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Phideaux

Chupacabras

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; ArtPop; Folk; HardRock; Melodic Rock / AOR; New Artrock; RetroProg
Label: Bloodfish Music
Durchschnittswertung: 11.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Phideaux Xavier guitar, bass, keyboards, vocals
Richard Hutchins drums, percussion
Ariel Farber violin, vocals
Valerie Gracious vocals
Gabriel Moffat dobro, synthesizer, textures, protools
Mark Sherkus keyboards

Gastmusiker

Stefanie Fife cello
Biker HelFrostt flutes, oboe, soprano saxophone
Devon Moffat additional vocals
Kelci Moffat additional vocals
Sydney Moffat additional vocals

Tracklist

Disc 1
1. Okay 2.06
2. Chupacabras

1. Supper's Calling
2. The Shepherdess
3. A Brief History of Truth and Beauty
4. Chupacabras Stomp
5. Get My Goat
6. Study & Review
7. The Gift

20.41
3. Party 5.17
4. Fortress of Sand 5.05
5. Ruffian on the Stairs 2.59
6. Sunburnt 2.50
7. Return of the Ruffian 4.17
8. Titan 5.14
Gesamtlaufzeit48:29


Rezensionen


Von: Fix Sadler (Rezension 1 von 3)


Durch Zufall bin ich in Kontakt mit Phideaux Xavier geraten. In einem losen E-Mail Austausch lud er mich ein ein, sein komplettes Album "Fiendish" auf www.bloodfish.com zu saugen. Was ich hörte gefiel mir sehr gut, ein Wort ergab das andere und am Ende fanden wir uns in einer Diskussion wieder, ob seine Musik "Prog oder NonProg" sei. Etwas genervt meinte er irgendwann: "It is hard to make music that is too prog for rock, and too rock for prog..."

Bis dahin hatte ich allerdings noch nicht Chupacabras (und so manch anderes Phideaux-Album) gehört. Deshalb kam mir auch seine Bemerkung: "However, if a 20 minute epic suite about a mythic monster's nocturnal habits with heavy cut time and loooong instrumental passages doesn't count as progressive rock, what does?"; eher wie ein Scherz vor... Wie gut, dass ich die Gelegenheit habe, dem geneigten babyblauen Leser nun diese Wundertüten an Ideenreichtum, Abwechselung und Genre-Mixen vorzustellen.

Phideaux ist ein Projekt von Xavier und Hutchins, zweier Kumpels, die sich von New York City nach Los Angeles und zurück Soundfiles zusenden. Wenn das Gerüst des Albums steht werden Gastmusiker in das Projekt involviert und so entstehen unheimlich farbige, abwechselungsreiche, durchaus extrem unterschiedliche Alben, die allerdings alle den "wortwörtlichen" Phideaux-Sound gemeinsam haben. Wer nun glaubt, dass auf diese Weise kein brauchbares Bandfeeling, unprofessioneller Sound oder "nur ein billiges" Hobbyprodukt herauskommt, der ist komplett auf dem Holzweg. Es ist atemberaubend wie großartig Phideaux-Alben klingen. Dynamik, Druck, Arrangement; was immer der Hörer fordern mag, Phideaux bietet es auf hohem Niveau.

Den Begriff "Wundertüte" darf man bei Phideaux-Alben allerdings wörtlich nehmen. Zwar sind die "Rahmenbedingungen" auf Chupacabras durchaus "proggy", dennoch wird keinerlei Halt vor Einflüssen aus fast 40 Jahren Musikgeschichte gemacht.

Party - ein fast waveiges, bis zu einem gewissen Grad an New Order erinnerndes Rockstück. Fortress Of Sand - leichte BritPop Einflüsse, grundsätzlich aber ein minimalistisches NewArtrock Stück. Ruffian On The Stairs - Metalgebretter, dann Punk, schließlich schräger PsychoRock. Sunburnt - percussiv, in gewisser Weise eine Metallica-Stimmung heraufbeschwörend (Bass, Gesang). Return Of The Ruffian - REM meets Grunge? Titan - Singer/Songwriter, Folk.

Dazu kommt das Intro Okay und das Mammut-Titelstück, welches natürlich in Aufbau, Instrumentierung und Stimmung als "progressivstes" Stück des Albums durchgeht. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit, da der zweite Teil der Platte wie ein zweiter Longtrack wirkt, dabei eben wegen der Gegensätzlichkeit der einzelnen Parts um so skurriler verbaut erscheint. Faszinierender Weise entwickelt die Platte trotz der Entstehung und der vermeintlichen Unvereinbarkeit der Stile eine Kompaktheit, die begeistert. Meine "hörtechnischen" Recherchen ergaben, dass Phideaux einen ureigenen Grundsound hat, der in gewisser Weise an Genesis, Peter Gabriel und/oder (bzw. deshalb gerade) an Kevin Gilbert erinnert. Phideauxs eindringlicher, gebrechlich wirkender Gesang bestärkt diese Assoziationen. Manch retrotypischer Tastensound, das kleine Kammerorchester und viele akustische, wie elektrische, an Steve Hackett gemahnende Gitarren tun ein übriges. Hinzu kommen die mannigfaltigen Solo- und Chor-Einsätze der fantastischen Valerie Gracious & Ariel Farber (Jayney Klimek und Sally Oldfield) und weiteren Gastsängerinnen.

Es mag wohl sein, dass dem ein oder anderen diese Platte gelegentlich (v.a. im Titelstück) ein bisschen lieblich erscheint, dies wäre allerdings auch mein einziger Kritikansatz, der eigentlich durch die angesprochenen "Brachial-Momente" im letzten Drittel der Scheibe ad absurdum geführt wird.

Wenn man nun noch bedenkt, dass diese Platte über die Bloodfish-Homepage für geradezu lächerliche 7 Dollar zu bekommen ist, hält mich nichts mehr von folgendem ab:

HYPE-ALARM!!!

Anspieltipp(s): Chupacabras (zu finden auf: www.myspace.com/phideaux) und dann alles weitere!!!
Vergleichbar mit: extrem farbige Geschichte, die im Grundsound immer wieder an seelige Genesis-Zeiten erinnert
Veröffentlicht am: 13.3.2006
Letzte Änderung: 13.3.2006
Wertung: 13/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Mit Chupacabras betreiben Phideaux „Resteverwertung“ auf hohem Niveau. Phideaux begreifen es als „repository für all those difficult orphan songs“. Es finden sich hier Stücke, die nicht ihren Weg auf die beiden vorangegangenen Alben gefunden haben, weil sie einfach noch zu unfertig waren bzw. von der Atmosphäre als unpassend empfunden wurden, sowie Stücke aus dem noch früheren Schaffen der Musiker. Alle Stücke wurden neu arrangiert und eingespielt, sodass ein komplett neues Album entstanden ist. Und wer bei „Resteverwertung“ befürchten sollte, dass die Stücke von minderer Qualität sein könnten, ist natürlich schief gewickelt. Denn auch diese Sammlung von Kuriositäten lebt von dem ungeheuren Gespür für Arrangements und Melodien, das Phideaux auszeichnet.

Kernstück des Albums ist die kunstvolle Folkrock-Suite gleichen Namens. Hier ist eine für Phideaux zwar nicht ganz untypische, aber doch vergleichsweise ungewöhnliche Mischung aus folkrockigen, psychedelischen und proggigen Elementen zu hören. Auffällig ist bei diesem Stück, dass der Gesang vergleichsweise häufig von Gast-Sängerinnen übernommen wird, sodass nach meinem Empfinden durch die weiblichen Vocals etwas Anklänge an Bands wie Iona oder Mostly Autumn aufkommen. Das Stück ist im Aufbau, d.h. in der Aneinanderreihung recht unterschiedlicher Teile durchaus spannungsvoll.

Mit Party, einer wavigen Nummer mit hübschem psychedelischem Mittelteil, ist ein Song zu hören, der in seinen Grundzügen bereits 1990 komponiert worden ist. Dies kontrastiert schon ganz schön mit dem vorangegangen Titelstück. Indie-Einschlag kennzeichnet auch die Ruffian-Trilogie. Dazwischen haben Phideaux eine ambientige Collage verschiedener Teil-Stücke gesetzt (Fortress of Sand). Mit Titan schließt sich am Ende allerdings wieder der Kreis zum Phideaux-typischen Art-Folk-Rock.

Bei aller Brillianz der Stücke leidet die Songsammlung insgesamt jedoch daran, dass sie kein wirkliches Album-Feeling aufkommen lässt, da die Stücke des Albums nicht wirklich zusammenpassen wollen. Die Synthese von Folkrock mit 80-er-Jahre Sounds gelingt auf dem folgenden regulären Album 313 besser. Chupacabras ist nach meiner Meinung für Einsteiger bedingt empfehlenswert, für Phideaux-Fans jedoch ein Muss!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.4.2006
Letzte Änderung: 19.4.2006
Wertung: 10/15

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Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 3 von 3)


Ein Kollege auf diesen Seiten verglich Prog mal sinngemäß mit einem musikalischen Roadmovie. Dieses Bild gefällt mir sehr gut und beschreibt einen Gutteil meiner eigenen Motivation mich mit dieser Musikrichtung zu beschäftigen. Und es beantwortet zumindest für "Chupacabras" die Frage, ob diese Musik nun eigentlich Prog ist oder nicht. Es ist Prog.

Die virtuelle Band Phideaux unter Führung des Namensgebers versteht es in geradezu unvergleichlicherweise ein Füllhorn an Ideen, Stimmungen, Atmosphären und Stilistiken ziemlich organisch in einem Song unterzubringen. Melodic Rock, Folk, klassischer Prog, sogar kleine Country-Ausflüge haben hier nebeneinander Platz, als wäre das immer so, dass solche Musik ineinanderverschlungen auftritt.

Sogar ein den 80ern entsprungenes Wavestück wie "Party" klingt auf diesem Album irgendwie passend und überhaupt nicht altbacken. Auf wundersame Weise bezaubern auch ruhige, fast collagenartige Stücke wie "Fortress Of Sands" oder das abschliessende "Titan". Und selbst wenn der Punk-Prog-Ausbruch "Ruffian On The Stairs" völlig unmotiviert in dieses Album hineinplatzt, stört das nicht, sondern setzt lediglich ein weiteres Ausrufezeichen in der seltsamen, schönen musikalischen Welt des Phideaux Xavier.

Also: Zurücklehnen, Kopfhörer auf und in die locker-leichte Musik versinken und geniessen...

Anspieltipp(s): Chupacabras ;-)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.4.2006
Letzte Änderung: 16.1.2009
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Phideaux

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 Ghost Story 10.50 2
2004 Fiendish 9.67 3
2005 313 10.00 1
2006 The Great Leap 10.67 3
2007 Doomsday Afternoon 12.00 4
2009 Number Seven 11.00 2

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