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Soft Machine

Land of Cockayne

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1981
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion
Label: EMI
Durchschnittswertung: 5.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Karl Jenkins Keyboards
John Marshall Drums

Gastmusiker

Alan Parker Guitar
John Taylor E-Piano
Dick Morrissey Sax
Stu Calver, John Perry, Tony Rivers Backing Vocals
Allan Holdsworth Guitars
Jack Bruce Bass
Ray Warleigh Sax, Flute
ein anonymes Orchester Strings

Tracklist

Disc 1
1. Over 'N' Above 7:25
2. Lotus Groves 4:57
3. Isle Of The Blessed 1:57
4. Panoramania 7:08
5. Behind The Crystal Curtain 0:54
6. Palace Of Glass 3:22
7. Hot-Biscuit Slim 7:27
8. (Black) Velvet Mountain 5:10
9. Sly Monkey 5:00
10. "A Lot Of What You Fancy..." 0:35
Gesamtlaufzeit43:55


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Im Dezember 1978 gaben Soft Machine in Bremen ihr für lange Zeit letztes Konzert. Danach brach die Gruppe auseinander. Eigentlich hätte man es nun dabei bewenden lassen können. Doch im Frühsommer 1980 holten Karl Jenkins und John Marshall eine Ladung Bekannte ins Pye & Riverside Studio in London, um unnötigerweise ein weiteres Soft-Machine-Album aufzunehmen.

Wenn man die Besetzung von "Land of Cockayne" betrachtet, werden sich bei erfahrenen Proggern vielleicht die Ohren aufstellen. Allan Holdsworth, Jack Bruce und Dick Morrissey (von If) sind durchaus bekannte Namen und versprechen, zusammen mit den beiden Soft-Machine-Überresten, ein interessantes Musikerlebnis. Doch ach, leider befinden wir uns mit diesem Album in den unsäglichen 80er Jahren. Ein eigenartiger Virus hatte damals unzählige altgedienten Musiker befallen, der sie dazu zwang vermeintlich komerziell erfolgreiche und eingängige Musik zu verbrechen. So ist auch das auf "Land of Cockayne" Gebotene meilenweit von einer progressiven Allstar-Sternstunde entfernt.

Glatte Fusion wird auf diesem Album geboten, die zusätzlich noch von Hintergrundchören und Zuckerstreichern verwässert wird. Perfekt produziert und und ebenso perfekt musiziert, würde die auf diesem Album zu findende Musik in keinem Supermarkt störend auffallen.

"The Land of Cockayne is a country where life is a round of luxury and idleness. In Cockayne there are rivers of wine, houses built of cake and streets paved with pastry. Roast pigs wander about with knives and forks in their backs, crying "eat me, eat me", while naked nuns bathe in rivers of sweet milk. In the sky, there is a palace of glass, floating above the clouds. To enter this land one has to wade up to the chin in swine's dirt for seven years."

So steht es hinten auf dem LP-Cover. Das passt! Genau solche Klänge stelle ich mir im Schlaraffenland vor, einlullend, leicht verdaulich, die niemanden beim Essen oder Baden stören. Ich persönlich würde mir allerdings durchaus etwas mehr Schweinedreck auf diesem Album wünschen. Von Alan Holdsworth ist nicht allzu viel zu hören. Seine flinken Gitarrenläufe sucht man hier vergebens. Einzig "Palace Of Glass" lässt aufhorchen, erinnert sein minimalistisch-repetitiver Beginn doch an gute alte Zeiten der Gruppe.

Wenn man sich Streicher und Chor wegdenkt, ist "Land of Cockayne" eine ordentliche Mainstrem-Fusion-Scheibe, die vor allem einige schöne Saxophonsoli bietet. Da aber Ende der 70er und anfang der 80er Jahre unzählige ähnliche Alben produziert wurden und man die beiden eben genannten Ingredienzen eben nicht entfernen kann, ist "Land of Cockayne" eine ziemlich unnötige und unerfreuliche Produktion; der ausgesprochen unrühmliche Abgesang einer einstmals progressiven und innovativen Formation. Finger weg (es sei denn man ist wie der Rezensent ein extremer Canterbury-Komplettist)!

Anspieltipp(s): Palace Of Glass, wenn es denn unbedingt sein muss
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.4.2005
Letzte Änderung: 24.12.2007
Wertung: 4/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Das letzte Album von Soft Machine ist schon etwas eigenartig geraten. Es treffen hier drei recht unterschiedliche musikalische Ansätze zusammen, die im Ganzen aber schon noch ein relativ ausgewogenes Klangbild ergeben.

Der erste, qualitativ am wenigsten überzeugende Strang wird gleich mit dem Opener Over'n'Above vorgegeben. Wenn man den hinter sich hat, wird es besser... denn der Sound der hier geboten wird, erinnert mich an eine Mischung aus Henry Mancini und James Last mit schleppendem Disco-Groove. Das Easy-Listening-Feeling, wie es so typisch für den leichten Jazz der 60er war, wird durch gelegentliche Choreinsätze und Streicherflächen unterstrichen. Beides würde heute am Synthesizer generiert. Das ist schon ziemlich steril eingespielt. Verschärft gilt dies auch für Isle of the Blessed, das ausschließlich die Streicher unter Leitung von Bill Harman zum Zuge kommen lässt und nach gediegener Filmmusik der 50er Jahre klingt... Auch das etwas kitschige, aber immerhin erhabene (Black) Velvet Mountain zählt zu dieser eher unerquicklichen Abteilung.

Lotus Grooves - mit einem Gong eingeläutet - stellt jedoch zunächst das zweite Standbein des Albums vor, das sich asiatisch-meditativen Klängen widmet. Das klingt wie leicht angejazzter New Age, der damals überhaupt erst am Aufkommen war. Die Komposition wirkt ziemlich suggestiv. Mir gefallen diese gefühlvollen, ruhigen Stücke mit minimalistischem Charakter. Das Saxophon klingt im Palace of Glass nach Bambus. Der Vorteil bei diesen meditativen Nummern ist auch, dass die Streicher ruhen.

Panoramania schließlich bietet am ehesten das, was man in den 70ern mit Soft Machine in Verbindung gebracht hat: noblen Jazzrock, hier aber im Stil des Albums leicht und beschwingt. Das Jubilieren der Streicher gibt dem Stück diesen Cockayne-typischen Sound. Trotzdem kommen hier auch sehr gut die instrumentellen Fertigkeiten der Musiker z.B. in schön perlendem Tastensolo zum Tragen. Auch Hot-biscuit Slim und Sly Monkey zählen zu den komplexeren Stücken des Albums - die paar Streichflächen stören hier kaum.

Insgesamt wird eine Art Soft Machine „light“ geboten, die teilweise ganz unterhaltsam klingt, teilweise auch mit den asiatischen Meditationsübungen neue, interessante Akzente setzt, teilweise aber auch in komplettem Easy-Listening versinkt.

Ich persönlich finde das Album gar nicht so schlecht, wenngleich es unter den Soft Machine-Alben sicherlich schon das schwächste ist. Aber als irgendwie kuriose Light-Version eines Soft Machine-Albums hat auch Land of Cockayne seinen Platz in der Sammlung.

Anspieltipp(s): Panoramania, Lotus Grooves, Over'n'Above
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.4.2012
Letzte Änderung: 17.4.2012
Wertung: 7/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Soft Machine

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1968 Volume 1 10.50 2
1969 Volume 2 13.00 2
1970 Third 14.50 2
1971 Fourth 10.00 2
1972 Jet Propelled Photographs 7.50 2
1972 Fifth 10.00 2
1973 Six 11.00 3
1973 Seven 10.50 2
1975 Bundles 11.00 2
1976 Softs 9.00 2
1978 Alive & Well - Recorded in Paris 8.00 3
1978 Rubber Riff 6.00 2
1988 Live at the Proms 1970 10.00 1
1991 as if... - 1
1993 BBC In Concert 1971 12.00 1
1994 Softstage - BBC In Concert 1972 9.00 1
1995 Live At The Paradiso 1969 9.50 2
1996 Spaced 11.50 2
1998 Virtually 10.00 1
2000 Noisette 11.00 1
2001 Turns On Vol.1 4.00 1
2001 Turns On Vol.2 6.00 1
2002 Backwards 10.00 1
2003 BBC Radio 1967-1971 13.00 2
2003 BBC Radio 1971-1974 11.00 1
2004 Breda Reactor 10.00 1
2004 somewhere in Soho 7.00 1
2004 Live In Paris 9.50 2
2005 The Story Of Soft Machine 5.00 1
2005 Out-Bloody-Rageous - An Anthology 1967-1973 12.00 1
2005 British Tour '75 11.00 1
2006 Middle Earth Masters 9.00 1
2006 Grides 10.00 1
2006 Floating World Live 12.00 1
2008 Drop 12.00 1
2009 Live at Henie Onstad Art Centre 1971 13.00 1
2010 NDR Jazz Workshop 12.00 1

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