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Tristan Decamps

Le Jouet

(Archiv-Tipp 2/2017)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001 (Wiederveröffentlichung Dezember 2014)
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Moderne Electronica; New Artrock; RetroProg; sonstiges
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 14/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tristan Decamps vocals, keyboards, guitar, loops, percussion

Gastmusiker

Gilles Bonnabaud drums
Jean Pierre Klarès bass
Hervé Rouyer drums
Thierry Sidhoum guitar, bass
Serge Cuenot guitar
Hassan Hadji guitar
Éric Poincot guitar
Fabrice Lett keyboards (CD2)
Germain Maillat guitar (CD2)
Franco Pesce bass (CD2)
Felix Paci drums (CD2)

Tracklist

Disc 1
1. L'eau de Vaisselle 5:42
2. Les pensées lubriques de la Nouvelle-Orléans 5:48
3. Vaudou 6:11
4. Le thème astral d'une huitre 4:47
5. Botticelli sérénade 4:41
6. Plus de place sur la Terre 5:27
7. Blanche et Noire 7:32
8. Un été au harem 6:08
9. Annabelle (l'âme idéale) 4:24
10. La tisane de Verlaine 7:45
11. Mon amour 4:43
Gesamtlaufzeit63:08
Disc 2
1. Entrée ein scène (extrait de "Sanvean" - Lisa Gerrard)   ("Le Jouet... en Vie!") 2:15
2. Quatuor 3:24
3. Annabelle (l'âme ideale) 4:43
4. Le thème astral d'une huitre 6:39
5. Blanche et Noire 9:36
6. Botticelli sérénade 6:39
7. Un été au harem 7:40
8. Plus de place sur la Terre 6:54
9. Shéhérazade 4:24
10. La quete 3:59
11. Le tisane de Verlaine 8:11
12. Le bal des Laze 9:24
Gesamtlaufzeit73:48


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


Ich weiß ja nicht, ob es Euch auch schon mal so gegangen ist. Man erfährt von einem Album, hört, dass es toll sein soll. Man liest sogar auf diesen Seiten etwas darüber (leider ist der Text zwischenzeitlich aufgrund höherer Gewalt verschwunden). Aber... das Album ist nicht zu bekommen. So kann man sich nur ausmalen, was man eben nicht hören kann.

So ging es mir lange Zeit mit „Le Jouet“ von Tristan Décamps, dem Spross von Ange-Chef Christian Décamps. Angefixt von den begeisternden Auftritten des Filius mit Ange wollte ich dessen Solo-Album unbedingt haben. So hat mir Tristan Décamps eine sehr große Freude gemacht, in dem er das Album Ende 2014 (passend zu Weihnachten) neu aufgelegt hat. So hat es im Januar 2015 denn auch den Weg zu mir gefunden. Soviel zur Vorrede...

...mit so einem Packen von Erwartungen belastet, besteht natürlich die Gefahr, dass der Erstkontakt zu einer ernüchternden Erfahrung wird. Das ist hier aber glücklicherweise nicht der Fall, eher im Gegenteil.

Auf seinem Album – entstanden nach Tristan Décamps ersten Gehversuchen in Vaters Übergangsband Christian Décamps et fils und dem ersten Album der 'neuen' Ange („La Voiture A Eau“) - kocht er mitnichten 'seine' Version von Ange auf. Tristan Décamps beschreitet eigene künstlerische Pfade, die ihn von kraftvollem Elektro-Rock über chansoneske Momente bis hin zu orchestralem Bombast führen. Natürlich immer garniert mit seinem exaltierten Gesang.

Décamps schichtet mit seinem Tastenarsenal Synthie- und Keyboardsounds zu Gebirgen aufeinander. Aber nichts klingt hier quietschig oder dudelig. Nein, Décamps macht das eher fein ziseliert oder eben sehr kraftvoll. Selbst, dass des öfteren anscheinend 'echtes' Schlagzeug durch elektronisches ersetzt wird, sorgt nicht für eine sterile Atmosphäre. Außerdem sorgen die stellenweise durchaus heftigen, fast industrialartigen Gitarren für eine rockige Erdung des Albums. So entsteht ein faszinierendes Klangkonglomerat welches durch Tristan Décamps außergewöhnliche, opernhafte Stimme geadelt wird.

Können Chansons neben elektronischer Musik stehen? Verträgt sich Blues mit orchestalem Bombast? Kann man Queen, Kevin Moore und Roger Waters in einem Song verschmelzen? Man kann! Tristan Décamps führt es uns hier vor die Ohren. Selbst ein elektronisch geprägtes Instrumental, welches daher kommt, wie wenn Kraftwerk plötzlich einen klassischen Prog-Song covern wollten, gelingt ihm. So kreiert Décamps eine knappe Stunde außergewöhnlicher Musik, die keinen Ausfall verzeichnet.

Die Neuauflage des Album kommt in einem hübschen Digipak mit minimalistischen, aber effektivem Artwork. Das Booklet ist eine Art Mini-Poster zum Entfalten, ebenfalls sehr hübsch und wertig gestaltet. Das Beste ist aber, dass es noch eine zweite CD gibt, auf der ein Konzert von Tristan Décamps aus dem Jahr 2004 wiedergegeben wird. Die Live-Band hat vollständig andere Musiker wie die Studioaufnahmen (bei denen auch ein paar Ange-Kollegen mitgeholfen hatten), aber die Jungs verstehen ihr Handwerk. Gespielt werden große Teile von „Le Jouet“ und ein paar ausgewählte zusätzliche Stücke (unter anderem ein Jacques Brel-Cover). Die Band und natürlich Tristan Décamps sind hervorragend in Stimmung und das Konzert ist ein furioses Erlebnis. Live sind viele Stücke deutlich rockiger, teils auch etwas länger. Sonderlob für den Live-Bassisten, der sich einige Male sehr cool in Szene setzt. Tolle Beigabe zu dieser Wiederveröffentlichung.

Ach ja: Ich bin begeistert und hingerissen, falls man das noch nicht bemerkt hat. Was für ein Album!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Elektronika-Prog-Rock-Opern-Mix
Veröffentlicht am: 28.1.2015
Letzte Änderung: 28.1.2015
Wertung: 14/15

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