SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
17.12.2017
Mech - Zjednoczone Siły Natury Mech
Jörg Sandner - Donut Desaster
Wobbler - From Silence To Somewhere
16.12.2017
Pauline Anna Strom - Trans-Millenia Music
Group 1850 - The Golden Years Of Dutch Pop Music
Heartfield - Follow
Lynhood - Septembre
15.12.2017
Mind Enemies - Revenge
Ringhausen - Lumen
Kaipa - In the Wake of Evolution
White Mountain - The Delta Sessions
Status Minor - Three Faces of Antoine
Trinity Xperiment - Anaesthesia
14.12.2017
Isproject - The Archinauts
Isildurs Bane - Off the Radar
PuzzleWood - Gates of Loki
13.12.2017
World Trade - Unify
Squartet - Adplicatio Minima
ARCHIV
STATISTIK
24189 Rezensionen zu 16534 Alben von 6441 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Gentle Giant

Octopus

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Vertigo
Durchschnittswertung: 12.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Gary Green Guitars, percussion
Kerry Minnear All keyboards, vibraphone, percussion, cello, Moog, lead and backing vocals
Derek Shulman Lead vocals, alto saxophone
Philip Shulman Saxophones, trumpet, mellophone, lead and backing vocals
Raymond Shulman Bass, violin, guitar, percussion, vocals
John Weathers Drums, percussion, xylophone

Tracklist

Disc 1
1. The Advent of Panurge 4:42
2. Raconteur Troubadour 4:02
3. A Cry for Everyone 4:04
4. Knots 4:11
5. The Boys in the Band 4:33
6. Dog's Life 3:12
7. Think of Me with Kindness 3:34
8. River 5:52
Gesamtlaufzeit34:10


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


"Gentle Giant" sind eine Band, die musikalisch kaum mit anderen Gruppen der Prog-Ära zu vergleichen ist, aber als richtungsweisend und innovativ gilt, obwohl sie sie nie die Popularität anderer Bands im Prog-Heyday erreichten.

Mit "Octopus" beginnt ihre klassische Phase ("Octopus" 1972 bis ca. "Interview" 1976), und der typische "Gentle Giant"-Sound ist schon voll ausgeprägt. Die Stücke der sanften Riesen sind selten überdurchschnittlich lang und kaum bombastisch, zeichnen sich dafür aber durch besonders komplexe Arrangements und abwechslungsreiche Instrumentierung aus (neben typischen Rockinstrumenten außerdem Xylophon, Vibraphon, Geige, Cello, Saxes, Blockflöten und mittelalterliche Instrumente).

Gleich der Opener "The Advent Of Panurge" demonstriert zwei typische Elemente: zum einen die dichten, aber dennoch zerbrechlichen mehrstimmigen Vocals-Arrangements mit komplexen, sprunghaften Melodien (siehe auch "Knots"), und weiterhin kontrapunktische Behandlung des Grundmaterials. D.h. mehrere Instrumente (plus Gesang) spielen quasi-unabhängige Linien, die gegeneinander laufen und sich umspielen. Dieser Sound wurde von ihnen dermaßen perfektioniert, daß neuere Bands wie "Echolyn", "Finneus Gauge" aber auch "Spock's Beard" (z.B. "Thoughts"), die mit diesem Stil experimentieren, sich unweigerlich dem Vergleich mit "Gentle Giant" ausgesetzt sehen. Das nachfolgende "Raconteur, Troubador" zeigt ein weiteres wichtiges "Gentle Giant"-Grundthema: mittelalterliche oder renaissanceartige Stücke und Sounds (siehe auch "Dog's Life").

Die weiteren Stücke loten diese Möglichkeiten und Eckpunkte aus und ergänzen sie durch weitere Elemente, z.B. im rockigen Anfang von "A Cry For Everyone", der bald durch einen kontrapunktischen Teil abgelöst wird. In "Think Of Me With Kindness" zeigen sie, daß so auch schöne, herkömmlichere Songs schreiben können, ohne dabei billig zu klingen.

Ein Wort der Kritik noch: was mich bei "Gentle Giant" etwas stört, ist Drummer John Wethers, der schon ordentlich spielt, aber in seinem eher plumpem Sound teilweise ein bißchen deplaziert wirkt. (Aber wirklich kaputt machen tut er nix, nur damit das klar ist.)

Alles in allem eine gute, empfehlenswerte Platte, die einen schönen Einstieg in "Gentle Giant" ergibt, auch wenn "In A Glass House" oder "The Power And The Glory" vielleicht noch eine Spur besser sind.

Anspieltipp(s): The Advent Of Panurge, Knots
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.5.2002
Letzte Änderung: 6.5.2002
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 3)


"Octopus" war die erste LP von Gentle Giant, die ich mir zugelegt habe, war die Scheibe doch die einzige der Riesen, die auch in den 80ern ständig "in print" war und zu "nice price"-Konditionen in fast jedem Plattenladen zu erstehen war. Damit müsste es sich ja bei "Octopus" eigentlich um die beste LP der Band handeln, oder zumindest um diejenige, von der die Verkaufsstrategen der Plattenfirma annahmen, dass sie sich auch 10 Jahre nach Erscheinen noch gut verkaufen lassen würde. Nun, "Octopus" ist sicherlich eine spannende und zugleich eingängliche Platte, deren moderate Songlängen durchaus radiotauglich sind und die mit "Knots" sogar einen flotten Rocker mit Hitpotential enthält. Auch hat Udo in seiner Rezension dargelegt, dass die Platte die typischen Elemente des Gentle Giant-Stils beispielhaft demonstriert. Somit ist "Octopus" wohl wirklich eine ideale Einstiegsplatte für diese Band (auch wenn ich persönlich empfehlen würde am Anfang anzufangen).

Ein Stilelement ist auf "Octopus" zum ersten Mal deutlich vorhanden. Der Bezug auf mittelalterliche oder renaissanceartige Musik, wie er in "Raconteur, Troubador" und "Dog's Life" deutlich wird, war auf den drei Vorgängerscheiben noch nicht so ausgeprägt. Beginnt mit "Octopus" wirklich die klassische Phase von Gentle Giant? Zumindest sind sich die Alben ab dieser Scheibe bis "Interview" klanglich sehr ähnlich. Mit "Octopus" hatte die Gruppe ihren Stil perfektioniert. Danach gab es nichts wirklich Überraschendes oder Neues mehr, fast könnte man von Stagnation sprechen, wenn auch ein Stillstand auf sehr hohem Niveau.

Alles in allem wirkt die Musik auf "Octopus" im Vergleich zu den drei Vorgängern fast zu perfekt, stellenweise etwas klinisch-kalt und gefühllos. Es scheint mir, als ob hier ob aller instrumental- und vokaltechnischer Perfektion die Seele der Musik leidet und die Emotionen verlorengegangen sind. Einzig "River" mit den warmen Vibraphonklängen und den jazzrockigen Gitarrenlinien erinnert noch an die Klangwelt von "Acquiring The Taste" und "Three Friends". Trotzdem ist "Octopus" eine starke Platte, von der mir vor allem "Raconteur, Troubadour" als einer der besten Gentle Giant Songs in Erinnerung bleiben wird. Nicht unerwähnt bleiben soll schliesslich noch eines der - meiner Meinung nach - besten Cover-Gemälde von Roger Dean!

Anspieltipp(s): Raconteur, Troubadour, River
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.9.2004
Letzte Änderung: 5.9.2004
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Piotre Walter @ (Rezension 3 von 3)


„Octopus“ Gentle Giant's viertes Album leitet die Kernphase des Schaffens der Band ein und hat nun endgültig alle Vorzüge, welche die Band auszeichnen. Auch tritt die Band hier zum ersten Mal in der Besetzung auf, die sie bis zum letzten Album beibehalten sollte.

„In 2004, Ray Shulman commented Octopus was probably our best album, with the exception, perhaps of Acquiring the Taste.“ (Quelle Wikipedia) Dem möchte ich nicht wirklich widersprechen, es sei denn in dem Punkt, dass Aquiring the Taste zwar brillant, voller schräger Ideen und Virtuosität ist, aber die Geschlossenheit und Reife von z.B. Octopus noch vermissen lässt.

Ich finde eher, dass es später noch zwei Octopus ebenbürtige Alben der Band gibt, die es mit diesem Riesen aufnehmen können. Der Drummer John Weathers hat der Band sicherlich gut getan und sein Schlagzeugspiel ist sehr akzentuiert. Er hat einen leicht schleppenden angejazzten Stil, der sehr gut in den eben auch stark jazz-beeinflussten Kosmos des sanften Riesen passt. Was Weathers im Mittelteil von „The Advent of Panurge“ oder bei „A Cry for Everyone“ abliefert, ist einfach stark.

Octopus ein Wortspiel was sich eigentlich aus „Octo Opus“ also acht Stücke zusammensetzt, wartet mit einer Ideenfülle in einzelnen Songs auf, die Andere für ein ganzes Album verbraten. Hier schafft die Band spielend den Spagat, eingängige Rockmusikanteile und Balladeskes mit geballter Progressivität: atemberaubender Polyphonie, irren Rhythmuswechseln, Fusion, Chorgesang, Klassikanleihen z.B. Renaissancemusik so stimmig und homogen zu verweben, dass es einfach atemberaubend ist. Man lasse sich hierzu mal den Song „A Cry for everyone“ im Gehörgang zergehen.

Gentle Giant hatten ihr Zusammenspiel schon mit Octopus perfektioniert, man achte auf das häufig auftauchende brillante Duett von Piano und Gitarre. Sie haben zahlreiche Bands des Genres beeinflusst, aber blieben in ihrem Stil nahezu unerreicht und einzigartig. Gut getan hat ihrer Musik auch die Hinzunahme von mittelalterlichen und spätmittelalterlichen Elementen aus der klassischen Musik, die zum ersten Mal auf Octopus so massiv zu verzeichnen sind: „Raconteur Troubador“ oder die mehrstimmigen Gesangsarrangements in „Knots“, die ein wenig zum Markenzeichen wurden und Bands wie „Spock's Beard“ stark beeinflusst haben. Mit „Boys in the Band“,ein absoluter Klassiker der Briten, reizen sie dann aus, was Rock und Blasinstrumente in Verbindung vermögen.

Nach dem fünften progressiven Highlight in Folge treten mit „Dog's Life“ und „Think of Me With Kindness „ zwei etwas gradlinigere Songs auf den Plan, um das Album dann mit einem feinen komplexen Fusionsong „River“ abzuschließen.

Octopus ist sicher als Einstiegsalbum für den GG-Kosmos gut geeignet, so zumindest ist es bei mir gewesen. Im Grunde war es schon nach einmaligen Hören von „The Advent of Panurge“ um mich geschehen. Die 15-minütige Medley-Version des Albums gehörte zu den unbestrittenen Highlights eines jeden Gentle Giant-Konzerts.

Fazit: Octopus ist ein Meilenstein der Progressive Rock-Geschichte und gehört eigentlich in jede prog-affine Plattensammlung, wie auch „The Power and the Glory“ und evtl. „Free Hand“ oder „In a Glass House“. Das Album setzte Maßstäbe in Komplexität, Polyphonie und der Verschmelzung verschiedener Musikstile im Progressive Rock.

Anspieltipp(s): The Advent of Panurge, Knots, Boys in the Band
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.2.2016
Letzte Änderung: 2.2.2016
Wertung: 15/15
Klassiker

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Gentle Giant

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Gentle Giant 10.20 5
1971 Acquiring The Taste 12.00 3
1972 Three Friends 11.50 4
1973 In A Glass House 13.00 1
1974 The Power And The Glory 12.50 3
1975 Free Hand 12.00 2
1976 Interview 9.50 2
1977 Live - Playing The Fool 14.33 3
1977 The Missing Piece 7.33 3
1978 Giant for a day 3.67 3
1980 Civilian 7.25 4
1994 In Concert 9.00 1
1996 Edge Of Twilight - 1
1996 The Last Steps 9.00 1
1997 Under Construction 11.00 1
1998 Live on the King Biscuit Flower Hour 13.00 1
1998 Out of the fire - The BBC Concerts 10.00 1
2000 Totally out of the woods-The BBC Sessions 12.00 1
2000 Live Rome 1974 11.00 1
2001 In'terview in concert - 1
2002 Endless Life 9.00 1
2002 artistically cryme 8.00 1
2003 Way of life - 1
2004 Scraping the Barrel - 1
2004 Giant on the Box (DVD) 12.50 4
2006 GG at the GG (DVD) 10.00 1
2009 King Alfred's College Winchester 1971 10.00 1
2009 Live in Stockholm '75 11.00 1
2014 Live at the Bicentennial 12.00 1
2017 Three Piece Suite - 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum