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Goblin

Suspiria

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977 (CD-Reissue 2007, Cinevox)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Klassischer Prog
Label: Cinevox
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Massimo Morante electric & acoustic guitar, buzuki, voices
Claudio Simonetti mellotron, organ, string machine, celesta, electric & acoustic piano, Minimoog, Moog system 55
Fabio Pignatelli bass, tabla, acoustic guitar, voices
Agostino Marangolo drums, percussion, voices

Gastmusiker

Antonio Marangolo sax

Tracklist

Disc 1
1. Suspiria 6:02
2. Witch 3:13
3. Opening To The Sighs 0:32
4. Sighs 5:16
5. Markos 4:05
6. Black Forest 6:07
7. Blind Concert 6:17
8. Death Valzer 1:52
9. Suspiria (Celesta & Bells) 1:34
10. Suspiria (Narration) 1:49
11. Suspiria (Intro) 0:33
12. Markos (Alternate Version) 4:10
13. Suspiria (Alternate take) 3:54
Gesamtlaufzeit45:24


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Die junge Amerikanerin Suzy Banner kommt nach Freiburg, um dort an einer Tanzakademie zu studieren. Dort scheint es allerdings nicht ganz geheuer zu sein. Mitstudentinnen werden grausam ermordet und das Akademiegebäude wird von tausenden, widerlichen Würmern heimgesucht. Nach diversen grausigen Erlebnissen findet Suzy heraus, dass die Akademie zu beginn des 20sten Jahrhunderts von einer bösen Hexe gegründet wurde und bis heute die Heimstadt eines bizarren Hexenkultes ist ...

So die Kurzzusammenfassung von Dario Argentos Horrorstreifen "Suspiria", der als einer seiner besten gilt, zu dem Goblin den Soundtrack komponiert haben, der ebenfalls als einer ihrer besten gilt. Den Film kenne ich nicht, die dazugehörige Musik ist allerdings in der Tat ausgezeichnet. "Suspiria" erschien 1977 auf LP, erweitert um die Stücke "Aquaman" und "Dr Frankenstein" vom ein Jahr vorher erschienenen Album "Roller". Das neueste CD-Reissue von Cinevox (mit dem erweiterten Titel "Suspiria - the complete original motion picture soundtrack") verzichtet auf beide Nummern, fügt dafür aber noch 5 Bonusstücke bei.

Eine ausgesprochen bizarre Mischung aus klassischem Prog, Jazzrock und elektronischen Klangtüfteleien haben Goblin hier zusammengebraut, welche auch als reines Musikerlebnis - ohne Film - sehr gut funktioniert. Mit geheimnisvollen Glocken- und Harfenklängen beginnt das Titelstück, denen sich kaltes Mandolinenzupfen, hallende, tablaartige Perkussion und ein heiserer, bedrohlicher Räuspergesang zugesellt. Nach einiger Zeit werden Synthesizersounds klangbestimmend, die in einen treibenden Progrocker überleiten, der getragen von Mellotronschüben, einem dahinwummernden, kraftvollen Bass, der eher zurückhaltenden E-Gitarre und klangvollen Synthesizerfanfahren dahineilt. Die ersten 5 Stücke von "Suspiria" gehören mit zum Besten und Eigenartigsten, das Goblin je veröffentlicht haben. Düster, sehr abwechslungsreich und farbig kommen hier die Klänge aus den Boxen, die bisweilen ausgesprochen heftig und wüst geraten sind. Mellotronchöre, heftige Perkussion, Glockenhallen, Synthesizergeschrei, verzerrtes Gitarrensägen, Sirenengeheul, heiseres Gestöhne, Bassdröhnen, diverses Gitarrengeschrammel, bizarre Gesangseinlagen, hallendes Schlagzeug, verschiedenste Elektroniksounds und sonst noch so allerlei purzeln hier durcheinander und sorgen für ein wüstes Klanggemälde, welches stellenweise die bedrohlichen Klangkonglomerate von Art Zoyd vorwegzunehmen scheint ("Witch"). Beeindruckend!

"Black Forest" und "Blind Concert" bieten dann ruhigeren, symphonischen Jazzrock mit leichtem Funkeinschlag (in "Blind Concert" zumindest), der an die Musik des Vorgängeralbums "Roller" erinnert und sich vor allem durch die virtuose Bassarbeit von Fabio Pignatelli auszeichnet. Nach der kurzen Klaviernummer "Death Valzer", gibt es dann auf dem CD-Reissue noch zwei kurze Variationen auf den Beginn von "Suspiria", ein kurzes Intro zu selbigem Stück, eine andere, wenn auch nicht furchtbar verschiedene Version von "Markos" und eine weitere, schön mysteriös-bizarre Version des Titelstücks zu hören.

"Suspiria" bietet ausgesprochen spannende Musik, perfekt musiziert und produziert, der man kaum anmerkt, dass sie "nur" als Begleitklang für einen Horrorfilm gedacht war. Wer die Musik von Goblin kennen lernen möchte, sollte das etwas abgestandene und zähe "Roller" erst einmal meiden und zu diesem Album hier greifen!

Das Album ist mit einer ganzen Reihe von verschiedenen Covern veröffentlicht worden. Oben ist das des Cinevox-CD-Reissues gezeigt, darunter das der Original-LP.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.5.2006
Letzte Änderung: 21.6.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Goblin

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Profondo Rosso 10.00 1
1976 Roller 10.50 2
1978 Il fantastico viaggio del bagarozzo Mark 11.00 1
1978 Zombi 9.00 1
1979 Patrick 9.00 1
1980 Contamination 10.00 1
1982 Tenebre 9.00 1
1997 Phenomena 9.00 1
1997 Buio Omega 8.00 1
2000 The Fantastic Journey Of Goblin - Best Of Vol. 1 12.00 1
2000 Nonhosonno 11.50 2
2015 Four Of A Kind 11.00 1

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