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Yes

The Ladder

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1999
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Klassischer Prog
Label: Eagle Records
Durchschnittswertung: 6/15 (7 Rezensionen)

Besetzung

Jon Anderson Lead Vocals
Steve Howe Guitars, Mandolin, Vocals
Billy Sherwood Guitar, Vocals
Chris Squire Bass, Vocals
Alan White Drums, Vocals
Igor Khoroshev Keyboards, Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Homeworld (The Ladder) 9:32
2. It will be a good day (The River) 4:53
3. Lightning strikes 4:35
4. can I? 1:31
5. Face to face 5:02
6. If only you knew 5:42
7. To be alive (Hep Yadda) 5:07
8. Finally 6:01
9. The Messenger 5:12
10. New Language 9:19
11. Nine Voices (Longwalker) 3:22
Gesamtlaufzeit60:16


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 7)


Ich weiß, dass mit mir irgendwas nicht stimmen kann. Ich mag frisch gebackenen Apfelkuchen, liebe das Vogelgezwitscher an einem Frühlingsmorgen, lausche ergriffen der Predigt des Pfarrers am Sonntag... Und Yes "The Ladder" ist eines meiner Lieblingsalben... äh, fast.

"The Ladder" strahlt eine solche fröhliche, zuversichtliche, positive Atmosphäre aus, eine solche Herzensgüte und Freundlichkeit und Unbeschwertheit zugleich, dass es für einen kritischen Geist eigentlich nicht auszuhalten ist. Dabei beginnt es mit "Homeworld" musikalisch einwandfrei progressiv im klassischen Sinne des Wortes. Gleiches gilt für den vorletzten Song "New Language", der ebenfalls Erinnerungen an die goldenen 70-er wach werden lässt.

Die Songs dazwischen sind musikalisch Fleisch gewordene frohe Botschaft auf etwas schlichterem, aber nichtsdestotrotz einnehmenden Niveau: "It will be a good day". Diese reinen Harmonien strahlen mit großer Überzeugungskraft die Ur-Botschaft von Yes aus. "Make me believe again, makin me free again, makin me see again."! Das zwitschern sich die Vöglein zu. Dazu ein fröhlicher, warmer Chorgesang, wie von den Sieben Zwergen zur Hochzeitsfeier Schneewittchens intoniert. So funktionieren die meisten Songs, auch das zunächst mit etwas peinlichen lateinamerikanischen Rhythmen aufwartende "Lightning strikes". Aber auch diese Melodie frisst sich unerbittlich ins Ohr und man wird sie einfach nicht mehr los.

Besondere Erwähnung finden soll in diesem Reigen von Songs annähernd gleichbleibender Qualität das lyrische "If only you knew" aus dem der Schmalz in ziemlich dicken Portionen quillt. Aber auch hier schaffen es Yes mit ungebändigtem Optimismus und einschmeichelnd jaulender Gitarre den Hörer einzulullen. Kein Zweifel: Da sind echte Könner am Werk. Alles geht so leicht von der Hand und ist doch bis ins letzte Detail ausgetüfftelt. Face to face, To be alive (Hep Yadda), Finally, The Messenger - eine Perle reiht sich an die andere. Nie verlässt einen dieses Gefühl, dass irgendwie alles gut wird, wenn es das nicht schon längst ist.

Und das ist das eigentlich Faszinierende an The Ladder: Man weiß, dass es nicht sein kann, dass man nicht die beste Musik seit Menschen- und auch nicht seit Yes-Gedenken hört, dass diese Idylle Illusion ist. Und doch ist es so schön zu glauben, dass es so wäre. Und am Ende, wenn das friedliche und akustische "Nine Voices" erklingt, und die Welt wieder einmal im Lot ist, ist der Glaube zur Gewissheit geworden... Irgendwie haben Yes es wieder geschafft. "Each child is born for greatness" singt Anderson, und jede neue Yes-Scheibe ist die beste aller möglichen.

Anspieltipp(s): Homeworld, New Language
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.4.2002
Letzte Änderung: 3.3.2012
Wertung: 9/15

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Von: Udo Gerhards (Rezension 2 von 7)


Nein, nein, guter Christian. Diese Idylle ist nichts für mich. Zwar liebe auch ich einen guten Apfelkuchen, muss aber gestehen, dass das Vogelgezwitscher mir am besten auf der anderen Seite eines Fensters gefällt, und ich in meinem Leben so vielen Predigten gelauscht habe, dass ich darauf verzichten kann, diese musikalisch aufbereitet serviert zu bekommen, Apfelkuchen hin oder her.

The Ladder ist nichts weiter als durchschnittlich. Ein unausgegorenenes Sammelsurium, das in seinen besseren Momenten in Abklatsch des klassischen Yes-Sounds ist (inklusive unverholenen Selbstklaus: siehe Squires bei Roundabout 'geborgtes' Bassriff in Homeworld), in seinen schlechteren ein Rückfall in verdrängte "Bobby Dread and the cool runnings"-Zeiten. Dread indeed!

Höhen: keine. Richtige Tiefen: wenige, wie etwa die penetrant-nervige, überflüssige, anbiedernde Five-To-The-Floor-Bassdrum von Lighning Strikes.

Was soll das?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.5.2002
Letzte Änderung: 7.3.2004
Wertung: 6/15

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Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 3 von 7)


Sicher - Yes steht längst nicht mehr an der Speerspitze der Prog-Bewegung - die Ideen, die sie auf The Ladder" präsentieren, sind weder neu (waren sie doch in der einen oder anderen Form auf der Vorgängern des Albums zu hören), noch in irgendeiner Weise mutig. Der geneigte Fan muß erkennen, daß das Zepter der Regentschaft an andere, jüngere Formationen abgegeben ist - das ist aber bei den anderen noch real existierenden Prog-Dinosauriern der ersten Stunde (Genesis, Emerson Lake & Palmer) nicht anders. King Crimson bildet hier (wie so oft) eine Ausnahme - aber das gehört nicht hier hin.

Fangen wir mit den Schwächen an - und die finden wir immer genau dann, wenn Yes die gewohnten Prog-Wege verläßt und sich auf ungeübtem Terrain zu bewegen versucht. Exemplarisch dafür die Single "Lightning Strikes", die ein weiterer verzweifelter Versuch ist, YES wieder in die schwarzen Top 40 Zahlen zu fahren und ich wage zu mutmaßen, daß es nicht gelingen wird. Auch andere Songs plätschern eher belanglos (wenn auch nicht störend) vorüber - geradezu exquisit wird es (naturalmente), wenn sie sich Zeit nehmen, ihre musikalischen Ideen zu entwickeln. Der Opener "Homeworld (The Ladder)" ist sicherlich die überzeugendste Komposition des Albums, aber auch das zweite Longtrack "New Language" ist recht gut gelungen. Die anderen Stücke sind dann wohl dem Gusto des einzelnen unterworfen - sehr gelungen finde ich das letzte Stück "Nine Voices (Longwalker)".

Musikalisch überzeugen die Instrumentalisten - wie immer bei Yes. Chris Squire spielt wie immer den besten, kraftvollsten und beeindruckensten Bass in der Progwelt, dazu seine ausdrucksstarke Stimme in den Back Vocals (überhaupt sind die Vocal Arrangments sehr gut geraten). Schön (und eine Überraschung), daß man auch wieder ein Mellotron hört (ich nehme an gesampelt): Igor Khoroshev als Vollmitglied hat Lenin sei Dank Billy Sherwood von den Keyboards verjagt (was macht der Sherwood eigentlich in der Band - ist er so 'was wie Linda McCartney ;-)) - das kommt der Tiefe der Musik zugute.

Steve Howe spielt sehr gut, aber nicht soooo überragend (correct me if I'm wrong), eher unauffällig (für seine Verhältnisse). Ausnahme hier "New Language", wo der Meister dann eben doch alle Register zieht. Alan White an den Drums ist weiterhin ein zuverlässiger, solider und vertrauter Faktor in der Yes'schen Musikarchitektur und Jon Anderson singt meistens weit vor der Peinlichkeitsgrenze, stimmlich ohnehin in gewohnter Schönheit. Was seine Texte anbelangt...naja...wer versteht schon, was in seinem Kopf vorgeht.

Das Album klingt für mich alles in allem weniger nach Yes in den 90ern (a la Union oder Open your Eyes) sondern vielleicht eher nach einer Mischung der 77er "Going for the one" und der 70er "Time and a word" & "Yes Album" (und das waren allesamt Alben, die recht viele Rock- Elemente enthielten). Lustig auch die Selbst- Zitate in "Can I" (der Chor zitiert "We have heaven") und in "Nine Voices" ("I've seen all good people" der Chor und z.T. die Mandoline).

Kein Gänsehautalbum, keine Revolution, keine Sensation und doch ein angenehmes Album von alten, liegewonnenen Freunden.

Anspieltipp(s): Homeworld (The Ladder), New Language
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.7.2002
Letzte Änderung: 16.7.2002
Wertung: 7/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 7)


Klettern sie nun die Leiter rauf oder runter? Nach dem grausligen Open Your Eyes sicher rauf, gemessen an den besseren Alben der neueren Ära (ab 1980) aber runter. Mit den wirklich grossen Alben wollen wir diese Scheibe gar nicht erst vergleichen. "The Ladder" ist unterer Durchschnitt und wirkliche Höhepunkte, die den Kauf der Platte rechtfertigen würden, gibt es eigentlich nicht.

"Lightning strikes", "Can I" und "Face to Face" ist für mich ein Stück, das zwar ganz dampfig beginnt, aber doch zu trivial und anspruchslos ist, um mich zu packen. "It will be a good day", "If only you knew" und "To be alive" sind herz- und seelenloses Gedudel, "Finally" ist kruder banaler Rock der traurigsten Sorte.

Einzig "Homeworld" und Teile von "New Language" stechen aus dem Grau hervor. Aber auch diese beiden Kompositionen sind nicht wirklich neu oder überraschend und rauschen irgendwie an mir vorbei; nichts bleibt wirklich hängen.

Dieses Album ist sicher einer der heissesten Anwärter auf den zweiten Platz in der Wahl zum schlechtesten Yes-Album. Unangefochtener Spitzenreiter bleibt Open Your Eyes.

Anspieltipp(s): homeworld
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.3.2004
Letzte Änderung: 6.3.2004
Wertung: 4/15
gewöhnlich

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 5 von 7)


Vier Punkte Unterschied macht Jörg zwischen "The Ladder" und dem Studio-Nachfolger "Magnification", und da kann ich nicht, äh, nachfolgen. Die Alben liegen doch eigentlich auf einer Linie. Ein bis zwei bessere Stücke pro Scheibe neben jeder Menge Gedudel. Am Anspruch gemessen ist Magnification schlechter - mit einem kompletten Sinfonieorchester im Rücken scheitert sichs halt nur um so pompöser.

Selbst wer die YesSymphonic-DVD nicht so schätzt, kann an ihr doch immerhin abmessen, dass die 70er-Kompositionen der Gruppe genug Material bieten, um ein Orchester zu beschäftigen. Bei den Magnification-Stücken merkt man hingegen leider allzu deutlich, dass die meisten klassischen Instrumente Hohlkörper sind. Man muss sie zu füllen wissen, sonst klingen sie leer.

"Homeworld", dem gelungensten Stück auf "The Ladder" würde ich wohlwollender gegenüberstehen, hätte die Gruppe hier nicht den penetranten Versuch unternommen, den Markt durch die Verbindung mit einem Sierra-Game zurechtzurücken. Jon Andersons Friedensbotschaften als lyrischer Begleitumstand für ein Computerballerspiel - nee, künstlerische Wiederbelebungsversuche verdienen Hochachtung, nicht künstliche. Rein musikalisch ist der Track nicht so übel, aber man hört halt auch, was man weiß.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.3.2004
Letzte Änderung: 8.3.2004
Wertung: 5/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 6 von 7)


Eine reichlich unausgegorene Mischung, die teils versucht, dem klassischen Yes-Sound nachzueifern ("New Language"), andererseits einige eher poppige Songs enthält, darunter halbwegs akzeptable wie "It Will Be A Good Day", aber auch der nervtötende Gute-Laune-Sommer-Sonne-Strand-Song "Lightning Strikes". Bei letzterem habe ich immer den Eindruck, das sei die Yes-Version von "Like Ice in the Sunshine"...

Verglichen mit dem grauslichen "Open Your Eyes" ist "The Ladder" sicherlich ein Fortschritt, wenn auch nur minimal. Die mit den beiden "Keys to Ascension"-Alben geweckten Hoffnungen werden jedoch auch hier in keiner Weise erfüllt.

Trotz einiger guter Ansätze also eher ein enttäuschendes Album.

Anspieltipp(s): New Language
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.5.2004
Letzte Änderung: 15.5.2004
Wertung: 7/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 7 von 7)


Die Leiter. Soso. Ich meine, früher hießen Yes-Alben mal "Tales from Topographic Oceans". Kulturverfall und "früher war alles besser" sind empirisch nicht nachzuweisen? Da habt Ihr Euch geschnitten.

"The Ladder" ist der Name einer lesbischen Zeitschrift. Also naja, die Zeitschrift selbst ist natürlich nicht lesbisch. Obwohl, hihi, lustige Vorstellung, ich meine -

Ach so, die Platte.

Weil Yes sich besser nicht selber produzieren, hatte man 1998 den Produzenten Bruce Fairbairn engagiert. Er sollte ein vergleichbares Desaster wie bei den vorangegangenen Alben verhindern. Fairbairn hatte Erfahrung, er produzierte unter anderem Bon Jovi, Aerosmith, AC/DC, Poison, The Cranberries, die Scorpions und Kiss.

Zum ersten Mal seit langer Zeit erarbeitete die Band das Songmaterial nicht direkt im Studio, sondern in einem richtigen Proberaum. Aus 15 Songideen wählte Fairbairn dann acht Stücke aus, drei weitere kamen im Verlauf der Arbeiten dazu. Die Idee war, sich an "Fragile" zu orientieren, das in den Augen der Plattenfirma (diesmal war es Eagle Records) künstlerischen und kommerziellen Erfolg miteinander verband. Auch "Going for the One" diente als Orientierungspunkt. Man wollte Prog, aber bloß nicht zu anspruchsvoll...

Und was soll ich sagen, die Band setzte genau das um. Anstelle von Trevor Rabin, der in den 80ern für den kommerziellen Erfolg der Band sorgte, lagen nun die Hoffnungen auf Billy Sherwood, einem ausgesprochenen Fan der Rabin-Ära. Der Rabin Ära, nicht der klassischen Phase. Gleichzeitig versuchte Fairbairn, langes Feilen an den Arrangements zu verhindern: Er wollte versuchen, die Band so frisch und so ""live" wie möglich klingen zu lassen – für die progtypischen Sophistereien war da natürlich wenig Platz.

Immerhin gab es diesmal nur wenig Streit. Sogar Steve Howe, der später nach der üblichen Schonfrist offen sagte, wie scheiße er die Platte fand (siehe unten), erwies sich als Teamplayer, auch wenn er und Sherwood sich an den Gitarren bisweilen ins Gehege kamen.

"The Ladder" wurde als eine "Verschmelzung des klassischen Band-Stils mit den modernen Yes" beworben: der Spruch wird bei jedem neuen Yes-Album wieder ausgepackt. Diese auf Nostalgie setzende Kampagne, gepaart mit einem Roger-Dean-Cover und 70er-Sound sollte bei den Käufern den Reflex auslösen, "The Ladder" für ein Prog-Meisterwerk im Stil der großen Alben der 70er zu halten. Doch das misslang gründlich: Gegen Latin Pop ("Lightning Strikes") und Reggae ("The Messenger"), Background-Vocals wie "Hep Yadda", "Ooh wop" und "She-ay, Do wa bop" sowie blöde Songs wie "Finally", die nach Conspiracy klangen und ohne aufzufallen auch auf "Open Your Eyes" Platz gefunden hätten, war mit den lauen AOR-Epchen "Homeworld (The Ladder)" und "New Language" nicht anzukommen. Statt einer Verschmelzung des Progressive-Rock-Stils der 70er Jahre mit dem erfolgreichen Pop-Rock-Stil der 80er bekam der Yes-Fan eine Verschmelzung des "Open Your Eyes"-Stils mit dem "Open Your Eyes"-Stil vorgesetzt. Getarnt mit dem klassischen Yes-Sound. Man versuche einfach mal, das Album ohne die beiden Longtracks zu hören, dann wird schlagartig klar, was ich meine. Mit der auf Nostalgie setzenden Marketingstrategie schnitt man sich in Bezug auf die Verkaufszahlen sogar noch ins eigene Fleisch, da das Album kaum klassischen Yes-Prog enthielt. Als die Musiker bemerkten, dass da etwas gründlich schieflief, versuchten sie in Interviews, dem Album mit Geschwafel von einer "Karibik-Trilogie" ("Lightning Strikes", "Can I?" und "Face to Face") einen weiteren Longtrack anzudichten - aber das geriet nur umso peinlicher. Kein Yes-Fan wollte eine Karibik-Suite von seiner Lieblingsband hören, umso weniger, als es sich bei den drei gemeinten Songs eindeutig um vollkommen eigenständige Stücke handelte. Konsequenz: "The Ladder" verkaufte sich nahezu genauso schlecht wie sein Vorgänger. Recht so. Denn bei Lichte betrachtet ist es genauso scheiße. Konsequenterweise zerfiel die Band nach der Tour: Billy Sherwood fand es interessanter, als Jingle-Komponist für eine amerikanische Werbefirma zu arbeiten. Womit er Recht hatte. Khoroshev wurde rausgeworfen, weil er nach einem Konzert eine junge Frau sexuell belästigt hatte.

Eines fällt mir an "The Ladder" und "Magnification" ("Open Your Eyes" bleibt außen vor, weil es ursprünglich als Conspiracy-Album vorgesehen war) immer wieder auf: Wenn man die beiden Alben im Vergleich zu den dummerweise zeitnah auf "In a Word: Yes" und der Rhino-Drama veröffentlichen Tracks der Paris-Sessions hört, dann merkt man, dass die sich derart ähnlich sind, dass man sich um die ästhetische Urteilskraft der Band ernsthaft Sorgen machen muss. Immerhin ist Jon Anderson 1979/80 von Howe, Squire und White für solchen Kram hochkant rausgeworfen worden. Heute sehe ich die drei auf diversen Devauden lustig die Backing Vocals für die Albernheiten von "The Ladder" und "Magnification" singen und kann dabei eigentlich nur den Kopf schütteln. Ist der musikalische Kleinste Gemeinsame Nenner so klein geworden!

Steve Howe sagte 2010: "Open Your Eyes really was a nightmare. And The Ladder was a similar nightmare, and Magnification was a nightmare too. The type of problems we had making those records was motivated by the story of the '80s and '90s [...] "Owner of a Lonely Heart", which is basically a pop song by Yes, and what that left was a scar that could not be removed. The group was desperate for a hit, and I was not. I did not care about having a hit [...] I want Yes to write symphonies, orchestrally, in a large format, and not be worried about radio play, about a cliche pop song."

Und 2011: "I think one of the worst things that ever happened in Yes is when certain people in the band and certain people engineering and helping started to think if somebody would say this song is a single [...] that somehow the magic would happen and we would have a hit record. And time and time again, I saw people completely lose the heart and soul by trashing a song. Usually this song that was chosen. I can give you an example: "Finally", for instance, or [...] other songs were chosen on albums. And usually it would just be destroyed. Because of the quest for commercialism, the mistaken quest for commercialism, these songs would get trashed out. In other words, people would edit them, they would play rubbishy things on them."

Und er zieht das Fazit: "Those songs were so far beneath Yes's talents. Yes's talent is not in writing hit singles, we are not that sort of group and never would have gotten anywhere being so. I think the Yes legacy has more to do with the '70s." Recht hat er.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.1.2014
Letzte Änderung: 2.2.2014
Wertung: 4/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Yes

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Yes 8.40 5
1970 Time And A Word 9.20 5
1971 The Yes Album 9.80 6
1972 Close To The Edge 13.80 12
1972 Fragile 11.20 5
1973 Yessongs 13.00 3
1973 Tales From Topographic Oceans 13.25 8
1974 Relayer 14.22 9
1975 Yesterdays - 2
1975 Yessongs (VHS/DVD) 11.00 2
1977 Going For The One 9.88 8
1978 Tormato 7.71 8
1980 Drama 11.50 8
1980 Yesshows 10.00 3
1981 Classic Yes 12.00 2
1983 90125 8.13 8
1985 9012 Live - The Solos 5.00 3
1987 Big Generator 6.67 6
1991 Union 6.00 7
1991 Owner Of A Lonely Heart - 1
1991 YesYears 13.00 2
1992 Union Tour Live (DVD) 7.00 1
1992 Yesstory - 1
1993 Highlights - The Very Best of Yes - 1
1993 Symphonic Music of Yes 2.00 1
1994 Yes Active - Talk (CD-ROM) 8.00 1
1994 Talk 6.17 6
1996 Keys to Ascension (VHS/DVD) 7.00 1
1996 Live in Philadelphia 1979 (DVD) 4.00 1
1996 Keys To Ascension 8.00 4
1997 Open Your Eyes 4.17 6
1997 Something's coming - the BBC Recordings 1969-1970 9.00 2
1997 Keys To Ascension 2 10.50 4
1998 Yes, Friends and Relatives 3.00 2
1999 Musikladen live (DVD) 6.00 1
2000 House Of Yes - Live From House Of Blues 6.00 2
2000 Masterworks 8.00 1
2000 House of Yes - Live from House of Blues (DVD) 8.00 2
2000 The Best of Yes - 2
2001 Live 1975 At Q.P.R. Vol. 2 (DVD) 14.00 1
2001 Live 1975 At Q.P.R. Vol. 1 (DVD) 13.00 2
2001 Keystudio 9.00 2
2001 Magnification 8.00 9
2002 Symphonic Live (DVD) 10.00 3
2002 In a Word: Yes (1969- ) 12.50 2
2002 Yes today - 1
2002 Extended Versions - 2
2003 Yes Remixes 2.00 1
2003 YesSpeak (DVD) 9.67 3
2003 YesYears (DVD) 10.00 1
2003 Greatest Video Hits (DVD) 3.00 1
2004 Inside Yes. 1968 - 1973. An independent critical review. (DVD) 10.00 1
2004 The ultimate Yes 10.00 2
2004 Yes Acoustic (DVD) 6.00 2
2005 Inside Yes Plus Friends and Family (DVD) 11.00 1
2005 Songs From Tsongas - Yes 35th Anniversary Concert (DVD) 10.50 2
2005 The Word is Live 11.00 1
2006 9012Live (DVD) 10.00 2
2006 Essentially Yes - 1
2007 Live at Montreux 2003 - 1
2007 Live at Montreux 2003 (DVD) 9.00 1
2007 Yes. Classic Artists. Their definitive fully authorised Story in a 2 Disc deluxe Set - 1
2008 The New Director's Cut 9.00 1
2009 The Lost Broadcasts 7.00 1
2009 Rock Of The 70's 7.00 1
2010 Keys to Ascension (2CD + DVD Box Set) 10.00 1
2010 Live in Chile 1994 10.00 1
2011 In The Present - Live From Lyon 9.00 2
2011 Live on Air - 1
2011 Fly from here 8.57 7
2011 The Revealing Science Of God 7.00 1
2011 Union Live (DVD) 11.00 1
2012 Yessongs - 40th Anniversary Special Edition (Blu-Ray) - 1
2013 The Studio Albums 1969-1987 - 1
2014 Like It Is - Yes at the Bristol Hippodrome 6.00 1
2014 Songs From Tsongas - Yes 35th Anniversary Concert (3CD Set) 9.00 1
2014 Heaven & Earth 5.17 7
2015 Progeny: Highlights From Seventy-Two 12.00 1
2015 Like It Is - Yes at the Mesa Arts Center 10.00 1
2015 Progeny - Seven Shows from Seventy-Two 8.00 2

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