SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
18.10.2017
Amorphis - My Kantele
Reckoning Storm - The Storm Engine
17.10.2017
Aquaserge - laisse ça être
Southern Empire - Southern Empire
TNNE - Wonderland
16.10.2017
Pere Ubu - 20 Years in a Montana Missile Silo
Nump - Sun is cycling
15.10.2017
Tangerine Dream - Quantum Gate
Collapse Under The Empire - The Fallen Ones
Kolkhöze Printanium - Vol. 1 Kolkhöznitsa
14.10.2017
Zeit - Waves from the Sky
35007 - Especially for You
Shadow Ray - Eyes,Gleaming Through The Dark
13.10.2017
John Zorn - Simulacrum
Anubis Gate - Covered in Black
12.10.2017
The Alan Parsons Project - The Turn of a Friendly Card
Phlox - Keri
Yonder Pond - Pondering Aloud
ARCHIV
STATISTIK
23966 Rezensionen zu 16370 Alben von 6363 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Electric Light Orchestra

Eldorado

(Siehe auch: Leitfaden "Progverwandter Rock und Pop der 70er")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Konzeptalbum; ArtPop; Klassikrock / Adaptionen
Label: Epic
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jeff Lynne Gesang, Gitarre, Synthesizer
Bev Bevan Schlagzeug
Richard Tandy Keyboards, Gitarre
Michael D'Albuquerque Bass
Mik Kaminski Violine
Mike Edwards Cello
Hugh McDowell Cello

Tracklist

Disc 1
1. Eldorado Overture 2:13
2. Can't Get It Out Of My Head 4:21
3. Boy Blue 5:19
4. Laredo Tornado 5:30
5. Poor Boy (The Greenwood) 2:56
6. Mister Kingdom 5:30
7. Nobody's Child 3:57
8. Illusions in G Major 2:38
9. Eldorado 5:18
10. Eldorado Finale 1:39
Gesamtlaufzeit39:21


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


"A Symphony by the Electric Light Orchestra" heißt es ziemlich unbescheiden, um nicht zu sagen prätentiös, im Untertitel dieses Albums, das außerdem noch ein Konzeptalbum ist, dessen Protagonist mittels Tagträumen aus der Öde seines langweiligen Lebens entflieht, bis er sein "Eldorado" findet. Damit steht das Album schon mal in bester 70er Jahre Tradition.

Eingeleitet wird es auch gleich von einer düster-dräuenden Erzählstimme, gefolgt von bombastischem Orchestereinsatz. Das Thema dieser "Eldorado Overture" wird dann immer wieder mal zwischen den Songs variierend aufgenommen und lässt das Album dadurch noch stärker als Einheit statt als bloße Ansammlung von Songs erscheinen. Dabei ist dieser Verbindung der einzelnen Stücke auf der zweiten Plattenseite vielleicht nicht ganz so gelungen wie auf der ersten.

Die Songs selbst sind im Vergleich zum Vorgänger "On the Third Day" noch mehr in Richtung Mainstream gerutscht. Erstmals werden zusätzlich zur eigenen Streichersektion des ELO noch Orchester sowie ein Chor eingesetzt, das aber dezent und geschmackvoll, ohne die Musik in süßlichem Kleister zu ersticken. Auch bieten die schönen Songs immer wieder mal unerwartete Momente, wie in "Boy Blue", wenn die harten Gitarrenriffs unvermittelt in ein sanftes Streicherpizzicato übergehen.

Fans der frühen ELO würde ich "Eldorado" noch uneingeschränkt empfehlen, danach wird es für manchen wohl doch zu poppig.

Anspieltipp(s): muss man als Gesamtwerk hören
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.5.2002
Letzte Änderung: 29.11.2003
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Markus Peltner @ (Rezension 2 von 3)


Was auf dem Album Cover mit “A Symphony By The Electric Light Orchestra” bereits angekündigt wird, das manifestiert sich beim Hören des Albums auf das Deutlichste. Jeff Lynne ist mit dem Electric Light Orchestra einen Schritt weiter gegangen. Waren es früher die Bandmitglieder alleine, die mit Violinen, Violas und Cellos diesen „klassischen Touch“ in die Musik von ELO brachten, so ist es jetzt ein ganzes Symphonieorchester - samt Chor. Und das ist nicht die einzige Neuerung beim Electric Light Orchestra. Die Kompositionen wirken nun alle sehr rund und sehr viel angepasster an einen breiten Musikmarkt. Massentauglicher irgendwie. Und das zeigte sich auch in der ersten Goldenen Schallplatte, die ELO in den USA, für dieses Album, verliehen bekam. Allerdings, die Ecken und Kanten, das Experimentelle in der Musik des Electric Light Orchestras, das alles ist auf „Eldorado“ verschwunden. Was allerdings weiterhin zu hören ist, das ist das gute Gespür eines Jeff Lynne für schöne Melodien, denn diese gibt es auch auf „Eldorado“ noch zu entdecken und zu bestaunen.

„Eldorado Overture” beginnt mit gesprochenem Text und symphonischen Streichern und könnte auch gut zur Einführung von “Alice im Wunderland” passen. Natürlich nur von der Musik her, nicht vom Text. Obwohl das Thema auf “Eldorado” ein ähnliches ist. Ein Mensch, der im richtigen Leben nicht so ganz klarkommt, flüchtet sich in Tagträume, die in den einzelnen Stücken beschrieben werden. Und so stimmt einen der erste Song inhaltlich wie musikalisch richtig gut auf die weiteren Stücke des Albums ein: Klassische Musik trifft auf Pop.

„Can't Get It Out Of My Head“, der zweite Titel des Albums, wartet dann gleich mit einer wunderschönen Melodie auf. Durch den Orchester- und Choreinsatz wirkt das Lied ziemlich getragen, allerdings auch nicht zu getragen. Eine richtig schöne Nummer ist da zu hören, die zum Träumen einlädt. Am besten wohl zum Tagträumen. Sicherlich ein Höhepunkt auf der CD.

“Boy Blue” beginnt mit Fanfaren, die an das Mittelalter erinnern. Diese werden immer wieder von Streichersequenzen unterbrochen und schließlich entwickelt sich daraus eine poppige Nummer, die oft vom Orchester getragen, manchmal völlig von ihm dominiert wird. Immer wieder schön dabei anzuhören sind die gezupften Streicherpassagen, wohingegen der Refrain nach mehreren Durchläufen zu nerven beginnt. „Laredo Tornado“ schließt sich an und startet, für dieses Album ganz überraschend, mit einer E-Gitarre. Das Stück soll wohl relaxt, ein wenig „soulig“ und manchmal ein bisschen „bluesig“ klingen. Etwas zu viel reingepackt, denn das Ergebnis ist keineswegs überzeugend, sondern wirkt eher unausgegoren und schafft es nicht unbedingt einen zu begeistern.

Das passiert allerdings wieder bei der nächsten Nummer. „Poorboy (The Greenwood)“ ist ein kurzer und melodiöser Pop-Titel, der wieder schön vom Orchester untermalt ist. Dabei verfügt der Track über eine sehr eingängige Melodie, von der man irgendwie weiß, sie schon sehr, sehr oft gehört zu haben. Und dann passiert bei „Mister Kingdom“ etwas doch sehr Überraschendes. Das Stück klingt bereits nach dem ersten Takt wie „Across The Universe“ von den Beatles. Klar wird das Ganze dann noch ein wenig variiert, allerdings habe ich es selten gehört, dass ein Stück so sehr nach dem Lied einer anderen Band klingt. Und das auch noch bei der zeitlichen Nähe. „Across The Universe“ wurde auf „Let It Be“ veröffentlicht – und die Platte erschien 1970…

„Nobody's Child“ ist anschließend allerdings wieder sehr eigenständig. Wartet zunächst mit mittelalterlichen Klängen auf und entwickelt sich dann zu einer Art Swing. Schön und spannend und keineswegs alltäglich für das Electric Light Orchestra. Es folgt der obligatorische Rock’n’Roll, der anscheinend irgendwie auf jedem Album von ELO auftauchen muss. „Illusions In G Major“ kann dabei zusätzlich mit einem Big Band Sound aufwarten, überzeugender wird das Stück damit jedoch auch nicht.

Das ursprüngliche Album wurde mit den Titeln „Eldorado“ und „Eldorado Finale“ beendet. „Eldorado“ ist dabei eine schöne, ruhige, getragene, symphonische, melancholische und melodiöse Nummer, auf der noch einmal die ganze Wucht des Orchesters, sowie die des Chors, zum Einsatz kommt. Der klassische Ansatz kitzelt bei diesem Titel auch alle vorhandenen Gesangskünste Jeff Lynnes heraus, der hier gerade bei den lang zu haltenden Tönen ungewöhnlich, aber nicht schlecht, singt. Schließlich wird das Thema des ersten Stückes in „Eldorado Finale“ wieder aufgenommen und bombastisch und orchestral zum Ende geführt. Und ganz zum Schluss wird das Album letztendlich wieder durch ein paar gesprochene Worte beschlossen.

Als Bonus Track ist auf der remasterten Fassung von 2001 eine lange Instrumentalversion des Albums „Eldorado“ in Form eines Medleys enthalten. Interessant gemacht, eine schöne Zusammenfassung der gesamten Platte. Dazu gibt es noch die kurze Nummer „Dark City“, die nicht nur wegen ihrer Kürze, sondern auch wegen ihrer Tonqualität nicht weiter erwähnenswert ist.

Fazit: So einfach schafft es Jeff Lynne nicht mehr zu überzeugen. Auf „Eldorado“ ist alles etwas zu fließend und zu glatt. Klar, die schönen Melodien, die gibt es auch noch auf diesem Album und „Eldorado“ ist beileibe keine schlechte Platte. An die drei Vorgänger kommt es allerdings trotzdem nicht ganz heran.

Anspieltipp(s): Can't Get It Out Of My Head, Poorboy (The Greenwood), Eldorado
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.3.2012
Letzte Änderung: 3.3.2012
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Wenn man diese CD hört glaubt man fast nicht, dass ELO nur kurze Zeit später in allen Hitparaden der Welt mit ihrem Pseudo-Klassikrock führend waren. Es stimmt zwar, dass das Songwriting bereits hier massentauglicher geworden war. Sicher auch eingängiger als noch auf „On the third day“. Dennoch besitzt die Musik genug Elemente um sie noch im MelodicProg anzusiedeln.

So klingt bereits die ELDORADO OVERTURE ziemlich wild und das folgende CAN'T GET IT OUT OF MY HEAD ist mit seinem leicht schleppenden Rhythmus phänomenal. BOY BLUE klingt anschließend zwar nach Singlehit, ist aber trotzdem vom Arrangement her noch gut gemacht. Die Gitarren und Streicher ergänzen sich wunderbar.

Es folgt einer meiner Lieblingssongs im Kosmos von ELO. LAREDO TORNADO ist mit seinem leicht hinterher hinkenden Rhythmus eine Ohrenweide. Lynne demonstriert hier perfekt, wie man gute Songs kreiert und arrangiert. Der mehr oder weniger gesprochene Mittelteil ist bis heute für mich ein Moment des Staunens. Mit POOR BOY zeigt er dann noch mal kurz wie Rock'n'Roll mit Pop und Klassik gemischt wird. Das sollte in späteren Jahren noch oft der Fall sein, doch hier war das noch relativ innovativ.

Es folgt mit MISTER KINGDOM ein Klassiker der Band. Diese Ballade wird mit vielen Streichern unterlegt und klingt, als ob die Musik über den Dingen stehen würde. Majestätisch (siehe Songtitel) und klassisch. NOBODY'S CHILD ist locker-flockig und besitzt diesen unnachahmlichen Fusswippeffekt. Und mit dem unausbleiblichen Rock'n'Roll Song ILLUSIONS IN G MAJOR kommt dann der einzige Song auf diesem Album, auf den ich gerne verzichtet hätte.

Zum Schluss hin hört man noch den Titeltrack ELDORADO. Auch hier spielen ELO einen schleppenden Beat und in einigen Momenten meint man, dem Schlagzeuger helfen zu müssen damit er nicht den Anschluss verliert. Das ist gut gemacht und fasziniert mich immer wieder. Eine der interessantesten Balladen die ich kenne. Das ELDORADO FINALE nimmt dann wieder die Anfangsmelodie auf und beendet das Album.

Massentauglich ist das noch nicht ganz, auch wenn es sich gut verkaufte. Es ist zwar nicht kompliziert, aber im Vergleich zu anderen Produktionen in der Zeit um 1974 doch noch empfehlenswert und spannend. Durch die hervorragenden Arrangements, wofür Jeff Lynne ja bekannt ist, sollte derjenige der nichts von ELO besitzt zumindest diese hier in seinen Schrank stellen.

Anspieltipp(s): Eldorado, Laredo Tornado
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.4.2017
Letzte Änderung: 7.4.2017
Wertung: 10/15
für Jeff Lynne das letzte große Abenteuer

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Electric Light Orchestra

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 No Answer (a.k.a The Electric Light Orchestra) 10.00 2
1973 E.L.O. 2 10.67 3
1973 On the Third Day 10.00 2
1974 The Night the Light Went on in Long Beach 9.50 2
1975 Face the Music 8.50 2
1976 A New World Record 9.00 3
1977 Out Of The Blue 8.67 3
1979 Discovery 3.50 2
1980 Xanadu 1.00 2
1981 Time 8.67 3
1983 Secret messages 7.00 2
1986 Balance of power 2.00 2
1998 Live at Winterland '76 9.00 1
1998 Live at Wembley '78 4.00 2
1999 The BBC Sessions - 1
1999 Live at the BBC 11.00 1
2001 Zoom 7.00 1
2006 Out of the Blue • Live at Wembley (DVD) 8.00 1
2010 Live: The Early Years 9.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum