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Antiherøe

Entretejido cosmico

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: instrumental; Folk; Jazzrock / Fusion; Latin; RetroProg; RIO / Avant
Label: Viajero Inmovil Records
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jose Maria "Txema" Torrabadella trumpet
Dario Iscaro guitar, composition
Guille Marengo bass
Jose Franco drums, electronic percussion, bandoneon

Tracklist

Disc 1
1. Ciudad Zombie (Parte 2) 2:38
2. Ciudad Zombie (Parte 1) 4:02
3. Anos de apatia 6:19
4. Sonambula 9:41
5. Indios electronicos 4:39
6. Devian 5:39
7. Que rest I till 6:39
8. Lo viejo por venir 5:00
9. La esquina de las corazonadas 8:51
Gesamtlaufzeit53:28


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Antiheroe sind ein Projekt des argentinischen Komponisten und Gitarristen Dario Iscaro. Iscaro ist seit vielen Jahren in unzähligen musikalischen Projekten engagiert. Seine Bandbreite reicht von argentinischer Folklore über Rock und Jazz bis hin zu moderner Klassik. Mit seiner Band Antiheroe versucht Iscaro alle diese Einflüsse zu verbinden.

„Entretejido cosmico“ ist erst das zweite Album von Antiheroe, obwohl die Band schon seit 1995 existiert. Aber wahrscheinlich ist Dario Iscaro einfach zu viel mit anderen Projekten beschäftigt, als das eine höhere Output-Anzahl denkbar wäre. Und da zwischen dem ersten Album und dem aktuellen eben auch fast 13 Jahre und diverse Umbesetzungen liegen, dürften diese Alben auch kaum vergleichbar sein.

Sei's drum, „Entretejido cosmico“ ist ein musikalischer Hochgenuss geworden. Die vergleichsweise kleine Quartett-Besetzung mit ihrer ungewöhnlichen Instrumentierung sorgt für ordentlich Betrieb ohne allzu in Extreme einzutauchen. Im Gegenteil, die Musik ist stilvoll, irgendwie erhaben, aber doch auch kraft- und druckvoll, ohne Laut zu werden. Antiheroe verbinden crimsoneskes Gitarrenriffing mit jazzigen Passagen und folkloristischen Elementen. Tango trifft auf verzwirbelten Rock und die Trompete bläst einen traurigen Marsch dazu.

Die Musik ist mal wirbelig-nervös mit deutlich jazzrockigem Charakter, vor allem zu Beginn. Dann getragen, düster, wie ein Trauermarsch und dann doch wieder verspielt, wie der Wind der über eine Anden-Hochebene bläst. Die Gegensätze der schrägen Gitarreneinsätze und der erhabenen Trompetenparts machen die Musik spannend. Geheimer Held des Albums ist Schlagzeuger Franco, der zum einen druckvoll und exakt spielt, zum anderen sein gemischtes elektro-akustisches Set geschickt zu nutzen weiß. Immer wieder lässt er synthetische Wuscher, Zischer und Kracher, ganz im Stile eines Pat Mastelotto, einfließen und setzt so so manchem Stück die kuriose Krone auf. Wenn das Bandoneon ertönt, meint man, gerade z.B. in "Sonambula", ein bisschen Univers Zero zu vernehmen. Höhepunkt des Ganzen ist „Indios electronicos“, wo Antiheroe glatt auch ein bisschen ins avantgardistische abdriften und ein schräges Percussion-Solo einflechten.

Antiheroe präsentieren neun instrumentale, verzwickte, spannende Titel, wobei sie lediglich im letzten Track ein bisschen die Linie verlieren und phasenweise allzu wohligen Schönklang produzieren. Ansonsten ist das hoch interessante Musik zum immer wieder hören und immer wieder neues entdecken.

P.S.: Das Album kommt in der label-typischen Verpackung in einem Papp-Aufklapp-Karton, in den die CD in einer separaten Papierhülle, fast ein bisschen wie weiland eine LP, eingeschoben ist. Für Sammler.

Anspieltipp(s): auf Iscaros MySpace-Seite gibt es ein paar Hörschnipsel
Vergleichbar mit: das ist schon sehr eigenständig... ansonsten siehe Rezi-Text
Veröffentlicht am: 21.1.2009
Letzte Änderung: 21.1.2009
Wertung: 12/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Hatte in Südamerika bisher Chile den Ruf für die schrägsten Bands der dortigen Szene, so scheint man in Argentinien langsam nachzulegen. Viajero Inmovil, das Label für interessante Reissues und ungewöhnliche Neuentdeckungen in Kleinstauflagen, hat mit Antihéroe ein Band aus Córdoba ausgegraben, die nicht gerade leicht verdaulich ist. Nun gut, deutsche Fussballfans verbinden mit einem gewissen WM-Spiel in Córdoba anno 1978 auch nicht gerade magenverdaulich problemlose Verbindungen (für die Insider: "3:2 durch Krankl. I werd narrisch"), aber das ist eine ganz andere Geschichte...

Antihéroe sind in erster Linie das "Kind" des Gitarristen und Komponisten Darío Iscaro, der in der nicht gerade alltäglichen 4er Besetzung Trompete, Gitarre, Bass, Schlagzeug & Bandoneón einen crimsonesken, kammermusikalisch beeinflussten Progressive Rock der schrägeren Sorte aus dem Ärmel schüttelt. Die Gitarrenläufe versprühen frippige Verspieltheit, Trompeter José María Torrabadella bläst dazu seine jazzig-filigranen Figuren und dies alles vorangetrieben von sprunghaften Rhythmen, sowie gelegentlichem Tango der ganz verqueren Denkweise. Das ist inhaltlich versponnen, kompositorisch recht vertrackt und interessant, hat dazu noch jede Menge schrägen Groove. Einzig nachhaltige Ideen wollen sich nicht so recht in die Hirnwindungen eingraben.

"Entretejido cósmico" wird bei der Fraktion der schrägen Töne auf fruchtbaren Boden stoßen. Damit zwar eine weitere Veröffentlichung für eine eher kleinere Splittergrup-pe unter den Progfans, aber für aufgeschlossene Entdeckernaturen durchaus eine Empfehlung wert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.6.2011
Letzte Änderung: 29.2.2012
Wertung: 9/15

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