Gold
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Conrad Schnitzler |
Instrumente, Elektronik |
|
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
-
|
4:07
|
| 2. |
-
|
4:10
|
| 3. |
-
|
5:59
|
| 4. |
-
|
4:20
|
| 5. |
-
|
3:18
|
| 6. |
-
|
4:45
|
| 7. |
-
|
4:21
|
| 8. |
-
|
5:02
|
| 9. |
-
|
4:37
|
| 10. |
-
|
3:36
|
| 11. |
-
|
4:10
|
| 12. |
-
|
4:36
|
| 13. |
-
|
4:17
|
| 14. |
-
|
5:10
|
| Gesamtlaufzeit | 62:28 |
|
|
Rezensionen

Sehr informativ ist es nicht unbedingt, das immerhin zwölfseitige Beiheft von Conrad Schnitzlers "Gold". Bis auf das Deckblatt (das CD-Cover) und die Rückseite ist es nämlich einfarbig golden bedruckt (was allerdings hervorragend zum ebenfalls goldfarbenen CD-Klemmbrett passt). Das Heftchen des ebenfalls bei Marginal Talent erschienen Schnitzler-Albums "Blau" ist übrigens genauso gestaltet, allerdings sind es dort nur acht Seiten und dieselben sind himmelblau gehalten. Einen Hinweis gibt es allerdings, mit dem man das 2003 erschienen "Gold" in das umfangreiche Œuvre Schnitzlers einordnen kann. "Recorded 1974 - 1978" steht da auf der erwähnten Rückseite des Beiheftes.
"Gold" verbindet somit die frühen, recht rohen Aufnahmen Schnitzlers (wie sie z.B. auf den Alben "Schwarz", "Rot", "Blau" und "Gelb" zu finden sind) mit seinen späteren, etwas polierteren Werken, insbesondere dem 1978 erschienen "Con". Offenbar handelt es sich bei den auf "Gold" zu findenden Nummern um Versuche Schnitzlers einen Nachfolger von "Blau" (oder "Gelb") einzuspielen, die allerdings damals aus irgendeinem Grund nicht erschienen sind. Oder, vielleicht hatte er auch gar nicht die Absicht das Ganze zu veröffentlichen. Schnitzler war wohl immer damit beschäftigt an Musik herumzubasteln und mit Tönen zu experimentieren. Vielleicht hat er die Musik auch nur für Auftritte verwendet. Wie auch immer, an Qualität mangelt es den hier versammelten Stücken jedenfalls nicht, gehören sie doch mit zu den besten, die Schnitzler in den 70er Jahren produziert hat.
Avantgardistische Elektronik gibt es auf "Gold" zu hören, nicht unähnlich der Musik, die auf "Gelb" zu finden ist (auch hier sind die Stücke eher kurz gehalten, ungleich der ausladenden Langnummern auf "Schwarz", "Rot" und "Blau", auch wenn sie fließend ineinander über gehen). Allerdings wirken die Töne auf "Gold" kantiger, härter, schräger und auch abwechslungsreicher, nicht ganz so schwebend-elektronisch, lassen sich doch ab und an Piano-, Gitarren- und Celloklänge ausmachen.
Trotzdem wird hier eindeutig elektronische Musik geboten und zudem recht abenteuerliche solche. Seltsame Elektrosounds, intensive Sequenzermuster, maschinelle Perkussion, schneidende, zwitschernde, fiepende, blubbernde, schleifende, zischende und sägende Klänge, wabern und fluten hier mal sehr rhythmisch, fast hektisch gefügt, mal frei schwebend durch die Gehörgänge. Das Ergebnis ist eine beeindruckende Reise durch bizarre Klangwelten, sehr fremdartige, zerrissene, mitunter hektische und aufgewühlte Tonlandschaften, die sich deutlich von den eher beschaulichen und langatmig-einschläfernden Produktionen der meisten anderen deutschen Elektroniker der 70er Jahre unterscheidet. Nicht kosmisch oder meditativ ist diese Musik, sondern sehr kurzweilig und spannend, immer mit einem gewissen Hang zu repetitiv-nervösen, elektronisch-maschinellen, quasi protoindustriellen Abläufen.
Wer sich für abenteuerliche Musik aus dem Grenzbereiche Elektronik und Avantgarde interessiert, der sollte hier unbedingt zugreifen!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
31.3.2008 |
| Letzte Änderung: |
3.6.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Conrad Schnitzler
Zum Seitenanfang
|