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Tim Blake

Crystal Machine

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977 (CD-Reissues 1992 (Mantra), 2000 (Voiceprint) und 2017 (Esoteric Recordings))
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Elektronische Musik
Label: Egg
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tim Blake EMS Synthesizers, Minimoog, EMS Frequency Shifter, MXR Flanger, Sony TC 850 Tape Deck Echo, Sony Mix 12, Elka Rhapsody

Tracklist

Disc 1
1. Midnight 6:23
2. Metro Logic 6:29
3. The Last Ride Of The Boogie Child   (Live at Seasalter Free Festival 1976) 7:52
4. Synthese Intemporel   (Live at Le Palace Théatre Paris 1977) 15:35
5. Crystal Presence 2:04
6. Surf (single)   (Bonustrack Esoteric CD) 3:41
7. Synthese Intemporel I (single)   (Bonustrack Esoteric CD) 3:21
8. Synthese Intemporel II (single)   (Bonustrack Esoteric CD) 2:21
Gesamtlaufzeit47:46


Rezensionen


Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 1 von 2)


"Crystal Machine" ist nicht nur der Titel seines ersten "Fast-Solo-Albums" (der französische Lichtkünstler Patrice Warrener war fester Teil des Projekts), es war auch der Name seines Laser-Stage-Show-Projektes mit dem er zwischen 1976 und 1979 tourte. Im Laufe der Jahre wurde Crystal Machine auch noch zum Kosenamen für Blakes Keyboardarsenal an sich.

Was Tim Blake von den meisten Tastenkollegen immer unterschied war seine Hinwendung an das Sanfte. Was auf allen mir bekannten Blake Soloscheiben sofort auffällt, sind diese warmen, einschmeichelnden Klänge. Seine Kristallmaschine zirpt und fiept, sendet auf- und abschwellende Wellen aus, als ob es eine bisher unbekannnte Spezies ist, die versucht mit dem Hörer zu kommunizieren. Ein Paradebeispiel hierfür ist gleich das erste Stück "Midnight", bei dem ich jedesmal das Gefühl habe in warmem Wasser zu plantschen. Inzwischen gibt es ja Badehallen bei denen man beschallt mit elektronischer Musik eben genau dieses tun kann, und damit eine besondere Art von Wellness genießen darf. Blake nimmt diese Idee mit vielen seiner Stücke um viele Jahre vorweg.

"Metro/Logic", der zweite der drei Studiotracks hier, hat einen leicht hüpfenden unruhigen Rhythmus unterlegt, dessen Lebendigkeit aber durch Blakes weiche Klänge gebremst werden. Die nächsten beiden Stücke sind Liveaufnahmen, allerdings ohne irgendeine Publikumsreaktion, von zwei verschiedenen Auftritten. "The Last Ride Of The Boogie Child" ist wiederum erfüllt von diesen weichen Klängen, diesmal aber mit Kraftwerk-artigen Rhythmusklängen. Mit Boogie hat es natürlich nix zu tun. In diesem Stück singt Blake auch das erste Mal ein paar wenige Sätze. Seine Stimme ist ebenso sanft und weich und passt darum zu diesem lebhaft gedachten Stück nicht so gut. Der Gesang ist aber so wenig vorhanden, dass er nicht stören sollte.

Der Longtrack "Synthese Intemporel" gerät dann wieder zum einmalig schönen Bad in Blakes Klangkaskaden. Nach einer langen typischen Blake-Einleitung bringt ein treibender Sequencer-Rhythmus nach knapp 4 Minuten etwas TANGERINE-DREAM-Feeling. Dazu soliert Blake melodiös begleitend. So fliegt das Stück leicht variierend seine Viertelstunde dahin und ist doch noch viel zu früh für mich aus.

Flirrende schwellende Sounds wie aus dem Science-Fiction Film beenden das Album.

Tim Blake lebt seit 1970 in Frankreich und genau dieses etwas elegante verspielte, das ich, nicht zuletzt durch JEAN-MICHEL JARRE, mit französischer Electronic verbinde, ist bei ihm zum Markenzeichen geworden. Seiner Musik fehlt diese Schwere, diese verbissene Rhythmuslastigkeit die man in jüngeren Jahren immer öfter bei Electronic-Music findet, völlig. Nie ist er bombastisch, nie spielt Rhythmus eine wirklich dominierende Rolle. Als ob er sich selber in seiner Musik verlieren mag, wenn er erst einmal begonnen hat. Für mich gehört Tim Blake dadurch zu meinen absoluten Lieblingen wenn's um Klänge elektronischer Bauart geht. Blake zu hören entspannt, schickt jeden Phantasie begabten Menschen auf eben diese Reisen. Hektische Rumzappler für die innerhalb drei Minuten die Musik sich 27mal geändert haben muß, damit sie überhaupt zuhören können, werden hiermit nicht glücklich

Anspieltipp(s): Midnight, Synthese Intemporel
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.1.2009
Letzte Änderung: 15.4.2017
Wertung: 12/15
sanfte Elektronik schönster Machart

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Tim Blake begann seine musikalische Karriere um das Jahr 1970 herum im Umfeld von Doug Smiths Clearwater Productions, wo Bands wie Hawkwind und Skin Alley unter Vertrag standen, für die Blake gelegentlich als Roadie und Aushilfsgitarrist tätig war. Eine Freundschaft verband ihn damals eng mit dem Hawkwind-Soundmacher Dik Mik und der weckte Blakes Interesse an elektronischen Klangerzeugern.

Wenig später lief er Daevid Allen über den Weg, der in den Londoner Marquee Studios sein Soloalbum "Banana Moon" aufnahm. Kurz darauf finden wir Blake in Frankreich wieder, erst als Toningenieur von Gong, später dann als hauptamtlicher Keyboarder der Band. Schon vorher hatte er einen der ersten EMS Synthesizer erstanden, die erste Crystal Machine, mit der und unter welchem Namen er auch schon damals, solo oder mit Begleitband, erste Konzerte gab.

Mitte des Jahrzehnts, nachdem er bei Gong ausgestiegen war, und nach einem kurzen Abstecher zu Clearlight (siehe "Clearlight Symphony"), formierte Blake mit Patrice Warener und Bernard Szajner eine neue Besetzung der Crystal Machine, bei der nun die visuelle Komponente bei Konzerten ebenso wichtig war wie die Musik. Die Gruppe gilt als eine der (wenn nicht die) erste(n), bei deren Konzerten eine Lasershow zu sehen war (erzeugt von Wareners und Szajners Apparaturen). Nach kurzer Zeit machte sich Szajner selbständig (um dann wenig später mit Jean Michel Jarre zusammenzuarbeiten), und Blake (Musik) und Warener (Lightshow) machten als Duo weiter.

Material aus dem Repertoire von Crystal Machine, teils im Studio, teils bei Konzerten mitgeschnitten, war dann auf dem gleichnamigen Album zu finden, welches allerdings (oder zurecht, die Musik stammte ja von Blake) 1977 als erstes Blake-Soloalbum veröffentlicht wurde. 1992 und zur Jahrtausendwende wurde das Material von Mantra bzw. Voiceprint auf CD wieder aufgelegt. Beide Versionen waren aber schon lange vergriffen und nur noch zu horrenden Preisen aufzufinden. Nun (2017) hat man sich bei Esoteric Recordings des Materials angenommen und "Crystal Machine" erneut veröffentlicht, klanglich aufbereitet und versehen mit drei Bonustracks.

Eine inzwischen klassisch zu nennende progressive Elektronik ist auf "Crystal Machine" zu finden, freiere kosmisch-spacige Elektroniktongebilde, erzeugt mit einem umfangreichen Synthesizerinstrumentarium, die an die zeitgleichen Produktionen von Tangerine Dream erinnern, diesen in Nichts nachstehen, und vielleicht sogar eine Spur farbiger, wärmer und voluminöser ausgefallen sind. Deutlich rhythmischer und verspielter als bei den Berlinern geht es hier auch meist zu (man höre z.B. das munter voran purzelnde "Metro Logic"), bewegen sich oft pulsierende bis perkussive Sequenzermuster durchs Klangbild und treiben die Musik munter voran. Eher statische, hypnotisch-formlose Tonfiguren, sind aber auch auszumachen (wie gleich das einleitende "Midnight" zeigt). In "Last Ride Of The Boogie Child" ist zudem auch Blakes Stimme zu hören, eine Art Sprechgesang à la Daevid Allen.

Als Bonus hat man der Esoteric-CD noch die beiden Stücke einer offenbar nur in Spanien erschienenen Single beigegeben (die zwei Teile von "Synthese Intemporel"), die zwei Fragmente des gleichnamigen LP-Tracks beinhalten. Dann gibt es noch mit "Surf" einen etwas aus dem Rahmen fallende Elektropop auf die Ohren. Die offensichtlich auch als Single veröffentlichte Nummer (unter dem Bandnamen Saratoga Space Messengers) war das Ergebnis eines Versuchs Blakes seinem im Jahre 1976 noch bestehenden Vertrag bei Virgin, die aber aus irgendeinem Grund keine Musik von ihm veröffentlichen wollten, zu entkommen. Hier gibt es einen ganz witzigen Space-Pop mit simplem Rhythmusmuster, allerlei Fiepen und Blubbern und Disco-Gesang zu hören.

"Crystal Machine" ist sicher ein Elektronik-Klassiker aus den 70ern und stellt zudem ein seltenes Beispiel für ein solches Album aus jenem Jahrzehnt aus Großbritannien dar, oder eingespielt von einem Briten. Wobei der Französische Einfluss sicher nicht gering war, entstand das Material doch weitestgehend dort. Vielleicht schlummern noch in einigen Archiven weitere Aufnahmen von Blake und Warener aus dieser Zeit, hat man damals doch offenbar einige Konzerte ganz mitgeschnitten. Das wäre doch interessantes Material für ein Archivalbum.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.4.2017
Letzte Änderung: 16.4.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tim Blake

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1978 Blake's New Jerusalem 9.50 2

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