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Focus

Moving Waves

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Polydor
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Thijs van Leer organ, harmonium, mellotron, soprano and alto flute, piano
Jan Akkerman guitar
Cyriel Havermans bass
Pierre van der Linden drums

Tracklist

Disc 1
1. Hocus Pocus 6:42
2. Le Clochard 2:01
3. Janis 3:09
4. Moving Waves 2:42
5. Focus II 4:03
6. Eruption

1. Orfeus
2. Answer
3. Orfeus
4. Answer
5. Pupilla
6. Tommy
7. Pupilla
8. Answer
9. The Bridge
10. Break
11. Euridice
12. Dayglow
13. Endless Road
14. Answer
15. Orfeus
16. Euridice

23:04
Gesamtlaufzeit41:41


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


"Moving Waves", "Focus'" zweites Album beginnt gleich mit einem ihrer bekanntesten Songs überhaupt, dem bizarren "Hocus Pocus", mit heftigem Hardrock-Riff, das immer wieder und immer wieder wiederholt wird, dazwischen Solo-Spots für die Bandmitglieder (hier wieder herausragend: der virtuose Gitarrist Jan Akkerman) und insbesondere Thijs Van Leers heftiges, manisches Gejodel inklusive Akkordeon und diese unglaublich hohe Falsett-Stimme... Seltsam. Cool.

Die nächsten paar Nummern schalten nach der energetischen und so einprägsamen Eröffnung ein paar Gänge runter; ruhige, sehr melodische Stücke, die manchmal knapp am Schmalztopf vorbei schrammen. Dennoch gibt es auch hier immer wieder Hinhörer: bei "Le Clochard" steht z.B. Akkermans akustische Gitarre sanft gezupft im Vordergrund, in "Janis" Van Leers Flöte, teils in mehreren ineinanderfliessenden Spuren. Und "Focus II" hat einige sehr schöne bewegte und komplexe Instrumentalpassagen.

Die ganze zweite Hälfte der Platte gehört dem nun wirklich vielteiligen "Eruption", das aus vielen kurzen Abschnitten (meist zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten) besteht, die aber teilweise variiert wiederholt werden und für einen grösseren Zusammenhang sorgen. Besetzungsmässig hät Thijs Van Leer sich hier hauptsächlich an die Hammond-Orgel, während Akkerman die elektrische Gitarre bedient, dazu Pierre Van Der Linden, Drums und Cyril Havermans, Bass. Obwohl die einzelnen Stellen von der Stilistik relativ unterschiedlich behandelt werden, so bleibt doch der zugrunde liegende Sound reicht gleich, so dass die Nummer nie irgendwie zerrissen, sondern recht fliessend und einheitlich wirkt. Mit "Orfeus" beginnt "Eruption" ruhig, klassisch angehaucht, während "Answer" bewegt und zerrissen, irgendwie ELP-mässig dagegenhält. Das hallgetränkte "Pupilla" sorgt mit seinem psychedilischen Touch, Orgel und Mellotron-Streichern für "Pink Floyd"-Feeling. "The Bridge" ist die einzige längere Nummer (ca. 5 Minuten) mit viel Platz für Orgel- und Gitarren-Soli, danach mit "Break" ein kurzes "Hocus Pocus"-Zitat. "Euridice" bietet dann wieder sanftes Klavier und Flöte, "Dayglow" verbreitet sakrale Stimmung inkluse Mönchsgesang, der passende Kontrast zum Drum-Solo "Endless Road"...

"Moving Waves" ist eine schöne, hauptsächlich instrumentale Platte, bei der wieder vor allem Jan Akkerman mit seinem souveränen Spiel zu begeistern wiess. Die ruhigen Nummern son mir manchmal vielleicht etwas zu salbungsvoll, aber insgesamt ist dies wohl "Focus'" bestes Album und vielleicht der Platz, um sich mit ihnen vertraut zu machen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.4.2002
Letzte Änderung: 29.4.2002
Wertung: 10/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 2)


"Moving Waves" als das zweite Album von Focus bietet mit dem rockigen Eröffnungstitel "Hocus Pocus" wohl das akustische Markenzeichen der Band. Im fetzigen Rocksound hat diese Nummer mit den prägnanten Gitarrenriffs von Jan Akkerman, dem grotesken Gejodele von Thijs van Leer und seinen kraftvollen Flöteneinsätzen den Ruf der Holländer geprägt. Wie bei so vielen anderen Bands ist der bekannteste Titel nicht unbedingt repräsentativ für den Gesamtsound. Focus lehnen sich hier ewas an den Hardrocksound ihrer Zeit an und haben mit diesem unverwüstlichen Titel eine glänzende Abgehnummer für ihre Konzertaktivitäten geschaffen.

"Le Clochard" und "Janis" stehen dann für die romantisch-verklärte Note im Repertoire von Focus. Geschmeidige Eleganz stellt im pastoralen Schönklang einen entrückten Gegenpol zum krachenden Opener dar. Die beiden Hauptprotagonisten entlocken den langsam dahin fließenden Melodien eine weihevolle Anmut und lassen den Hörer darin versinken.

Der balladeske Titelsong ist von perlendem Klavierspiel und schönem Gesang geprägt, der anfangs ein wenig nach John Wetton klingt. Der geneigte Hörer beginnt seine Augen zu schließen und lässt sich spätestens im prächtigen "Focus II" von den fein gesponnenen Harmonien mitreißen.

Im Longtrack "Eruption" steigern sich die Holländer zum wahrhaft eruptiven Höhepunkt und vereinen all die Vorzüge ihres Sounds. Jan Akkerman beweist im nahtlosen Wechsel von rockiger Energie und fein gesponnener Eleganz, dass er zu den absoluten Könnern seiner Zunft zählt und diesem Longtrack ein quicklebendiges Gepräge einhauchen kann. Nur wenige Gitarristen können selbst mit sparsamen Griffen für solch einen Gänsehautfaktor sorgen. Dieser im wahrsten Sinne des Wortes "Ausbruch" an musikalischer Ideenvielfalt lebt von einem blinden Verständnis der beteiligten Akteure. Eine denkwürdige Leistung und ein ebensolches Album.

Anspieltipp(s): Eruption
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.4.2007
Letzte Änderung: 27.4.2007
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Focus

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 In And Out Of Focus 8.00 1
1973 Focus III 10.67 3
1973 At The Rainbow 11.67 3
1974 Hamburger Concerto 8.00 2
1975 Mother Focus 8.00 1
1976 Ship of Memories 9.00 1
2006 Focus 9 / New Skin 8.00 1
2012 Focus X 10.00 1
2014 Golden Oldies 10.00 1
2016 Focus 8.5 / Beyond the Horizon 9.00 1
2017 The Focus Family Album 9.00 1

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