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Tragical Fun

Episodical

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: HardRock; Metal; Progmetal; sonstiges
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Joachim de Buhr Gesang
Robert Bordo Gitarre, Bass, Keyboards
Frank Proposch Keyboards
Bernd Hengelein Keyboards
Steffen Arndt Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. If 6:30
2. Confused 3:30
3. Down 4:23
4. Workaholic 4:29
5. Just Like Me 1:57
6. Skyline 5:00
7. Controller 4:33
8. Happy Vision 5:00
9. The Funeral 5:05
10. Holding You 2:56
11. Laughing For The Show 5:25
12. Burned Out 4:57
Gesamtlaufzeit53:45


Rezensionen


Von: Marcus Kästner @


Ich schrieb die Beschreibung der Gruppe etwas ausführlicher, da mir ihre Geschichte so beispielhaft erscheint. Beispielhaft für all die kleinen Kombos, die ihr Ideal, eigene Musik zu machen, nie aufgeben, auch nicht durch widrigste Umstände und stete Tiefschläge.

„Episodical“ ist das erste vollwertige Album von Tragical Fun – die Gruppe existiert in wechselnden Besetzungen seit 1992. So schnell ist wohl auch nicht mit einem zweiten Album zu rechnen, denn die beiden maßgeblich beteiligten Akteure Robert Bordo (git) und Joachim de Buhr (voc) trennen gut 450km und dazu kommen auch noch Beruf und Familie.

Probleme, mit denen sich Profimusiker weniger auseinandersetzen müssen. Alle nebenbei musizierenden Leser werden nun wieder seufzend nicken. Aber, hinfort mit der Tristesse, schließlich liegt ja dieses Album vor mir und seine Stücke schallen aus den Lautsprechern.

Was mich an Tragical Fun beeindruckt, ist, dass ihr angeproggter Metal/Hardrock nie Klischees bedient oder ein Klonversuch bekannter Gruppen darstellt. Nein, die Musiker haben hier ihr eigenes Süppchen gebraut, wohl inspiriert von dem, was in den 80ern und 90ern so im (Prog-)Metalumfeld passierte, aber eben doch eigenständig, mitunter sogar eigentümlich, denn als „zeitgemäß“ würde ich „Episodical“ nicht einstufen.

Keyboarder Hengelein sorgt durch sein Keyboardspiel für einen leicht neoproggigen Kontrast zu den rockenden Riffs Bordos. Jener gefällt mir am besten, wenn er die Leadgitarre jaulen lässt, am Bass dagegen passiert kaum Nennenswertes, da war er wohl nur Notlösung. Sänger de Buhr macht einen recht ambivalenten Eindruck. In manchen Stücken (z.B. 'Confused') ist sein Gesang überragend, in anderen dagegen fällt er stark ab ('Just Like Me').

Ich vermute, dass viele der Stücke bereits vor längerer Zeit geschrieben wurden. Fertig waren sie allesamt wohl schon 2002/2003. Einige der Stücke könnten aber auch weit älter sein – man schreibt Stücke nun einmal nicht am Fließband (wenn man nicht gerade Roine Stolt heißt). So ergeben sich zwar keine Unterschiede durch die Produktion, wohl aber durch die Kompositionen; das hat etwas Episodenartiges und daher ist der Name des Albums wohl passend gewählt.

Wenn ich doch nach einem Vergleich suchen würde, so fielen mir als erstes die deutschen Landsmänner von Murder She Wrote ein, deren Stil und Sound ebenfalls aus den 80ern herrührt und deren Arrangements ähnlich dramatisch, rockig und abwechslungsreich ausfallen.

Es steckt viel Herzblut in diesen Aufnahmen, das wird deutlich. Und wer melodisch-düsteren, in den 80ern und Früh-90ern verwurzelten Progmetal mag, der sollte ruhig einen Blick riskieren. Auf ihrer Webseite bieten Tragical Fun Hörproben an; das Album selbst ist dort für 8€ plus Versand zu haben.

Anspieltipp(s): 'Confused', 'Skyline'
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.9.2007
Letzte Änderung: 26.9.2007
Wertung: 9/15
Da spielt sicher auch ein bisschen Sympathie für die Entstehungsgeschichte mit

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