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David Sylvian

Secrets of the Beehive

(Archiv-Tipp 1/2017)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1987
Besonderheiten/Stil: ArtPop
Label: Virgin
Durchschnittswertung: 12.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

David Sylvian Gesang, Keyboards, Gitarre
Ryuichi Sakamoto Keyboards
David Torn Gitarre
Danny Thompson Kontrabass
D. Cummings Percussion
Phil Palmer Gitarre
Mark Isham Trompete, Flügelhorn
Steve Jansen Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. September 1:18
2. The Boy With The Gun 5:19
3. Maria 2:50
4. Orpheus 4:51
5. The Devil's Own 3:12
6. When Poets Dreamed Of Angels 4:47
7. Mother And Child 3:15
8. Let the Happiness In 5:37
9. Waterfront 3:23
10. Forbidden Colours 5:59
Gesamtlaufzeit40:31


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


"Secrets of the Beehive" war David Sylvians letzes Soloalbum für zwölf Jahre. Es ist von einer durchgehend schwebend-atmosphärischen Leichtigkeit bis in den Ambient-Bereich geprägt und überwiegend minimalistisch instrumentiert, was Sylvians ausdrucksvolle Stimme (klingt etwas nach David Bowie) besonders gut zur Geltung kommen lässt. Vor allem Schlagzeug wird kaum benutzt, allenfalls sanfte Ethno-Percussion, aber auch die fehlt häufig.

"September" ist ein schönes, impressionistisch anmutendes Stimmungsgemälde, nur mit Klavier und unaufdringlichen Streichern. Nach dem etwas flotteren "Boy with the Gun" folgt mit "Maria" ein in ziemlich düsteren elektronischen Klängen gehaltener Song. Das ebenso schwermütige "The Devil's Own" ist einer der ersten Höhepunkte des Albums: wie ein pointilistisches Gemälde ist dieser Song fast nur mit einzelnen Klaviertupfern instrumentiert.

Mein Favorit ist "Mother and Child". Zunächst singt Sylvian nur von Kontrabass begleitet, dann kommt plötzlich ein sehr (free-)jazziges Klavier und wilde Tablatrommeln dazu. "Let the Happiness in" beginnt, anders als der Titel vermuten ließe, mit düsteren Klängen. Reizvoll ist bei diesem Song das Nebeneinander von afrikanisch klingender Percussion und jazziger Trompete.

Insgesamt eine sehr schöne Platte für melancholische Herbsttage.

Anspieltipp(s): Maria, The Devil's Own, Mother and Child
Vergleichbar mit: Mark Hollis, Brian Eno
Veröffentlicht am: 18.5.2002
Letzte Änderung: 18.5.2002
Wertung: 12/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 3)


Ich kann Jochen voll und ganz zustimmen. Gerade durch die sparsame Instrumentierung strahlen die Songs eine fragile Zerbrechlichkeit aus, die einen unwillkürlich die Lautstärke ein wenig zurückdrehen läßt, da sonst womöglich die Schallwellen am Wohnzimmerschrank zerbrechen könnten. Oder etwas lauter, damit die Musik gegen die Herbststürme angehen kann und bis unter die Kuscheldecke dringt.

Impressionistisch ist ein sehr gut passender Ausdruck. Jeder Ton stellt eine Momentaufnahme dar, losgelöst von den ihn umgebenden Akkorden. Bei der Aufzählung der Songs würde ich noch "When Poets Dreamed of Angels" erwähnen (was für ein Titel!), in dem zwei spanische Gitarren miteinander ringen.

Anspieltipp(s): When Poets Dreamed of Angels
Vergleichbar mit: Sidsel Endresen
Veröffentlicht am: 12.2.2004
Letzte Änderung: 12.2.2004
Wertung: 12/15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 3 von 3)


Als ich die "Secrets of the Beehive" einst in Dauerrotation auf diversen Tonträgerabspielgeräten laufen lies, äußerte eine Freundin irgendwann genervt, dass dieser Kerl auch einen Lottogewinn in beträchtlicher Höhe in größtmöglicher Verzweiflung besingen würde. Nun, ich weiß nicht ob David Lotto spielt, aber ich weiß, was sie meinte. "September" beginnt mit den Worten "The sun shines high above the sounds of laughter..." und wenn Sylvian diese Worte intoniert, beginnt eine Reise durch den Bienenstock, die immer wieder verzückt.

Sylvian konnte in seiner Solokarriere mit den beiden Alben Brilliant Trees und Gone to Earth schon zwei herausragende Werke verbuchen. Mit seinem dritten regulären Soloalbum hat er letztendlich - in Zusammenarbeit mit Ryuichi Sakamoto den Nagel auf den Kopf getroffen und einen ersten Höhepunkt erreicht.

Mit Songs wie "The Boy with the Gun", "Orpheus", "The Devil's Own" oder "Waterfront" schafft Sylvian unvergleichliche Stimmungen. Das, was die Musik sein will, ist sie auf perfekte Art und Weise. Sakamotos Piano und die Akustikgitarre, gespielt von Torn und Palmer, allein sorgen für eine zeitlose Atmosphäre. Dazu kommt das beeindruckende, angejazzte Schlagzeugspiel von Sylvians Bruder Steve Jansen, das der Musik eine angenehme Leichtigkeit verleiht. Das Sahnehäubchen auf die Kompositionen endlich setzen Flügelhorn und Kontrabass. Die Arrangements der neun Stücke sind geschmackvoll, treffend und niemals überladen.

Der neun Stücke? Ja, die original LP-Version bestand aus neun Songs. Die europäische CD enthielt darüber hinaus als abschließendes Stück "Forbidden Colours" (die Bearbeitung eines Stückes aus Sakamotos Soundtrack zu dem Film "Merry Christmas, Mr. Lawrence", das bereits 1984 als B-Seite zu "Red Guitar" erschien). Die Japanische Version hingegen enthielt "Promise (The Cult of Eurydice)". Beide Stücke sind ausgesprochen stark und sollte bei jedem Sylvian-Fan im Regal stehen.

"Secrets of the Beehive" ist ein Meisterwerk der 80er und ein Höhepunkt im Schaffen des David Sylvian. Das dazugehörige Artwork rundet den Gesamteindruck stimmungstreu ab. Musik kann so großartig sein!

Anspieltipp(s): The Devil's Own
Vergleichbar mit: Unvergleichlich
Veröffentlicht am: 23.4.2010
Letzte Änderung: 11.3.2012
Wertung: 14/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von David Sylvian

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 Brilliant Trees 11.00 2
1985 Alchemy - An Index of Possibilities 11.00 1
1986 Gone To Earth 12.00 1
1989 Pop Song (Single) 10.00 1
1989 Weatherbox - 1
1999 Approaching Silence 10.00 1
1999 Dead Bees On A Cake 11.00 1
2000 Everything and Nothing 13.00 1
2002 Camphor 10.00 1
2003 Blemish 12.00 3
2005 The Good Son vs. The Only Daughter 10.00 1
2009 Manafon 11.50 2
2010 Sleepwalkers 11.00 1
2011 Died in the Wool 12.00 1
2012 A Victim of Stars - 1

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