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Kraftwerk

Minimum-Maximum

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: live; Elektronische Musik; Moderne Electronica
Label: EMI
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Ralf Hütter
Florian Schneider
Fritz Hilpert
Henning Schmitz

Tracklist

Disc 1
1. Die Mensch-Maschine 7:55
2. Planet der Visionen 4:45
3. Tour de France Étape 1 4:22
4. Chrono 1:29
5. Tour de France Étape 2 4:48
6. Vitamin 6:41
7. Tour de France 6:18
8. Autobahn 8:51
9. Das Model 3:41
10. Neonlicht 5:58
Gesamtlaufzeit54:48
Disc 2
1. Radioaktivität 7:42
2. Trans Europa Express 3:21
3. Abzug 1:40
4. Metall auf Metall 4:28
5. Nummern 4:27
6. Computerwelt 2:55
7. Heimcomputer 5:54
8. Taschenrechner 2:58
9. Dentaku 3:15
10. Die Roboter 7:23
11. Elektro Kardiogramm 4:41
12. Aero Dynamik 7:13
13. Music Non Stop 9:54
Gesamtlaufzeit65:51


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet: zum ersten Mal in ihrer nun fast fünfunddreißigjährigen Geschichte veröffentlichen die Düsseldorfer Elektroniker ein Livealbum. Die Aufnahmen stammen von verschiedenen Konzerten im Frühjahr 2004, die Reihenfolge der Stücke entspricht - sofern mich meine Erinnerung an den Auftritt in Frankfurt nicht täuscht - weitgehend der Setlist der damaligen Konzerte.

Kraftwerk live - was heißt das eigentlich? Die vier Herren drehen zwar bei ihren Auftritten eifrig an allen möglichen Knöpfchen, aber ehrlich gesagt, bin mir, nicht so ganz sicher, was bei einem solchen Konzert nun von der Festplatte kommt, und was wirklich live ist. Na, zumindest schien mir Ralf Hütter damals wirklich live zu singen ;-)

Damit will ich "Minimum-Maximum" aber keineswegs schlecht machen. Im Gegenteil, hier wird, in perfekter Klangqualität, ein schöner Überblick über das Schaffen der Düsseldorfer Elektronik-Pioniere geboten. Die frühe, vor-elektronische Phase der Jahre 1970-1973 fehlt erwartungsgemäß, ansonsten wimmelt es hier aber nur so von den großen Kraftwerk-Klassikern: "Autobahn" (wie immer in gekürzter Version), "Radioaktivität", "Das Model", "Trans Europa Express", "Tour de France", usw. Dabei gefällt mir besonders die hier gebotene Version von "Radioaktivität": diese beginnt zunächst im Stil des Originals, um dann nach einiger Zeit in die "modernere" Fassung des "Mix"-Albums überzugehen, eine gelungene Kombination.

Ansonsten halten sich die Unterschiede zu den Studioaufnahmen in Grenzen, wobei man sich in einigen Fällen ("Roboter", "Taschenrechner" - zu letzterem gibt es auch die japanische Fassung "Dentaku") an den Versionen von "The Mix" orientiert.

Weiterhin gibt es einige Stücke aus dem 2003 erschienenen Studioalbum "Tour de France Soundtracks". Erfreulicherweise sind mit "Vitamin" und "Elektro Kardiogramm" darunter gerade die zwei besten Stücke dieses Albums.

Für den Kraftwerk-Fan ist "Minimum-Maximum" sowieso unverzichtbar, egal, wie hoch nun wirklich der Live-Anteil ist. Und wer die Band kennen lernen möchte, bekommt hier quasi ein "Best of" geliefert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.6.2005
Letzte Änderung: 10.6.2005
Wertung: 10/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 3)


"Elektronische Musik" ist ja nun nicht gerade mein Steckenpferd... aber Ausnahmen bestätigen die Regel und so habe ich eine gewisse Schwäche für Kraftwerk. Die höre ich ganz gerne mal, wenn auch in eher homöopathischen Dosen und dann meistens sozusagen die 'Smash-Hits' der Gruppe. Vielleicht mag ich Kraftwerk auch deswegen, weil die Musik dieser Band bei aller futuristischen Elektronik immer erstaunlich lebendig und der Welt zugewandt wirkt. Und welche Elektro-Gruppe hat schon über die Jahre einen 50%-Anteil an Schlagzeugern im Line-Up?

Als begeisterter Sammler von Live-Alben musste ich natürlich ein Live-Album von Kraftwerk ohnehin sofort haben. Aber die Frage ist wirklich evident: Was heisst eigentlich 'live' bei einer Gruppe wie Kraftwerk, bei der ohnehin fast alles digital erzeugt wird? Nun, das wird das Geheimnis der Düsseldorfer bleiben. Ein Bekannter, der im Gegensatz zu mir, einen Auftritt von Kraftwerk auf der zugrundeliegenden Tour (nämlich den in Berlin) miterleben durfte, meinte: "Sehr beeindruckend. Vor allem die optischen Elemente sind perfekt auf die Musik abgestimmt, so dass ein wirkliches künstlerisches Gesamterlebnis entsteht. Allerdings fragt man sich zuweilen, ob die Vier auf der Bühne wirklich etwas tun, oder ob sie eigentlich nur im Internet surfen oder ihre E-Mails abrufen."

Trotzdem gewinnt die Musik von Kraftwerk in meinen Ohren durch die Live-Umgebung noch ein bisschen an Atmospäre und an "Menschlichkeit" (auch wenn das vielleicht gerade nicht das Ziel der Gruppe ist). Geboten wird ein Querschnitt durch die bekanntesten Stücke der Band, sozusagen ein Live-Best of. Dabei ist der Klang und die Produktion wirklich unglaublich klar und transparent. Die Versionen der Klassiker werden, wie ich finde, geschickt modernisiert und klingen daher frisch und zeitlos wie immer, aber mit einem Tick mehr Groove. Selten gerät ein Rhythmus mal allzu "stampfig" und eintönig. Ein Stück weit orientiert man sich dabei anscheinend wirklich an den Versionen, die seinerzeit für das "The Mix"-Album produziert wurden. Die elektronische Percussion ist nach wie vor ein beeindruckender Bestandteil der Musik von Kraftwerk. Dadurch werden "Bewegung" und "Dynamik", durchaus elementare Themen der Musik der Düsseldorfer, geschickt in die elektronischen Welten eingebracht. Kraftwerk sind die einzigen Elektroniker für mich, deren Musik auch sowas wie rockt.

Und die Kombination aus dem minimalistischen Sprech-Gesang von Hütter, der ja meist nur Worte und Satzfragmente aneinanderreiht, und den ebenso minimalistischen Klang-Arrangements, die nur sehr, sehr sparsam mit melodiösen Synthesizer-Linien aufwarten, ist auch hier ungebrochen.

Interessant sind für mich auch die diversen Tracks aus dem letzten Kraftwerk-Album, "Tour de France Soundtracks", welches ich nicht besitze. Während die Suite aus "Tour de France Étape 1" / "Chrono" / "Tour de France Étape 2" noch ein bisschen langweilig daherkommt, bieten "Elektro Kardiogramm" und vor allem "Vitamin" ganz grosses Kino für die Ohren und dürften damit kommende Kraftwerk-Klassiker werden.

Neben dem brillianten Sound glänzt dieses Album auch mit einer vollkommen durchgängigen Konzertatmosphäre. Und dass, obwohl die Aufnahmen in unterschiedlichsten Lokationen weltweit entstanden sind. Aber auch hier zeigt sich Perfektion im Detail: Die japanische "Taschenrechner"-Version "Dentaku" ist natürlich in Tokyo mitgeschnitten worden und es ist gut zu hören, wie die Japaner hingerissen mitsingen. Mit "Planet der Visionen" ist ein Titel vertreten, den ich keinem mir bekannten Kraftwerk-Album zuordnen könnte, ein neuer Titel? Ich weiss es nicht, aber allerdings muss ich auch zugeben, dass mir dieser Song am wenigsten gefällt (Nachtrag: Kollege Jochen hat inzwischen meine Wissenslücke getilgt: Expo !).

Neben dieser "deutschen" Ausgabe, erscheint das Album noch als "internationale" Version, auf der die Liedtitel in englisch angegeben sind. Mir ist allerdings nicht klar, ob das auch heisst, dass hier englisch gesungen wird? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sozusagen zwei Tour-Varianten, in deutsch und englisch gegeben hat. Allerdings kommen auch auf der "deutschen" Version gelegentliche englische Ausflüge vor. Die "internationale" Version hat übrigens einen Track weniger als die "deutsche", dort fehlt komischerweise mit "Abzug" ein Teil der "Trans Europa Express"-Suite. Daneben erscheint das Album noch als SACD, als 4-LP-Box und als Doppel-DVD.

An dieser Stelle soll auch nicht verschwiegen werden, dass diese CD, wie soviele EMI-Produkte, mit diesem unsäglichen Kopierschutz daherkommt. In diesem Fall ist es bei mir auch so, dass sich die CDs nicht auf meinem Auto-CD-Player abspielen lassen (das ist mir zum ersten Mal überhaupt passiert!).

Anspieltipp(s): alles (ausser "Planet der Visionen"), besonders empfohlen: "Vitamin"
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.6.2005
Letzte Änderung: 16.6.2005
Wertung: 11/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 3 von 3)


Da mein Secondhandladen "nur" die internationale Version hatte, ein paar Anmerkungen zu dieser.

Der angeblich fehlende Track scheint Teil von "Trans Europe Express" zu sein. Dieser Titel ist auf der CD 5:01 Minuten lang, also die Zeit inklusive "Abzug" der deutschen Version. Ebenfalls gibt es in der internationalen Version einen fröhlichen Mischmasch aller Sprachen, der Schwerpunkt liegt zwar im Englischen, aber oft wird deutsch oder auch französisch gesungen. Ein Vergleich der Aufnahmeorte, die auf dem Cover für jeden Track angegeben sind, könnte Klarheit bringen.

Technisch sauber und im Sound sehr klar, stören mich ab und an die abrupten Schnitte zwischen den Titeln, die die Liveatmosphäre beeinträchtigen. Und im Gegensatz zu Thomas empfinde ich die modernen Beats und Rhythmen genau anders: Mich nerven die monotonen, sehr statischen Rhythmen aus dem Drumcomputerklangbank, das Menschliche der früheren Kraftwerk geht in meinen Augen verloren. So unterscheide ich zwischen der ersten CD, wo Kraftwerk ihre Stärken ausspielen, die Neuerungen dezent einsetzen und es hervorragend verstehen, aus elektronischen Klängen gelungene Beats und Rhythmen zu erzeugen. Nur der 7. Titel deutet schon an, was auf der zweiten CD blühen wird. Beginnt "Radioactivity" noch in alten Stil, kommen später leider die Drumcomputerklänge zum Einsatz. Und das halten sie auch mit dem Rest dieser CD so. Genau das ist es, was ich nun nicht mag, wenn schon Percussions oder Schlagzeug, dann bitte echte Leute oder wenigstens etwas variantenreicher /überraschender. Der "Trans Europe Express" rattert völlig monoton über die Gleise. Sie biedern sich hier zu sehr vergangenen Trends an, anstatt sie zu setzen. Es rockt und groovt für mich nicht, um Thomas' Worte leicht verändert zu benutzen.

Ansonsten aber ein nettes "Best of" Album für Einsteiger. Ich warte auf die DVD, um die Optik und den Raumklang zu haben. Und natürlich höre ich die alten Originale:-))

Anspieltipp(s): Neonlights,The man-machine
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.6.2005
Letzte Änderung: 18.6.2005
Wertung: 8/15
Disk 1: 10, Disk 2: 6 macht im Mittel 8

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kraftwerk

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Kraftwerk 1 11.67 3
1972 Kraftwerk 2 9.00 3
1973 Ralf & Florian 10.50 4
1974 Autobahn 12.00 3
1975 Radio-Aktivität 12.00 2
1977 Trans Europa Express 12.00 2
1978 The Man-Machine 12.00 1
1981 Computer World 11.00 1
1986 Electric Cafe 8.00 2
1991 The Mix 8.50 2
1999 Expo 2000 (Single) 7.00 1
1999 Tour de France (Single) 11.00 1
2003 Tour de France Soundtracks 8.00 1
2004 Aerodynamik (Single) - 1
2005 Minimum - Maximum (DVD) 11.50 2
2009 Der Katalog 13.00 2
2017 3-D Der Katalog 13.00 1
2017 3-D Der Katalog (BluRay-Boxset) 14.00 1

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