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Conrad Schnitzler

Rot

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973 (CD-Reissue 1997, Plate Lunch)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Krautrock
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Conrad Schnitzler Elektronik, Effekte

Tracklist

Disc 1
1. Meditation 19:43
2. Krautrock 20:09
3. Red dream   (Bonustrack CD-Reissue Captain Trip) 24:23
Gesamtlaufzeit64:15


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


"Rot" erschien erstmals 1973 auf LP, in geringer Auflage (so um die 500 Stück) und im Eigenverlag. Es ist das eigentliche erste Soloalbum Conrad Schnitzlers, auch wenn in vielen Discographien die Kluster-Scheibe "Eruption" als "Schwarz" an erster Stelle steht. Das Album wurde 1997 vom Label Plate Lunch auch auf CD veröffentlicht, ein paar Jahre später auch von den Japanern von Captain Trip (diesmal versehen mit einem umfangreichen Bonustrack). Mir liegt die Plate-Lunch-Version vor.

Schnitzler setzt auf "Rot" den mit Kluster beschrittenen Weg in krautig-schräge, sehr kantige, avantgardistisch-maschinelle Klangwelten fort, allerdings mit rein elektronischen Mitteln. Von den auf den Kluster-Alben noch auszumachenden akustischen Instrumenten (Cello und Flöte z.B.) ist nun nichts mehr zu hören. Zumindest klingen "Meditation" und "Krautrock" so, als seien sie vollständig mit elektronischen Tonerzeugern produziert worden. Eine Art von experimenteller, kantig-schräger Elektronik ist das Ergebnis, die allerdings um einiges kurzweiliger und unterhaltsamer ausgefallen ist, als so manches zeitgleich entstandene, meditativ-kosmische Werk der weitaus bekannteren, deutschen Elektroniker.

"Meditation" bietet über langgehaltenem Orgelschweben allerlei dahinpulsierende, pumpende, fast perkussiv pulsierende Klänge, sägende Sounds, sonores Brummen, klirrendes Scheppern und kantiges Fiepen. Das Ganze wälzt sich - im Gegensatz zum Titel des Stücks - durchaus abwechslungsreich und spannend knapp 20 Minuten dahin. "Krautrock" bietet ähnliche Musik. Allerdings fehlt das Orgelsummen (wohl die meditative Komponente) und die Frequenz der durcheinander purzelnden Elektronikklänge ist deutlich höher. Etwas weiter im Stück kommen dahintreibende rhythmische Figuren auf, die begleitet von schwer verzerrtem Orgelgenudel durchaus ein fremdartiges Rockgefüge ergeben. Ausgesprochen wirr und nervös purzeln hier Myriaden von Sounds durcheinander. Es zwitschert, wummernt, piepst, tackert, zirpt, flirrt, quietscht, läutet und plingt, dass es eine wahre Freude ist. Klasse!

Wer abenteuerliche, avantgardistische Elektronik schätzt oder kennen lernen möchte, sollte sich "Rot" besorgen, auch wenn das Album inzwischen wieder schwer zu bekommen ist!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.2.2008
Letzte Änderung: 31.3.2008
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Conrad Schnitzler

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Schwarz 12.00 1
1974 Blau 13.00 1
1974 Gelb 11.00 1
1978 Con (Ballet Statique) 12.00 1
1980 Auf dem Schwarzen Kanal (Con 2+) 12.00 1
1981 Grün 10.00 1
1981 Con 3 11.00 1
1994 Blue Glow 12.00 1
1995 Charred Machinery 12.00 1
1995 Electronegativity 11.00 1
1997 00/44 11.00 1
2003 Gold 13.00 1
2006 Klavierhelm 11.00 1
2008 3.3.83 12.00 1
2012 Endtime 12.00 1

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