SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
16.7.2018
The Sea Within - The Sea Within
Mystery - Lies and Butterflies
15.7.2018
Ragnar Grippe - Sand
Klaus Schulze - Silhouettes
Malaavia - Frammenti Compiuti
14.7.2018
Pixie Ninja - Ultrasound
Jonathan - Jonathan
12.7.2018
Robert Reed - Sanctuary III
42DE - EP
Manfred Mann's Earth Band - Watch
11.7.2018
Hollowscene - Hollowscene
Seasons Of Time - Welcome To The Unknown
10.7.2018
Robert Reed - Sanctuary III
Space Debris - Mountain Ultimate
9.7.2018
3RDegree - Ones & Zeros : Volume 0
8.7.2018
Teru's Symphonia - Symphonia
Ship Of Fools - Out There Somewhere
7.7.2018
Christian Fiesel - The Dark Orb
ARCHIV
STATISTIK
24778 Rezensionen zu 16964 Alben von 6608 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Skipetarski

Byzanzia

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Atlantis Hellas Progressive
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Bajushi Shkodraji Klavier, Moog, Theremin, Gesang
Urim Bagashi Gitarre, Baletakuje
Muamer Sabahoxha Bass
Enver Hagasli Schlagzeug, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Boleslahij Skipetar 12:42
2. Flamutari Basloxho 8:25
3. Sabalja Razlijin 9:17
4. Ohrid Mamontaljer - 745 AD 14:38
Gesamtlaufzeit45:02


Rezensionen


Von: Horst Straske @


Bitte erst diesem Link folgen :-)

Es ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass es in den 70er Jahren auch auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs einige Bands gab, die sich dem Progressive Rock verschrieben hatten. Bands wie SBB aus Polen, Collegium Musicum und Modry Efekt aus der damaligen Tschechoslowakei, Omega aus Ungarn, FSB aus Bulgarien, Phoenix aus Rumänien und nicht zuletzt die ostdeutschen Stern-Combo Meissen, Lift (Dt.) und Electra dürften dem interessierten Fan zumindest dem Namen nach ein Begriff sein. Mit Albanien gab es aber ein Land, das sich unter Enver Hoxha auch von den sozialistischen Bruderländern völlig abgeschottet hatte. Dennoch sickerte auch in dieses Land Mitte der 70er Jahr auf verschlungenen Pfaden die progressive Variante der Rockmusik durch. Unter der Führung des jungen Komponisten Bajushi Shkodraji formierte sich Ende 1975 die Band Skipetarski, die sich dem symphonischen Progrock verschrieben hatte. Besagter Bajushi Shkodraji war Absolvent des Konservatoriums von Tirana und schrieb offiziell im Auftrag der kommunistischen Einheitspartei patriotisch gefärbte Lieder. Im Verborgenen widmete er sich zusammen mit drei Mitstreitern seiner wahren Leidenschaft. Bereits sein Vater Ejaka Shkodraji kann als der Haus- und Hofkomponist des kommunistischen Albaniens bezeichnet werden. In den 30er Jahren kam er als Gaststudent in Moskau in Kontakt mit dem russischen Erfinder Leon Thermen, der mit dem nach ihm benannten Theremin so etwas wie der Begründer der elektronischen Musik ist. Eine ganz frühe Version dieses Instruments gelangte nach Tirana und wurde von Vater Shkodraji voller Begeisterung eingesetzt.

Hiermit legte er den Grundstein für die spätere Begeisterung seines Sohnes für elektronische Klänge. Obwohl sich das Land der Skipetaren vollständig von seinen sozialistischen Bruderländern abschottete, gelang es dem Bandgründer Bajushi Shkodraji in Kontakt mit niemand geringerem als Vangelis im benachbarten Griechenland zu treten. Als ein Moog-Synthesizer unter Zahlung eines üppigen Bestechungsgeldes an die zuständige Beamtenschaft eingeschmuggelt werden konnte, begannen die jungen Musiker voller Enthusiasmus mit den Aufnahmen zu ihrem einzigen Album „Byzanzia“. In esoterisch-symphonischen Klangflächen widmeten sich Skipetarski der byzantinischen Vergangenheit ihres Heimatlandes. Der eindringliche albanische Gesang vereint sich dabei zusammen mit filigranen Gitarreneinsätzen zu einem epischen Wohlklang, der unvergleichbar ist und den tapferen Kampf der skipetarischen Urväter gegen die feindseligen Nachbarvölker verklärt. Das ist mit allerlei Pathos und Schwermut getränkt.

Der symphonische Pomp wird vom traumhaften Zusammenspiel zwischen der Baletakuje und dem Moog-Synthesizer erreicht. Die Baletakuje ist ein landstypisches Streichinstrument, das noch ein Überbleibsel aus Albaniens osmanischer Vergangenheit ist. Die Klangteppiche dieses traditionellen Instrumentes vereinen sich mit weit ausladenden Synthieflächen zu einem wahrlich erhabenen Raumklang. Der Baletakuje-Spieler Urim Bagashi steuert auch majestätische Gitarreneinsätze bei, welche die Rockkomponente unterstreichen. Wenn im Song „Boleslahij Skipetar“ der Untergang des sagenumwobenen Fürstenreiches Ahateslasli voller Anmut in Szene gesetzt wird, hat „Byzanzia“ seinen Höhepunkt erreicht.

Letztendlich kann diese absolute Obskurität dem internationalen Vergleich durchaus standhalten. Auch klangtechnisch sind kaum Abstriche zu machen, da Mastermind Bajushi Shkodraji dieses Album im staatlichen Tonstudio in der Hauptstadt Tirana aufgenommen hat. In den Aufnahmepausen zu dem heroisierenden Auftragswerk „Pashokalje Enver Hohxa“, das die „Glanztaten“ des albanischen Alleinherrschers zum Thema hatte, sind heimlich die Aufnahmen zu „Byzanzia“ entstanden. Es versteht sich von selbst, dass diese nur im Verborgenen eine sehr geringe Verbreitung finden konnten. Dank des im griechischen Thessaloniki beheimateten Reissue-Labels Atlantis Hellas Progressive erblicken diese Aufnahmen endlich das Licht der progressiven Welt.

Anspieltipp(s): Boleslahij Skipetar
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.4.2005
Letzte Änderung: 18.3.2005
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum