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23871 Rezensionen zu 16311 Alben von 6334 Bands.
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Caamora

She

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: Melodic Rock / AOR; Neoprog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Metal Mind Productions
Durchschnittswertung: 7.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Agnieszka Swita Lead & Back Vocals
Clive Nolan Keyboards & Orchestrierung, Lead & Back Vocals

Gastmusiker

Mark Westwood Gitarre, Back Vocals
John Jowitt Bass
Scott Higham Schlagzeug, Back Vocals
Alan Reed Lead Vocals
Christina Booth Lead Vocals
Alaster Bentley Oboe
Mark Kane Horn
Hugh McDowell Cello
Anoushka Reynolds Back Vocals
Jamie Fletcher Back Vocals
Tina Riley Back Vocals
Peanne Roberts Back Vocals
Siohan Clarke Back Vocals
Pete Morton Back Vocals
Daniel Holmes Back Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Overture 6:13
2. The Storm   (Act I - Scene 1) 4:32
3. The Veil 5:00
4. Covenant of Faith 3:20
5. Rescue 5:07
6. The Lost City   (Act I - Scene 2) 1:57
7. The Bonding 5:26
8. Ambush 5:22
9. Judgement   (Act I - Scene 3) 5:28
10. History 5:37
11. Confrontation   (Act I - Scene 4) 6:17
12. Vigil 4.50
13. Shadows   (Act I - Scene 5) 7:21
Gesamtlaufzeit66:30
Disc 2
1. Firedance   (Act II - Scene 1) 9:57
2. Cursed   (Act II - Scene 2) 4:52
3. Closer 2:58
4. Disbelief 1:11
5. Murder 4:04
6. The Eleventh Hour 5:10
7. Resting Place   (Act II - Scene 3) 6:14
8. The Sands Of Time 4:18
9. Embrace The Fire   (Act II - Scene 4) 3:25
10. The Night Before 3:56
11. The Fire Of Life   (Act II - Scene 5) 10:13
Gesamtlaufzeit56:18


Rezensionen


Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 1 von 3)


Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt.

Denn es muss mich wahrlich der Teufel geritten haben, als ich um das Rezensionsexemplar des zweiten Caamora (sic! Was für ein Bandname!) bat. Ich wusste doch, wer daran beteiligt war, kannte das Sujet und (wenn ich mich nicht irre) sogar Teile des Caamora-Debüts Walk On Water. Ich bin nun bekanntermaßen kein Freund der Nolanschen Klänge und tue mich zunehmend mit literarischen Konzeptalben schwer. Warum bat ich also dennoch um das Album? Nun, ich gestehe: Ich habe eine geradezu morbide Schwäche für Geschmacklosigkeiten musikalischer Art (mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa). Nicht dass ich so oft hören würde: Es ist nur der irre Kick eines gruseligen Erschauderns, das mich durchfährt, wenn ich auf solche CDs stoße und mir für ein paar Tracks musikalische Selbstqual gönne... und man musste wahrlich kein Prophet sein, um hinter der Vertonung des viktorianischen Fantasy-Klassikers "She" des britischen Autors H. (für Henry) Rider Haggard übelsten Schmock zu erahnen: Der Name Nolan bürgt für "Qualität": Schon in der Vergangenheit verhunzte Nolan zusammen mit Rick Wakemans Sprößling Oliver den Sherlock-Holmes-Klassiker The Hound of the Baskervilles zu reinstem und ergo völlig toxischem Neoprog-Destillat.

Clive Nolan hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht, im Gegenteil: Er hat sich selbst unterboten. Dies ist mit Abstand das schlechteste Album, das ich je von Nolan federführend gehört habe - und da gibt es ja nun wirklich harte Konkurrenz. So viel breit gewalzter, bedeutungsschwangerer Neoprog-Bombast, der mit schier unerträglichem Keyboard-Schleim zugekleistert wurde, so viel hilflos aufgesetzter, geradezu Arme wedelnder Pathos, so viel schlechter, unorigineller Geschmack in Sachen Texten und Arrangement, so Mittelmäßigkeit habe ich schon lange nicht mehr gehört: Der Gesang von Agnieszka Swita ist bestenfalls durchschnittlich, die allgegenwärtige Orchestrierung klingt (selbstredend) komplett unnatürlich, synthetisch und klebrig, gleichzeitig unangenehm klirrend, die Drums klingen flach, der Bass ist fast gar nicht vernehmbar.

Bei allem Respekt vor den Neoprog-Fans und bei allem Wissen um die alles andere als unbedeutende Neoprog-Gemeinde innerhalb der Prog-Welt: Ich frage mich wirklich, wer denn die Zielgruppe für dieses unerträgliches Progeretten-Musical sein soll? So viel Zahnfleisch entzündendes Getöse gab es zuletzt in den finsteren 1980er Jahren von jeder x-beliebigen, untalentierten Laien-Neoprog-Combo. Aber hier agieren keine Amateure, hier agieren Vollprofis mit jahrelanger Berufserfahrung. Alles ist hier so dick aufgetragen, so überdeutlich, so klischeelastig, so vorhersehbar, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass dies selbst einem eingefleischten Neoprog-Fan wirklich gefallen kann. Neoprogger mögen mehr an Melodien, Harmonien, verträumten Konzepten und einer Musik von und aus einer besseren Welt interessiert sein, aber das hier ist in jeder Hinsicht von allem too much, einfach much too much: Jeder Ton, jedes Wort, jede dramatische Wendung. Es ist so, als ob man dem Hörer wahrlich für dumm hielte und ergo alles, wirklich alles mit Nachdruck und klanglichen (und, oh Himmel! textlichen) Stilmitteln hundertfach vergrößern und mit Leben und (vermeintlichem) Sinn füllen vorkauen, vorverdauen müsste. Dass an dem Projekt Musiker aus dem Magenta-Umfeld mitgewirkt haben, allen voran die Sängerin Christina Booth (die ich durchaus schätze), rettet das Projekt nicht, es macht alles nur noch schlimmer und verabscheuungswürdiger: Ich werde nie wieder etwas von ihr hören können, ohne an dieses Machwerk zu denken.

Ich weiß: Man kann mir vorwerfen, ich habe das Album von Anfang an nicht unvoreingenommen gehört und ich könnte diesen Vorwurf ehrlicherweise nicht komplett entkräften: Ich ging an das Album mit einer gewissen "negativen Erwartung" heran. Was mich an "She" wirklich erschüttert hat, ist, dass es all meine Befürchtungen mit Leichtigkeit bestätigt und überboten wurden: Ich wusste nicht, wie weit man es wirklich treiben konnte. "She" ist eine neue Dimension der Geschmacklosigkeit im Neoprog. Und damit konnte nicht einmal der boshafte Unterzeichnende rechnen.

Anspieltipp(s): Natürlich nix! Is' klar, oder?
Vergleichbar mit: Addams Family meets Andrew Lloyd-Webber
Veröffentlicht am: 27.3.2008
Letzte Änderung: 28.3.2008
Wertung: 3/15
Ich persönlich wäre geneigt, dem Album eine negative Wertung zu geben: Geschmacklich und inhaltlich jenseits jeglicher Geschmacksgrenzen muss ich allerdings anerkennen, dass zumindest eine gewisse Professionalität, ein gewisser Wille dahinter steckt

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 2 von 3)


Neugierig gemacht durch einige sich in Kritik an "She" überschlagende Stimmen im Internet, habe ich mir diese Doppel-CD besorgt. Eines möchte ich vorausschicken: Nach meiner Meinung ist die Mehrheit des reinen Progressive Rock (von Neo Progressive Rock ganz zu schweigen) prätentiös und für unvorbereitete Ohren oft nur sehr schwer zu ertragen. Selbst innerhalb der "Progressive Rock-Szene" gibt es zahlreiche Stimmen, die viele von anderen für unverzichtbar gehaltene Werke des Klassischen, des Retro, oder des NeoProg unerträglich finden. Nicht viel anders verhält es sich nach meiner Überzeugung mit "Caamora". Man kann es kitschig, prätentiös und unmöglich finden. Leicht kitschig, schwülstig, humorlos und mächtig prätentiös ist es ja wohl auch.

Nur bleibt es mir immer noch verborgen, was an "She" schlimmer sein soll, als an anderen anmaßend überzogenen Alben aus den oben genannten Bereichen und ganz speziell aus dem Bereich von Musical-Symphonic-ArtPop. Wenn man - wie ich - durch überzogene Kritik erst neugierig gemacht wird, kann man durch die so entstandene positive Überraschung "She" als eine Ansammlung von symphonisch-melodiösen Songs sogar ziemlich unterhaltsam finden. Problematisch wird es wieder, sobald man das Werk - wie neulich irgendwo gelesen - als definitives Muß für Progger anpreist.

Was hier wohl von vielen geschätzte Musiker wie beispielsweise Alan Reed verloren haben? Die Antwort könnte auch lauten: vielleicht ist "She" doch gar nicht so abgrundtief böse.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.5.2008
Letzte Änderung: 11.5.2008
Wertung: 7/15

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Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 3 von 3)


(vorher lesen bei Jabberwocky und bei The Hound of the Baskervilles). "She" vom Bandprojekt "Caamora". Das erstemal schon 1935 verfilmt, hat "She" und andere Rider Haggard Stoffe (Quatermain, König Salomons Schatzkammer) schon öfters die Phantasie von Kreativarbeitern angespornt. Nolan und Co. sogar so sehr, dass sie es gleich doppelt so lang wie auf den Alben vorher (Jabberwocky, The Hound of the Baskervilles) machen. Ob doppelt so bombastisch, theatralisch, pathetisch ist schwer zu sagen, jedenfalls gibts satt davon auf den beiden Scheiben. Noch mehr Progical ists auf alle Fälle, nicht zuletzt weil noch mehr Stimmen die Entwicklung der Geschichte tragen und untermalen. Feine Sache wiederum für mich, der ich unbedingt nochmal die zugehörige DVD folgen lassen muß. Das ist alles so wunderbar over the top, ich bekomme das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Wie enttarnend doch Musikkritiken sein können denk ich mir gerade, nachdem was ich so alles schon darüber hier lesen konnte.

Jedenfalls ist "She" more of the same des Nolan'schen Kosmos. Sollte jemals ein Proggywood gebaut werden, er muß der Hauskomponist werden. Und nolans volens wird die Union der "Gravely Serious Progger" Stein und Bein dann schwören, niemals derartige Musik, einstmals mit Prog bezeichnet, je gehört zu haben.

Zum Abschluß meiner kleinen Exkursion in meine spätjährlichen Gefühlswelten, durch Kitschietown, durch Nolan und Wakeman'sche Dimensionen muß natürlich noch ein Abstecher zum Meister der Meister stehen, zum Erfinder von Proggywood, zum Vater und Mutter des Progicals, zu Papa Rick persönlich, denn.....

(weiterlesen bei Journey To The Center Of The Earth)

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.11.2008
Letzte Änderung: 30.7.2013
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Caamora

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Walk On Water 7.00 1
2008 She (DVD) - 2
2008 Journey's End... an acoustic anthology 2.00 1

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