Crusade 1212
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Sven The Axe |
Lead vocals |
| Oliver Weislogel |
Electric and acoustic guitars |
| Andrew Roussak |
Keyboards, string and choir arrangements, backing vocals |
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| Joe Eisenburger |
Bass |
| Harry Reischmann |
Drums |
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Gastmusiker
| Alexandra Goess |
Lead vocals |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Overture
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5:13
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| 2. |
Soldier Of Fortune
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5:37
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| 3. |
Sermont In Saint-Denis
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5:43
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| 4. |
Follow Your Heart
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9:12
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| 5. |
Crusade
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6:08
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| 6. |
Two Hearts
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4:13
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| 7. |
Harbour Of Marseilles
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5:15
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| 8. |
Carthago
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5:25
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| 9. |
So Long
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4:09
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| 10. |
Hope
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6:18
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| Gesamtlaufzeit | 57:13 |
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Rezensionen

3 Jahre nach ihrem Debüt ?No Secrets? steht die Urbesetzung von Dorian Opera (sprich die Herren Roussak, Weislogel und Eisenburger) mit einem Nachfolger in Form eines Konzeptalbums in den Startlöchern. Einem Konzeptalbum, welches sich mit einem Kinderkreuzzug beschäftigt, der angeblich im Jahre 1212 statt gefunden haben soll.
Unterstützt werden sie dabei ab sofort von Sven The Axe und Harry Reischmann. Beide unter anderem auch bekannt durch ihre Tätigkeit bei der kultigen Heavy Horror Metal-Band Solemnity. Woher ich das weiß? Es gab anno dazumal einen recht unterhaltsamen Videoclip auf einer DVD-Beilage eines großen Metal-Magazins zu sehen, welcher anschließend im hiesigen Forum des selben Magazins diskutiert und abgefeiert wurde. Zu Recht! Das Ding ist gigantisch gut ;-) Aber das tut eigentlich hier nichts zur Sache.
?Crusade 1212? machte es mir zu Anfang ziemlich schwer. Ich erwartete eine ?Metal-Oper? im Gothicstyle mit Frauengesang und viel Trockeneis, in Szenekreisen auch gern ?Elsenmetal? genannt. Dieses Genre hat bis heute keine ernstzunehmende Daseinsberechtigung und dabei soviel mit Metal zu tun, wie Dieter Bohlen mit guter Musik, Gemüsespießchen mit Grillen und Mario Barth mit Humor. Der erste Durchlauf im Auto nervte auch gleich mit der ?Overture 1212? und den unüberhörbaren Quietschkeys, die sich bis zu meinem Hypothalamus durchfraßen. ?Bleib ruhig, Michael, es ist erst der erste Song!?, redete ich mir ein, nachdem ich einem Stopschild ausweichen musste und dabei fast Familie Feldhamster obdachlos gemacht hätte.
Vorurteile können so schön sein, wenn sie sich nach einiger Zeit selbst in Luft auflösen. So schlimm ist die Platte nämlich gar nicht. Die Synth-Leads sind mir zwar immer noch zu aufdringlich (für Neoprogger mögen zum Beispiel die Songs "Crusade" oder "So Long" der Himmel auf Erden sein), allerdings überzeugt Andrew Roussak anderweitig bei den kraftvollen Hammond-Parts (?Sermont In Saint-Denis?) und den ruhigen Piano-Einsätzen (?Follow Your Heart?). Ein wenig mehr Flächen hätten es für meinen persönlichen Geschmack trotzdem noch sein können. Die Rhythmusfraktion spielt souverän auf den Punkt, das Riffing und die Soli sind zwar nicht sonderlich innovativ (erinnern zuweilen in den proggigen Parts an Dream Theater, in den metallischen Teilen an Threshold), haben aber ihren berechtigen Platz in den Songs und gehören da auch so wie sie sind hin.
Der theatralische Gesang von Sven The Axe ist möglicherweise nicht jedermanns Sache, passt für meinen Geschmack aber fantastisch zu dieser Art Musik. Hier wird nicht eierkneiftechnisch geträllert, sondern einfach nur mit Hingabe gesungen und intoniert. Ganz überraschend auch der Einsatz der weiblichen Gesangsparts. Kein Operngesang, kein hohes C, sondern angenehme, kraftvolle Stimmlage, zurückhaltend und recht geschickt in die einzelnen Songs eingebaut. Sehr schön umgesetzt z.B. im Song ?Two Hearts?.
Dorian Opera erfinden das Progmetal-Rad nicht neu, überraschen aber an der ein oder anderen Stelle mit wirklich guten Arrangements und songwriterischem Können. Wie gesagt, neu ist das alles nicht mehr, und ich habe mich lange gefragt, warum mir diese Platte gefällt. Die Lösung ist einfach: Diese Platte hat etwas, was dem Großteil aller Progmetal-Bands abgeht, nämlich Charme!
| Anspieltipp(s): |
Sermont in Saint-Denis, Follow Your Heart |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
22.4.2011 |
| Letzte Änderung: |
22.4.2011 |
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Alle Welt redet derzeit über die aktuellen Alben der alten Progmetal-Helden. Ist ja eigentlich auch genug Stoff, um damit über den Winter zu kommen. Aber wie sieht's eigentlich mit dem Nachwuchs aus? Die Süddeutschen Dorian Opera haben mit "Crusade 1212" nun schon ihr zweites Album vorgelegt, das hier also das Thema sein soll. Inhaltlich handelt es sich bei "Crusade 1212", wie anhand des Titels leicht und anhand des Intros noch leichter erraten werden kann, um ein Konzeptalbum zum so genannten Kinderkreuzzug des Jahres 1212. Geradezu klassischer Stoff also für ein düsteres Progmetal-Konzeptwerk.
Musikalisch halten sich Dorian Opera ziemlich eng an den großen Genre-Vorbildern Dream Theater und Symphony X, wobei wohl insgesamt der melodische Aspekt der letztgenannten Band im Vordergrund steht. Jazzig-schräge Momente, wie sie bisweilen insbesondere im immer noch maßgeblichen Frühwerk der Musikwissenschaftler aus Berklee zu finden sind, gibt es also nicht. Aufgrund des abwechselnd männlich und weiblich besetzten Gesanges und der allgemeinen Konzeptsituation ist es objektiv gesehen auch nicht verkehrt, auf die härteren Projekte eines Arjen Lucassen zu verweisen, wenngleich das Material auf "Crusade 1212" auch nicht so eingängig ausgefallen ist wie beispielsweise beim Star-One-Projekt.
Instrumental beherrscht das Sextett sein Handwerk beachtlich gut. Sämtliche Solopassagen sind präzise gespielt und werden jeweils von druckvollem Riffing begleitet. Die langen Instrumental-Ausflüge machen also durchaus Laune, wenngleich man sich wie erwähnt auch nicht wirklich von den Vorbildern emanzipiert. Stellenweise kommt man dabei den Herren Romeo und Pinella so nahe, dass all die, die vielleicht von der musikalischen Ausrichtung von "Paradise Lost" und "Iconoclast" enttäuscht waren, hier dringend mal ein Ohr riskieren sollten. Auf der anderen Seite muss man natürlich in Kauf nehmen, dass bei einigen Keyboard-Passagen die Gitarre bloß zum Beiwerk wird. Aber das sollte man ja gewohnt sein. Zugute halten muss man Dorian Opera aber auch, dass sie auf allzu kitschige Mittelalter-Klischees verzichtet haben. Der vorliegende metallische Kinderkreuzzug wird also gänzlich ohne potenziell aufgesetzte Passagen mit Schalmei, Fiedel oder Gregorianerchor bestritten. Vor Renaissance-Nummern wie "Two Hearts" schreckt man zwar nicht zurück, schlägt sich dort aber ganz achtbar.
Scheiden werden sich die Geister aber am Gesang. Der ist leider durchaus akzentbehaftet und sucht, was die männliche Stimme angeht, sein Heil zumeist doch eher bei theatralisch gezogenen Heldentenor-Passagen, wie man zum Beispiel sie im Power-Metal-Bereich von Rhapsody( of Fire)s Fabio Lione kennt. All das führt leider bei Gesangseinsätzen zu einem doch eher schwer erträglichen Pathos, das recht geschmacksbewusst (ups, Sarkasmus) zwischen den beiden Polen "Frank Bornemann" und "Underground Symphony" pendelt. Besonders hervorstechend ist dieser Eindruck in der Halbballade "Follow Your Heart", in der man obendrein noch einen der wenigen instrumentalen Aussetzer (dieses Klavier...) hat. Ein bisschen besser macht es Sangesschwester Alexandra Goess, die zwar stimmlich keine Maggie Reilly ist, aber im Vergleich mit anderen Konzept-Chanteusen wie Floor Jansen auch eine ganz gute Figur abgibt (oh ja, diese Doppeldeutigkeiten...).
Die Song selber sind kompositorisch ganz gut gelungen, wobei man sich natürlich wieder an Genre-Standards hält. Immerhin ist das Material in sich stimmig und ergibt einen guten Fluss. Im Vergleich mit anderen neueren Holzer-Kapellen wie beispielsweise Odin's Court oder Continuum, die tonnenweise zerrissenes und wirres Zeug abliefern, merkt man hier schon einen Klassenunterschied. Tortzdem ist es aufgrund der beschriebenen Gesangseinsätze von Sven The Axe wohl bezeichnend, dass insbesondere Instrumentalstücke wie die einleitende "Overture 1212" und "Crusade" am ehesten zu überzeugen wissen. Auf Albenlänge betrachtet würden auch einige ruhige Passagen mehr gut tun, den im Großen und Ganzen wird auf "Crusade 1212" doch nur allzuoft und gerne unter Hochdruck gefrickelt. Dagegen sind eine Ballade (das erwähnte "Two Hearts"), eine Halbballade (das ebenfalls erwähnte "Follow Your Heart") und mit "So Long" ein "langsamerer" Song in einer knappen Stunde doch etwas zu wenig Pause für diejenigen Hörer, die der jugendlichen Hyperaktivität schon entwachsen sind.
Als Fazit stelle ich fest, dass "Crusade 1212" ein durchaus hörbares Progmetalalbum aus der zweiten Reihe geworden ist. Zu höheren Weihen sollte man den Gesang optimieren und das Songmaterial etwas abwechslungsreicher und programmatischer gestalten. Zu guter Letzt ist auch der Klang des Albums etwas undifferenziert und direkt. Einige mögen so etwas aber als "herzlich" empfinden, und genau genommen war das Mittelalter in seiner Außendarstellung vor allem schmutzig. Insgesamt betrachtet geht es also auch etwas besser, dann erreicht man mit der nächsten Platte vielleicht auch heilige Land. Dort müsste man sich dann aber auch erst mal gegen die Alteingesessenen behaupten.
| Anspieltipp(s): |
Harbour Of Marseilles, Crusade |
| Vergleichbar mit: |
Fabio Lione singt auf einer Symphony-X-Einspielung von Rick Wakemans "King Arthur" |
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| Veröffentlicht am: |
20.10.2011 |
| Letzte Änderung: |
26.10.2011 |
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