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Queen

Queen II

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974
Besonderheiten/Stil: ArtPop; HardRock; Melodic Rock / AOR; Rock / Pop / Mainstream
Label:
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Freddie Mercury Vocals, Piano
Brian May Guitar
John Deacon Bass
Roger Taylor Drums

Tracklist

Disc 1
1. Procession 1:13
2. Father To Son 6:14
3. White Queen (As It Began) 4:37
4. Some Day One Day 4:22
5. The Loser In The End 4:04
6. Ogre Battle 4:08
7. The Fairy Feller's Master-Stroke 2:41
8. Nevermore 1:19
9. The March Of The Black Queen 6:34
10. Funny How Love Is 2:50
11. Seven Seas Of Rhye 2:49
Gesamtlaufzeit40:51


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


Im Allgemeinen gilt "A Night at the Opera" als progressivstes Queen-Album im stilistischen Sinne unseres Gattungsbegriffs. Weniger bekannt ist, daß Queen bereits 1974 ein Album aufgenommen hatten, das in diesem Sinne mit vollem Recht als "progressive" bezeichnet werden. kann. Die epische Breite des Materials bleibt keinen Schritt hinter der von "A Night at the Opera" zurück, stellt aber, zusammen mit der Düsternis der hier vorherrschenden Stimmung einen entscheidenenden Fortschritt gegenüber dem etwas unreif wirkenden Debüt "Queen" dar. Insofern kann man "Queen II" durchaus als die dunkle Seite von "Opera" ansehen. Vor allem "Ogre Battle" oder "The March of the Black Queen" sind es, die hier die Gegenstücke zu "The Prophet´s Song" und "Bohemian Rhapsody" bilden.

1974 waren Queen noch eine reichlich lokale Größe. Ihr erstes Album und ihre erste Single ("Keep yourself alive") hatten so gut wie niemanden vom Hocker gerissen. Das sollte sich mit dem zweiten Album ändern. Nachdem man auf dem Debüt recht verwundert noch reichlich Anklänge an die (längst verklungenen) späten Sechziger hörte, ließ man sich nun von den ausgefeilten Arrangements, den ausladenden Kompositionen und den abgehobenen Texten der Bands anregen, die damals die britische Szene dominierten. Und so legen Queen auf der A-Seite der LP, der "White Side", gleich mit einer großen Geste los. Oder besser: Brian May, denn "Procession" ist eigentlich ein Solo-Gitarren-Opus. Gitarre über Gitarre wird hier geschichtet, zu einer Art pompösen "Promenade", die durchaus an Mussorgsy erinnert, und das vermutlich auch soll. Eigentlich ein Kandidat für einen rituellen Show-Opener, aber den Status von "God save the Queen" hat es nie erreicht.

"Father to Son" ist der erste Song, der die berühmten queenschen Vokalharmonien hören läßt: hier geht es mal episch-pompös zu - man sieht fast die typische Freddie-Mercury-Gestik -, mal eher hardrockig-riffig. "White Queen" dagegen ist eine stille Ballade, aber eine, wie man sie selten gehört hat. Die Melodieführung ist eigentlich rockfremd, zu kompliziert für den Mainstream der damaligen Zeit, dazu wird das Ganze von Mercury sehr bewegend vorgetragen. In den emotionalsten Momenten wird dann eine Soundwand aufgestellt, die eigentlich in scharfem Kontrast zum Rest des Songs stehen müßte, hier aber eingewoben wird, als wäre es gar nicht anders möglich.

"Some Day one Day" ist ein stilles, eher einfaches Stück, das von May sehr zurückhaltend vorgetragen wird, "The Loser in the End" ist dagegen eine sehr rhythmusbetonte Heavynummer, in der Roger Taylor das Verhältnis zwischen Mutter und Kind besingt - überhaupt ein Thema auf dieser Platte, der Generationenkonflikt.

Die "Black Side" beginnt mit "Ogre Battle", einem der härteren Queensongs. Schnelle, abgehackte Riffs, als Gegensatz zu recht melodiösen Vocals, dazu ein Text, der sich um eine Schlacht von Wilden dreht: es wird einem sogleich klar gemacht, warum die beiden Seiten der LP ihre Namen tragen. Und wieder ein Gegensatz: "The Fairy Feller's Masterstroke" behält die Fantasy-Lyrics bei, es wird aber ein bißchen heller auf der Schwarzen Seite, die Melodie wirkt fast kinderliedhaft, dazu ein Harpsichord, fast ist es so, als würde man auf den nächsten Hammer vorbereitet. Doch bevor der kommt, setzt sich Freddie nochmal ans Piano und singt mit "Nevermore" eine kleine, kaum eine Minute lange Ballade, eine kleine versteckte Queen-Perle. Dann kommt der Höhepunkt: "March of the Black Queen" ist nicht nur der Vorläufer von "Bohemian Rhapsody", es ist gleichzeitig seine "black side". Ein epischer Track, angefangen bei dem agressiven "Do you mean it" des Beginns über die chromatischen Treppenabgänge der Refrains, den stilleren Mittelteil bis hin zu den kraftvoll marschierenden Powerchords am Ende.

Dann wieder ein typischer Stilwechsel: "Funny how Love is" ist ein philspectormäßiges Leichtgewicht, fast ist man versucht zu sagen, das hätte hier nichts verloren, aber so sind eben klassische Queen-Alben.

Es folgt zum Abschluss "Seven Seas of Rhye", die erste Single von Queen, die Aufmerksamkeit erregen konnte, und gleichzeitig eine der komplexeren Auskopplungen der Band. Auch hier gibt es wieder die Fantasy-Vocals, die man nun gewohnt ist. Ansonsten: den Song dürfte nun wirklich jeder kennen, oder?

Alles in Allem ein Album, daß Queen als 70er-Band definiert und ihre Wurzeln in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts deutlich erkennen läßt. Die progressiven Elemente sind unüberhörbar, keine Spur von dem simplen Poserglamrock, mit denen die Band immer wieder in Verbindung gebracht wird. Dabei wirken diese Elemente nie geliehen, immer klingen sie nach genuin queenschen Einfällen. Auch die berüchtigten Led-Zeppelin-Einflüsse vermag ich nicht zu hören. Ein Klischee vermutlich, das irgendjemand in den 70ern mal aufgebracht hat, und das aus Bequemlichkeit immer weiterzitiert wird. Nein, ganz im Gegenteil: Ein Meilenstein in der Bandgeschichte, der bis heute kaum erreicht, und, soviel ich weiß, für viele Progfans das Lieblingsalbum von Queen ist.

Anspieltipp(s): March of the Black Queen, White Queen, Ogre Battle
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.6.2005
Letzte Änderung: 19.1.2013
Wertung: 9/15
9 Progpunkte, 14 Queenpunkte!

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Eigentlich müsste man Queens "II" als Wendepunkt im Schaffen der Band betrachten, wäre es nicht ohnehin erst das zweite Werk der Band gewesen. Fakt ist aber, dass die Queen-Musik selten so verspielt, so rockig und zugleich so nah am zeitgenössischen Prog war wie auf diesem Album aus dem Jahr 1974. Auf den Folgealben jedenfalls, beginnend schon mit dem direkten Nachfolger "Sheer Heart Attack" samt der Hitsingle "Killer Queen", flossen dann vermehrt Mainstream-Elemente in den Sound ein, was Queen schließlich zur Stadionrock-Band schlechthin machte, aber das ist wohl eine andere Geschichte als die von und auf "Queen II" erzählte.

Was die generelle Machart der Lieder auf "Queen II" angeht, ist wohl auffällig, dass die Arrangements in einigen Songs wesentlich schwerer und geradezu hardrockig ausgefallen sind. Dies sind vorrangig "Father To Son", das mit einer prägnanteren und klareren Produktion Nummern wie Led Zeppelins "Whole Lotta Love" oder Quatermass' "Black Sheep Of The Family" Konkurrenz machen könnte, später noch das entsprechend betitelte "Ogre Battle", und selbst dem bluesigen "The Loser In The End" lässt sich eine gewisse Tendenz in diese Richtung nachsagen. Dennoch nimmt man sich selbst in diesen Stücken die Freiheit, mehrstimmige Gesangsarrangements, Theatralik und Rhythmusspielchen einzubauen.

Diese soweit ganz achtbare Stilistik ist aber nur eine Seite des Sounds auf "Queen II", und abseits davon wird es nochmals spannender. Schon das durchdachte "White Queen (As It Began)" mit seinen vielseitigen mal morbiden, mal fröhlichen Stimmungen sticht in "progressiver" Hinsicht heraus und erinnert dabei an zeitgenössische Strawbs-Nummern wie "Autumn" oder "Midnight Sun". Die volle Ladung gibt es dann aber in der zweiten Albenhälfte: "The Fairy-Feller's Master Stroke" ist eine wahnwitzige Miniatur mit geradezu manischer Detailarbeit in der Komposition, die noch dazu nahtlos in das famose "Nevermore" überleitet, wohl die glaubhafteste und stimmungsvollste Queen-Liebesballade. Der Zenit dieses Stückes in Gestalt der "...when you say you didn't love me anymore"-Passage ist jedenfalls ganz großes Gefühlskino.

Und dann kommt also "The March Of The Black Queen", der vielleicht nicht definitve, aber wohl interessanteste Queen-Longtrack. Im Direktvergleich zu beispielsweise "The Prophet's Song" von "A Night At The Opera" fällt hier die viel kleinteiligere Gestaltung auf: Passagen dauern selten länger als 30 Sekunden am Stück, und dann geht die Reise jeweils weiter. Das Ergebnis ist eine musikalische Achterbahnfahrt, die ohne die ganz große Effekthascherei à la "Bohemian Rhapsody" auskommt und vor allem durch ihre Kontraste überzeugt, die immer mal wieder dem Titel gemäß in Marsch-artigen Passagen münden. Bemängelt werden muss allerdings, dass einige Abschnitte doch zu abrupt eingeführt werden. Wie dem auch sei, die folgenden und eigentlich recht simplen "Funny How Love Is" und "Seven Seas Of Rhye" setzen in ihrer Rauschhaftigkeit jedenfalls noch einen schönen Schlusspunkt unter das Album.

Am Ende steht hiermit das Fazit, dass "Queen II" eine ziemlich durchdachte Angelegenheit ist: Insbesondere die zweite Hälfte, also alles ab "Ogre Battle", fügt sich ebenso nahtlos wie abwechslungsreich aneinander. Gerade das macht einen guten Teil des Reizes aus, den das Album nach wie vor auf mich ausübt, und ist auch einer der wesentlichen Vorteile gegenüber den späteren, mehr songorientierten Werken von Queen. Und ganz nebenbei ist auch der Sound der Lieder selber ziemlich ausgefeilt, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass hier sogar häufiger als sonst noch die Hardrock-Keule geschwungen wird. In jedem Fall ist "Queen II" somit als auch heute noch überzeugendes Zweitwerk einer andernorts immer wieder zur Legende stilisierten Band zu werten.

Anspieltipp(s): Alles ab "Ogre Battle" durchhören
Vergleichbar mit: The Strawbs, Led Zeppelin
Veröffentlicht am: 18.1.2013
Letzte Änderung: 18.1.2013
Wertung: 11/15
Ich bezweifle, dass es sowas wie "Queenpunkte" wirklich gibt ;-)

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Queen

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Sheer Heart Attack 9.00 1
1975 A Night at the Opera 11.50 2
1980 Flash Gordon 9.00 1
2014 Live at the Rainbow '74 9.00 1

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