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Marygold

The Guns of Marygold

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 6/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Stefano Bigarelli keyboards
Massimo Basaglia drums, bass
Marco Pasquetto drums
Guido Cavalleri voice, flute

Tracklist

Disc 1
1. Hara-Kiri Show 7:25
2. Crows on the tree 6:32
3. Marygold 7:21
4. Sunflowers 5:21
5. Tania stands 2:56
6. The wizard 9:46
Gesamtlaufzeit39:21


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Nun passt gut auf, liebe Leser, denn jetzt versuche ich mal mit eigenen Worten die Gutenachtgeschichte von den "Guns of Marygold" nachzuerzählen:

Eins gab es tief im Meer das Königreich Marygold - arm zwar, aber stolz und mit einem guten König, der sich Gedanken über Krieg und Frieden machte. Das hatte auch aktuelle Gründe, weil sein Reich von den Menschen auf der Erde bedroht wurde: die verseuchten nämlich das ganze Wasser, und in einer Schlacht wurde es gar mit dem Blut der Getöteten verpestet.

Also schickte der König einen Spion in die Nähe der Menschen - einen riesigen Rochen, der die Schwächen des Gegners ermitteln sollte. Der kannte die Lebensweise an der Erdoberfläche gut, war er doch selbst einmal Gefangener in einem Aquarium gewesen. Daher lautete sein Rat an das Volk des Meeres: es sollte alle Pumpen in Bewegung setzen und das ganze verpestete Meereswasser über die Felder der Erde regnen lassen. Gesagt, getan - schließlich endete damit das Leben auf der Erde; nicht einmal Käfer hielten das aus.

Nun überlegt gut, liebe Leser und meditiert über Frage 1: 'Was ist das für eine Geschichte'? und Frage 2: 'Wer lässt sich so was einfallen'?

Mein Vorschlag einer Antwort auf Frage 1 lautet: 'Das ist eine Fantasy-Variante des Slogans "Macht kaputt, was euch kaputtmacht!"'

Zu Frage 2 können wir sicherlich alle in knapper Form anmerken: 'So was kann nur Proggies einfallen!' - Und dann denken wir weiter:

Ein Blick in den Booklet-Text zeigt, dass die Strophen teilweise in wörtlicher Rede konzipiert sind; neben dem Erzähler gibt es Äußerungen des Königs, des Rochens und einer Mutter, die dies als Gutenachtgeschichte vorträgt, nebst ihrem Kind, das dies alles tatsächlich noch einmal hören will (wie mag es wohl danach geschlafen haben?...).

Abstruse Geschichte mit Dialogen? Was klingelt da? Natürlich Genesis! Und auch altgediente Fans brauchen die Häme über Abstrusitäten neueren Datums nicht zu übertreiben - auch in Genesis' "Get 'em out by Friday" gibt es verquere Textzeilen, zum Begriff 'abstrus' erinnere ich nur mal an die Rückkehr des "Giant Hogweed", und von der Musical Box brauchen wir wohl gar nicht erst anzufangen...

Solche Gedanken könnte ich stundenlang weiterspinnen (ich werde drauf zurückkommen ;-(), aber nun sei endlich mal was zur Musik gesagt: bei vielen Lesern mag ja längst das Klonprog-Frühwarnsystem angesprungen sein, aber tatsächlich ist die Musik von Marygold gar nicht so schlecht. Ich sage mal: Gemessen an deren Vergangenheit (siehe Bandnotizen bzw. Band-Website) ist dies wahrscheinlich das Beste, was man von einer Ex-Coverband erwarten darf. Der Gitarrist kreiert zwar Hackett-Läufe, aber dunklere; das Mellotron mag zwar noch hier und da ein wenig "Foxtrot" anschlagen, aber die Orgel schneidet tiefer ins Fleisch und dominiert das Klangbild entscheidender. Die Drums haben freilich was vom frühen Collins, die Flöte vom frühen Gabriel, aber wen könnte das je stören? Und die Madhatter-Stimme ist wiederum tiefer gelegt als sonst üblich (zum Vergleich mag man an die Band Merchants Vice denken). Und die Kompositionen sind sehr eigenständig: Für Sekundenbruchteile tauchen mal Genesis-Inspirationen auf, die aber stets und sogleich geschickt mit neuen Ideen verquirlt werden. Und vor allem die Breaks in den Songs sind spannend und erfrischend - hier kommt nicht dieser Anfänger-Beigeschmack auf, der bei freigeschwommenen Coverbands so häufig stört. Das liegt bestimmt auch daran, dass sich das Album mit knappen vierzig Minuten zufrieden gibt: so viel hat früher auch gereicht und ist besser als ein zu schweres Großepos, das den Musikern Bruchbinden anlegt. Insgesamt erinnert mich der Bandsound an Metaphor: zu gewollt sperrig konzipiert, um glatt geklont wirken zu können, und zwischen den Tönen lauert überall das Versprechen auf ein vielleicht noch viel besseres Zweitalbum.

Tja, aber die Story? nun bin ich endlich wieder bei diesem Thema ;-(

Dass mich das so schwer loslässt, hängt damit zu tun, dass mir in letzter Zeit bewusst geworden ist, wie Genesis diese narrative Neigung irgendwann auch übertrieben haben: Angefangen hatte der Stil ja spätestens mit "White mountain", und als etwas später eine gewisse Ironie Gabriels hinzu kam, war es am köstlichsten ("Battle of Epping Forest" z.B.). "Squonk" war auch noch ganz witzig, aber spätestens bei "All in a mouse's night" wurde es allmählich albern. Trotzdem hörten Genesis nicht damit auf, sondern landeten noch 1996 bei "Alien afternoon" - nach Abstechern über "Domino" und "Driving the last spike" (was alles inhaltlich nicht wirklich interessant war, wie ich finde). Dass nun Marygold zu diesem Thema eine so absurde Stilblüten-Variation geschaffen haben, ist schon wieder ansatzweise witzig (ob bewusst oder unfreiwillig), denn es hält auch den Untiefen des Klassischen Prog einen Spiegel vor. Für das nächste Marygold-Album wüsste ich dementsprechend schon einen Titel: 'Storyteller's Nightmare'...;-)

Das ist für meinen Geschmack das Schöne am neueren Italo-Prog, dass er seinen Retro-Touch so maßlos übertreibt ? sogar wenn?s nervt, ist es noch unterhaltsam?

Anspieltipp(s): Einfach mal auf der Website fischen gehen...
Vergleichbar mit: Metaphor
Veröffentlicht am: 29.6.2007
Letzte Änderung: 6.11.2012
Wertung: 7/15

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Von: Andreas Kiefer @ (Rezension 2 von 2)


Ich verstehe es einfach nicht, warum eine Vielzahl von neuen Prog-Bands mit vorschnellen Veröffentlichungen um Aufmerksamkeit buhlen, und somit ihren eigenen musikalischen Wert völlig aus den Augen verlieren. So geschehen leider auch bei Marygold...

Was man bei den Italienern zu hören bekommt, ist ein Genesis/Marillion-Abklatsch der schlechteren Sorte. Man ist meilenweit vom musikalischen Können der Vorbilder entfernt - aneinandergereihte Klischeehaftigkeit der grauenhaften Art, ein inspiriertes aber unwürdiges Gesangsgebrummel, verbrauchte Melodien ohne eigene Spurenelemente - so dümpeln die sechs Songs dahin.

Die mäßige Produktion kann man ja noch entschuldigen, doch der Rest ist ein fast völlig missratener Ausflug in Richtung Marillion der 80er Jahre oder Genesis der 70er Jahre, das man alles von anderen Bands schon um Lichtjahre besser gehört hat.

Dennoch bieten zwei bis drei Songs zumindest ansatzweise eine recht ordentliche Qualität, was für die Zukunft der Band hoffen lässt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.12.2008
Letzte Änderung: 10.12.2008
Wertung: 5/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Marygold

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2017 One Light Year 8.00 1

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