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Panta Rhei (Ungarn)

Bartok (1976-77)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977 (Die geplante Veröffentlichung unterblieb damals.)
Besonderheiten/Stil: Klassikrock / Adaptionen
Label: nur online verfügbar
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Kalman Matolcsy keyboards
Alex Szalay guitar
Andras Szalay bass
Eniko Acs vocals
Csaba Beke drums
Miklos Kiss drums

Tracklist

Disc 1
1. Quarts 2:17
2. Harlequin 2:32
3. Rumanian Dances 5:25
4. Dance Suite   (live) 12:10
5. Ostinato   (live) 3:56
6. Allegro Barbaro   (live) 4:31
Gesamtlaufzeit30:51


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 1 von 2)


Wo im klassischen Prog oder gar bei Adaptionen flinke Finger über schwarze und weiße Tasten krabbeln, ist der Vergleich mit Keith Emerson nahezu unvermeidlich. Ich möchte nicht wissen, wie vielen Musikern diese ewigen Vergleiche auf den Wecker fallen. Aber sie haben schon ihren Sinn. Vor kurzem wurde z.B. auf diesen Seiten anhand von Alas eingehend beschrieben, wo die Unterschiede zwischen Beeinflussung und Imitat liegen können, und ich habe mir eine Kerbe ins Hirn geschnitzt, die mich daran erinnern soll, demnächst mal Alas kennen zu lernen.

Vorläufig bin ich bei Panta Rhei aus Ungarn, und die sind eher das, was man gehässig als "Klon" bezeichnen könnte. Der Einfluss von Emerson, Lake und Palmer auf die frühe Musik der Gruppe ist übermächtig. Dabei darf man natürlich die besondere Situation in Osteuropa zu Zeiten des Kalten Krieges nicht vergessen. Das Nachspielen von Musik war eine Möglichkeit, sich über die eingeschränkten Begegnungsmöglichkeiten mit den Originalen hinweg zu helfen. In der DDR z.B. betätigten sich Electra gerne als ostdeutsche Version von Jethro Tull, da Frontmann Bernd Aust über die notwendige Spieltechnik an der Querflöte verfügte. Und die ungarischen Panta Rhei gaben live gerne ELP-Material zum Besten.

Daneben war die Band jedoch v.a. mit eigenen Bartok- und Grieg-Adaptionen erfolgreich. Die Bartok-Bearbeitungen erschienen allerdings nie auf Platte, da offenbar die Nachfahren des Komponisten etwas dagegen hatten. Mittlerweile hat Gitarrist Alex Szalay die Aufnahmen von 1976/77 aber auf seiner Webseite als eine Art virtueller CD frei verfügbar gemacht. (Der Link findet sich auf unserer Bandinfo-Seite.)

Die Bartok-Arrangements scheinen mir das Sahnestück des Panta Rhei-Oeuvres zu sein. Die Frage, ob man dem Komponisten der Vorlagen gerecht wurde, ist dabei müßig. Wie bei allen Adaptionen geht es im Prog weniger darum, E-Musik zu "interpretieren", sondern vielmehr darum, Rockmusik zu komplexeren Formen zu stimulieren - im besten Falle zumindest, denn es gibt ja auch Ekseption oder Sky, die eher dazu neigten, aus "Klassik" Schlummermusik zu machen.

Panta Rhei extrahieren aus Bartok eine Reihe flotter, unterhaltsamer, keyboardgeprägter Progstücke. Wer noch nicht genug von The Nice oder ELP hat, sollte hier unbedingt mal reinhören. Wer auf Imitate allergisch reagiert, könnte sich allerdings eventuell auch ärgern. Leider hat es die Band - anders als ihre ebenfalls stark von ELP beeinflussten Landsleute von After Crying - versäumt, sich irgendwann progmusikalische Eigenständigkeit auf die Fahnen zu schreiben. Das Potential wäre da gewesen. Stattdessen erschienen auf der späteren, offiziellen Debüt-LP eher harmlose Songs und die weitere Richtung war durch unbefriedigende elektronische Spielereien geprägt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.1.2005
Letzte Änderung: 20.1.2005
Wertung: 9/15
In der Note sind ein paar Abzüge enthalten, weil den Vorbildern mehr Punkte gebühren als den Nachahmern.

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 2)


Sicherlich stehen diese frühen Aufnahmen der Ungarn Panta Rhei voll und ganz in der Tradition des von The Nice und ELP vorexerzierten Klassikrocks. Die Begeisterung der jungen Musiker für die von irrwitzigen Tastenläufen dominierte Möglichkeit zur rockigen Interpretation der Kompositionen von Bela Bartok ist allgegenwärtig. Die dynamischen Synthieläufe wetteifern mit krachenden Basslinien um die Vorherrschaft und versetzen den Freund dieser Spielart der progressiven Rockmusik in Verzückung.

Die fulminanten Interpretationen strotzen nur so vor Energie und lassen den Hörer kaum zur Ruhe kommen. Hinsichtlich dieser Tendenz zu einem pulsierenden Bombastsound lassen sich Parallelen zu den Slowaken Collegium Musicum ziehen, die etwa zur gleichen Zeit ebenfalls jenseits des Eisernen Vorhangs einem kompromisslosen Tastenüberhang frönten.

Mit "Rumanian Dances" wird in Form eines Wechsels von elegischen ungarischen Gesangspassagen und furiosen Instrumentalsequenzen der absolute Höhepunkt eines entdeckungswerten Kleinods des Klassikrocks geboten.

Anspieltipp(s): Rumanian Dances
Vergleichbar mit: ELP, Collegium Musicum
Veröffentlicht am: 5.3.2005
Letzte Änderung: 5.3.2005
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Panta Rhei (Ungarn)

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1979 Misc Recordings (1975-79) 7.00 1
1980 Panta Rhei 4.00 1
1983 p.r. computer 6.00 1
1998 Epilógus 7.00 1
2002 Panta Rhei 75-79 3.00 1

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