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Meshuggah

obZen

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: Mathrock; Metal; Progmetal
Label: Nuclear Blast
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jens Kidman Vocals
Fredrik Thordendal Guitars
Marten Hagstrom Guitars
Dick Lövgren Bass
Tomas Haake Drums

Tracklist

Disc 1
1. Combustion 4:11
2. Electric Red 5:53
3. Bleed 7:25
4. Lethargica 5:50
5. ObZen 4:27
6. This Spiteful Snake 4:55
7. Pineal Gland Optics 5:15
8. Pravus 5:13
9. Dancers To A Discordant System 9:37
Gesamtlaufzeit52:46


Rezensionen


Von: Michael Büttgen @ (Rezension 1 von 2)


Oooohjaaa! Ein neues Meshuggah Album!! Für die einen ist es immer gleich klingender Krach, für andere ein polyphoner Ohrgasmus und wieder andere analysieren diese Ausnahmeband bis auf das kleinste Notenfragment und schreiben sogar Diplomarbeiten über die Musik der Schweden. Keine Frage. Die Band polarisiert, wo sie nur kann, und das zu Recht.

Auch ihr neuester Geniestreich wird für fassungloses Kopfschütteln (gern auch Headbangen) sorgen, ob positiv oder negativ. Wer nach den sehr experimentellen Vorgängern, der EP "I" und dem Studioalbum "Catch 33" befürchtete, Meshuggah würden sich nun bald von ihren Metalwurzeln trennen, kann ruhig aufatmen. Die Band entwickelt sich natürlich immer noch weiter und vermischt auf "obZen" einfach mal alles, was sie bis dato auf Platte gepresst hat. Hört sich zunächst ziemlich konfus an, ist es auch, weil es schließlich Meshuaggah sind, aber dennoch ist das Zeug immer noch nachvollziehbar und - eigentlich wie immer - unglaublich fesselnd und vor allem spannend.

Schon nach der ersten akustischen ICE-Einfahrt ("Combustion") durch die Gehörgänge des geneigten und völlig überrumpelten Hörers steht fest: So viel Energie und brachiale, treibende Härte gab es von der Band zuletzt vielleicht auf "Chaosphere" zu hören. Wahnwitzige Riffs, ein höchst anspruchsvoller, aber nie verfrickelt wirkender Groove und mit dem kongenialen "Wesen aus einer anderen Welt" Tomas Haake (der Mann KANN kein Mensch sein!) wurde endlich der Drumcomputer der letzten beiden Alben wieder abgelöst.

Das Qualitätslevel auf dem neuen skandinavischen Sahneschnittchen bleibt vom ersten bis zum letzten krummen Takt wie immer auf sehr hohem Niveau. Meshuggah beweisen wiedermal mit ihren typischen Trademarks, wie z.B. den haarsträubend genialen, kaum nachzuvollziehenden, polyphonen Rhythmen (hört euch nur mal "This Spiteful Snake" an! Wahnsinn!), wer eigentlich die Meister auf diesem Gebiet und gleichzeitig die Vorbilder unzähliger Prog-Metalbands (und davon nicht gerade unbekannte Bands, wie u.a. Porcupine Tree oder Panzerballett) sind.

Mit "obZen" wuchten die Jungs ein weiteres Highlight in ihre Diskographie, welches die interessantesten Parts aus allen Phasen vereint, ohne sich jedoch alten Glanztaten anzubiedern.

Anspieltipp(s): Combustion, This Spiteful Snake
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.3.2008
Letzte Änderung: 7.4.2012
Wertung: 13/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Das Konzept von Meshuggah ist höchst komplex und dürfte sich dem Verständnis der meisten Hörer entziehen. Ich stelle mir die konzeptionelle Geburtsstunde von Meshuggah idealtypisch etwa so vor:

Also, Leute, es muss was passieren. Dieser Metallica-Kram ist ja ganz nett, aber bringt's doch nicht wirklich, oder?

Jau, wir müssen noch viel mehr auf die Kacke hauen. So Richtung: lauteste, härteste, finsterste Band der Welt!

Au ja, so wie AC/DC!

AC/DC?? Du Dumpfbacke, AC/DC soll im Vergleich zu uns wie Melodic Rock klingen! Nee, so richtig fett und finster soll es sein, und mit Melodien und son Scheiß halten wir uns erst gar nicht auf. Deshalb wird auch nur gebrüllt! Und das Schlagzeug soll wie aus dem Urwald klingen!

Oder Muppet-Show?

?!? ... ja, genau! So richtig Haudraufundschluss! Hehe...

Aber... werden dann nicht alle über uns lachen, weil wir so... primitiv sind? Ich meine, ich hab Schulabschluss! Soll man das nicht auch an unserer Musik merken? Ich meine, wir sind doch auch irgendwie... Künstler, oder?

Alter Angeber. Aber o.k. - lass uns irgendwas rein machen, was irgendwie... komplex klingt, ja, unglaublich komplex!

Aber nicht son Sinfonie-Kram wie bei Emerson Lake and Palmer oder Yes oder so...

Hä? Das ist doch für Mädchen! Natürlich nicht. Viel subtiler. Wir müssen es verstecken. So wie bei Epikur! Sonst kracht es ja nicht mehr. Und krachen muss es natürlich trotzdem und zwar mächtig auf die Ohren und in den Bauch! Du darfst gar nicht merken, wie subtil das ist. Aber wir können immer sagen: hör doch mal richtig hin!

Oh ja, Epikur. Geil! Find ich auch klasse. Das rockt!

Grmbl... also sind wir uns einig?

tjaja, so oder so ähnlich muss es wohl gewesen sein...

Jedenfalls klingt dieses Album von Meshuggah ganz genau so. Da ist jede Menge rohe Power drin, Melodielinien finden sich tatsächlich nur in Form von kleinen Soli mit Minimalmelodiecharakter. Komplexitäten im Rhythmus lassen sich von mathrockgeschulten Erbsenzählern dagegen reichlich finden. Für den normalen Prog-Hörer wird es aber einfach nur nach bumm-bumm-bumm klingen. Mächtig auf die Ohren und in den Bauch! Soll es ja auch, sonst macht es nicht ordentlich wumms! Echt ein geiles, mächtig abgehendes Death-Metal-Album, aber mir ist das Geknüppel und Geschreie auf Dauer einfach zu lärmig und doch nicht abwechslungsreich genug.

Anspieltipp(s): Combustion, Lethargica
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.6.2011
Letzte Änderung: 6.3.2012
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Meshuggah

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1991 Contradictions Collapse 11.00 1
1995 Destroy Erase Improve 11.00 1
1998 Chaosphere 11.00 2
2002 Nothing 10.50 2
2004 I (EP) 11.00 1
2005 Catch 33 8.00 2
2010 Alive (CD+DVD) 11.00 1
2012 Koloss 11.33 3

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