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The Alan Parsons Project

Tales of Mystery and Imagination

(Siehe auch: Leitfaden "Progverwandter Rock und Pop der 70er")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976 (remixed 1987; die Deluxe-Edition von 2007 enthält beide Versionen)
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Konzeptalbum; ArtPop; Klassikrock / Adaptionen
Label: Mercury Records
Durchschnittswertung: 11.25/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Alan Parsons Organ, Recorders, Synthesizernachbearbeitung, Vocals
Eric Woolfson Keyboards, Backing Vocals
Ian Bairnson Guitars
David Paton Guitars
Joe Puerta Bass
Stuart Tosh Drums

Gastmusiker

Burleigh Drummond Drums
Christopher North Keyboards
Bob Howes and the English Chorale Orchestra Orchestra, Choir
Billy Lyal Piano
Westminster City School Boys Choir Choir
Orson Welles Narrator
Arthur Brown Vocal
John Miles Vocal
Terry Sylvester Vocal
...

Tracklist

Disc 1
1. A Dream within a Dream 4:13
2. The Raven 3:57
3. The Tell-tale Heart 4:38
4. The Cask of Amontillado 4:33
5. (The System of) Dr. Tarr and Prof. Fether   (Ende Seite 1) 4:20
6. The Fall of the House of Usher

1. Prelude 7:02
2. Arrival 2:39
3. Intermezzo 1:00
4. Pavane 4:36
5. Fall 0:51

16:08
7. To one in Paradise 4:56
Gesamtlaufzeit42:45


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 5)


Das erste einer bis zum heutigen Tag andauernden Reihe. DER Klassiker aller Alan Parsons-Fans. Die Konzeption ist bestechend: Das Mysteriöse, das vielen Geschichten Edgar Allan Poes anhaftet, soll eingefangen werden. Hier wird auch ein roter Faden für die Texte des Projects angelegt, der über die Jahre fortgeführt wird: die Verlorenheit des Individuums in einer ihm fremden Welt. Dies gelingt allerdings nicht unbedingt immer, da Parsons und sein Kompagnon Eric Woolfson von Anfang an ihrer Vorliebe für Pomp und gefällige Melodien frönen.

Der Anfang wird eindrucksvoll gesprochen von Orson Welles. "The Raven" vermittelt die gewünschte düstere und bedrohliche Stimmung. Auch das folgende Stück vom verräterischen Herzen ("Tell-tale Heart"), zum Fürchten gesungen von Arthur Brown, setzt den Konzeptgedanken kongenial um. Die nette, böse Geschichte des "Cask of Amontillado" und von "Dr. Tarr and Prof. Fether" werden mit harmonischen, manchmal traurigen Melodien erzählt und setzen das Konzept ebenfalls recht gut um.

Beim "Fall of the House of Usher" verhebt sich Parsons allerdings erstmalig und schafft ein überlanges Orchesterwerk, ein insgesamt ziemlich langweiliges, zusammenhangloses Stück. Der orchestrale erste Teil des Longplayers ist schlichtweg überflüssig. Mit Arrival folgt jedoch ein brauchbares Intro. Die Spannung, die erzeugt wird, versandet allerdings in einem musikalischen Nichts namens Intermezzo (1:00). Das anschließende Pavane ist dann tatsächlich ein gelungenes Instrumental mit Mandolinen-Sound, der noch einige Nummern auf späteren Alben veredeln sollte. Zum Schluss erklingt fast eine Minute lang Gedröhne, bevor sich das Stück im süßlichen To one in Paradise auflöst.

Anspieltipp(s): The Raven, The Tell-tale Heart
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.4.2002
Letzte Änderung: 15.4.2005
Wertung: 11/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 5)


Ein Erfolgsproduzent sucht sich Mitstreiter, um eine Platte nach seinen Vorstellungen aufzunehmen, und siehe da, das Ergebnis wird ein Riesenerfolg, ohne das es eine Band gibt, die Livekonzerte geben kann - und das alles vor dem Zeitalter der Videoclips. So geschehen mit diesem Erstlingswerk des kreativen Duos Parson/Woolfson, das sie zusammen mit den PILOT-Musikern, der Gruppe AMBROSIA, Ian Bairnson, einem Orchester unter der Leitung von Andrew Powell, einem Chor u.a. aufnahmen.

Die Platte gliedert sich in zwei sehr unterschiedliche Seiten. Auf der ersten sind Stücke wie "The raven", "The tell-tale-heart" oder das Instrumental "A dream within a dream", die immer sehr rockbetont sind, aber durch die dezente Hinzunahme von Orchestereinspielungen und anderen Studiomöglichkeiten sehr reizvoll klingen. Für seine sehr rhythmischen Instrumentals wurde Parsons Project später ziemlich bekannt.

Eingeleitet wird die neue Ausgabe mit einem kurzen Text, gesprochen von Orson Wells, in das "A dream within a dream" eingeblendet wird. (diese Einleitung fehlt, das Original beginnt gleich mit dem Einblenden) Mit sanften Flötenklängen geht es los, dann schält sich ein Bass wie ein Herzschlag heraus und ein typisches Parson Instrumental folgt. Hauptinstument sind hier E-piano und eine sehr schön gespielte Gitarre.

"The raven" ist wesentlich rockiger, hier gefällt mir persönlich das Zusammenspiel von Vocodergesang rechts mit dem Piano links sehr gut. Bei "the tell-tale-heart" können wir mal wieder die furiose Stimme von Arthur Brown wiederhören (wer kennt den Song "FIRE" noch?). Entsprechend rauh und flott ist der Song.

"The cask of amontillado" dagegen ist ein sehr ruhiger Song, der getragen wird von dem klagenden Gesang John Miles und Streichern und dramatischere Zwischenstücke enthält. Erinnert mich vom Arrangement sehr an die Beatles. "(The system of) Doctor Tarr and Professor Fether" dagegen ist wieder ein sehr rockiges Stück mit John Miles als Leadsänger. Geradeaus gespielt, aber sehr detailreich.

Insgesamt sehr abwechslungsreiche Musik mit ausgefeilten Arrangements (obwohl mir persönlich in der 87-Version das neue Gitarrensolo in "The raven" zu aufgesetzt klingt, und die Drums zu sehr nach vorn gemischt sind) und eine glasklare, perfekte Produktion. Wer nicht so gern gefrickelte Musik hört, hat hier die perfekte Platte gefunden. Man merkt, das Parsons viel gelernt hat in den Abbey Road Studios.

Die 2. Seite der LP wird demgegenüber von dem Longtrack "The fall of the house of Usher" bestimmt, hier kommt dem Orchester eine wesentlich tragender Rolle zu - das Stück ist klassisch aufgebaut mit Prelude, Intermezzo etc., dazwischen spielt dann die `Band‘ die "Rockeinlagen". Hier sind teilweise dann auch klassisch ausgebildete Musiker wie Francis Monkman (Ex-Curved Air) an Harpsichord oder Orgel zu hören. Diese Seite ist m.E. eine sehr schöne Verbindung von Orchester und Rockband. Wieder beginnt sie mit einer gesprochenen Einleitung von Orson Wells, unterlegt mit einem bedrohlich klingenden Bass und am Ende mit Orchester, das nahtlos in die Prelude einleitet, die sehr leise und verhalten daherkommt. Mit Sturm und Regen beginnt dann "Arrival", hier gibt es dann Orgel, ein rhythmischer Keyboardloop wird nach vorn gemixt und die Band setzt ein mit Drums und Gitarre. Im Intermezzo nimmt dann das Orchester wieder kurz das Thema der Einleitung auf, und mit "Pavane" folgt eines der schönsten Instrumentals, die ich von Parsons kenne, mit Mandoline, Harpsichord, Harfe und anderem. "Fall" ist eigentlich nur eine Soundcollage des Orchesters.

Der letzte Track ist dann eine sehr ruhige Ballade, samtweich und zuckersüss vom Hollies-Sänger Terry Sylvester gesungen.

Fazit: neben "I Robot" die Parsonsplatte schlechthin, wobei mir die 2. Seite besser gefällt, ich aber auch nichts gegen die Rockstücke sagen will. Mir macht diese Platte auch heute noch ungemein viel Spaß. Die Neubearbeitung ist klanglich perfekt.

Anspieltipp(s): A dream..., The raven, Arrival
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.4.2002
Letzte Änderung: 18.12.2016
Wertung: 12/15
gilt für die Neuausgabe

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 5)


Ich kann Andreas nur zustimmen. DIE Platte des Project und dazu eine, die man kennen sollte.

Inhaltlich-sachlich ist den Rezensionen meiner "Vorredner" nichts hinzuzufügen. Die Produktion und der Klang sind erstklassig. Ich finde ausserdem, dass es im Vergleich zu fast allen anderen Platten der Herren Parsons und Woolfson hier keinen wirklichen Aussetzer gibt. Jedes Stück vermag den Hörer auf seine Art zu packen, der später häufig anzutreffende seelenlos-kalte Geist findet sich hier praktisch nicht. Dafür jede Menge düstere Atmosphäre, Spannung und dichte Intensität.

Die narrations von Orson Welles erzeugen bei mir jedes Mal eine Gänsehaut. Meine Favoriten sind der opener, der schlank und doch kraftvoll arrangiert ist und the fall of the house of usher, das ich im Gegensatz zu Christian ziemlich kurzweilig finde. Höhepunkt ist arrival, das sich dramatisch steigert und in einem lauten Schlussakkord endet. Das Gewitter wurde übrigens während eines Sturmes vor den Abbey Road Studios aufgenommen.

Neben I Robot und Pyramid die Parsons-Platte, die man haben muss.

Anspieltipp(s): durchhören!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.9.2003
Letzte Änderung: 20.9.2003
Wertung: 12/15

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 4 von 5)


Durch Zufall geriet mir die CD-Version von Tales of Mystery and Imagination in die Hände, einer Platte, die ich vor knapp dreißig Jahren das letzte Mal gehört habe. Als sie in den 70ern erschien, hat sie keinen bleibenden Eindruck auf mich gemacht, obwohl ich mich daran erinnern kann, dass Freunde sie besaßen, und sie dort öfters aufgelegt wurde. Ich glaube aber nicht, dass ich damals eine ausgesprochene Aversion dagegen entwickelt hätte. Meine Erinnerung signalisierte jedenfalls nur neutrale Werte.

Eine gute Gelegenheit, die eigenen Reaktionen nach drei Jahrzehnten körperlichen Verfalls zu studieren. Die Gehirntätigkeit korrodiert in so langen Jahren bekanntlich derart, dass man ohne das starrsinnige Zurückgreifen auf sogenannte Erfahrungen den Herausforderungen des Daseins längst nicht mehr gewachsen wäre. Der Hörapparat hat bereits ne Menge Frequenzen mitleidslos aus dem sensuellen Erlebnisprogramm gestrichen. Und die eigene Wampe fesselt einen so schwer an den Sessel, dass man es nicht schafft, eine CD aus dem Player zu nehmen, die man kaum ertragen kann.

Dieses Album anzuhören, ist für meinen heutigen Geschmack eine ausgesuchte Qual. Und doch gibt es drei geschätzte Vorschreiber, mit denen ich manche musikalische Vorliebe teile und die sich für 11 oder sogar satte 12 Punkte entschieden haben. Das lähmt mich in meinem Vorhaben, hier gewaltig vom Leder zu ziehen und über das Album als eines der plumpsten Machwerke herzufallen, das mir je unter die runzligen Lauscher geraten ist. Statt dessen sitze ich geriatrisch zum Fragezeichen verkrümmt da und frage mich: Was hört ihr, was ich nicht höre, Kollegen und Mitstreiter? Ich kann mir die lobenden Worte nicht erklären. Das ist - in ihrer rhythmischen Lahmheit, ihrer schwammigen Aufgedunsenheit, ihrer trivialen literarischen Leichenfledderei - eigentlich genau die Musik, die ich auf diesen Seiten gerne geschmäht und mit Hohn und Spott übergossen sähe.

Stattdessen arbeite ich an einer Website mit, die solchem Kram sogar noch ein Denkmal setzt. Schlimmer noch, ich freu mich sogar, dass man mich hier mitmachen lässt.

Versteh´ einer die Welt...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.4.2005
Letzte Änderung: 10.3.2012
Wertung: keine

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 5 von 5)


Nachdem das Für und Wider zu diesem Album in den vorangehenden Rezensionen zur Genüge erörtert wurde, möchte ich mich auf ein paar Anmerkungen zur 2007 erschienenen "Deluxe-Edition" beschränken. Diese kommt als Doppel-CD im edlen Digipack, der noch mal von einem transparenten Plastikschuber geschützt wird, und enthält auf CD 1 den Originalmix von 1976, auf CD 2 die Remix-Version, die die Grundlage der ersten CD-Ausgabe von 1987 bildete, beide natürlich remastert. Die 1987er Version unterscheidet sich vom Original vor allem durch die von Orson Welles gesprochenen Texte, die ursprünglich nur für Promotion-Zwecke verwendet wurden, sowie ein paar hinzugefügte Gitarren- und Keyboardsoli in einigen Stücken, die ich nicht immer als passend empfinde; das mag aber Gewohnheit sein.

Dazu kommt einiges Bonusmaterial. So gibt es Demoversionen von Raven und einem später verworfenen Stück Edgar, die Eric Woolfson mit Begleitmusikern der Tremeloes aufnahm, noch bevor er Parsons kennen lernte, ein Interview mit Woolfson und Parsons von 1976, sowie den gesamten von Orson Welles gesprochenen Text (nicht alle Teile wurden damals verwendet). Recht originell ist auch das "Vocal Medley" von Eric Woolfson, das Ausschnitte aller Songs enthält, aber mit Gesang von Woolfson. Der versah nämlich die fertigen Songs erst mal mit eigenem Gesang als Vorlage für die später eingesetzten Sänger. Kurioserweise stand Alan Parsons der Idee, Woolfson als echten Sänger einzusetzen, zunächst ablehnend gegenüber, erst 1980 ließ er sich überreden... und Woolfson wurde die Stimme des Project.

Wer also bisher nur die alte CD-Ausgabe kannte, hat jetzt die Möglichkeit, das Original in sehr gutem Klang zu hören (gab es bisher nur in einer limitierten CD-Ausgabe, die allerdings von bescheidenem Klang sein soll). Meine Traumversion wäre allerdings eine mit Orson Welles, aber ohne die zugefügten Soli...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.5.2008
Letzte Änderung: 23.5.2008
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Alan Parsons Project

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 I Robot 8.80 5
1978 Pyramid 8.25 4
1979 Eve 3.00 3
1980 The Turn of a Friendly Card 5.00 5
1982 Eye in the Sky 5.67 3
1984 Ammonia Avenue 3.00 3
1985 Stereotomy 8.00 4
1985 Vulture Culture 2.75 4
1987 Gaudi 5.00 3
1990 Freudiana 6.50 2
1992 The ultimate collection 10.00 2
1993 Try Anything once 5.00 2
1994 Alan Parsons Live 1.00 3
1996 On Air 9.00 1
1999 The Time Machine 5.00 1

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