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Anyone's Daughter

Anyone's Daughter

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1980
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Spiegelei
Durchschnittswertung: 10/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Harald Bareth Bass, Gesang
Uwe Karpa Gitarre
Kono Konopik Schlagzeug
Matthias Ulmer Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Swedish Nights 4:52
2. Thursday 3:59
3. Sundance Of The Haute Provence 3:39
4. Moria 3:52
5. Enlightment 5:01
6. Superman 3:56
7. Another Day Like Superman 8:03
8. Azimuth 1:27
9. Between The Rooms 4:22
Gesamtlaufzeit39:11


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 4)


Anyone´s Daughter veröffentlichten 1980 ihr gleichnamiges Album. Im Normalfall ist solch ein titelloses Album immer das Erstlingswerk. Nicht jedoch bei Anyone´s Daughter. Musikalisch merkt man, dass man den Schritt vom klassischen Artrock der 70er Jahre in den moderneren Sound der 80er Jahre vollzogen hat.

Das Album ist zweigeteilt. Die ersten fünf Titel weisen relativ eingängige Songstrukturen auf und sind auch höchstens fünf Minuten lang. Manche Stücke sind schon etwas poppig. Trotzdem besitzen sie die nötige Tiefe und sind alles andere als belanglos. Somit hat man beinahe das Kunststück des goldenen Mittelweges zwischen Anspruch und Kommerz geschafft.

Titel wie "Swedish Nights" und "Thursday" sind einfach sehr schöne melodische Lieder, die wiederum von der samtweichen Stimme von Harald Bareth dominiert werden. Mir fällt kaum eine andere Band ein, die es so perfekt wie Anyone´s Daughter verstand, kompakte Songs zu schreiben, die dennoch den gewissen Zauber der goldenen Zeit des Progressive Rocks verbreiten. Hervorzuheben ist genauso wie auf dem Debüt das ausgezeichnete melodische Gitarrenspiel von Uwe Karpa. Auch der Keyboarder Matthias Ulmer spielt wieder sehr songdienlich, setzt aber auch wohldosierte Glanzpunkte.

Der absolute Höhepunkt dieser kompakten Titel ist "Moria", das auch als Single veröffentlicht wurde. Dieses Stück ist für Anyone´s Daughter ziemlich rockig und dynamisch. Besonders effektvoll ist hier das Zusammenspiel von Keyboards, rockiger Gitarre und druckvollem Baß. Dies ist ein Klassesong, der so richtig schön zum Mitsingen animiert und war live sicherlich der Knaller.

Auf "Enlightment" kommt mal wieder die romantische Ader der Band zum Vorschein.

Nach den kompakten Titeln wird mit "Superman" der progressivere und symphonischere Teil der zweiten LP von Anyone´s Daughter eingeleitet. Die letzten vier Stücke bilden eine Einheit und nahmen die ganze zweite Seite der damaligen LP in Anspruch. Das Ganze ist eindeutig in der Tradition des Debüts und hätte auch auf diesem seinen Platz gefunden.

Besonders der furiose Instrumentalteil von "Another Day Like Superman" ist von höchster Qualität. Mit dem Titel "Between The Rooms" klingt diese zweite Einheit wunderschön und romantisch aus. So etwas läßt die Herzen aller Anhänger des symphonischen Progressive Rocks der 70er Jahre höher schlagen. Dem eingefleischten Anhänger komplexer Strukturen mag dieser Hang zur Romantik vielleicht doch ein wenig zuviel sein und das Dargebotene ein wenig seicht erscheinen.

Auf jeden Fall sei noch erwähnt, dass dies das letzte englischsprachige Album von Anyone´s Daughter war. Ein zweites "Adonis" gibt es zwar nicht, dennoch ist das zweite Werk gerade wegen seines Abwechslungsreichtums und der dargebotenen musikalischen Klasse mit diesem auf eine Stufe zu stellen.

Anspieltipp(s): Swedish Nights, Moria, Another Day Like Superman
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.5.2002
Letzte Änderung: 12.5.2002
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 4)


Das zweite Album von Anyone's Daughter fällt gegenüber dem Debüt doch etwas ab. Gerade in der ersten Hälfte wird es für meinen Geschmack stellenweise ein wenig zu simpel, Songs wie "Swedish Nights" und vor allem "Thursday" gehen mir zu sehr ins poppige. Gelungener finde ich die langsamen Stücke "Enlightment" und "Sundance of the Haute Provence". Gerade "Sundance" besticht durch seine sparsame Instrumentierung (fast ausschließlich E-Piano). Insgesamt besser ist aber die zweite Hälfte mit "Another Day Like Superman" als Höhepunkt. Auch die in einander übergehenden "Azimuth", ein fetziges Instrumentalstück, und "Between the Rooms", ein eher melancholischer Song, gehören zu den Pluspunkten dieses Albums. Diese drei können denn auch als einzige mit dem Vorgänger "Adonis" mithalten.

Anspieltipp(s): Another Day Like Superman
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.7.2004
Letzte Änderung: 9.7.2004
Wertung: 9/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 4)


Das zweite Album von Anyone's Daughter ist im Vergleich zum Debut das rockigere und straightere geworden. Dies heißt allerdings nicht automatisch, dass es schlecht ausgefallen wäre, denn es gelingt der Band auch bei den einfach strukturierten Stücken einiges an typischem Soft-Prog-Feeling zu transportieren. Außerdem bieten auch die Instrumentalteile der kürzeren Songs z.T. lebhafte Synthie-Soli (vgl. „Moria“).

Dennoch kann das Album als Ganzes aus Proggie-Sicht nicht mit dem stärker sinfonischen Debut mithalten. Der Opener „Swedish Nights“ verbreitet gleich eine für die Band sehr typische sanfte und melancholische Atmosphäre. Der weiche englisch-sprachige Gesang wirkt dabei sehr deutsch. Daher war es gewiss eine gute Idee, auf den folgenden Alben der Muttersprache sich zu bemächtigen. Zarter noch geht es auf „Sundance...“ und „Enlightment“ zu, die die Single „Moria“ einrahmen. Während „Sundance...“ einfach bezaubernde Atmosphäre verbreitet, gleitet „Enlightment“ leider etwas in den Kitsch ab. Melancholische Hochform wird schließlich noch ganz am Ende der Studio-Aufnahmen mit „Between the Rooms“ geboten, das auch in verschiedenen Live-Aufnahmen vorliegt.

Aber zurück zu „Moria“. Das Problem mit diesem Song ist für mich keinesfalls die gut ins Ohr gehende Melodie. Wobei diese schon Grund für den Gitarristen Uwe Karpa war, den Song beim ersten Hören als „fast peinlich und ungehörig“ (Booklet) zu empfinden. Meiner Meinung nach liegt das Problem eher darin, dass es die Atmosphäre eines Disco-Stampfers verbreitet. An einfachen, rockigen Stücken werden außerdem noch „Thursday“ und „Superman“ geboten. Hier musizieren Anyone's Daughter am unteren Rand ihrer kompositorischen Möglichkeiten.

Anders verhält es sich mit dem Longtrack des Albums „Another day like Superman“ und dem folgenden rasanten Feger „Azimuth“. Hier zeigt die Band sich ganz auf der Höhe ihres Könnens und schließt nahtlos an „Adonis“ an. Im Kontext dieses Albums wirkt der Longtrack allerdings ein bisschen wie ein Fremdkörper, da er nicht dem straighten Grundton des Albums folgt.

Die remasterte Version aus dem Jahr 2012 wird noch durch drei Live-Aufnahmen von Songs des Albums ergänzt, die sich in anderen Versionen und gleicher Klangqualität allerdings auch auf den Requested Documents finden. Für Fans sind diese Bonus-Tracks natürlich gleichwohl von Interesse.

Vom Klangbild her halte ich die Neu-Ausgabe für moderat remastered, d.h. ich empfinde keine klanglichen Unterschiede zur alten CD-Ausgabe, die eine Neuanschaffung rechtfertigen würden. Der Klang ist sehr gut, das war er aber vorher auch schon. Und man hört den Songs nach wie vor an, dass sie nicht erst gestern eingespielt wurden, sondern im Übergang zu den 80ern. Im historischen Interesse an den Aufnahmen sollte dies auch nicht anders sein.

Die Neuausgabe bietet zudem ein mit ein paar s/w-Fotos bebildertes 16-seitiges Booklet mit den Songtexten und einigen Anmerkungen zur Entstehung des Albums. Dort erfährt man u.a., dass die Musiker von Anyone's Daughter einfach mal Lust hatten, kompaktere Songs zu schreiben. Und dies ist ihnen auch nicht schlecht gelungen.

Anyone's Daughter ist ein gut hörbares Album, das für den Proggie allerdings nicht von unbedingtem Interesse ist. Als Album wird dem Hörer hier nämlich mehr die songorientierte Seite der Band geboten. Wer das zu schätzen weiß, wird ein weitgehend angenehmes, vergleichsweise rockiges Album mit typischer Anyone's Daughter-Stimmung vorfinden.

Anspieltipp(s): Swedish Nights, Moria
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.11.2012
Letzte Änderung: 6.11.2012
Wertung: 10/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Nach ihrem Debutalbum Adonis gingen Anyone`s Daughter auf eine ausgedehnte Tournee und gaben, vornehmlich im süddeutschen Raum, über 150 Konzerte. Im Sommer 1980 traf man sich dann wieder im Studio, um das Nachfolgealbum aufzunehmen. Bekanntermaßen hat ein Künstler für das erste Album alle Zeit der Welt, für das Zweite dann nur noch ein Jahr. Anyone`s Daughter ließen sich aber nicht unter Druck setzen, sondern genossen die Zeit. Gitarrist Karpa erinnert sich: "Wir waren euphorisch, denn das, was wir uns immer erträumt hatten, war in Erfüllung gegangen. Wir konnten Alben aufnehmen, live auftreten und von unserer Musik leben. Und es gab keine Beeinflussung durch die Plattenfirma". Wie paradiesisch die Zeiten damals doch waren. Sänger und Bassist Bareth ergänzt: "Wir hatten uns in der Zwischenzeit musikalisch deutlich weiterentwickelt, hin zu kompakteren Stücken."

Womit wir bei "Moria" sind, dem durch Tolkien inspirierten Hit des Albums. Als Keyboarder Ulmer den anderen dieses Stück erstmals vorspielte, fühlten sich gemäß Karpa wohl alle erstmal etwas peinlich berührt, etwas so Kommerzielles spielen zu müssen. Mit der Zeit hätten aber alle zunehmend Gefallen daran gefunden und es vor allem live gerne gespielt. Das Stück wurde zum Dauerbrenner im Süddeutschen Rundfunk und belegte in den Jahrescharts des SDR3 gar den zweiten Platz hinter Steely Dan.

Obwohl man sich generell in Richtung kürzerer Stücke entwickelte und damit kommerziellen Erfolg hatte, betrachtete man sich selber immer noch als Band des progressive Rock, was man unter anderem mit dem Longtrack "Another Day Like Superman" unter Beweis stellte. Dieser ist abwechslungsreich gestaltet und kommt mit einem langen instrumentalen Mittelteil daher. Generell sind die Stücke recht eingängig, legen die Betonung auf die Melodie und erhalten teilweise auch einen symphonischen Anstrich. Macht Spaß.

Aber warum schreibe ich überhaupt noch eine vierte Rezension zu diesem Album? Tätärätäää!

Weil Tempus Fugit nach Adonis nun auch "Anyone`s Daughter" als remasterte Limited Edition Reissue auf 180g audiophilem Vinyl und mit schmuckem Gatefold Sleeve neu veröffentlich hat. Es wurden genau 500 Exemplare produziert; 250 in schwarzem und 250 in gelbem Vinyl. Für Fans der "schwarzen Goldes" ein Leckerbissen. Das Album klingt richtig gut, die Hülle enthält viele Infos und sämtliche Texte.

Ist zu hoffen, dass dies nicht die letzte Wiederveröffentlichung war.

Anspieltipp(s): Moria
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.4.2015
Letzte Änderung: 1.4.2015
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anyone's Daughter

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1979 Adonis 11.00 3
1981 Piktors Verwandlungen 13.00 3
1982 In Blau 12.00 3
1983 Neue Sterne 8.00 3
1984 Live 10.00 1
1986 Last tracks 7.00 2
2001 Requested Document / Live 1980 - 1983 10.00 3
2001 Danger World 10.00 2
2003 Requested Document Live 1980-1983 Vol. 2 10.33 3
2004 Wrong 10.00 2
2006 Trio Tour 10.50 2
2011 Calw Live 10.50 2

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