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Mekong Delta

Pictures at an exhibition

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1996
Besonderheiten/Stil: instrumental; mit Orchester; Konzeptalbum; Klassikrock / Adaptionen
Label: Zardoz Records
Durchschnittswertung: 4/15 (1 Rezension)

Besetzung

Peter Haas drums, percussion
Ralf Hubert bass, concert guitar
Uwe Baltrusch guitars

Tracklist

Disc 1
1. Promenade 1:24
2. Gnomus 2:44
3. Interludium 0:43
4. Il veccio castello 3:56
5. Interludium 0:29
6. Tuileries (Dispute deEnfants apres jeux) 1:54
7. Bydtlo 3:02
8. Interludium 0:40
9. Ballet of the unhatched chicks 1:23
10. "Samuel" Goldenberg and "Schmuyle" 2:00
11. Promenade 1:24
12. Limoges: Le marché (La grande nouvelle) 3:02
13. Catacombae (Sepulcrum romanum) 1:43
14. Lingua Mortis 1:58
15. The hut on chickenes legs 3:26
16. The heroic gate (in the old capital of Kiev) 5:52
17. Tracks 17-32: Version mit Orchester 35:40
Gesamtlaufzeit71:20


Rezensionen


Von: Georg Heep


Im Grunde ist "Pictures at an exhibition" der denkbar schlüssigste Abschluss der Mekong Delta Diskographie. In Auszügen hatte sich die Band dem bekannten Mussorgsky-Zyklus bereits auf ihren frühesten Veröffentlichungen gewidmet. Darüber hinaus war das "Covern" von Metal-fremden Stücken schon immer eines der Themen von Mekong Delta gewesen. Man denke an die Neuinterpretation von Stücken verschiedener Komponisten des 20. Jahrhunderts, das Einbinden von Filmmotiven und natürlich an die Genesis-Coverversion auf Kaleidoscope. Schließlich zeigte die "Suite for Group and Orchestra" vom vorangegangenen Album Visions fugitives ein steigendes Interesse Ralph Huberts an der konsequenteren Einbindung eines klassischen Orchesters in den Klangkosmos seiner Band.

Beim "Pictures at an exhibition"-Projekt ging es Hubert nicht darum, das Mussorgsky-Stück als musikalischen Steinbruch zu verwenden und die vielen bekannten Motive des Werks mit eigenen Ideen und Improvisationen zu verbinden. Vielmehr hielt er sich streng an die ursprüngliche Klavier-Version (deren Noten er sich mühsam besorgte) und schrieb diese lediglich für die Instrumente Gitarre, Bass und Schlagzeug um. Man darf das Album daher auf keinen Fall mit der ELP-Platte vergleichen, eher steht es auf einer Stufe mit den Neuinstrumentierungen von Ravel und anderen.

Zusätzlich zum kompletten Zyklus in der Gitarre/Bass/Schlagzeug-Version enthält die CD alle Stücke ein zweites Mal mit zusätzlicher Orchestrierung.

Ich kann mir vorstellen, dass das Ergebnis für interessierte Musikstudenten oder für diejenigen, die die original "Bilder" und ihre bisherigen Bearbeitungen bis ins letzte Detail kennen, ein intellektueller Genuss ohne Gleichen ist: Man kann unter dem Kopfhörer mitverfolgen, wie die ursprünglich nur für das Klavier geschriebenen Tonfolgen nun auf Gitarre und Bass verteilt werden, welche Aufgaben das Schlagzeug zugewiesen bekommt und die von Hubert gefundenen Lösungen dabei mit den anderen Versionen vergleichen.

Ich kann mir das vorstellen, aber wenn ich es schon so ausdrücke: Mir persönlich geht es nicht so - und dies, obwohl ich gerade der ursprünglichen Version für Klavier sehr viel abgewinnen kann. Die Musik auf dem Mekong Delta Album lässt mich völlig kalt. Krass ausgedrückt: Eine tote Kopfgeburt. Man spürt zwar die immense (Kleinst-)Arbeit, die hier investiert wurde, dem Ergebnis gelingt es jedoch in keinster Weise, mich emotional zu berühren - vom "Spaß beim Hören" möchte ich gar nicht erst reden. Der dumpfe Klang der Aufnahme lässt den Melodien keine Luft zum Atmen, verleiht ihnen vor allem nicht die imaginative Kraft, der "Die Bilder einer Ausstellung" ihre Bekanntheit verdanken. Vor allem die Eintönigkeit, mit der das Schlagzeug eingesetzt wird, ist mir unbegreiflich. Die eröffnende Version der Promenade klingt eher nach einem vorbeiexerzierenden Soldatentrupp als nach einem lustwandelnden Ausstellungsbesucher. Nur wenn das Schlagzeug schweigt, kann sich so etwas wie Atmosphäre aufbauen ("Catacombae" / "Lingua Mortis"). Hinsichtlich dieses Instruments waren die Möglichkeiten einer Neuinstrumentierung wohl erreicht und überschritten.

Die Version "mit Orchester" ist nur unbedeutend lebendiger, auch weil - wie schon auf "Visions fugitives" - nicht mit einem echten Orchester zusammengearbeitet werden konnte.

Insgesamt bleibt mir nur das Fazit: Ein interessantes, aber leider fehlgeschlagenes Experiment.

Im Zusammenhang mit dieser CD erschien auch eine CD-ROM mit jeder Menge Zusatzmaterial. Sie ermöglichte es dem Benutzer zum Beispiel, sich bei einigen der Stücke selbst als Neu-Instrumentator zu versuchen. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich sie unter Windows 98 oder XP nicht mehr zum Laufen bringen können und daher ... naja ... weggeworfen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.1.2005
Letzte Änderung: 20.1.2005
Wertung: 4/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mekong Delta

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1987 Mekong Delta 11.00 1
1988 The music of Erich Zann 13.00 1
1989 The principle of doubt 10.00 1
1990 Dances of death (and other walking shadows) 14.00 2
1992 Kaleidoscope 12.00 1
1993 Live at an exhibition 9.00 1
1993 Classics 10.00 1
1994 Visions fugitives 11.00 1
2007 Lurking Fear 12.00 1
2010 Wanderer On The Edge Of Time 14.00 1
2014 In A Mirror Darkly 12.50 2

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