Delìrivm Còrdia
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Mike Patton |
vocals, "etc." |
| Buzz Osborne |
guitar, "etc." |
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| Dave Lombardo |
percussion |
| Trevor Dunn |
bass, "etc." |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Delirium Cordia
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74:19
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| Gesamtlaufzeit | 74:19 |
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Rezensionen

Ähmmm... ja, wie soll ich dieses Album nun rezensieren? Ist das eigentlich Musik oder nur noch Kunst? Vielleicht der Reihe nach...
...als ich kürzlich durch den M****-Markt meines Vertrauens schlenderte und routinemässig die "Hard & Heavy"-Ecke (in der sich meistens die Prog-Alben verstecken...) durchcheckte, fiel mir ein, in einer schwarzen Hülle verpacktes, Album auf. Von aussen war nur der Name "FANTÔMAS", wohl die Band, und "DELÌRIVM CÒRDIA" zu lesen...hmm... sieht interessant aus. Die Aussenseite des Booklets war völlig ohne Aufdruck, nur Hände, anscheinend eines Chirurgen (verpackt in Plastik-Handschuhen), sind zu sehen. Genommen und ab damit zum Anhören...
...die nächste Überraschung: Nur ein Track! Dafür schlappe 74 Minuten... boah ey! Reingelegt, start... die ersten fünf Minuten sind eine Achterbahnfahrt... das Geräusch wie beim Aufsetzen der Nadel auf die Platte ertönt, geheimnisvolles Stöhnen, "Bräng" die Gitarre bratzt einmal dazwischen... wieder LP-Knacksen, Geräusche von Wassertropfen, Bratz die Gitarre... ein Mönchschor tritt auf... synthetisches Piano ...cool! Das erschien mir genug gehört, gekauft! (Wie soll man auch einen 74minütigen Track mal eben anspielen?)
Zu Hause dann der erste Hörversuch: Bis nach ca. 10 Minuten hält sich der oben geschilderte Eindruck von den gebotenen Klängen... und dann wird's langsam aber sicher ungeniessbar. Es reihen sich Klänge, Geräusche, Röcheln, Stöhnen mal laut, mal leise aneinander. Es ist weder Struktur noch Ziel und schon gar keine Melodie erkennbar. Es ist nicht erkennbar, ob hier Musiker am Werk sind, es sind kein herkömmlichen Instrumente identifizierbar, auch wenn man ab und zu mal eine Gitarre oder ein Piano zu hören glaubt.
Die Angaben bei den Musikern... Vocals? Ha! Guitar? Wie denn, wo denn? Percussion? Nun ja, ab und an klopft, scheppert und kracht schon mal was... Bass? Ha, ha, nur ein irres Lachen kommt über die Lippen des Rezensenten... "etc."? Ja, ziemlich viel "etc."!
Ich hätte gewarnt sein sollen: Mike Patton steht ja inzwischen als Synomym für Musik zwischen Kunst und Wahnsinn... leider war mir das entfallen, auch wenn mir der Name bekannt vorkam. Hier ist für mich eindeutig die Grenze zum Wahnsinn und zur A-Musikalität zu weit überschritten. Vieles kann einem hier in den Sinn kommen: Soundtrack für einen Horrorfilm? Geräuschkollage für ein dctp-Feature von Alexander Kluge? Sinnentleerte moderne Kunst? Protest, um des Protests Willen?
Der Höhepunkt dann nach etwas einer Stunde Spielzeit: Die restlichen knapp 15 Minuten sind mit dem Rauschen, wie wenn die Nadel am Ende der LP nicht abhebt, sondern eben noch weiterkratzt, gefüllt. Am Schluss noch ein kleiner Kracheffekt, uff! Ich bin durch...
Kunst oder Wahnsinn? Ja, vermutlich beides... ich find's, wenn auch zwischendurch der eine oder andere interessante Moment zu bemerken ist, ziemlich ungeniessbar. Von Musik keine Spur! Das Artwork kann immerhin noch zum Amüsement von angehenden Chirurgen oder Horror-Fans dienen.
Und: Drohung oder Versprechen? Dies war nur Teil 1 eines zweiteiligen Werkes... Fortsetzung folgt im Herbst 2004!
| Anspieltipp(s): |
Delirium Cordia ;-) |
| Vergleichbar mit: |
einem einstürzenden Hochhaus mit anschliessender Bergung der Überlebenden |
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| Veröffentlicht am: |
7.2.2004 |
| Letzte Änderung: |
7.2.2004 |
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Die Bilder von Max Aguilera-Hellweg aus dem Band The Sacred Heart ästhetisieren das Chirurgen-Handwerk in ungewohnter Weise. Sie werden ergänzt durch einen kurzen Text von Dr. Richard Selzer, der mit nüchternen Worten Grausliches beschreibt.
Die gesamte Stimmung der CD ist düster, bedrohlich und von solcher Wucht wie der Soundtrack eines Horror-Streifens. Atmosphäre und Struktur erinnern mich an Devil Doll SACRILEGIUM, wenngleich die musikalische Gestalt bei Fantômas noch atemraubender ist.
Die Themen des Stücks wechseln häufig sprunghaft. Es wird aber auch viel Spannung aufgebaut, die sich immer wieder überraschend und/oder brachial entlädt. Andererseits kehrt genau dann (trügerische) Harmonie ein, wenn man meint, es nicht mehr aushalten zu können. Es werden auch gerne Klischees der Gruselfilmmusik aufgegriffen und von den exzellenten Musikern mit viel Stil verarbeitet. Allein die Schreie der gequälten Seelen (oder der Kassenpatienten? ;O) nach der 20. Minute wirken etwas zu klischeehaft.
Wenn man von Mr. Bungle die Scheibe Disco Volante kennt, ist man auf das, was einen bei Fantomas erwartet, besser vorbereitet. Womit nicht gesagt sein soll, dass die Werke sich ähneln würden. Dafür ist Delirium Cordia einfach zu duster und noch zerrissener. Wer keinen beständigen Wert auf Songstrukturen, Melodie oder Rhythmus legt, wird hier 55 Minuten lang mit einem Hörspiel, dessen Handlung man allerdings anhand der genannten Anhaltspunkte selbst entwerfen muss, auf's Finsterste kurzweilig unterhalten.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
Mr. Bungle |
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| Veröffentlicht am: |
20.2.2004 |
| Letzte Änderung: |
14.3.2012 |
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