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Jethro Tull

Aqualung

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971
Besonderheiten/Stil: HardRock; Klassischer Prog
Label: Chrysalis
Durchschnittswertung: 11.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Ian Anderson Gesang, Flöte, Gitarre
Clive Bunker Schlagzeug
Martin Barre Gitarre
John Evan Klavier, Orgel, Mellotron
Jeffrey Hammond-Hammond Bass

Tracklist

Disc 1
1. Aqualung 6:37
2. Cross-eyed Mary 4:09
3. Cheapday return 1:23
4. Mother Goose 3:53
5. Wond'ring aloud 1:55
6. Up to me 3:15
7. My God 7:13
8. Hymn 43 3:19
9. Slipstream 1:13
10. Locomotive breath 4:26
11. Wind-up 6:04
Gesamtlaufzeit43:27


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


Mit "Aqualung" wagten sich "Jethro Tull" zum ersten Mal an ein Konzept-Album. Die erste Seite ("Aqualung" bis "Up To Me") beschäftigt sich mit Obdachlosen und Armut, z.B. mit der Gestalt des Stadtstreichers Aqualung. Die zweite Seite handelt dann von Gott bzw. institutionalisierter Religion.

Musikalisch lässt sich gut die Entwicklung Tulls vom ersten Album an über "Stand Up" und "Benefit" hin zu "Aqualung" nachvollziehen. Hier auf "Aqualung" ist Martin Barres elektrische Gitarre noch ein Stück schärfer und rockiger geworden, die Songs sind grösstenteils sehr griffig und kompakt und nähern sich teilweise regelrechtem Hardrocksound an (der Mittelteil von "Wind Up" gibt dafür ein schönes Beispiel, weitere siehe gleich). Und mit "Locomotive Breath" hat man auch eine Nummer an Bord, die dank starker Präsenz auf diversen Rock- und Oldie-Samplern sowie gelegentlichem Radio-Einsatz auch vielen normalen Rock-Fans ein Begriff ist.

Was mich jedoch heute am meisten an "Aqualung" begeistert ist die Sound-Vielfalt, die hier vertreten ist: viele Stücke sind in ihrem Kern kraftvoll hardrockig, aber meist aufgelockert durch andere Zutaten, wie z.B. das mystisch-sinfonische Mellotron-Intro zum kraftvollen "Cross Eyed-Mary", der erst klassizistische, dann jazzige Einstieg ins titelgerecht stampfende "Locomotive Breath" oder die klasse Mönchs-Chöre im hymnischen "My God". Dazu gibt es einige kleine, aber sehr schöne Akustik-Nummern, die hauptsächlich von Ian Andersons Gitarre und Gesang leben wie "Cheap day return", "Wond'ring aloud" und "Slipstream", sowie das folkige "Mother Goose".

Vielleicht ist "Aqualung" insgesamt nicht so filigran und schön ausgearbeitet wie z.B. "Thick As A Brick", der Sound ist rauher und die einzelnen Stücke sind nicht besonders komplex oder raffiniert, aber für "Tull"-Freunde ist es dennoch essentiell, denke ich.

Anspieltipp(s): Cross-eyed Mary, My God
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.5.2002
Letzte Änderung: 15.5.2002
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


"Aqualung" gehört für mich zu den gelungensten Werken von Jethro Tull. Klar, vieles klingt noch ein bisschen roh und ungeschliffen - aber das macht auch gerade den Reiz dieser Platte (und manch anderer Platten aus der Frühzeit des Prog) aus. Fast jeder Song ist eine Perle für sich, und bei aller stilistische Vielfalt wirkt das Album als ganzes geschlossen, im Gegensatz zu "Stand Up", wo die - qualitativ ebenfalls hochwertigen - Songs doch etwas zusammengewürfelt wirken.

Der Titelsong mit seinem Wechsel zwischen rockenden und sanften, akustischen Passagen ist ebenso ein Allzeit-Klassiker der Band wie "Locomotive Breath", aber auch die restlichen Songs wissen zu überzeugen. Bei "Cross-Eyed Mary" kontrastiert das mystische Mellotron-Intro mit dem rockigen Hauptteil und Andersons "dreckigem" Gesang, "My God" hat ein herrliches Flötensolo (noch ausgedehnter in der Live-Version auf der "25th Anniversary Box"), dazwischen die folkigen Songs wie "Mother Goose" oder "Wond'ring Aloud", von denen manche geradezu Song-Miniaturen sind. Und auch das von Siggy kritisierte "Up To Me" gehört zu meinen Favoriten, unter anderem wegen Clive Bunker, der hier ein ganzes Arsenal unterschiedlichster Schlaginstrumente (aber kein "richtiges" Schlagzeug) verwendet.

Ich kann Udos Fazit nur unterstreichen: "Aqualung" ist eines der essentiellen Alben von Jethro Tull.

Anspieltipp(s): Cross-Eyed Mary, Up To Me, My God
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.5.2004
Letzte Änderung: 11.5.2004
Wertung: 12/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 3 von 3)


2011 ist bei den vereinigten Plattenfirmen Parlophone/Chrysalis/EMI eine nicht gerade preiswerte Box „Aqualung-40th Anniversary Collector’s Edition“ erschienen. Diese beinhaltete eine LP, 2CD’s, eine Blu-Ray und eine DVD. Alle mit der von Steven Wilson neu abgemischten Jethro Tull-Musik aus jener Zeit, extra Tracks inklusive, sei es in Stereo, oder Surround. Damals haben einige Fans gemeckert, dass sie diese Neuauflage lieber preiswerter und ohne die LP lieber kaufen würden.

Und siehe da, schon fünf Jahre später erscheint mit „Aqualung-40th Anniversary Adapted Edition“ eine bedeutend billigere Ausgabe. Der Inhalt des beiliegenden Büchleins ist gleich geblieben, die Musik, diesmal auf zwei CD’s und zwei DVD’s, auch. Bis auf einige winzige Details vielleicht. Nur die Fotos sind kleiner geraten, weil nicht mehr im LP-Format. Der einzige nennenswerte musikalische Unterschied, den ich bisher in der neueren Ausgabe ausmachen konnte, war das bisher nicht vorhandene Video zu „Life is a long song“. (Ich halte mich für einen Tull-Fan, aber die Tatsache, dass einige Songs (der "Life is a long song"-EP) in einer bestimmten Abmischung hier zum ersten Mal erscheinen, erscheint mir nicht sehr gravierend).

Inzwischen hat mich ein Leser informiert, dass mit den auf „Aqualung-40th Anniversary Collector’s Edition“ von Peter Mew vorgenommenen Mastering-Arbeiten weder die Fans noch Steven Wilson zufrieden waren. Derartige Missgeschicke seien auf „Aqualung-40th Anniversary Adapted Edition“ wieder behoben worden.

Man bekommt also immer noch den umfangreichen und informativen Text (mit vielen Kommentaren von I. Anderson), den Dom Lawson 2011 für „Classic Rock Presents Prog“ geschrieben hat. Außerdem noch im Büchlein: Der Text des Tour-Programms von 1971, die Erinnerungen der beteiligten Musiker, Manager und Tontechniker, alle Songtexte, Kommentar von Jennie Franks (damals Anderson) zum „Aqualung“-Text, Liste der Konzerte, die den „Aqualung“-Tours zugeordnet werden, Infos zum verwendeten Aufnahmestudio und kurzer Text vom Abmischung-Guru Steven Wilson. Mehr Infos zur Entstehung eines Albums sind kaum vorstellbar.

Neben der Musik, die ursprünglich auf der LP erschien, gibt es noch die fünf Tracks der „Life is a Long Song“-EP und zehn Stücke, die 1970 und 1971 außerdem noch aufgenommen wurden. Die meisten davon sind inzwischen als Bonus Tracks, oder im Rahmen von „Living in the Past“ veröffentlicht worden.

In dem beiliegenden Buch findet man bestätigt, was nicht alle vorteilhaft fanden: Ian Anderson wollte für „Aqualung“ einen möglichst trockenen Klang, als Gegensatz zu den psychedelischen Akzenten des Vorgängerwerks „Benefit“. Der usprüngliche "Aqualung“-Sound wurde, soweit wie möglich, durch die Abmischungsarbeiten von Wilson abgemildert, so dass auch ich nun das Album mit Vergnügen durchhören kann. Nur „Hymn 43“ finde ich nachwievor überflüssig.

"My God" und "Wind up" hießen zufällig die ersten Stücke von Jethro Tull, die ich bewußt gehört habe. Sowas, so empfand ich es damals, auf gewisse Weise Einleuchtendes wie die Gesangsmelodie von "Wind up" und sowas teuflisch Gutes wie die Spannungsmomente und Kontraste von "My God" war mir bis dahin nicht untergekommen. Die Gitarrensolos fand ich allerdings ziemlich unbeholfen.

Unter den „associated Recordings“ finden sich zwar keine bisher unbekannte Kompositionen, dafür gibt es zwei interessante Frühversionen von „My God“ und „Wind up“. Neben den zahlreichen Stereo- und Surround-Abmischungen von Steven Wilson, halte ich die Quad-Abmischung (von 1974) für sehr gelungen.


Es folgt die Auflistung der „assoziierten Aufnahmen“ von „Aqualung-40th Anniversary Adapted Edition“:

1) Lick Your Fingers Clean
2) Just Trying To Be
3) My God (Early Version)
4) Wond'ring Aloud (13th December 1970)
5) Wind-Up (Early Version)
6) Slipstream (Take 2)
7) Up The 'Pool (Early Version)
8) Wond'ring Aloud, Again
9) Life Is A Long Song (New Mix)
10) Up The 'Pool (New Mix)

“Aqualung” bleibt die wohl bekannteste Platte von Jethro Tull und wird von vielen (völlig nachvollziehbar) als ein bedeutendes Album in der Geschichte der Rockmusik angesehen. Mindestens zwei Songs des Albums dürfen getrost als „Rock-Klassiker“ bezeichnet werden. Im Fall von „Aqualung-40th Anniversary Adapted Edition“ von 2016 bekommt der Fan (und jeder ernsthafte Rockmusik-Sammler) eine 2CD/2DVD-Vollbedienung für wenig Geld.

Anspieltipp(s): Aqualung, My God, Wind up, Wond'ring aloud,Slipstream
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.4.2016
Letzte Änderung: 8.10.2016
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Jethro Tull

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1968 This Was 7.00 4
1969 Stand Up 11.00 3
1970 Benefit 9.00 4
1972 Living In The Past 9.67 3
1972 Thick As A Brick 12.80 5
1973 A Passion Play 12.75 5
1974 Warchild 10.00 4
1975 Minstrel In The Gallery 11.50 4
1976 Too Old to Rock'n'Roll: Too Young to Die 9.00 3
1977 Songs from the Wood 11.67 3
1978 Heavy Horses 9.50 4
1978 Live - Bursting Out 11.50 2
1979 Stormwatch 9.50 2
1980 A 9.67 3
1982 The Broadsword And The Beast 10.00 2
1984 Under Wraps 9.00 3
1985 A Classic Case - The London Symphony Orchestra Plays The Music Of 4.00 2
1987 Crest of a Knave 7.80 5
1988 20 Years of Jethro Tull 10.00 1
1988 20 Years of Jethro Tull (Box Set) 12.00 1
1989 Rock Island 8.50 2
1990 Live at Hammersmith '84 9.00 1
1991 Catfish Rising 10.50 2
1992 A Little Light Music 10.50 2
1993 Nightcap 8.00 1
1993 25th Anniversary Box 12.00 1
1995 Roots To Branches 8.50 2
1995 In Concert 10.00 1
1999 J-Tull Dot Com 6.67 3
2001 The very best of 11.00 1
2002 Living With The Past (CD) 7.50 2
2003 The Essential Jethro Tull - 1
2003 A New Day Yesterday - The 25th Anniversary Collection (DVD) 9.00 1
2003 The Jethro Tull Christmas Album 9.00 3
2004 Nothing Is Easy: Live At The Isle Of Wight 1970 11.00 1
2005 Nothing Is Easy: Live At The Isle Of Wight 1970 (DVD) 8.00 2
2005 Aqualung Live - 2
2007 The Best Of Acoustic Jethro Tull - 1
2007 Live At Montreux 2003 11.00 1
2007 Bethlehem, PA, 9 August 2003 (DVD) - 1
2008 Jack in the green (DVD) - 1
2008 Their fully authorized story (2 DVDs) - 1
2009 Live At Madison Square Garden 1978 (DVD) 11.00 1
2010 Live at the London Hippodrome (DVD) 10.00 2
2015 Too Old To Rock 'n' Roll: Too Young To Die! - The TV Special Edition 11.00 1
2017 Jethro Tull - The String Quartets 11.00 1

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