Le Roi du Monde
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Cahål de Bêtêl |
Vocals, Guitars, Electronic Guitar, Synth, Keyboards |
| Tipheret |
Drums, Percussions, Gamelan |
| Dauno Giuseppe Buttiglione |
Telluric Bass, Freetles Bass |
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| Re-Tuz Raffaello Regoli |
Voice, Voices Diplofoniche, Obliquizioni |
| Issarias Moira Dusatti |
Voice |
| Anbis-Ur Marco Zanfei |
Electronic Piano, Keyboards |
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Gastmusiker
| Stefano Roveda |
Violin |
| Francesco Ciechi |
Cello |
| Giordano Grossi |
Contrabass |
| Anna Boschi |
Flute |
| Claudia Fedrizzi |
Oboe |
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| Alessandro Leonardi |
Trumpets |
| Albino Zanoni |
Trombone |
| Mirko Pedrotti |
Vibraphone |
| Abid Mohamed |
Poet, Voice |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Il Giardino del Nocciolo e del Melograno
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32:12
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| 2. |
Le Mariage du Soleil et la Lune
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06:43
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| 3. |
La Città azzurra del Sole
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29:26
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| Gesamtlaufzeit | 68:21 |
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Rezensionen

Man trifft sich ja immer zweimal ... mindestens. Runaway Totem vom Gardasee habe ich mit dem grausligen "ZED" kennen gelernt und mich dann lieber der Schwesterformation Universal Totem Orchestra zugewandt. Ganz aus den Ohren habe ich die Band um "Cahäl de Bêtêl" aber nie verloren, vor allem deshalb, weil auf der Internetpräsenz der Formation zu jedem neuen Album immer recht umfangreiches Material zum reinhören zu finden war. Die älteren Alben der Gruppe kann man dort übrigens inzwischen ganz herunterladen.
Allerdings war das dort Gehörte nie überzeugend genug, um mich zum Erwerb eines der Tonträger zu überreden. Käsige Tastensounds, uninspiriertes Hardgerocke, übermäßig eingesetzte Midiimitationen, viel zu lang ausgewalzte Themen, übertheatralische Gesangseinlagen und vor allem diese aufgesetzt wirkende (von der Band aber wohl Ernst gemeinte) ägypto-atlantische Plastikmystik und Pappesoterik waren einfach nicht sonderlich Sympathie erregend.
Als daher ein neues (das achte) Studioalbum von Runaway Totem angekündigt wurde, waren meine Erwartungen nicht sonderlich groß. Die Reinhörfragmente auf der Bandseite waren eigentlich so wie immer, doch was meine Aufmerksamkeit dann doch erregte war die Besetzungsliste. Da war nämlich ein "Modern Totem Ensemble" unter den Mitwirkenden zu finden, eine handvoll Streicher und Bläser, die eine gewisse klangliche Abwechslung versprachen. Zudem war unter den eigentlichen Bandmitgliedern Guiseppe Buttiglione und Marco Zanfei zu finden, die damals am exzellenten Erstling des schon erwähnten Universal Totem Orchestra nicht unwesentlich beteiligt waren. All das war schließlich interessant genug, um der Band noch einmal eine Chance zugeben. Und das war eigentlich eine gar nicht schlechte Entscheidung.
"Le Roi du Monde" ist der dritte (und letzte) Teil des Albumzyklus "4 elementi 5", ein gewisser Abid Mohamed ist für die Texte verantwortlich (die meist in italienisch, ab und zu aber auch in etwas, das nach einer nahöstlichen Sprache klingt vorgetragen werden) und an dem oben erwähnten esoterischen Rahmen hat sich wohl nicht allzu viel verändert, doch die Musik ist durchaus anhörlich. Runaway Totem haben offenhörlich endlich die richtige Mischung gefunden
In zwei sehr langen (stellenweise etwas zu langen) Stücken und einer kürzeren Nummer erklingt etwas, das man wohl am besten als mystisch-atmosphärischen Kammerprog bezeichnet, der bisweilen noch deutliche Zeuhlspuren aufweist. In den beiden Langnummern erzeugen diverse Tastenklänge ein atmosphärisch-düsteres Gemenge über dem sich E-Gitarre, Bass, Schlagwerk, weitere Tasten, allerlei Elektronisounds, mysteriöse Gesänge, gewichtige Spracheinlagen, sakrale Chöre und die Gastklänge des Modern Totem Ensemble erheben, innerhalb derer sich vor allem Flöte und Violine solistisch in den Vordergrund spielen und Kammerprogatmosphäre erzeugen.
Bisweilen nimmt die Musik gehörig Fahrt auf und verwandelt sich in ein manchmal etwas holzig dahinstürmenden, heftig-schrägen Zeuhlprog voller hektischer Choreinlagen, heftigem Gitarrengeriffe, hyperventilierenden Sologesängen, stampfenden Rhythmen und knurrenden Bassschüben. Das ebbt aber irgendwann wieder ab und macht schwebend-atmosphärischen, bisweilen auch recht freiformatig-klangmalenden Abschnitten platz, in die oft herrlich abgefahrene E-Gitarrenexkurse, bizarre Gesangseinlagen (bisweilen fast à la Demetrio Stratos) und jazzige E-Pianoausfluge eingeschoben werden. Erwähnenswert ist noch Mirko Pedrottis exzellente Vibraphonarbeit in "La Citta azurra del Sole".
Das dazwischen geschaltete kurze "Le marriage du Soleil et la Lune" ist eine getragene, aber klangvolle Ballade (mit schöner Flötenarbeit) angereichert mit schmachtend-emotionalen Sangeseinlagen (Sopran und Tenor) in Italienisch, die fast etwas zu dick aufgetragen aus den Boxen kommen, hart an der Grenze zum Kitsch, aber doch genau zum hier vertretenen Konzept passend. Gegen Ende der Nummer legen sich alle Bläser schwer ins Zeug, so dass wiederum komplexe Kammerproggefilde erreicht werden.
"Le Roi du Monde" ist nach dem Erstling des Universal Totem Orchestra das bisher Beste, was mir aus der Produktion der Mysterienprogger vom Gardasee unter die Ohren gekommen ist. Der Rezensent war zugegebenermaßen überrascht, wie interessant und gut hörbar das Album ist (und wird sich jetzt doch noch einmal mit dem Backkatalog der Band befassen). Wer sich vorstellen kann, dass ihm ein atmosphärisches, immer leicht esoterisch eingefärbtes, stellenweise etwas langatmiges Gemenge aus Kammerprog, Elektronik, etwas Retroprog und Zeuhl zusagen könnte, der sollte einmal in "Le Roi du Monde" reinhören (was man am besten auf der Internetpräsenz der Band tut, wo man das Album auch recht preisgünstig bestellen kann)!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
22.8.2011 |
| Letzte Änderung: |
30.9.2011 |
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