ihrer Songs werden ELP auf den nächsten Alben schnell ausbügeln, und auch „Tank“ sollte später, auf „Works Volume I“, überarbeitet werden. An das Geschick ihrer Rivalen Yes in der Strukturierung langer Stücke kamen ELP dennoch nur selten heran. Die meisten Retroprogbands haben aber heute noch nicht kapiert, wie man so etwas macht und so gesehen kann man ELP wohl kaum einen großen Vorwurf machen.

Es folgt „Lucky Man“, an dem so gut wie gar nichts stimmt. Schon die Entstehungsgeschichte ist als Legende entlarvt: Mitnichten war Lakes Ballade eine späte Hinzufügung. Im Gegenteil: Der Song wurde zusammen mit vier anderen im Juli 1970 aufgenommen, und es waren „Knife Edge“ und „The three Fates“, die zuletzt, im September, dazukamen. Dann wurde der Song ohne Wissen der Band als Single veröffentlicht, eigentlich tödlich, denn er repräsentierte in keiner Weise, was ELP musikalisch darstellten. Der Song ist zudem der eines Zwölfjährigen, so jedenfalls Lake, und das hört man auch. Interessant wird er allenfalls durch die Produktion, die Vervielfältigung von Lakes Stimme in den Refrains etwa. Das hochgelobte Keyboardsolo am Ende ist schlicht eine Katastrophe: Emerson dudelte, ohne zu wissen, dass das Band bereits lief, ein wenig herum, und Lake packte genau diesen Take ans Ende des Songs. Ich weiß, ich weiß, bis heute ist viel die Rede von Spontaneität und Rohheit, von einem technischen Gegenpol zum folkig-akustischen Song, von schrägen, unheimlichen Tönen als Kontrapunkt zum harmonischen Gesamtklang, aber all das ist natürlich Quatsch und bloßes Nachgeplapper einer 40 Jahre alten Rechtfertigung: Emersons Keyboardsolo ist eines der schlechtesten der Rockgeschichte und dieses Mannes nicht würdig. Entsprechend standen ihm die Haare zu Berge, als er erfuhr, dass man nicht nur diesen Take verwendet, sondern den Song sogar als Single veröffentlicht hatte.

Interessant ist in der Rückschau, wie sehr ELP bemüht waren, ihr Debüt-Album unter ein übergreifendes Konzept zusammenzuklammern, und zwar unter ein sehr abstraktes: Auf dem Album wimmelt es nur so vor lauter Dreiern. Fast alle Songs bestehen aus drei Teilen, in einige sind sogar weitere dreiteilige Passagen hineingeschachtelt. „The Three Fates“ arbeitet mit dem Tritonus, am Ende gibt es ein Klaviertrio und bei „Tank“ sind drei Emersons übereinander gelagert. Dann natürlich der Titel: „The Three Fates“, der Name der Band, und so weiter und so fort. Ein Paradies für Leute, die von ihrer 23-Fixierung loskommen wollen.

Und in der Rückschau? „Emerson, Lake & Palmer“ erschien 1970, zu einer Zeit, als sich der Progressive Rock gerade aus verschiedenen Strömungen der Rockmusik herausbildete. An herausragenden Alben war noch kaum etwas erschienen, King Crimsons Debüt natürlich, aber mit „Lizard“ hatte die Band ihren Stil ein wenig verloren und noch nicht wiedergefunden. Soft Machines „Third“ gehört zu den herausragenden Alben von 1970, aber Pink Floyds „Atom Heart Mother“, Genesis’ “Trespass“, Gentle Giants Debüt oder Yes’ „Time And A Word“ waren nicht gerade dazu angetan, zu Meilensteinen der Genres zu werden. „Emerson, Lake & Palmer“ dagegen ist einer, bildete es doch den Referenzpunkt nicht nur für ELP selbst (man vergleiche „Trilogy“ mal Song für Song mit dem Debüt) sondern für zahlreiche andere Bands, auch außerhalb Englands, in Italien, Deutschland, nicht zuletzt auch in den USA und, viel später, auch in Japan. „Emerson, Lake & Palmer“ ist eines der wichtigsten Alben des Jahres 1970 - und es hat seine faszinierende Wirkung bis heute nicht eingebüßt.

P. S.: Das Album erscheint übrigens demnächst in einer dreischeibigen Edition, von Steven Wilson neu abgemischt und mit Bonustracks versehen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.7.2012
Letzte Änderung: 13.7.2012
Wertung: 13/15

Zum Seitenanfang

Von: Nik Brückner @ (Rezension 5 von 6)


Und noch eine Rezension zu diesem Album von mir?!?

Nein, keine Sorge. Aber dieser Tage ist eine 3-Scheiben-Box erschienen und es soll sich niemand durch bereits Bekanntes lesen müssen, um dann irgendwann etwas über dieses Re-Release zu finden. Also lieber gleich separat.

Steven Wilson remixt ja zur Zeit die Siebziger Jahre von Anfang bis Ende, Cocktails eingeschlossen. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch ELP bei ihm auf der Matte stehen würden. Und nun sind die ersten beiden Studioalben ELPs im bereits von King Crimson her bekannten Format erschienen: mit dem remasterten Originalmix von 1970, einer neuen Stereo-Abmischung und einem 5.1-Mix, dazu kommen ordentlich Bonustracks, in diesem Fall nicht weniger als sieben.

Wie wir es von Wilson gewohnt sind, betätigt er sich wieder als nüchterner Historiker, der das Album zwar von seinem Firnis befreien, ihm aber nichts hinzufügen will. Sich selbst zurücknehmend, schält er "Emerson, Lake & Palmer" aus den über die Jahre angesammelten Staubschichten heraus und lässt es in neuem Glanz erstrahlen. Das Debüt profitiert durch seine klarere räumliche Präsenz, die in vielen Details zum Ausdruck kommt, am ehesten wohl dadurch, dass man nun genauer hören kann, wo (und wie oft) sich Lake selbst gedoppelt hat und wo nicht, und wozu dieser Effekt eigentlich dient. Die Dynamik wird deutlich verstärkt, dadurch kommen vor allem die kraftvollen, aggressiven Passagen ("The Barbarian", "Knife Edge") besser zur Geltung.

Einige Abgänge waren bei der Arbeit zu verzeichnen: So waren die Originalbänder zu "Clotho", "Lachesis" und "Tank" nicht mehr aufzufinden. Anstatt nun den remasterten 1970er Mix auch auf die anderen Scheiben zu packen, besetzte Wilson ihre Positionen durch kleine Fundstücke aus den Archiven: "Promenade" ist eine Studiofassung des von Lake gesungenen Parts von "Pictures at an Exhibition", die ursprünglich auf dem Debüt erscheinen sollte. Leider recht schlampig von Emerson gespielt. "Rave up" klingt ein bisschen wie eine Rohfassung von "Mass" vom "Tarkus"-Album, mit vorwärtstreibendem Schlagzeug und perkussiver Hammond-Orgel, dazu spielt Lake eine Gitarre, die recht deutlich nach Carlos Santana klingt. Ein Jam, eine Skizze nur, aber darum nicht weniger interessant. Ein Schlagzeugsolo Palmers vertritt schließlich die Stelle von "Tank", es ähnelt dem des Stückes, ist jedoch nicht dasselbe. Auch hier zeigt sich Palmer als früher Virtuose.

Interessanter sind aber die anderen Tracks: "Take A Pebble (Alternate Version)" ist eine Aufnahme ohne Gesang, die nach gut dreieinhalb Minuten an einem Verspieler Palmers scheitert, "Knife-Edge (Alternate Version)" ist ebenfalls eine Instrumentalversion, sie endet mit einem langgezogenen Akkord am Ende des Bachzitats. Dazu kommen noch zwei Versionen von Lakes "Lucky Man": Die erste ist eine Fassung, die Lake alleine einspielte und zu der Palmer später einen Schlagzeugtrack aufnahm. Wilson entfernte das Schlagzeug und erhielt so eine reine Soloversion des Stückes. Die "Alternate Version" kommt ohne das (ohnehin schreckliche) Moog-Solo aus, wartet dafür aber mit weiteren Gesangsparts und einem Gitarrensolo auf (das aber auch nicht gut ist).

Dazu kommt noch "Knife-Edge (With Extended Outro)". Der Song endet auf dem Originalalbum ja mit einem Effekt, der dadurch erzeugt wurde, dass man das Band immer langsamer laufen ließ. Wilson hat sich angehört, was ELP da eigentlich gespielt haben und eine ganze weitere Minute Musik entdeckt. Dieses Ende ist nun zu hören: Ein bis zum Schluss wiederholtes Ostinato von Bass und Schlagzeug, dazu Improvisationen und Effekte Emersons. Nichts weltbewegendes, aber sicherlich interessant für jeden, der schon immer wissen wollte, was die drei da eigentlich gespielt haben.

Die 3-Scheiben-Version ist eine der wenigen relevanten ELP-Veröffentlichungen der letzten 20 Jahre, und es tut gut, zu sehen, dass diese grandiose Band nicht einfach nur weiter verramscht wird. Es ist ihr zu wünschen, dass Steven Wilson weitermacht, diese Veröffentlichung ist mit seiner Arbeit für King Crimson absolut auf Augenhöhe, und man hat dort ja gesehen, wie sehr diese Alben von seinen Überarbeitungen profitieren. Nichts weniger ist auch ELP zu wünschen.

Die Trackliste:

Disk 1: Original Album (1970)

1. The Barbarian
2. Take A Pebble
3. Knife-Edge
4. The Three Fates
i) Clotho (Royal Festival Hall Organ)
ii) Lachesis (Piano Solo)
iii) Atropos (Piano Trio)
5. Tank
6. Lucky Man

Disk 2: The alternate Emerson, Lake & Palmer. New 2012 Stereo Mixes

1. The Barbarian
2. Take A Pebble
3. Knife-Edge (With Extended Outro)
4. Promenade
5. Atropos (Piano Trio)
6. Rave Up
7. Drum Solo
8. Lucky Man
9. Take A Pebble (Alternate Version)
10. Knife-Edge (Alternate Version)
11. Lucky Man (First Greg Lake Solo Version)
12. Lucky Man (Alternate Version)

Disk 3: (DVD-Audio: New 2012 5.1 Mix)

1. The Barbarian
2. Take A Pebble
3. Knife-Edge
4. Atropos (Piano Trio)
5. Rave Up
6. Lucky Man

(New 2012 Stereo Mixes)

1. The Barbarian
2. Take A Pebble
3. Knife-Edge (With Extended Outro)
4. Promenade
5. Atropos (Piano Trio)
6. Rave Up
7. Drum Solo
8. Lucky Man
9. Take A Pebble (Alternate Version)
10. Knife-Edge (Alternate Version)
11. Lucky Man (First Greg Lake Solo Version)
12. Lucky Man (Alternate Version)

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.9.2012
Letzte Änderung: 7.9.2012
Wertung: keine

Zum Seitenanfang

Von: Marc Colling @ (Rezension 6 von 6)


Heute morgen habe ich erfahren, dass mein Idol der Jugend nicht mehr lebt. Keith Emerson prägte mich als Jugendlicher so sehr, dass ich sogar meine Kleidung der seinen anpasste. Verrückt? Ja, sicher. Und trotzdem verbinde ich mit seiner Musik wunderbare Erinnerungen. So nahm ich denn wieder einmal das Debut von ELP in die Hand und fing an zu schreiben......

Die einzelnen Songs sind ja bereits ausführlich erläutert worden. Als Zusatz möchte ich somit lediglich meine eigenen Empfindungen dazu geben. So fand ich Anfang der 70'er Jahre auf dieser LP hauptsächlich TAKE A PEBBLE überirdisch. Die ganze Vielfalt in diesem einzigen Song verzauberte mich jedes mal beim anhören. Dieser Song allein schaffte es, dass ich später alles von ELP kaufte, bis zum Album „Love Beach“. Ab da war es mit meinen Helden vorbei.

KNIFE-EDGE war auch ein Favorit mit seiner aggressiv spielenden Orgel, sowie seinem schönen Basslauf am Anfang. Und natürlich seinem Schlussteil.......Mit THE THREE FATES und seiner Kirchenorgel überzeugte ich damals sogar meinen Vater davon, dass nicht alle langhaarigen Musiker nur Drogen zu sich nehmen und Groupies verführen würden. Das tolle Klavierspiel hat bis heute absolut nichts von seiner Magie eingebüßt und verdeutlicht sehr schön den Stil von Keith Emerson. Niemand sonst spielte damals so wie er. Und auch Carl Palmer zeigte, dass er nicht nur ein absolut toller Drummer war, sondern auch ein guter Perkussionist. TANK war zwar sicher kein Meilenstein, aber Emerson konnte sich auf seinem Synthie mal so richtig austoben. Irgendwie merkt man ihm die kindliche Freude über sein Spielzeug an.

Tja, und zum Schluss das vielgeschmähte LUCKY MAN. Persönlich hab ich nie ein Problem mit dem Lied gehabt. Natürlich war es etwas deplatziert auf diesem Album, aber mir gefiel es. Sogar das Synthiesolo am Schluss konnte mich nie dazu verleiten, den Tonarm früher vorzeitig vom Plattenteller zu nehmen.

Das Debutalbum war nicht das beste Album von ELP. Die richtigen Großtaten sollten erst noch folgen. Und trotzdem sollte es in keinem Progschrank fehlen.

Anspieltipp(s): Take a pebble
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.3.2016
Letzte Änderung: 12.3.2016
Wertung: 13/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Emerson, Lake & Palmer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Tarkus 11.00 6
1971 Pictures at an Exhibition 12.00 5
1972 Trilogy 12.40 5
1973 Brain Salad Surgery 12.50 5
1974 Welcome Back My Friends To The Show That Never Ends 12.50 2
1977 Works, Volume 1 8.00 5
1977 Works, Volume 2 5.11 9
1978 Love Beach 6.43 7
1979 In Concert 6.00 1
1992 The Atlantic Years 12.00 1
1992 Black moon 4.50 4
1993 Works Live 10.00 1
1993 The Return of the Manticore 12.00 3
1993 Live At The Royal Albert Hall 10.50 2
1994 In The Hot Seat 1.60 5
1997 Live in Poland 8.00 1
1999 Pictures at an Exhibition. Collectors Edition (DVD) 12.67 3
2001 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Two 12.00 1
2001 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.One 11.00 1
2002 Re-Works 7.00 1
2002 Best of the Bootlegs 9.00 1
2002 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Three 8.00 1
2002 Works Orchestral Tour, Olympic Stadium, Montreal 1977 / The Manticore Special (DVD) 10.00 1
2002 Live at the Isle Of Wight Festival 1970 7.00 2
2004 Inside Emerson Lake & Palmer. 1970 - 1995. An independent critical review (DVD) 10.00 1
2004 Welcome Back (DVD) 9.00 1
2004 Masters From The Vaults (DVD) 10.00 1
2005 Beyond The Beginning (DVD) - 1
2005 Live at Montreux 1997 (DVD) 6.00 1
2006 The Birth Of A Band - Isle of Wight Festival Sat August 29th 1970 (DVD) 10.00 1
2006 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Four 5.00 1
2007 From the Beginning - 1
2009 Works Deluxe Edition - 1
2010 High Voltage - 1
2010 Live High Voltage 10.00 1
2011 Live At The Mar Y Sol Festival '72 12.00 1
2011 Live At Nassau Coliseum '78 11.00 1
2011 ...welcome back my friends High Voltage Festival 2010 40th Anniversary 9.00 1
2013 Live in Montreal 1977 8.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum