SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
27.4.2017
Arms of Tripoli - Daughters
Samsara Blues Experiment - One with the Universe
26.4.2017
Dirty Sound Magnet - Western Lies
25.4.2017
Timeout - 7
The Spur - Rebirth
Emerson, Lake & Palmer - Works, Volume 2
24.4.2017
Vandroya - Beyond the human Mind
Stackridge - Extravaganza
23.4.2017
Horse Lords - Interventions
JPL - Le Livre Blanc
22.4.2017
This Winter Machine - The Man who never was
Soup - Remedies
Bad Dreams - Deja Vu
21.4.2017
Zu - Jhator
Defecto - Excluded
Kairon; IRSE! - Ruination
Isildurs Bane & Steve Hogarth - Colours Not Found In Nature
Pendragon - Masquerade 20 (DVD)
ARCHIV
STATISTIK
23381 Rezensionen zu 15971 Alben von 6203 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Novalis

Flossenengel

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Klassischer Prog
Label: Brain
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Detlef Job Gitarre, Gesang
Heino Schünzel Bass, Gesang
Fred Mühlböck Gesang, Gitarre, Flöte
Lutz Rahn Keyboards
Hartwig Biereichel Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Atlanto 5:12
2. Im Brunnen der Erde 4:28
3. Brennende Freiheit 2:20
4. Im Netz 8:38
5. Flossenengel 3.26
6. Walzer für einen verlorenen Traum 3:27
7. Sklavenzoo 6:00
8. Alle wollen leben 4:46
9. Rückkehr 6:00
10. Ob Tier, ob Mensch, ob Baum 1:50
Gesamtlaufzeit46:07


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Wale waren Ende der Siebziger ein beliebtes Thema in der Rockmusik, vgl. "Don't kill the Whale" von Yes [auf "Tormato"] oder "The Whale" von ELO [auf "Out Of The Blue"]. Novalis widmeten dieser Thematik gleich eine ganze Schallplatte. Erzählt wird, wie der Wal zunächst seine Freiheit genießt, dann gefangen und zur Volksbelustigung in einem Aquarium ausgestellt wird, bis sein Fänger Gewissensbisse bekommt und ihn ins Meer zurückbringt. Textlich ist "Flossenengel" nicht gänzlich frei von pathetischen Anwandlungen (was durch die melodramatische Vortragsweise von Sänger Fred Mühlböck noch verstärkt wird) und einer gewissen Betroffenheitsrhetorik, aber musikalisch zeigen sich Novalis nach wie vor auf der Höhe ihres Schaffens.

Gelungen ist z.B. wie die lyrische Stimmung der ersten beiden Titel in die Agressivität von "Brennende Freiheit" übergeht, oder die fast Ambient-mäßigen Synthieklänge, die "Im Netz" einleiten, dessen monotoner Background-Chor die Verzweiflung des gefangenen Wals darstellt. Auf Songs wie "Sklavenzoo" werden Novalis sogar richtig "hart".

Insgesamt ein sehr gelungenes Werk.

Anspieltipp(s): Im Netz
Vergleichbar mit: Camel, Yes
Veröffentlicht am: 9.5.2002
Letzte Änderung: 16.10.2003
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Günter Schote @ (Rezension 2 von 2)


Novalis – "Romantik-Rock". Dieses Etikett ist a) naheliegend und b) irreführend. Wenn sich eine Gruppe von Musikern unter dem Namen eines deutschen Dichters der Romantik auf die Bühne stellt, teilweise sogar dessen Texte vertont und obendrein „Schmetterlinge“ und „Sommerabende“ im Schilde führt, dann muss man aber mit einem solchen Stigma leben. Da kann ein Detlef Job noch so in die Saiten langen oder Hartwig Biereichel in die Felle hauen. Dabei ist die Band Novalis genauso romantisch wie Grobschnitt oder Nutella.

Das 1979 erschienen Konzeptalbum „Flossenengel“ ist ein sehr starkes Album. Es strotzt vor Dynamik (erinnert mich in dieser Beziehung an Genesis‘ Duke) und unromantischen Passagen. Sicher lassen die pathosreichen Texte die Coolness der Band so ziemlich gegen Null tendieren. Musikalisch stecken die Hamburger Jungs Bands wie Camel oder BJH dafür aber mal ganz locker in die Tasche.

Erzählt wird auf „Flossenengel“ die Geschichte von Atlanto, dem Wal, und seinem Fänger und späteren Befreier. Also, los geht’s mit dem instrumentalen „Atlanto“. Ein wirklich tolles Stück! Witzig ist, dass es mich an die Soundtracks diverser 70er/80er Jahre Adventsvierteilern bzw. Serien a la „Timm Thaler“ erinnert. Melodie, Arrangement… Nach dieser gelungenen Einleitung folgen drei Stücke, die allesamt ineinander übergehen, aber nicht suitenartig, sondern in voller Fahrt, so dass „Brunnen/Freiheit/Netz“ im Grunde einen 15 minütigen Longtrack bilden. „Im Netz“ klingt zudem verdächtig nach Us & Them und erzeugt eine genauso traumhafte Atmosphäre wie auch „Walzer für einen verlorenen Traum“. Mit „Alle wollen leben“ gibt’s einen tollen Pop/Rocker, bevor der Zweiteiler „Rückkehr/Ob Mensch, ob Tier…“ den großen Showdown des Albums bilden. Besonderes Lob an Drummer Biereichel, dessen Spiel mir sehr gefällt. Aber dies gilt für alle Musiker und ihre Instrumente.

Nochmal ein paar Worte zu Texten und Gesang. Nicht nur auf „Flossenegel“, sondern quer durch die Novalis-Diskographie finden sich sehr schöne Textideen („Wer Schmetterlinge lachen hört“, „Vielleicht bin ich ein Clown“, „Rückkehr“ etc.). Leider werden diese nicht immer ganz frei von schrecklicher Satzstellung und/oder veralteter Wortwahl umgesetzt, was sie 1975 vielleicht noch erträglich, im 21. Jahrhundert aber oft peinlich klingen lässt. Dies betrifft die Zeit vor, aber auch mit dem „neuen“ Sänger Fred Mühlböck. Dieser wiederum ist sicherlich Garant dafür, dass Novalis nochmal einen Schritt nach vorne machen konnten. (Mich erinnert der Österreicher übrigens stark an Landmarq- bzw. Threshold-Sänger Damian Wilson.) Mühlböck ist ein toller, ausdrucksstarker Sänger. Hätte er in Englisch gesungen, man würde ihn noch heute dafür adeln. So singt Mühlböck ein oft uncooles, angestaubtes Deutsch, dem heute die nötige Street Credibility abgeht. Das ist doof, denn Novalis haben mit Alben wie „Vielleicht bist du ein Clown?“ oder eben „Flossenengel“ eine breite Hörerschaft selbst im 21. Jahrhundert verdient.

Kleiner Tipp: anstatt Geld für die 47. Neal Morse-CD auszugeben, lieber mal was von Novalis kaufen. Alles bis einschließlich 1979 ist mindestens klasse.

Anspieltipp(s): Rückkehr
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.4.2017
Letzte Änderung: 18.4.2017
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Novalis

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Banished Bridge 9.00 4
1975 Novalis 8.75 4
1976 Sommerabend 8.75 4
1977 Brandung 8.50 2
1977 Konzerte 10.00 2
1978 Vielleicht bist du ein Clown? 12.00 1
1981 Augenblicke 9.50 2
1982 Neumond 4.00 1
1983 Sterntaucher 8.00 1
1984 Bumerang 5.00 1
1985 Nach uns die Flut 2.00 1
1993 Novalis lebt! 8.00 1
2009 Letztes Konzert 1984 6.00 1
2017 Schmetterlinge 13.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum