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Quiet Sun

Mainstream

(Siehe auch: Leitfaden "Canterbury")
(Archiv-Tipp 1/2006)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975 (CD-Reissues 1999 und 2011, Expression Records)
Besonderheiten/Stil: Canterbury; Jazzrock / Fusion
Label: Island Records
Durchschnittswertung: 13/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Charles Hayward Drums, Percussion, Keyboard, Vocals
Dave Jarrett Electric Piano, Organ, VCS3
Phil Manzanera Electric Guitar, Treated-Guitar, Electric Piano
Bill McCormick Electric Bass, Treated-Bass, Background Vocals (Track 7)

Gastmusiker

Brian Eno VCS3, Treatments, Oblique Strategies
Ian McCormick Background Vocals (Track 7)

Tracklist

Disc 1
1. Sol Caliente 8:02
2. Trumpets With Motherhood 1:30
3. Bargain Clasics 5:37
4. R.F.D 3:09
5. Mummy Was An Asteroid, Daddy Was A Small Non-Stick Kitchen Utensil 6:09
6. Trot 5:00
7. Rongwrong 9:39
8. Years of the Quiet Sun   (ab hier Bonustitel der Collectors Edition 2011; Original Demo) 10:33
9. Trot   (Original Demo) 10:25
10. R.F.D.   (Warner Bros Demo) 6:14
11. R.F.D. Part 1   (Mainstream Session) 2:25
12. Talking History   (Interview) 8:02
Gesamtlaufzeit76:45


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 4)


"Mainstream" - das eizige Album von Quiet Sun - ist für mich ein kleines Jazzrock-Meisterwerk, ein absolut spannendes, virtuoses und energiegeladenes Album, das Seinesgleichen sucht. Die Musik erinnert ein wenig an Soft Machine, vor allem Jarretts repetitiv-minimalistisches E-Piano, aber alles in allem ist diese Kombination aus Manzaneras giftig-verzerrter Gitarre, McCormicks sattem Bass und Haywards ausflipptem Getrommle einfach einzigartig. Vergleichbar ist das Ganze noch am ehesten mit den späteren Live-Aufnahmen von 801 (die einige Quiet Sun-Nummern im Programm hatten) und der parallel eingespielten Manzanera-Soloscheibe "Diamond Head", aber "Mainstream" ist um einiges spannender, jazziger und abgefahrener.

"Sol Caliente": Zu einem repetitiven Piano-Lauf jault die Gitarre, dann bauen Schlagzeug, Bass, Gitarre und E-Piano ein extrem spannendes, abwechslungsreiches Melodien-Rhythmus-Gefüge auf, daß so genial rockt, daß man nach einiger Zeit einfach nicht mehr stillsitzen kann. Grandios auch "Bargain Classics", "Trot" und "Mummy Was An Asteroid Daddy Was A Small Non-Stick Kitchen Utensil" (letzteres mit Brian Eno am VCS 3 Synthesiser), minimalistische Soft Machine-artige Orgel-Piano-Läufe, Fuzz-Gitarre und Trommelgewirbel, unterbrochen von ruhigeren entspannteren Teilen, wo ausgesprochen ins Ohr gehende Melodien eingestreut werden. Das ruhig-entspannte Keyboardwerk "R.F.D." von Jarrett schließt die (ursprünglich) erste LP-Seite ab.

"Rongwrong" von Hayward ist wohl das seltsamste Stück, neben der kurzen klimper-klapper Geräuschimprovisation "Trumpets", und nimmt ein wenig vorweg, was der Schlagzeuger mit This Heat und in Solo-Projekten später veranstalten sollte. Eine Art überlanger Rocksong, bei dem nach kurzer Piano/Gitarren-Einleitung Hayword von den restlichen Bandmitgliedern begleitet, und nur von einem ausgedehnten Bass-Solo unterbrochen, frei diverse Texte von Syd Barretts "The Madcap Laughs" rezitiert.

"Mainstream" is ein wirklich grandioses Album, das ursprünglich auf Islands Billiglabel "Help" erschienen ist, aber inzwischen eine CD-Reinkarnationen bei Phil Manzaneras Expression Records erleben durfte. Da ich die Scheibe in meiner Top-Ten aufgeführt habe, muss ich wohl die volle Punktzahl vergeben!

Anspieltipp(s): Sol Caliente, Mummy Was....
Vergleichbar mit: 801, Soft Machine
Veröffentlicht am: 10.5.2002
Letzte Änderung: 21.2.2006
Wertung: 15/15

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Von: Marion Schoger @ (Rezension 2 von 4)


So, nun sollte auch ich Mainstream bestellt haben. Das war irgendwann im Frühling 2005, und ich erwartete das Album wirklich mit Spannung. Als die CD schließlich da war, fiel mir gleich die schöne Aufmachung auf. Voller Vorfreude legte ich die CD in meinen CD-Player und... wurde enttäuscht. Vorerst. Ich konnte nur zu gut nachvollziehen, was das Label Island Records zu Mainstream zu sagen hatte (aus dem Booklet):

"Dear Mr. Manzanera, Thanks for dropping in your tape. Unfortunately, I didn’t think any of your music is that suitable for our label at the moment. Actually I am not too knocked out with it, it seems to lack a lot of bite. Perhaps the guy who wrote the superb literature hand out should stick to hand outs…"

Danach habe ich das Album noch ein paar Mal gehört, aber es wollte einfach nicht zünden.

Ich hatte meinen "Fehlkauf" eigentlich schon fast vergessen, bis ich ihn schließlich doch noch einmal herauskramte. Irgendwie hatte ich gerade auf gar keine Musik Lust, wollte aber auch nicht nichts hören.

Das war eine gute Entscheidung. Jetzt gefällt mir die Musik. Nun kann ich nachvollziehen, was Achim zum Beispiel mit einem "abwechslungsreichen Melodien-Rhythmusgefüge" meint, und dass er bei bei dieser CD einfach nicht stillsitzen kann, denn mir geht es jetzt genauso. Mainstream ist ein tolles Album. Es lohnt sich, der Platte mehrere Chancen zu geben.

Anspieltipp(s): Sol Caliente
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.10.2005
Letzte Änderung: 17.10.2005
Wertung: 11/15
oder vielleicht doch 12...

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 3 von 4)


Quiet Sun hatten sich bereits 1970 zusammengefunden. Doch leider fand sich zu diesem Zeitpunkt keine Plattenfirma bereit, sie unter Vertrag zu nehmen (was man anhand der im Booklet abgedruckten Ablehnungsbriefe nachvollziehen darf). Irgendwann löste sich die Band auf und jeder ging seiner Wege. Demoaufnahmen aus dieser Zeit sind auf Manzaneras Raritätensammlung "Rare One" zu finden. Phil Manzanera errang mit Roxy Music einiges an Bekanntheit. Als er 1975 sein erstes Soloalbum "Diamond Head" aufnehmen wollte, waren seine alten Weggefährten wieder mit von der Partie. Und da sie schon mal da waren, wurde Quiet Sun wiederbelebt. Geprobt wurde nebenher, das Ergebnis wurde in einer einzigen, nächtlichen Sitzung aufgenommen, wobei für die meisten Stücke nur ein einziger Take gemacht wurde.

Und das Ergebnis kann sich hören lassen. Neben den von Achim bereits beschriebenen Merkmalen, meine ich, auch noch eine kleine Prise Krautrock herauszuhören, dies vor allem im Zusammenspiel von Gitarre und Schlagzeug. Aber wirklich nur minimal und keinesfalls stilbestimmend.

Ein wenig schade ist, dass für die CD-Auflage nicht mehr das Original-Cover verwendet wurde, sondern lediglich eine Großaufnahme der Sonne aus diesem. Auch hätte man die alten Demoaufnahmen als Bonus draufpacken können. Sei's drum. Die Musik spricht für sich und die ist wirklich toll.

Anspieltipp(s): Sol Caliente
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.3.2006
Letzte Änderung: 18.3.2006
Wertung: 13/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 4 von 4)


Kollege Thomas vermisst die Demoaufnahmen der Band. Tja, hätt' er mal 5 Jahre gewartet! Denn im Frühjahr 2011 erschien Mainstream in einer opulenten Neuausgabe (genannt "Collectors Edition"), die nicht nur besagte Demoaufnahmen, sondern als weiteren Bonustitel ein neueres Interview mit den Musikern enthält und außerdem noch in Buchform kommt. Die CD ist im hinteren Buchdeckel eingelegt, so dass das Ganze letzten Endes eher wie eine Buchausgabe mit Begleit-CD wirkt. Da die Musik bereits in den voranstellenden Rezensionen erschöpfend beschrieben ist, belasse ich es bei einigen Anmerkungen zur Neuausgabe.

Erfreulicherweise ziert die Neuausgabe wieder das alte, besser gesagt: vollständige Covermotiv, denn auf der alten CD-Ausgabe war lediglich die Sonne in Großaufnahme abgebildet. So ganz vollständig ist es dann aber doch wieder nicht, denn auf Grund des veränderten Formats ist der rechte Rand abgeschnitten, so dass ein Teil der Sonne jetzt fehlt. Was hat es mit diesem Bild, auf dem ja offensichtlich Paris dargestellt ist, eigentlich auf sich? Unter anderem auf diese Frage gibt das Buch eine Antwort, denn es enthält auch einen Beitrag des Coverdesigners Nigel Soper. Dieser hatte sich zur Inspiration in der örtlichen Bibliothek in Astronomiebücher vertieft und wurde schließlich in einem Werk des französischen Astronomen Flammarion fündig. Dort fand sich neben Zeichnungen von Sonnenflecken und Protuberanzen auch eine künstlerische Darstellung, die den Asteroiden Hermes zeigt, wie er am Himmel über Paris aussehen würde. Diese Erklärung hat allerdings einen Haken, denn Hermes wurde erst 1937 entdeckt, der Astronom Camille Flammarion starb jedoch schon 1925. Ob nun anderer Autor oder anderer Himmelskörper, die Zeichnung wurde für das Cover kopiert, vergrößert und koloriert.

Das Buch bietet noch weitere interessante Artikel: Rezensionen verschiedener Zeitungen zu Mainstream sowie eine Bandbiographie, von den Anfängen als Coverband "Pooh and the Ostrich Feather" (den Namen hätte man doch behalten können...) über die Hinwendung zum Canterbury-Jazzrock, die Entstehung der Demoaufnahmen und deren Ablehnung durch die Plattenfirmen (auch hier sind die Ablehnungsschreiben abgebildet), die folgende Auflösung der Band und schließlich die postume Aufnahme von Mainstream 1975, quasi als Nebenprodukt der Aufnahmen zu Phil Manzaneras Soloalbum Diamond Head, bei dem die ehemaligen Musiker von Quiet Sun mitwirkten. Interessanterweise sind einige der Stücke von Diamond Head Überreste einer längeren Komposition von Quiet Sun mit dem Titel Corazón y Alma ("Herz und Seele"). Interessant deshalb, weil das Manzanera-Album ja von ganz anderem Charakter ist als Quiet Sun.

Wie schon erwähnt, enthält die CD als Bonus noch einige Demoaufnahmen, die größtenteils schon im Jahre 2000 auf Phil Manzaneras Rare One veröffentlicht wurden. Lediglich die Demoversion von Trot, die fast doppelt so lang ist wie die spätere Albumfassung, findet sich dort nicht. In dieser Version, auf der noch das kurzzeitige Bandmitglied Dave Monaghan an Saxophon und Flöte zu hören ist, hat das Stück einen leicht psychedelischen Einschlag. Den Abschluss bildet ein Interview mit den beteiligten Musikern.

Bei dieser schmucken Aufmachung und dem erweiterten Inhalt lohnt sich die Anschaffung auch für Besitzer der alten CD-Ausgabe.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.8.2013
Letzte Änderung: 12.8.2013
Wertung: 13/15

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