SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
19.10.2017
My Soliloquy - Engines of Gravity
Liquid Orbit - Liquid Orbit
John Zorn - Simulacrum
18.10.2017
Amorphis - My Kantele
Reckoning Storm - The Storm Engine
17.10.2017
Aquaserge - laisse ça être
Southern Empire - Southern Empire
TNNE - Wonderland
16.10.2017
Pere Ubu - 20 Years in a Montana Missile Silo
Nump - Sun is cycling
15.10.2017
Tangerine Dream - Quantum Gate
Collapse Under The Empire - The Fallen Ones
Kolkhöze Printanium - Vol. 1 Kolkhöznitsa
14.10.2017
Zeit - Waves from the Sky
35007 - Especially for You
Shadow Ray - Eyes,Gleaming Through The Dark
13.10.2017
John Zorn - Simulacrum
Anubis Gate - Covered in Black
ARCHIV
STATISTIK
23969 Rezensionen zu 16371 Alben von 6363 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Aardvark

Aardvark

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1970
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Decca / Deram Nova
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Dave Skillin Vocals
Stan Aldous Bass
Frank Clark Drums, Percussion
Steve Millner Keyboards, Recorder, Vibraphone

Tracklist

Disc 1
1. Copper Sunset 3:18
2. Very Nice Of You To Call 3:39
3. Many Things To Do 4:23
4. The Greencap 6:05
5. I Can't Stop 5:28
6. The Outing-Yes 9:51
7. Once Upon A Hill 3:03
8. Put That In Your Pipe And Smoke It 7:13
Gesamtlaufzeit43:00


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Aardvark, das Erdferkel (Orycteropus afer), die einzige rezente Art der Röhrenzähner (Tubulidentata) ist in ganz Afrika südlich der Sahara verbreitet. Der Säuger wird bis zu 1,4 Meter lang, wobei davon fast die Hälfte der 60-70 Zentimeter lange, sehr dicke und nackte Schwanz ausmacht. Der Kopf ist unbehaart und wird neben zwei großen, röhrenformigen Schlappohren vor allem durch die schweineartige Schnauze geprägt. Rumpf und Beine sind mit einem schütteren, borstigen Haarkleid bedeckt. Das Tier ist nachtaktiv, zieht sich tagsüber in selbstgegrabenen Erdbauten zurück und ernährt sich vornehmlich von Termiten und Ameisen, die es mit seiner langen, klebrigen Zunge aufschleckt. Das Tier hat ein recht eigenartiges Gebiss: Schneide- und Eckzähne fehlen und die Backenzähne bestehen aus 1000 bis 1500 zementverkitteten, feinen Dentinröhrchen (daher der Gattungsname), die ständig nachwachsen.

Nach diesem, etwas primitiv anmutendenes Urviech hat Dave Skillin seine Band benannt, die 1970 ihr einziges Album auf dem Deram-Nova-Label herausbrachte. Der Name ist recht gut gewählt (auch wenn ihn Skillin wohl nur aufgrund des interessanten Klangs ausgesucht hat), denn urig und erdig ist die Musik von Aardvark auch. Zudem ist die Schweineorgel klangbestimmend und dem Ganzen hängt etwas nächtlich-düsteres an.

Orgel, selten Piano oder E-Piano, Bass und Schlagzeug bestimmen die Musik von Aardvark - das klassische Progtrio. Dazu kommt der eher zurückhaltende Gesang von Skillin und gelegentlich ein Vibraphon und eine Blockflöte. Das Ergebnis ist ein durchaus abwechslungsreicher Orgelprog, der ab und an etwas härter rockt, gelegentlich ein wenig an The Nice erinnert, allerdings etwas zurückhaltender und oft recht jazzig aus den Boxen kommt. Daher erinnert das Ganze mitunter eher an die Canterbury-Szene als an den Klassik-Rock der jeweiligen Trios um Keith Emerson, insbesondere an Caravan (z.B. die Nummer "Very Nice Of You To Call").

Mitunter wird es hier allerdings ziemlich wüst, in der zweiten Hälfte von "I Can't Stop" z.B., in der der Bass heftig dröhnt und verzerrt wummert und die Orgel röhrt. Das lange "The Outing - Yes" bietet, nachdem es als eher unscheinbarer, fröhlicher Mitgrölrocker beginnt, eines der heftigsten, psychedelisch-avantgardistischsten Freakouts die ich kenne. Sieben Minuten lang purzeln die Klänge durcheinander, wabern - ordentlich mit Hall und Echo versehen - Orgel, Piano (mitunter in den Saiten gespielt), Vibraphon, diverse Perkussionsounds und der Bass dicht verschlungen dahin, ehe das Ganze sich in dezenten Glockenspielklängen auflöst. Beeindruckend! Auch Pink Floyd, in ihren psychedelischsten Zeiten, haben kein größeres Klangchaos erzeugt! Kontrastreich wird es im darauffolgenden "Once Upon A Hill", bestimmt von Blockflöten und Glockenspiel, dann beschaulich und folkig. Zum Abschluss der Scheibe wird dann nocheinmal ordentlich gerockt. "Put That In Your Pipe And Smoke It" ist ein ziemlich wüster Jam von Orgel, Bass und Schlagzeug, der ziemlich viel Spaß macht.

"Aardvark" ist eine wirklich gelungene Scheibe mit abwechslungsreichem Protoprog, die weitaus mehr Bekanntheit verdient hätte! Wer den kantigen Sound der frühen 70er schätzt, der sollte hier einmal reinhören!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.4.2006
Letzte Änderung: 11.8.2006
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum