Birthday
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Koji Akashi |
Bass |
| Mikiko Narui |
Violin |
|
| Hitoshi Ono |
Drums |
| Hironori Taoka |
Guitar |
|
Gastmusiker
| - ? - |
Piano, E-Piano |
| - ? - |
Alto Sax |
| - ? - |
Baritone Sax |
|
| Kim |
Vocals |
| - ? - |
Trumpet |
| - ? - |
Voice |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Furuboketa Ehon
|
0:22
|
| 2. |
Cosgoda
|
9:14
|
| 3. |
Lyman Alpha no Mori
|
7:53
|
| 4. |
Arabesque
|
7:06
|
| 5. |
221B Baker
|
2:02
|
| 6. |
Breathless
|
1:30
|
| 7. |
Zweiter Weltkrieg
|
9:53
|
| 8. |
Anata wa Watashi
|
3:41
|
| 9. |
Kimi wa Yume o Miteiru Yume ga
|
5:56
|
| Gesamtlaufzeit | 47:37 |
|
|
Rezensionen

Sehr hübsch aufgemacht sind sie, die CDs der japanischen Formation Sgt. (mit Punkt!). Ob der Bandname, der auf den neueren Tonträgern der Band meist mit großem S geschrieben wird, die Abkürzung von Sergeant sein soll, ist mir unbekannt. Allzu viel ist über die Band sowieso nicht herauszubekommen, wenn man nicht des Japanischen mächtig ist. Musikspezifische Suchanfragen im weltweiten Netz enden zudem meist auf Seiten mit Inhalten über ein sehr bekanntes Album der Beatles.
"Birthday" ist offenbar erst das zweite Vollängenstudioalbum der Band. Dazu gibt es mindestens zwei EPs (die allerdings nicht viel kürzer ausgefallen sind als das hier zu rezensierende Album) und wohl ebenso viele Livealben (eines davon mit Damo Suzuki, ehemals bei Can). Das Album wurde offenbar nur in Südostasien veröffentlicht, was den Bezug in Europa fast unmöglich bzw. sehr teuer macht. Nach längerem Suchen fand ich allerdings einen CD-Versender in Hongkong, über den die CD zu einem sehr ordentlichen Preis zu beziehen war.
Eine hübsche, eher dezente Tuschezeichnung eines gewissen Yoko Sueyoshi ziert das Cover und auch im dicken Beiheft sind eine ganze Reihe weiterer Bildwerke des Künstlers zu finden. Text taucht darin allerdings nirgends auf. Besetzungs- und Trackangaben stehen dagegen unter dem durchsichtigen Klemmbrett für die CD, allerdings meistenteils in japanischen Schriftzeichen. Dass hier Koji Akashi, Mikiko Narui, Hitoshi Ono und Hironori Taoka (die derzeit aktuelle Besetzung von Sgt.) an Bass, Violine, Schlagzeug und Gitarre tätig sind ist der Internetpräsenz der Band zu entnehmen. Die Namen der sechs Gastmusiker (Tasten, Altsax, Baritonsax, Trompete und zweimal Stimme) konnte ich allerdings nur teilweise in Erfahrung bringen.
Eine Art von Postrock machen Sgt. auch auf "Birthday", mal druckvoll und flott, mal etwas elegischer dahin gleitend. Im Vergleich zu den Vorgängerscheiben ist derselbe allerdings weniger krautig und genretypisch hypnotisch-repetitiv ausgefallen, sondern jazzig, deutlich sperriger und abwechslungsreicher. Das Sgt.-Quartett sorgt für das komplexe Rockfundament mit Geige, in das die Gastmusiker in von Stück zu Stück anderen Rollen eingebunden werden. Der Tastenmann (ein Vergleich der Schriftzeichen mit den Credits älterer Aufnahmen der Band lässt vermuten, dass es sich um Keisaku Nakamura handelt) sorgt meist mit flotten Piano- oder E-Pianoläufen für jazzige (man höre "Cosgoda" oder das abschließende "Kimi wa Yume o Miteiru Yume ga") oder - zusammen mit der Violine - kammermusikalisch klassische (z.B. "Anata wa Watashi") Atmosphäre. Die beiden Saxophone (eines davon wahrscheinlich von Takao Ohtani bedient - wie wiederum ein graphischer Vergleich vermuten lässt) kommen zusammen nur in "Arabesque", dafür aber sehr klangprägend zum Einsatz, einer sehr dichten und gewichtigen, jazzig-brassigen Asiapostrocknummer.
Das Altsax taucht dann noch einmal, zusammen mit der Trompete, im langen "Zweiter Weltkrieg" auf, dem einzigen Stück mit Vokaleinlagen. Der japanische Text, der übrigens auch auf einem extra dem Beiheft beigefügten Blättchen abgedruckt zu finden ist (in japanischen Schriftzeichen natürlich), wird von einem gewissen Kim recht emotionslos vorgetragen (eher gesprochen als gesungen - das erinnert ein wenig an einen Japanrapp), dessen Namen als einziger in der Besetzungsliste in lateinischen Schriftzeichen abgedruckt ist. Vorgestellt ist dem fast zehnminütigen Stück eine kurze Kollage aus knisternden Schellackklängen und einer Hitlerrede ("Breathless"). Worum es in dem Stück (dem Text) geht sollte somit, auch anbetracht des Titels, klar sein. "Zweiter Weltkrieg" stellt sich dann aber als flotter, komplexer, leicht angeschrägter Jazzpostrocker dar, in dem Violine, Piano und Trompete die Akzente setzten, wenn auch immer wieder verfremdete Fetzen der Hitlerrede und ein par verstörende Elektronikfragmente durch das Klangbild huschen.
"Birthday" ist ein rundum gelungenes Album (auch was die Verpackung anbelangt) mit einem recht eigenen, sehr virtuos vorgetragenen Kammerjazzpostrock, in welches reinzuhören der Rezensent jedem an sperrigem, modernen, angejazzten Prog Interessierten nur empfehlen kann!
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
30.12.2011 |
| Letzte Änderung: |
1.9.2012 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von sgt.
Zum Seitenanfang
|