Ceux Du Dehors
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
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| Durchschnittswertung: |
12/15 (3 Rezensionen) |
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Besetzung
| Michel Berckmans |
bassoon,oboe,english horn |
| Daniel Denis |
drums,percussion |
| Patrick Hanappier |
viola,violin |
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| Andy Kirk |
harmonium,organ,piano,mellotron |
| Guy Segers |
bass,clarinet,voice |
| Thierry Zaboitzeff |
cello on 6 |
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Gastmusiker
| Jean Debefve |
hurdy-gurdy on 2 |
| Jean-Luc Aime |
violin on 3 |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Dense
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12:23
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| 2. |
La Corne Du Bois Des Pendus
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8:38
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| 3. |
Bonjour Chez Vous
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3:48
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| 4. |
Combat
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12:50
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| 5. |
La Musique D'Erich Zann
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3:08
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| 6. |
La Tete Du Corbeau
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3:08
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| 7. |
Triomphe Des Mouches
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5:34
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| Gesamtlaufzeit | 49:29 |
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Rezensionen

Nach "Heresie" verabschiedete sich Gitarrist und Keyboarder Roger Trigaux von "Univers Zero" und gründete seine eigene Band, "Present", um mehr Kontrolle über die Kompositionen zu erhalten. Mit Andy Kirk fanden "Univers Zero" bald einen Ersatzkeyboarder und verzichteten komplett auf die Gitarre. Ansonsten bleibt die Instrumentierung von "Univers Zero" fast komplett akustisch (Fagott, Oboe, Englisch Horn, Percussion, Viola, Violine, Harmonium, Klavier, Bass), auch wenn sich jetzt abundan ein paar Mellotron-Streicher oder eine Synthie-Linie ins Arrangement schmuggeln, dies aber immer recht unauffällig und wenig exponiert.
Musikalisch wenden sich "Univers Zero" etwas ab vom düsteren Horror von "Heresie". Nicht, dass die Musik jetzt irgendwie besonders fröhlich wäre. Im Gegentum. Ausserdem findet sich mit "La Corne Du Bois Des Pendus" ein schleppender, beschwörender Track mit düsteren Choralvocals, der auch gut auf "Heresie" gepasst hätte. Aber schon die erste Nummer "Dense" zeigt, dass "Univers Zero" hier mehr Wert auf Rhythmus besser durchschaubare Arrangements legen. In einem zwölfminütigem Wirbelsturm zieht ein schräges chromatisches Motiv nach dem anderen in drängendem krummen Rhythmen vorbei, das ganze in durchkompinierten kammermusikalischen Arrangements; "dicht" ist hier wirklich der richtige Titel. Eine tolle Nummer und eine geniale Album-Eröffnung. Ironischerweise erinnert mich gerade dieser Track besonders an die schnelleren Momente auf den ersten beiden "Present"-Alben... Ebenso "Combat" von Keyboarder Kirk, das sich in bewegteren Gefilden ab- und auf kriegerische Märsche anspielt, dabei aber einen ähnlich respektlos-heretischen Geist atmet wie manche von Schostakowitsch' Sinfonien. Auch die anderen Stücke wirken von den Arrangements her nicht ganz so schwer und undurchdringlich wie auf "Heresie". Einzelne Linien lassen sich besser verfolgen, die Rhythmen sind kantig, aber bewegter, und immer noch wird grosser Wert auf dichte Stimmung gelegt, wie z.B. in der kurzen Kollektiv-Impro "La Musique D'Erich Zann" nach einer Kurzgeschichte von H.P.Lovecraft. Leider kenne ich die Geschichte nicht, aber andere Kommentaren meinen, ihr Geist sei erstaunlich gut getroffen, was ich mir bei der generell düsteren und unwirklichen Atmosphäre, die "Univers Zero'" Musik ausstrahlt, durchaus vorstellen kann. Aber auch der Trauermarsch "La Tete Du Corbeau" von Bassist Guy Segers wäre überall ausser auf einer Beerdigung sicher deplaziert.
"Ceux De Dehors" ist eine grossartige Platte, die wegen ihrer etwas kürzeren Stücke und der bewegteren Rhythmik vielleicht zugänglicher und unmittelbar mitreissender ist, als ihr Vorgänger. Sehr empfohlen.
| Anspieltipp(s): |
Dense, Combat |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
5.6.2002 |
| Letzte Änderung: |
5.6.2002 |
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Im Juni 2004 hatte ich ein mystisch-unwirkliches Erlebnis: In einem seltsamen Zustand zwischen Rausch und Meditation (wohl unter anderem auch auf die Kombination von Müdigkeit zur späten Stunde und einigen Bierchen im Laufe des Tages zurückzuführen) erlebte ich auf dem Freakshow-Festival 2004 mein erstes Univers Zero-Konzert. Derart motiviert von diesem nahezu genialen Erlebnis, machte ich mich daran die Welt der Studio-CDs von Univers Zero zu erkunden und begann diese Erkundung aufgrund vielerlei Empfehlungen mit "Ceux Du Dehors". Nachdem ich nun immerhin eben dieses sowie "rhythmix" und "The Hard Quest" kenne, weiss ich nicht, ob ich den Weg nun wieder so beginnen würde... aber der Reihe nach.
Zur Beschreibung der Musik auf "Ceux Du Dehors" will ich meinem Vorschreiber gar nicht viel hinzufügen, da wurde schon so viel wahres gesagt. "Dense" (= Dicht) hätte ich lieber "Tension" (= Spannung) getauft... unglaublich welch' musikalisches Feuerwerk, welch' rhythmische Anomalien, welch' hypnotische Klänge hier mit weitgehend akustischem Instrumentarium erzeugt werden. Immer wieder überraschende Wendungen, immer wieder quasi sogar Melodien, denen es nachzuforschen gilt. Entgegen dem düsteren Ruf, der dieser Band vorauseilt, ist die Musik geradezu mitreissend unterhaltsam.
Das zweite Highlight des Albums ist "Combat". Kampf - hier ist der Name wirklich Programm -, es wird eine grandiose Folge von militärisch-anmutenden Märschen und kampfgeräusch-ähnlichen Klängen abgespielt. Beeindruckend!
Sehr schön auch das kleine Zwischenspiel "Bonjour Chez Nous", in dem man tatsächlich den Eindruck gewinnt, dass sich die Band dem Hörer vorstellt. Ich meine hier auch das Eröffnungsstück des "Freakshow"-Sets erkannt zu haben.
Damit ist schon weit über die Hälfte der CD-Spielzeit mit sehr guter Musik belegt. Leider gibt es in meinen Ohren auch etwas Schatten auf diesem Album: "La Corne Du Bois Des Pendus" mag durchaus als Soundtrack für einen fiktiven Zombiestreifen durchgehen, aber ist mir schon etwas zu atonal-verwirrend, um wirklich genossen werden zu können. "La Tete Du Corbeau" ist nun wirklich ein todtrauriger Marsch, deprimierende Begräbnismusik im wahrsten Sinne des Wortes. Düster! "Triomphe Des Mouches" und vor allem das völlig freiformatige 'Geklimper' "La Musique D'Erich Zann" sind mir zu atonal und zu unstrukturiert. Wobei allerdings "Triomphe Des Mouches" immerhin eine völlig abartig-surreale Stimmung aufbaut, so dass es fast schon wieder gut ist....
Zeuhl = "himmlische Musik"... mindestens auf "Dense" und "Combat" trifft dies in meinen Ohren zu. Der Rest des Albums ist zuweilen ziemlich hartes Brot, aber es lohnt sich, sich diesen Klangkosmos zu erarbeiten. So gesehen ist der Einstieg in diese Welt über "Ceux Du Dehors" vielleicht doch nicht das schlechteste... musikalischen Abenteurern sei dieses wärmstens empfohlen!
| Anspieltipp(s): |
Dense, Combat |
| Vergleichbar mit: |
??? |
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| Veröffentlicht am: |
12.7.2004 |
| Letzte Änderung: |
15.7.2011 |
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Der Schreiber dieser Zeilen nahm im Rahmen des besagten Freakshow-Festivals 2004 an dem von Thomas beschriebenen "mystisch-unwirklichen Erlebnis" teil. Zur Rechten meines Vorredners sitzend wurde ich Zeuge eines denkwürdigen Konzertes, das vom schroffen Charakter der kammermusikalischen Töne geprägt war. Nachdem diese relativ unvorbereitete erste Begegnung mit dem abstrakten Klangkosmos der Belgier derart geglückt war, erwarb ich auf Empfehlung der anwesenden Univers Zero-Spezialisten die CD "Ceux Du Dehors", die oftmals als das Meisterwerk der Formation bezeichnet wird.
Mit dem Opener "Dense" wird der Hörer direkt in den von klassischer Instrumentierung wie Fagott, Oboe und Geige geprägten Sound eingeführt. Es wird gleichsam eine schroffe Klangwand geschaffen, wobei eine knisternde Spannung aufgebaut wird. Eine ausgefeilte Rhythmussektion sorgt unter Leitung des versierten Drummers Daniel Denis für den Brückenschlag in Rockgefilde. Der Bass ragt derart intensiv aus dem kammermusikalischen Rahmen hervor, dass sein Sound in der mystischen Klangwelt fast schon als ein bedrohliches Grollen empfunden wird. Die Tasteninstrumente sorgen bisweilen für eine symphonische Komponente. Insbesondere effektvoll eingebaute Mellotronflächen ragen in voller Anmut aus dem bedrohlich-abstrakten Grundcharakter hervor. Beherztes Geigenspiel sorgt auch mal für eine kurze, beschauliche Kehrtwende. Für ein paar Sekunden fühlt man sich sogar mal an die "Kaffeehausmusik" des frühen 20. Jahrhunderts erinnert.
Besonders hervorzuheben ist die geglückte Eingliederung des tiefen Klangs des Fagotts, das hier für den Sound der Wallonen fast schon stilbildend ist. Bisweilen entwickelt die Komposition einen expressionistischen Charakter und der Hörer fühlt sich an die bizarre Bildsprache des deutschen Stummfilms "Das Kabinett des Dr. Caligari" aus dem Jahr 1919 erinnert. Vor dem inneren Auge sieht man den Hypnotiseur und Schausteller Caligari durch die irreal anmutende Szenerie dieses Filmklassikers schreiten.
"La Corne Du Bois Des Pendus" lässt höfische Klänge des Mittelalters in die bizarre Klangwelt einfließen, und auch hier wird wiederum eine beklemmende Atmosphäre aufgebaut. Dabei wird aber stets eine anmutige Ästhetik bewahrt. Zu keinem Zeitpunkt entgleitet der musikalische Inhalt in ein mitunter zu befürchtendes "schräges Chaos". Im Gegensatz zu meinen beiden Vorrezensenten kann ich hier aber mitnichten die Stimmung eines Soundtracks zu einem Zombie-Schocker ausfindig machen. Vielmehr versprüht dieser Titel in energisch-eleganter Manier einen von irrealen Klangflächen dominierten Grundcharakter.
Irgendwie hat es den Anschein, dass es die Musik von Univers Zero vermag, einen mystischen Schleier über die reale Welt auszubreiten. Trotz der ganzen Bedrohlichkeit und der abstrakten Form der Kompositionen sorgen aber stets schlüssige Arrangements dafür, dass der Hörer niemals überfordert wird.
Mit dem dynamisch-stampfenden Beginn von "Combat" wird das neben "Dense" beeindruckendste Soundgebilde eingeleitet. Der fliegende Wechsel zwischen dem grollenden Bass, weichen Streichereinsätzen und dem tiefen Fagott ist hier einfach perfekt gelungen. Das Agieren der Instrumentalisten verschmilzt hier zu einem auf mich kolossal wirkenden "Gemälde". Beinahe könnte der musikalische Inhalt zur Beschreibung eines dieser monumentalen Schlachtengemälde dienen, wobei hier der heroische Charakter natürlich nicht vorhanden ist.
Auch der eher experimentelle Charakter eines Stückes wie "La Musique D´Erich Zann" reiht sich optimal in den übrigen Rahmen ein. Diese improvisierte Soundcollage leitet sogar sehr stimmungsvoll über das ruhige "La Tete Du Corbeau" zum beklemmend-bedrohlichen Finale in Form von "Triomphe Des Mouches" über.
Letztendlich kann dieses Werk von Univers Zero auch das symphonisch verwöhnte Ohr eines Proggies überzeugen, der sich - wie in meinem Fall - normalerweise eher in "schöngeistigeren" Gefilden beheimatet fühlt.
| Anspieltipp(s): |
Dense, Combat |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
15.7.2004 |
| Letzte Änderung: |
21.12.2004 |
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